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Das amerikanische Drehbuch für Nordkorea

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Kommentar

Die USA sind bekannt dafür, Einfluss zu nehmen auf die Drehbücher für große Hollywood-Filme. Wer Flugzeugträger oder anderes Großgerät braucht, der muss beim Pentagon vorstellig werden, das dann Änderungen am Drehbuch verlangt. Weniger bekannt ist, dass Hollywood-Schreiber auch direkt als Berater fungieren können für die direkte Propaganda des Pentagons und der Regierung.

Psychologische Kriegsführung und Unterhaltung liegen erschreckend nahe beieinander. Typischerweise werden in Filmen über die US-Regierung auch ein paar negative Aspekte gezeigt, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen: Zu ruppige Generäle, politische Wendehälse, überambitionierte Rüstungshersteller, und abgehobene Strategen. Aber letztendlich sind die Amerikaner in der Darstellung ein bunter Haufen, der sich zusammenrauft. Und der Gegner ist das pure, extrovertierte Böse.

Putin hat seine eigene Rolle bereits vorgegeben; ein russischer Zar bzw. Cäsar, der herrschen will wie im späten Mittelalter oder der Antike. Xi Jinping ist wie ein kommunistischer Roboter, dessen gesamte Untertanen wie Roboterfunktionieren sollen. Wer nicht „funktioniert“, gilt als kaputt und landet in einem Internierungslager zur Reparatur.

Kim Jong Un hat die Rolle des komplett durchgeknallten Dämons. Ein dicklicher Teufel, wie eine Comic-Figur. An einem bestimmten Punkt kann die Story so verlaufen, dass Un Atomwaffen einsetzt, und Putin so tun kann, als wachse ihm der Irrsinn über den Kopf hinaus. Seine Gesundheit macht ihm einen Strich durch die Rechnung oder er wird abgesägt von scheinbar vernünftigeren Figuren in der russischen Führung.

Wladimir Putin und Kim Jong Un stellten auf einem Gipfel nun ihre „Freundschaft“ zur Schau: In Wirklichkeit kontrollierte Stalin bereits Nordkorea komplett, aber das soll niemand wissen, obwohl es einfach zu erraten ist. Es soll so aussehen, als brauche Putin dringend koreanische Munition und Truppen. Un brauche Hochtechnologie. Und so kommt es zu einem scheinbaren Kuhhandel.

Eskaliert die Situation, können die Russen darauf verweisen, dass sie quasi von der NATO gezwungen worden seien. Seit 1991 kommt die NATO den Russen entgegen wegen dem Argument, dass eine Schwächung Russlands solche verrückten Konsequenzen haben werde. Bereits George W. Bush meinte, man brauche die Russen gegen die Kommunisten.

Bei ihrem Treffen am Mittwoch auf Russlands wichtigstem Weltraumbahnhof versprachen die beiden Autokraten eine stärkere Zusammenarbeit in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen. Kim versprach eine unzerbrechliche Bindung zu Moskau. Wie lange die nach Drehbuch halten wird, ist unklar.

Der nordkoreanische Führer beschrieb den 19-monatigen Krieg zwischen Russland und der Ukraine als „heiligen Kampf zur Bestrafung der Ansammlung des Bösen, das Hegemonie beansprucht und Expansionsillusionen nährt“.

Der Austausch fand am Kosmodrom Wostochny statt, das im Fernen Osten Russlands liegt und für Kim mit dem Zug erreichbar ist. Kim und Putin schlenderten durch die Raumfahrtanlage, während russische Beamte erklärten, wie die Raketen des Landes abgefeuert werden.

Russland konnte sein Militär lange Zeit scheinbar begrenzt halten, während das nordkoreanische immer weiter ausgebaut wurde.

Die genaue Größe der Munitionsvorräte Nordkoreas und die weitere Produktion sind unklar, aber Pjöngjang verfügt laut Südkoreas Verteidigungsweißbuch 2022 über etwa 8.800 Feldgeschütze und 5.500 Raketenwerfer. Pjöngjang verfügt über mehr als 300 Munitionsfabriken, darunter etwa 100 zivile Fabriken, die schnell auf Waffenproduktion umstellen können.

Im Gegenzug könnte Pjöngjang um Hilfe, Energie- und Technologietransfers für Kims wichtigste Ziele bitten, beispielsweise um Atom-U-Boote oder Aufklärungssatelliten.

Die Dämonen-Schwester

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un sorgte im November für Schlagzeilen, als er mit seiner kleinen Tochter beim Abschuss einer Interkontinentalrakete fotografiert wurde. Als mögliche vierte Generation der Kim-Despoten würde das kleine Mädchen in die Fußstapfen von Urgroßvater Kim Il Sung, Großvater Kim Jong Il und Vater Kim Jong Un treten.

Ein weiterer Anwärter auf den Posten der ersten „Despotin“ Nordkoreas gilt Kim Yo Jong, die dünnere, klügere und gruseligere jüngere Schwester von Kim Jong Un

Frau Kim verbrachte wie ihr Bruder eine unbestimmte Anzahl von Jahren auf einem Schweizer Internat. Zu Hause wurde an der Kim-Il-Sung-Universität speziell für sie eine Sonderklasse mit 50 Schülern eingerichtet.

Das Buch „The Sister“ ist eine gruselige Saga über die Familiendynastie, die das nordkoreanische Volk weiterhin unterdrückt. Frau Kim scheint die Fähigkeit zur Grausamkeit von den Kim-Diktatoren geerbt zu haben. Berichten zufolge ordnete sie die Hinrichtung mehrerer hochrangiger Beamter wegen des „Verbrechens“ an, ihr auf die Nerven zu gehen, und schickte andere Straftäter zusammen mit ihren Familien möglicherweise zu Todesurteilen in Gefangenenlager. Hinter ihrem Rücken wird sie laut Herrn Lee als „blutrünstiger Dämon“ und „Teufelsfrau“ bezeichnet.

Sie taugt also als filmreifer Teufel. Die USA hingegen können aus ihrem Zwei-Parteien-Kartell Präsidenten aufstellen wie sie wollen: Ob altersschwache Männer wie Joe Biden, Republicans mit Militärhintergrund wie Ron DeSantis oder Typen aus der Wirtschaft wie Donald Trump. Alle diese Kandidaten sind so stark vermarktet, dass sich die Bürger mit ihnen identifizieren.

AlexBenesch
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