Bitcoin-Priester und Medienfigur Max Keiser arbeitet mit Insidern der Währung zusammen

Posted on Apr 11 2013 - 2:37pm by AlexBenesch

Alex Benesch

Investor und Medienfigur Max Keiser – bekannt für seine unterhaltenden Schimpf-Tiraden über das Bankensystem – ist einer der größten Beklatscher der umstrittenen Digitalwährung Bitcoin.

Bevor Silber auf 25$ fiel, verhieß er seinem Publikum noch, der Kurs werde exorbitant steigen und durch Silberkäufe werde man die fiesen Großbanken in die Knie zwingen. Die einzigen die durch diesen Hype verdienten, sind diejenigen die durch besseres Wissen rechtzeitig verkauft haben.

Nun preist nennt er bei jeder sich bietenden Gelegenheit, auf dem weltweit empfangbaren Sender Russia Today (RT) oder in der extrem populären Alex Jones Show, Bitcoin, nennt es den “Geld-Messias”, die “zweite Ankunft von Jesus” und natürlich das Mittel schlechthin um die fiesen Großbanken in die Knie zu zwingen. Wenn nur mehr Leute ihre Dollars und Euros in Bitcoins tauschen, dann seien Kurse von 100.000 oder einer Million pro Bitcoin möglich. “Es fühlt sich großartig an, ein Bitcoin-Millionär zu sein!”

Alex Jones forderte ihn live in seiner Sendung mehrfach auf, zuzugeben dass er an dem Bitcoin-Projekt “involviert, beteiligt” sei und praktisch künstlichen Hype zu seinem eigenen Vorteil erzeugt.

Die Entwickler und Früheinsteiger bei Bitcoin konnten vor wenigen Jahren abseits der Öffentlichkeit ohne Mühe und Kosten die ersten 6 Millionen Bitcoins erzeugen. Heute bräuchte man erhebliche Rechenpower um in 10 Jahren auch nur eine Coin zu erzeugen, wobei die anlaufenden Stromkosten höher wären als der Gewinn.

Das heißt, eine kleine Clique Insider bunkert 55% der existierenden Bitcoin-Geldmenge, kann somit den Kurs manipulieren und die Coins in Dollars oder Euros tauschen. Damit am meisten dabei herausspringt, braucht es natürlich Hype durch Medienpersönlichkeiten wie Max Keiser. Bitcoin ist keine börsennotierte Firma und produziert nichts. Die meisten Bitcoin-Käufer sind schlicht Spekulanten die in den Hype hineingezogen und dann ausgenommen werden könnten.

Schlimmstenfalls, so der im Internet herumgereichte Verdacht, bezahlen Bitcoin-Insider verschiedene Medienleute mit gebunkerten, vor Jahren billigst erzeugten Bitcoins für eine übertrieben positive Darstellung des Schneeball-Projekts.
Nun zitiert CNBC Max Keiser dahingehend, dass er mit tatsächlich mit Bitcoin-Entwicklern eng kooperiert, um eine neue Wechselstube in London zu errichten:

“Ich bin jetzt der Berater eines Projekts in London mit exzellenten Leuten die, wie ich es ausdrücken würde, zu dem Kern der Bitcoin-Community von Entwicklern und Finanziers gehören und es scheint sehr spannend zu werden.”

About the Author

Der in Bayern geborene und aufgewachsene Alexander Benesch startete nach seinem Abitur im Jahr 2006 die investigative Medienplattform INFOKRIEG.TV. Zwei Jahre später machte er sich zusammen mit seiner Frau selbstständig und erweiterte die Medientätigkeit um ein E-Commerce-Business für Outdoor und Survival.

10 Comments so far. Feel free to join this conversation.

  1. Jefferson 11/04/2013 at 15:56 - Reply

    Das ist nicht viel anders als bei den FED-Fiatgeld-Insidern, die direkt an der Quelle sitzen und mittels Cantillon-Effekt absahnen.

    Die Erzählen der Öffentlichkeit auch ständig, wie toll und wertvoll Greenbacks seien, während sie selber das Toilettenpapier fleißig in Sachwerte umschichten.

    Ist eben alles eine Frage des Vertrauens.

  2. vollbremsung 11/04/2013 at 16:59 - Reply

    Max Kaiser verspielt wohl gerade seinen guten Ruf. Immerhin ist er in Filmen wie “Untergang der Republik” zu sehen und regelmäßiger Gast bei Alex Jones. Da kommt man aber auch erst hin, wenn man mindestens “Bronze Trust”-Bewertung hat – um mal in der Sprache von BitCoins zu bleiben;-)

    • alex 11/04/2013 at 18:04 - Reply

      Bereits jetzt verkaufen Leute wie Adam Kokesh ihre Bitcoins um auf den nächsten Zug aufzuspringen: Litecoin. Es ist nur eine Frage der Zeit bis der Kurs von Bitcoin stagniert und Bitcoin für die Spekulanten uninteressant wird. Alle rennen dann zu den neuen Bitcoin-Konkurrenten in der Hoffnung, jetzt für ein Klinkergeld zu kaufen und später einen Dummen zu finden der viele hart verdiente Euros oder Dollars dagegen tauscht. Das heißt die Bitcoin-Insider mit ihren Millionen Coins haben nur eine begrenzte Zeit, möglichst viel abzustoßen bevor alles kollabiert.

  3. Rofl 12/04/2013 at 02:29 - Reply

    Vielleicht ist mit dem “Mining” von den ganzen Clients ja auch sowas wie ne Verwanzung verbunden, da man irgendwie dann im “Hintergrund” die Rechnet noch für “andere Dinge” einsetzen kann, nur son Gedanke

    • Mark 12/04/2013 at 16:29 - Reply

      Clients minern 1. Nicht und 2. funktioniert das Minern so, dass ein Hash-Wert berechnet wird. Jeder kann sich seinen “Miner” selbst programmieren wer das Zeug dazu hat. Das ganze Ding ist “open source” und genau DAS macht die Sache erst interessant. Wäre es nicht open source könnte man Alex’ Bedenken zustimmen – aber die Tatsache, dass jeder das Protokoll kennt und den Code prüfen kann zeigt dass Bitcoins eine solide Sache sein können. Das “early-birds” profitieren scheint hier die Gemüter am meisten zu quälen. Nur weil man den Zug verpasst hat ist das kein Grund das ganze Projekt zu verunglimpfen mit der Medien-Propaganda die auch im ZDF Mittagsmagazin hoch und runter läuft.
      Der Code kann nicht von “Insidern” geändert werden, das Protokoll ist FERTIG und nur der Client kann verändert werden. Der ist aber an das Protokoll gebunden.

      Und zur Spekulation: “I predict there will be between one and five Bitcoin bubbles” -Bitcoin Lead Developer Gavin Andresen, 2010

      Die Spekulation ist wahrscheinlich schon der erste Schachzug um das Vertrauen in die Bitcoins zu zerstören bevor sich eine Technologie-Diffusion durchsetzen kann.

      • alex 12/04/2013 at 17:11 -

        Bislang sehe ich eine imposante Reihe von Fuck-Ups, Hype und Spekulanten die immer neue Spekulanten brauchen um Profit daraus zu ziehen. Es ist einfach das neue Messias-Hype-Objekt du jour das uns angeblich alle retten wird wie zuvor Obama, Wikileaks, Anonymous, Putin, Esoterik etc. Jeder projiziert rein was er gerne sehen will. Wenn ich irgendwann eine Einladung der CIA angenommen hätte, wäre meine Credibility futsch, aber wenn großspurige Hochstapler kommen und Gewinn versprechen, dann ist es auf einmal egal.

      • Specht 12/04/2013 at 17:27 -

        Hörstel ist in Pakistan auch mal CIA Agent geworden ohne es zu wissen, das wäre nicht so schlimm Alex.

  4. Specht 12/04/2013 at 17:17 - Reply

    Wenn Keiser persönlich viele Bitcoins besitzt, ist es kein Wunder, dass er Kontakt zur Chefetage sucht, allein schon um zu wissen, was dort abgeht. Hat man nicht auch Janich beschuldigt, Aktien zu empfehlen, die er selbst hält? Es ist ein Witz! Natürlich besteht da ein Unterschied, Bitcoin hat keinen reellen Wert. Aber wer vertraut schon einem Berater, der selbst nicht kauft, was er empfiehlt, das wäre ja der Widerspruch in sich. Also wo sind die wirklichen Beweise?

    Außerdem sagt Keiser gewöhnlich: “Ich kaufe weiter Gold und Silber, weil es mir unmöglich erscheint, dass das Geldsystem nicht Kollabiert.” Und das sagt er immer, egal wo Silber gerade steht. Soll er jetzt Insiderwissen über die Entwicklung des Silberpreises besitzen oder wie darf ich den Artikel verstehen? Das ist doch alles etwas dürftig für solche Behauptungen.

    Da Alex allerdings fast immer recht hat, könnte es natürlich auch diesmal stimmen… schade, ich mochte Keiser immer, dachte er wäre ehrlich…

    • alex 12/04/2013 at 19:54 - Reply

      Ich habe im Lauf der Jahre die Spürnase eines Cops entwickelt für Anrüchiges. Da gibt es noch viel mehr über BTC. Der Focus interviewt Profi-Hedge Funds die sagen, es sei vielversprechend dass eine Firma, die auch Google beflügelt hatte, sich hinter Bitcoin stellt. Gemeint ist In-Q-Tel, die CIA.
      http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/hedgefonds-investor-sparern-droht-beim-bitcoin-eine-blutige-nase_aid_959170.html

      Mit Backdoors in der Bitcoin-Software die die User verwenden und Deep Packet Inspection und den vielen Schwächen der Verschlüsselung kann Langley vielleicht schon länger Transaktionen in Real Time überwachen. Die Bitcoin-Entwickler werden reich, die Masse wird gefickt.

      • Ilja 23/08/2013 at 19:06 -

        Ups, Backdoors in Open Source Software, viel Spaß beim Verstecken.

        DPI kriegt zwar einiges raus, aber verschlüsselt ist verschlüsselt, dagegen kann auch DPI nichts machen. Und die vielen Schwächen der Verschlüsselung – welche sollten das sein? Irgendeine ernsthafte Arbeit zu diesen angeblichen Schwächen?

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