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Lassen sich Gruppen wie die Hisbollah verheizen zugunsten arabischer Königreiche?

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Bild: mohammad kassir/Shutterstock

Kommentar

Die Vorstellung für Gruppen wie die Hisbollah, einen Vernichtungsschlag gegen Israel zu führen, ohne selbst verheerende Konsequenzen zu tragen, ist unrealistisch. Egal wie oft gebetsmühlenartig die Zerstörung Israels beschworen wird. Selbst wenn tatsächlich das alte Märchen geglaubt wird, Juden kontrollieren heimlich Britannien und die USA seit den 1800er Jahren, wäre das Ende Israels nicht der Endsieg für die Muslime.

In den vergangenen 20 bis 30 Jahren hat sich ein „business as usual“ eingeschleift, bei dem sporadische und begrenzte Kriege sowohl Israel als auch die Hamas, Hisbollah usw. auf Trab halten, ohne dass sich etwas Grundlegendes verändert. Selbst ABC-Apokalypse-Waffen sind kein Gamechanger, sondern verfestigen nur den Status Quo. Radikale muslimische Führer könnten denken, dass erhebliche Opfer auf der eigenen Seite es wert seien, und genauso könnten die Amerikaner pragmatisch urteilen, dass ihnen Israel doch nicht so wichtig ist.

Allerdings haben die Angloamerikaner seit langer Zeit erheblichen Einfluss auf arabische Staaten. Wenn Israel nicht mehr existiert, und dabei die Hamas draufgeht, die Hisbollah und das iranische Regime, dann blieben die pro-angloamerikanischen arabischen Staaten übrig.

Der Chef der libanesischen militanten Gruppe Hisbollah lobte die Hamas-Angriffe auf Israel vom 7. Oktober und versprach, dass seine Gruppe in den kommenden Tagen den militärischen Druck auf Israel verstärken werde.

„An verschiedenen Fronten werden weitere Maßnahmen gegen Israel ergriffen und diese Sache wird in den nächsten Tagen deutlicher werden.“

Ein umfassender Krieg zwischen der Hisbollah und Israel, wie er zuletzt 2006 stattfand, ist für die Hisbollah unattraktiv. Stattdessen soll, wie Sicherheitsexperten bereits seit Jahren warnen, mehrere Kriegsfronten nach und nach eröffnet werden.

Wahrscheinlich wird nach größeren Kämpfen neu verhandelt und es ist Ruhe für mehrere Jahre. Nasrallah sagte, er habe von arabischen Regierungen Warnungen erhalten, keinen größeren Krieg auszulösen und eine militärische Reaktion der USA zu provozieren. Was aber, wenn die Hisbollah sich nicht daran hält? Wird sie im Stich gelassen?

Wenn die Situation eskaliert, könnte es darauf hinauslaufen, dass dann nur noch die pro-angloamerikanischen arabischen Königreiche übrig sind, und sich die vakanten Territorien einverleiben. Ich hoffe inständig, dass Israel nicht von den Briten und Amerikanern aufgebaut wurde, um es für einen größeren Plan zu verheizen. Sowohl im Judentum als auch bei den Moslems gibt es apokalyptische Vorstellungen über einen (völlig sinnlosen) Krieg im Nahen Osten.

Die Hisbollah ist Irans stärkster Verbündeter in Teherans sogenannter „Achse des Widerstands“, zu der auch die Hamas und andere palästinensische Gruppen sowie Milizen in Syrien und im Irak gehören. Die Hisbollah ist eine mächtigere Militärmacht als die Hamas, mit einem Arsenal von schätzungsweise 130.000 Raketen und Flugkörpern.

Falls die Organisation sich verkalkuliert, könnte das bis auf Weiteres ihren Zusammenbruch bedeuten. Ab 2006 wuchs die militärische Stärke der Gruppe erheblich, so dass ihr paramilitärischer Flügel mächtiger wurde als die libanesische Armee. Die Hisbollah wurde als „Staat im Staat“ beschrieben. Im Jahr 2021 hatte die Gruppe laut Nasrallah 100.000 Kämpfer. Die Beseitigung des Staates Israel war eines der Hauptziele der Hisbollah. Westliche Quellen behaupten, dass die Hisbollah tatsächlich den Großteil ihrer finanziellen, Ausbildungs-, Waffen-, Sprengstoff-, politischen, diplomatischen und organisatorischen Hilfe aus dem Iran und Syrien erhält. Mit möglicher Hilfe des Iran und des russischen FSB erweiterte die Hisbollah ihre Fähigkeiten zur elektronischen Spionageabwehr und gelang es 2008, israelische Insekten in der Nähe des Berges Sannine und im Glasfasernetz der Organisation zu entdecken.

Durchgesickerte Depeschen amerikanischer Diplomaten deuten darauf hin, dass die Vereinigten Staaten erfolglos versucht haben, Syrien daran zu hindern, „Waffen an die Hisbollah im Libanon zu liefern“, und dass die Hisbollah „seit ihrem Krieg mit Israel im Jahr 2006 einen riesigen Vorrat (an Waffen) angehäuft hat“; die Bewaffnung wurde als „immer ausgefeilter“ beschrieben. Gates fügte hinzu, dass die Hisbollah möglicherweise mit chemischen oder biologischen Waffen sowie 65-Meilen (105 km) Anti-Schiffs-Raketen bewaffnet sei, die US-Schiffe bedrohen könnten. Die israelische Regierung geht davon aus, dass die Hisbollah im Jahr 2017 über ein Arsenal von fast 150.000 Raketen an ihrer Grenze zum Libanon stationiert war.

Den USA liegen Informationen darüber vor, dass die Wagner-Gruppe, die russische paramilitärische Gruppe, der Hisbollah, der libanesischen Miliz, ein Luftverteidigungssystem zur Verfügung stellen könnte, sagen US-Beamte. Bei dem System handelt es sich um das SA-22, das Flugabwehrraketen und Flugabwehrgeschütze zum Abfangen von Flugzeugen einsetzt. Ein US-Beamter sagte, Washington habe die Übermittlung des Systems nicht bestätigt. Aber es beobachtet die Diskussionen zwischen Wagner und der Hisbollah und stellt fest, dass die mögliche Lieferung ein großes Problem darstellt. Die USA haben einen Flugzeugträger im östlichen Mittelmeer stationiert, um die Hisbollah, eine vom Iran unterstützte Miliz, davon abzuhalten, eine Nordfront gegen Israel zu eröffnen. Wagner hat Personal in Syrien, wo auch Hisbollah-Kämpfer anwesend waren

AlexBenesch
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