Zwölf Minuten bleiben bis zum Stromausfall

von Michael Limburg/EIKE Ganze zwölf Minuten Vorwarnzeit gibt das Anfang Februar 2017 geänderte Energiewirtschaftsgesetz den lokalen Stromversorgern, um auf Anforderung „von oben“ ganze Stadtteile vom Stromnetz abzuklemmen. Eine Priorisierung...

von Michael Limburg/EIKE

Ganze zwölf Minuten Vorwarnzeit gibt das Anfang Februar 2017 geänderte Energiewirtschaftsgesetz den lokalen Stromversorgern, um auf Anforderung „von oben“ ganze Stadtteile vom Stromnetz abzuklemmen. Eine Priorisierung darf nicht stattfinden, ebenso wenig ist ein Schadensersatzanspruch der Betroffenen möglich. Grund: Flatterstromeinspeisung kann das Netz zum Tanzen bringen, damit es nicht ganz kollabiert, werden eben Teile geopfert. Schöne neue Energiewendewelt

“Zwölf Minuten bleiben bis zum Stromausfall”

So titelt die Wetzlarer Zeitung über ein kaum thematisiertes Megaproblem für das ganze Land, das durch die Energiewende erst geschaffen wurde und welches zuvor hierzulande fast völlig unbekannt war,. Es ist das Problem der unmittelbaren Gefahr des totalen Stromausfalles -neudeutsch Blackout genannt- welcher wegen unerwartetem Lieferausfall oder ebenso unerwartetem Überangebot aus unstabilen, nicht steuerbaren Stromerzeugern aus Wind und Sonne entsteht. Dabei führt diese Überschrift den Leser in die Irre. Denn „Ausfall“ bedeutet etwas zufälliges, von höheren, nicht beeinflussbaren Ereignissen bestimmt. Das ist aber hiermit nicht gemeint. Denn dieser „Ausfall“ ist die zwingende Konsequenz planvollen Handelns. Und sollte deshalb – wie zu Zeiten der Berliner Blockade, die ich leider als Kind mit erleben musste, „Zwölf Minuten bleiben bis zur Stromsperre“ heißen.

Denn die notwendige Abschaltung ganzer Bezirke – im Techniksprech „Lastabwurf“ genannt- ist die zwingende Konsequenz, wenn man verhindern will, dass in Folge der Energiewende in Minutenbruchteilen das ganze Land nicht nur im Dunkeln liegt, sondern überhaupt keinen Strom mehr hat.

Um das zu möglichst verhindern, hat der Bundestag Anfang Februar 2017 fast unbemerkt und daher ohne jeden Aufruhr seitens der Medien, wieder mal das Energiewirtschaftsgesetz novelliert.

Es wurde dabei, die zuvor vom VDE vorgeschlagene, „Kaskadierung“ in geltendes Recht umgesetzt, was bedeutet, dass, bedingt durch Störungen, die durch die Flatterstromerzeugung entstehen, und nicht mehr ausgeregelt werden können, Teile des Stromnetzes zwanghaft und in Kaskaden (also von klein- auf mittel- bis großräumig) vom Netz genommen, also abgeschaltet werden müssen. Die Vorwarnzeit für die lokalen Stromversorger beträgt extrem kurze nur 12 Minuten, dann muss er handeln und Vollzug melden.

Was das bedeutet beschreibt Autor Steffen Gross von der Wetzlarer Zeitung so(Hervorhebungen von mir)

Zitat

Mit dem Abschalten ein­zelner Großkunden sei es bei acht Megawatt nicht mehr getan, sagte Stein, dann müssten komplette Stadttei­le für mehrere Stunden vom Netz genommen werden. An eine Vorwarnung der betrof­fenen Kunden sei in der Kür­ze der Zeit nicht zu denken. Die Abschaltung komme so einer Netzstörung gleich.

Dem Energiewirtschafts­gesetz zufolge sind alle Kun­den gleich, die Abschaltun­gen müssen „diskriminie­rungsfrei“ erfolgen. Sensible Kunden gibt es nicht, wenn abgeschaltet wird, kann es auch Krankenhäuser, Feuer­wehr oder Polizei treffen. , Nicht nur ihnen, auch In­dustrieunternehmen, Arztpraxen, Gewerbe und stark von Strom abhängigen . Haushaltskunden empfiehlt, der Enwag-Chef, Vorkehrungen für die Bewältigung ,des Stromausfalls zu treffen. Denn Schadensersatzan­sprüche schließe das Gesetz , aus., Alle Kosten, ganz gleich welcher Höhe, bleiben am Verbraucher hängen.“ Zitatende

Fassen wir zusammen:

Weil das Eingestehen von Fehlern in der Moral der Politiker nicht vorkommt, man denke nur an die lahme und vor allem für ihn kosten- und völlig folgenlose „Entschuldigung“ des 1. Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz, für den Schaden den er den Hamburgern wider besseres Wissen, angetan hatte, weil also niemand eingesteht, dass die Energiewende ein Riesenfehler war und ist, müssen die Verbraucher wieder mal die Zeche zahlen. Und wie das so ist, wenn man Brände mit Brandbeschleunigern bekämpft, wird der angerichtete Schaden immer größer.

Diesmal nicht nur am Geldbeutel sondern buchstäblich an Leib und Leben. Denn das ist die unmittelbare Folge des Lastabwurfes – zigtausende von Menschen, insbesondere die, die unserer Zuwendung besonders bedürftig sind, die Alten, die Schwachen, die Armen, die Kranken, die Babys, die Kinder, werden mit und dank dieser Politik an Leib und Leben bedroht.

Nur die wenigsten wissen, dass Krankenhäuser nur für die Intensivstationen Notstromversorgung vorhalten, und die auch nur für max. 24 Stunden. Oder, wie unlängst geschehen, eine Feuerwehr nicht ausrücken konnte, weil das elektrisch betriebene Tor sich nicht öffnen ließ. Es muss wohl erst eine weitere Grenfell- Tragödie – von der es hierzulande bereits einige gab (wir berichteten darüber z.B. hier und hier) – geschehen, bevor den Menschen die Augen aufgehen. Doch dann ist die Wahl vorbei und die Verderber sind wieder gewählt und machen ungerührt weiter.

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Zivilschutz
5 Comments on this post.
  • omega
    17 Juli 2017 at 10:16
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    Das Thema Stromnetz wird uns wohl noch einige Zeit begleiten. Ich bin am Rande selbst in Projekte in die Netzstabilität involviert und kann daher aus erster Hand sagen, dass der Lastabwurf ein sehr grosses Thema für die Netzstabilität darstellt. Allerdings gehen meine Informationen bisher noch in eine etwas weniger drastische Darstellung als im Artikel.

    Es wird bei den Endgeräten eine Steuerung vorgeschaltet, welche zu einer Haussteuerung verbunden wird. Dies kann über Powerline Communication oder eine andere Verbindung erfolgen, ist aber in jedem Falle verschlüsselt. Diese Haussteuerung wird dann mit dem Stromanbieter/Netzbetreiber verbunden und von dort aus kommen dann auch die Steuerbefehle. Kann der Strombedarf nicht mit Regelkraftwerken in der notwendigen Zeit aufgefangen werden, droht eine Netzüberlastung. In diesem Fall, wird ein Lastabwurf über diese „Befehlskette“ vorgenommen. Allerdings erfolgt der Abwurf nicht nach Geographie, sondern nach Priorität. Dabei werden träge Lasten, wie z.B. Kühlschränge oder Boiler, zuerst ausgeschaltet. Diese können auch einige Zeit ohne Strom stehenbleiben ohne dass viel passiert. Ist das nicht ausreichend, werden stufenweise höhere Priorisierungen vom Netz genommen. Krankenhäuser, insbesondere die Intensivstationen, werden dabei eine sehr hohe Priorität haben (Annahme, dazu habe ich keine genauen Informationen).

    Über den Sinn eines weiteren Mess- / Überwachungs- und Steuergeräts lässt sich trefflich streiten. Es lässt sich auch nicht ausschliessen, dass ein solches System nicht missbräuchlich verwendet wird. Voraussetzung ist auch, dass eine SmartGrid Infrastruktur zusammengebastelt wird und wer die Kosten dafür zu tragen hat ist ja wohl klar, ganz abgesehen von den jeweiligen Hausinstallationen. Aber solange aus der Bevölkerung noch Geld herausgepresst werden kann, indem (vorsätzlich?) verschlechterte Dienstleistungen nur mit Zusatzaufwand erhalten werden können, wird das auch gemacht.

  • vollbremsung
    16 Juli 2017 at 18:28
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    …der angeblich menschenverursachte Klimawandel, der den Politikerschwaflern nach wohl binnen weniger Jahre das feucht-nasse Deutschland in eine trockene Wüste verwandeln wird, hat nicht nur diese Energiewende “alternativlos” gemacht. Die neuen Vorschriften zur Häuserdämmung verursachen zunehmend Probleme wegen vermehrter Schimmelgefahr, hoher Zusatzkosten und verfrühter Alterung der Dämmmaterialien. Aber das beste daran: es gibt Berechnung, die zeigen, das mit der starken Einschalung des Hauses von außen das Haus selber auch nicht mehr durch die normale Sonneneinstrahlung aufgewärmt wird. Und der Faktor ist bedeutend – selbst im Winter. Manche sprechen von einem Nullsummenspiel. Die Behörden wissen es wohl und vergeben zunehmend Verzichterlaubnis. Schaut man sich die Großindustrie wie Continental und andere an, singen sie alle das Hohenlied der Klimaerwärmung: ganze einfach, weil es Markteintrittsbarrieren und teuere Zusatztechnologie nötig macht. Wie beim Dämm-Wahnsinn von Häusern. Es ist einfach Business. Das indische Tata-Auto würde umgerechnet neu (!) 2500 Euro kosten. Es darf in Deutschland natürlich nicht verkauft werden, angeblich wegen Emissionswerte und Sicherheit. Ein Großteil dieses blödsinnigen Klimaschutzes und Nachhaltigkeitsgeschwafel dient nur den großen Playern.

    • abgelehnt83
      17 Juli 2017 at 1:03
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      Nicht zu vergessen der ganze Energieaufwand zur Produktion all des “Öko”-Krempels

      wenn ich mir überlege, wieviel da reingesteckt werden muss, um etwa… sagen wir ein Windrad zu produzieren, dann aufs Meer rauszutransportieren, dort zu installieren, zu warten, der ganze Rattenschwanz.. und was schließlich bei rumkommt

      Das kommt davon, wenn man den “Bildungs”-“Bürgertum” 2.0 von der Leine lässt und Karlheinz derweil sich die volle Dröhnung mit Doofie TV gibt
      Deutschland!!

    • ein mensch
      17 Juli 2017 at 14:54
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      ” das mit der starken Einschalung des Hauses von außen das Haus selber auch nicht mehr durch die normale Sonneneinstrahlung aufgewärmt wird.”

      oh was freue ich mich dass ich einem haus (dachwohnung) lebe, welches gut 60 jahre alt und noch klassisch isoliert ist…ok, im sommer wirds manchmal heftig warm (nahe 30°) aber im tiefsten winter habe ich, wenn ich abends heim komme, bei ausgeschalteter(!) heizung immer noch um die 20°…ein lob an die konstrukteure 🙂

  • abgelehnt83
    16 Juli 2017 at 17:32
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    dort, wo überproportional die “Wutbürger” leben?

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