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„Jericho Wall“: Israel kannte seit einem Jahr den Schlachtplan der Hamas

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Kommentar

Aus Dokumenten, E-Mails und Interviews geht hervor, dass israelische Beamte den Schlachtplan der Hamas für den Terroranschlag vom 7. Oktober mehr als ein Jahr vor dem Anschlag erhalten hatten. Aber israelische Militär- und Geheimdienstmitarbeiter taten den Plan als zu ehrgeizig ab und hielten ihn für zu schwierig für die Hamas, ihn umzusetzen.

Es musste umgekehrt für die Hamas ersichtlich gewesen sein, dass die Vorbereitungen für eine große koordinierte Aktion nicht geheim bleiben können. Das hieße, dass Ablenkungsmanöver zum Einsatz kommen mussten und wahrscheinlich auch Maulwürfe in Israels Behörden vorhanden sind.

Israels Bürger wollen Aufklärung, aber eine solche würde zu viel preisgeben darüber, welche Schwachstellen bei den Geheimdiensten vorlagen. Premierminister Netanyahu, der selbst früher im Antiterrorbereich gearbeitet und bei Einsätzen mehrfach verwundet worden war, erhielt sogar Warnungen von Ägypten.

Nach dem Angriff kam es zu Spekulationen, er habe den Angriff geschehen lassen, um irgendwelche politischen Vorteile daraus zu erlangen. Aber die Konsequenz war Verwirrung und mehr Streitereien. Israel verfügt nicht über die Kapazitäten für einen langgezogenen konventionellen Krieg an mehreren Fronten; vor allem wenn der Iran im Hintergrund agiert und dahinter noch Russland steht.

Geldgrab

Das US-Verteidigungsministerium hat seit den Terroranschlägen auf Israel am 7. Oktober eine zusätzliche Angriffsgruppe für Flugzeugträger, Luftverteidigungskräfte, Kampfjets und Hunderte von Truppen in den Nahen Osten beordert, um zu verhindern, dass sich der Konflikt zu einem regionalen Krieg ausweitet. Das Problem: Die Funktionsstörung des Kongresses bedeutet, dass das Pentagon kein Geld hat, um den Aufbau zu finanzieren. Im Rahmen des vorläufigen Haushalts seien die Mittel auf dem Niveau des Vorjahres eingefroren, schreibt POLITICO.

Laut einer Studie haben amerikanische Steuerzahler 6,4 Billionen US-Dollar für Kriege und Militäraktionen nach dem 11. September im Nahen Osten und in Asien ausgegeben.

Das sind insgesamt 2 Billionen US-Dollar mehr als die gesamten Ausgaben der Bundesregierung im Geschäftsjahr 2019.

Auch für den Iran und Russland könnte ein größerer Krieg in der Region zum Geldgrab werden.

Jericho


Das etwa 40-seitige Dokument, das die israelischen Behörden den Codenamen „Jericho-Mauer“ nannten, beschrieb Punkt für Punkt genau die Art der verheerenden Invasion, die zum Tod von etwa 1.200 Menschen führte. Das übersetzte Dokument, das von der New York Times überprüft wurde, enthielt kein Datum für den Angriff. Die Hamas folgte dem Plan mit erschreckender Präzision.

Der Plan enthielt auch Einzelheiten über den Standort und die Größe der israelischen Streitkräfte, Kommunikationsknotenpunkte und andere heikle Informationen. Es stellt sich die Frage nach Maulwürfen in den israelischen Behörden und elektronischer Spionage.

Das Dokument zirkulierte weithin unter israelischen Militär- und Geheimdienstführern, doch Experten kamen zu dem Schluss, dass ein Angriff dieses Ausmaßes und dieser Ambition die Fähigkeiten der Hamas überstieg. Warum man genau zu diesem Schluss kam und welche Funktionäre den entscheidenden Einfluss aus welchen Gründen auf diese Sichtweise hatten, ist nicht öffentlich bekannt.

Im vergangenen Juli, nur drei Monate vor den Anschlägen, warnte ein erfahrener Analyst der Einheit 8200, des israelischen Nachrichtendienstes, dass die Hamas eine intensive, eintägige Trainingsübung durchgeführt habe. Netanyahu und andere deuteten an, dass man es für ein Ablenkungsmanöver hielt und der tatsächliche Angriff aus dem Westjordanland erwartet wurde.

AlexBenesch
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