Sicherheit

Die Spur des NSU führt doch in die Türkei

von Alexander Benesch

Bei der größten Mordserie der deutschen Geschichte ermittelten deutsche Fahnder lange Zeit gegen das organisierte türkische Verbrechen auf deutschem Boden. Dafür wurden die Beamten später in den Untersuchungsausschüssen heftig kritisiert. Viel Empörung wäre entstanden in der Bundesrepublik, falls die Ermittlungen Täter aus dem türkischen organisierten Verbrechen und türkischen politischen und geschäftlichen Kreisen dingfest gemacht hätten. Alles wäre auf den Prüfstand gekommen: Handelsbeziehungen, die EU-Annäherung der Türkei, Immigration, doppelte Staatsbürgerschaften.

Vor dem angeblichen Selbstmord von Böhnhardt und Mundlos meldete der Spiegel, der Informant “Mehmet” des Verfassungsschutzes hätte die Tatwaffe der sog. Dönermorde angeboten.

Der Mann sei von einer Organisation für “heikle Aufträge” in die BRD geschleust worden, hätte sich aber zu einer Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden entschlossen, die ihm u.a. einen gefälschten Führerschein besorgten. Mehmet versprach die Mordwaffe vom Typ Ceska im Tausch gegen Straffreiheit, dann aber verschwindet plötzlich das Interesse höherer Instanzen an dem Deal. Der Spiegel schrieb:

“Es gab sogar Namen, aber dazu fehlten Beweise. Es gab Festnahmen, doch die Verdächtigen musste man wieder laufen lassen, und sie verschwanden Stunden später aus Deutschland, Richtung Schweiz und Türkei. Die Mordserie stoppte.”

Man stand also kurz vor der Aufklärung der Verbrechen und eine Enthüllung kann der deutschen Politik, dem organisierten Verbrechen und dem deutsch-türkischen Business überhaupt nicht gefallen haben. Bald darauf starben 2 tumbe Neonazis und es flüchtete eine mutmaßliche Informantin des Verfassungsschutzes, denen man nun zusammen die Morderie anhängt. Zahleiche Ungereimtheiten deuten auf Attentate gegen Böhnhardt und Mundlos hin, sowie auf gezielt plazierte Beweise. Die überlebende Beate Zschäpe steht nun vor Gericht und schweigt.

Auch die Spur des Mordes an der deutschen Polizistin Michèle Kiesewetter führt nicht zur NSU, sondern in die Türkei. Bei der Schießerei an dem Tag beobachteten Agenten einen Türken namens Mevlüt Kar, V-Mann der Amerikaner.

“Kar wurde im August 2002 in der Türkei verhaftet und spätestens dann vom dortigen Militärgeheimdienst MIT angeworben.”

Alles mit Wissen der CIA und der Deutschen. Er war zusätzlich noch in die Sauerland-Gruppe verwickelt und machte sich dann davon, er lebt heute in Istanbul. Gerhard Piper, der für das Berliner Institut für Transatlantische Beziehungen über al-Kaida geschrieben hat, fragt:

“Welche Kontakte unterhält der türkische Geheimdienst MIT zu deutschen Neonazis, die wiederum türkische Staatsbütger in Deutschland reihenweise umbringen?”

Die guten Beziehungen

Wer außer die hohe deutsche Politik hätte die Ermittlungen in der Mordserie sabotieren und die Aufmerksamkeit auf drei Neonazis legen können und wer hätte ein größeres Motiv gehabt?

Auf der Teilnehmerliste der Bilderberg-Konferenz 2013 fand man unter insgesamt sechs Türken auch Mustafa Koc V., den Vorsitzenden von Koç Holding A.S., einer türkischen Unternehmensgruppe mit weltweit 85.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 39,5 Milliarden US-Dollar. Sie ist das einzige türkische Unternehmen in der Liste der Fortune Global 500 und steht für zwölf Prozent des gesamten türkischen Exportvolumens. Sie zählt zu den 50 weltgrößten Familienunternehmen außerhalb der USA. Studiert hat er in der Schweiz  am Lyceum Alpinum Zuoz und der George Washington Universität in den USA.

Am 25. September 2012 berichtete die Publikation Today’s Zaman, dass Mustafa am Tag zuvor den ehemaligen Chef der türkischen Bundespolizei und ehemaligen Innenminister im Gefängnis 40 Minuten lang besucht hatte und ohne irgendein Statement wieder gegangen war.

Letzterer wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt wegen seiner Vermittlerrolle für einen berüchtigten Mafiaboss, ein Mitglied der Sicherheitskräfte und einen Politiker. Später reduzierte man das Strafmaß auf nur 3 Jahre und neun Monate.

Susurluk

Bei dem berühmten Verkehrsunfall von Susurluk am 3. November 1996 kamen Hüseyin Kocada?, der stellvertretende Polizeipräsident von Istanbul, Abdullah Çatl?, ein führendes Mitglied der rechtsextremen Partei Graue Wölfe und steckbrieflich gesuchter Drogenhändler und Mörder, sowie dessen Geliebte, die ehemalige Schönheitskönigin Gonca Us, ums Leben. Der Parlamentsabgeordnete der DYP, Großgrundbesitzer und Führer von mehreren Dorfschützer-Einheiten, Sedat Bucak, überlebte schwerverletzt.

Nicht nur das Auffinden dieser Personen in dem Autowrack verstärkte die Diskussionen über die Verstrickung des türkischen Staats in illegale Machenschaften, zusätzlich wurden sechs gefälschte Pässe, mehrere tausend US-Dollar, ein Päckchen Rauschgift, Waffenscheine und mehrere Handwaffen mit Schalldämpfern in dem Wrack gefunden und sichergestellt. Laut Prüfungsberichten gehörten diese Utensilien Abdullah Çatl?, welcher u.a. durch die Erschießung von sieben sozialistischen Studenten im Jahre 1978 und durch Fluchthilfe für den Papstattentäter Mehmet Ali A?ca aus einem Militärgefängnis in Istanbul im Jahre 1979 schon vorher justizbekannt war.

Nach der Identifizierung der Leichen verlangten Journalisten und die Opposition nach einer Erklärung, wie es sein könne, dass Abdullah Çatl?, der aus einem Schweizer Gefängnis, in dem er aufgrund Heroinhandels festsaß, ausgebrochen war und von Interpol gesucht wurde, sich in einem Wagen mit hohen Beamten aufgehalten hat. Der steigende Druck durch Proteste der Zivilbevölkerung, die eine rasche und vollständige Untersuchung verlangte, führte zu einer parlamentarischen Untersuchungskommission. Aufgrund des Drucks traten der damalige Innenminister Mehmet A?ar und mehrere hohe Beamte, darunter auch der Polizeipräsident von Istanbul, zurück. Agar bekam, wie eingangs erwähnt, Haft.

Der Begriff Tiefer Staat wird in der Türkei in der Bedeutung von Staat im Staate verwendet. Er deutet auf eine im Verlauf mehrerer Jahrzehnte gewachsene konspirative Verflechtung von Militär, Geheimdiensten, Politik, Justiz, Verwaltung, Rechtsextremismus und organisiertem Verbrechen (insbesondere Killerkommandos) hin. Die Diskussion entfachte sich besonders um den so genannten Susurluk-Skandal im Jahre 1996, wurde aber schon in den 1970er Jahren mit Begriffen wie Kontra-Guerilla oder Özel Harp Dairesi (Amt für besondere Kriegführung) geführt. In den letzten Jahren wurde in diesem Zusammenhang auch der offiziell inexistente Geheimdienst der Gendarmerie genannt. In jüngster Zeit wurde durch ein Gerichtsverfahren besonders die Untergrundorganisation Ergenekon bekannt, die im Verfahren beschuldigt wird, ein zentraler Bestandteil des tiefen Staats zu sein.

In der Türkei wird weithin davon ausgegangen, dass der tiefe Staat im Geheimen bis heute eine signifikante Rolle in der türkischen Politik spielt und in der jüngeren Geschichte häufig massiven Einfluss genommen hat. Dabei werden unter anderem die beiden Militärputsche von 1971 und 1980 sowie eine größere Zahl von unaufgeklärten politischen Morden, Folter, Menschenrechtsverletzungen, zahlreiche Fälle des gewaltsamen Verschwindenlassens von Menschen und der Verlauf des Konflikts mit der kurdischen PKK in Südostanatolien genannt.

Dem Aufsichtsrat der Koç Holding gehören unter anderem Heinrich von Pierer und Dieter Christoph Urban an, beides ehemalige Siemens-Manager. Dieses Jahr ist Siemens bei Bilderberg vertreten durch den aktuellen Vorsitzenden Peter Löscher.

Mustafa Koc V., Bilderberg-Teilnehmer und Vorsitzende von Koç Holding A.S., der den inhaftierten Mehmet A?ar besucht hatte, ist bestens vernetzt. Zu seinen Geschäftsbereichen gehören neben der Tofa?-Automobilfabrik in Bursa auch Ford Otosan, die Automobile für Fiat/Peugeot und Ford herstellen, Haushaltsgeräte (Arçelik), Lebensmittel (Tat Konserve, auch Migros), Finanzdienstleistungen (Yapi Kredi Bankasi), Energie, Informationstechnik (Beko Elektronik), Tourismus und Bau. Ein Großteil der Unternehmen wird dabei in Kooperation mit ausländischen Unternehmen geführt wie Ford, Unicredit, Case New Holland und anderen.

Dem Aufsichtsrat der Koç Holding gehören unter anderem Heinrich von Pierer und Dieter Christoph Urban an, beides ehemalige Siemens-Manager. An Von Pierer hielten trotz der Korruptionsaffäre bei Siemens die CDU und insbesondere Angela Merkel längerfristig an von Pierer als Leiter des Rates für Innovation und Wachstum fest; am 17. April 2008 erklärte die Bundeskanzlerin jedoch die Absicht, auf Heinrich von Pierer in dieser Funktion zu verzichten.

Die Türkei bekam im kalten Krieg die amerikanische Ausbildung für professionellen verdeckten Staatsterror. Viele Türken in Deutschland beteiligen sich bewusst oder unbewusst an einem soften Dschihad, einer Kolonialisierung Europas. Die NATO ist über die Lage im Bilde und toleriert diese Destabilisierung , bastelt aber bereits fleißig an der Gegenbewegung. Populäre öffentliche Figuren wie Udo Ulfkotte berichten davon, für ein neues Gladio-Projekt angeworben worden zu sein, das über mindestens drei ehemalige Bundeswehrkasernen verfügt.

wikipedia-Zitate unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“

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9 comments

king 13. Juni 2014 at 20:34

Stimmt doch, schaut man sich das organisierte Verbrechen an (HellsAngels&Banditos&wie sie alle heißen) ist eindeutig zu erkennen das diese von meist Türkischen Interessen dienen, was vor zirka 5 Jahren so noch nicht der Fall war!

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Harry 11. Mai 2014 at 11:00

So oder so ähnlich sieht die eine Seite der Medaille aus. Die andere Seite wird so aussehen, dass nachdem durch das Ende der DDR viele Ex-DDR-Bürger erhebliche Prestigeverluste erlitten hatten,- beispielsweise war Arbeitslosigkeit in der DDR eine Straftat-, linksfaschistischer Terrorismus oder sogar eine linksfaschistische Aufstandsstimmung zu befürchten war, und man, soweit Faschisten wesentlich einfacher umzulackieren als zu demokratisieren sind, entsprechend rechtsfaschistische Kristallisationskerne gesät hat um das Befürchtete zu zersplittern,- vergl. die Affäre Roewer-, und anschliessend die politisch unliebsame Mordserie den Rechtsfaschisten an’s Knie geschraubt hat um zu signalisieren, dass der braune Sack nun wieder zu gemacht wird.

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Martin 4. Juni 2013 at 19:48

Die AfD als nationalkonservativ zu bezeichnen, ist vollkommener Unsinn. Wenn sie es denn mal wäre – nationale Interesse zu vertreten ist ja “total Autobahn” in diesem linksversifften Staat.

Die AfD ist unter den “Etablierten” diejenige Partei, die sich im “erlaubten Bereich” bewegt und keine wirkliche Opposition darstellt. Sie ist eigentlich nichts anderes als eine CDU ohne Euro bzw. eine CDU mit dem Ziel, die südeuropäischen Staaten aus der Eurozone rauszuschmeißen.

Die Elite hat sich schon was dabei gedacht, die Moslems in ihre Kampagne einzuspannen: Dort ist aufgrund einer totalitären, antifreiheitlichen Religion ein willkommenes Gegengewicht zum freiheitlichen, rechtsstaatlichen, aufgeklärten Abendland gefunden worden.

Nach der Hegel’schen Dialektik wird absichtlich ein Problem geschaffen, für das man schon die Lösung parat hat: Mehr Sicherheit/Einschränkung der Bürgerrechte wg. tatsächlich höherer Kriminalität und eines aufgebauschten “Terrorismus”, political correctness, Quotenregelungen und militärischen Interventionismus in muslimischen Ländern.

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Rasta 4. Juni 2013 at 13:27

“Viele Türken in Deutschland beteiligen sich bewusst oder unbewusst an einem soften Dschihad, einer Kolonialisierung Europas.”

Wow, bin ich hier bei ProNRW?

Ich wünschte Alex könnte mal ein paar Türken kennenlernen. Aber wieviele gibt es wohl in Feucht?

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Soma 10. Mai 2014 at 8:53

Hier in Köln gibt es ne ganze Menge,
da hat Alex nichts verpasst.

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Agent Orange 4. Juni 2013 at 12:06

AfD, hör mir auf mit solchen elitären Schnarchnasen. Die wollen doch erst aus dem €uro raus, nachdem er zusammengebrochen ist. Oder vielleicht auch gar nicht – Nordeuro/Südeuro. Ganz tolle Show!

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abgelehnt83 4. Juni 2013 at 17:15

Stimmt, die AfD ist eine Pseudo-Opposition des Establishments; schreib mal unter ein YouTube-Video über die AfD z.B. dass die PdV eine bessere Alternative sei und -zack- ist dein Kommentar in den roten Zahlen.

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Ingo 4. Juni 2013 at 11:56

Die Nationalkonserative A*schleckerpartei AfD meinst du?

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Stefan 4. Juni 2013 at 11:21

Also in wie weit die AfD den Willen der D Bevölkerung repräsentiert werden wir sehen…
Der frühere SIEMENS Vorstandsvorsitzende [und jetzige Chef von Alcoa (US-Aluminium Hersteller)] Klaus Kleinfeld ist dieses Jahr auch wieder bei BB dabei.

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