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9/11 vor dem Hintergrund eines Kartells der Supermächte

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Kommentar

Verschiedene Gruppierungen vertraten jeweils ein Narrativ zu 9/11, von dem sie sich am meisten Nutzen versprachen. Die US-Neocons hielten sich strikt an die Vorstellung eines rein islamistischen Plots. Bin Laden und al-Kaida hätten die USA vorführen und destabilisieren wollen. Das Problem sei zu lösen, indem die Leute Republican wählen, den Patriot Act akzeptieren und die ausufernden Verteidigungsbudgets und die (von der Brown University auf 4,5 Millionen) geschätzten Toten der Kriege in Afghanistan und Irak.

Die Linken waren viel zu feige, den Fall richtig aufzuklären. Bestenfalls bekam man noch die Erzählung von Michael Moore aufgetischt in „Fahrenheit 9/11“. Immerhin wurden die Kriege beklagt, der Patriot Act usw. aber auch die Democrats beteiligten sich an dem Vorgehen des US-Imperiums. Die Antwort auf die Problematik sei das Wählen der Democrats.

Die Verschwörungsinfluencer glauben immer noch an die Windmühlen von Zion (eine Erfindung des britischen Geheimdienstes) und dementsprechend sei die Antwort auf das Problem, diese Verschwörungsideologie zu verbreiten.

Die USA sind bekannt dafür, dramatische Ereignisse zu inszenieren, aber 9/11 war wesentlich größer und komplizierter als der Golf-von Tonkin-Vorfall. Die Vorbereitungen für 9/11 dauerten Jahre und verteilten sich auf verschiedene Teile der Welt, von muslimischen Ländern, über Deutschland bis hin in die USA.

Dadurch stieg die Wahrscheinlichkeit exponentiell, dass besonders der russische Geheimdienst früh Wind davon erhielt und Beweismittel sammelt. Der anvisierte Nutzen für die USA durch 9/11 würde völlig überlagert werden durch die Probleme, die entstehen, wenn Russland erhebliche Kenntnisse von der Operation erlangt. Da ich von einem heimlichen Kartell der Supermächte ausgehe, bedeutet dies, dass aller Wahrscheinlichkeit nach auch Russland an der Spitze beteiligt war.

Das Putin-Regime führte parallel zu Bush seinen eigenen „Krieg gegen den islamischen Terror“ und kämpfte in Tschetschenien gegen Figuren wie Schamil Bassajew. Russland half den USA bei deren Kriegen und ließ sich das teuer bezahlen auf verschiedene Arten und Weisen. Die USA konnten sich beschäftigt halten und eine Verkleinerung ihres Militärs verhindern, solange, bis Russland und China heranwachsen konnten, um eine überzeugend wirkende militärische Bedrohung darzustellen. Auch Russland hat die internationale Islamisten-Szene heftig unterwandert.

Es hätte gewöhnlichen Verschwörungsinfluencern längst auffallen müssen, dass Russland nie etwas Wesentliches enthüllt hat über 9/11. Auch jetzt während des Ukrainekriegs mault die russische Propaganda über die NATO-Osterweitrung, der Russland selbst 1997 vertraglich zugestimmt hatte. Es gibt Gemaule über Nazis in der Ukraine. Aber nie irgendetwas Handfestes.

Der Westen hielt sich auffallend zurück, als 1999 eine Anschlags-Serie in Russland geschah, die Putin von der lahmen Ente zum großen Feldherren machte. Inzwischen wird mehr gestichelt, dass es sich um einen Inside Job handelte durch den russischen Geheimdienst FSB, aber es gibt keine ausladenden Belege, die gezeigt werden von NATO-Ländern.

Im Mai 2001 trafen sich Funktionäre vom US-Außenministerium, aus dem Iran, Deutschland und Italien in Genf, um eine Strategie abzusprechen, um die Taliban zu stürzen und die Theokratie dort zu ersetzen mit einer breiter aufgestellten Regierung. Bereits bei einem Treffen in Moskau Anfang Juni 2001 deutete Präsident Putin gegenüber den CIS-Nationen an, dass es eine Militäraktion gegen die Taliban geben könnte. CNN berichtete 2002:

„In einer erstaunlichen Entscheidung koordinierte der russische Präsident mit den zentralasiatischen Nationen, um den US-Streitkräften erstmals die Nutzung von Militärbasen der ehemaligen Sowjetunion zu ermöglichen. Weitere Zugeständnisse von Putin folgten.

Verschiedene internationale Geheimdienste wussten frühzeitig, dass eine Neuauflage des Bojinka-Plots von Islamisten geplant gewesen war. Selbstverständlich mussten auch die russischen Dienste im Bilde gewesen sein.

Russland durfte im Gegenzug Mitglied der G8-Staaten werden und immer mehr Gas und Öl an Europa liefern und damit Milliardenprofite erwirtschaften, mit denen das russische Militär und die Geheimdienste erneuert werden konnten. Westliche Medien waren recht leise über den Tschetschenienkrieg, über die systematische Vernichtung von Freiheit in Russland und erst recht über die Terror-Anschläge in Russland, die höchstwahrscheinlich von Putins Geheimdienst FSB verübt worden waren und Putin zum Star gemacht hatten. Ruslan Martagow, der Sprecher einer von Moskau installierten Regierung in Tschetschenien gewesen war, meinte:

„Der 11. September war ein unerwartetes Geschenk für Herrn Putin“, sagt Martagov. „Von da an nannte er den Kampf gegen die tschetschenische separatistische Bewegung im Nordkaukasus einen „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“.

Boris Kagarlitsky, der Direktor des Moskauer Instituts für Globalisierungsstudien, sagt, dass die Regierung Putins auch die Angriffe vom 11. September genutzt hat, um ihr Vorgehen gegen unabhängige Medien zu rechtfertigen:

„Der Krieg gegen den Terrorismus ist ein großes Geschenk für jede Regierung, denn er stellt immer eine Möglichkeit dar, die Bürgerrechte und -freiheiten schnell einzuschränken, um eine Lebensweise zu retten, die[angeblich] von einem absoluten Übel bedroht ist“, sagt Kagarlitsky. „Für das russische politische Establishment ergab sich eine wunderbare Gelegenheit, die Presse zu kontrollieren. Es ist kein Zufall, dass das systematische Abwürgen der freien Presse genau nach September 2001 begann.“

Vielen ist inzwischen bekannt, wie stark die amerikanischen und britischen Geheimdienste zusammen mit Saudi Arabien frühzeitig die internationale islamische Terroristenszene infiltriert und mit aufgebaut hatte, wie etwa im Kalten Krieg in Afghanistan gegen die sowjetischen Besatzer. Aber auch die russischen Geheimdienste hatten frühzeitig den radikalen Islam infiltriert.

Alexander Litwinenko, der rebellische russische FSB-Geheimdienstoffizier der 2006 in London mit radioaktivem Material ermordet wurde, bezeichnete den berüchtigten al-Zawahiri als „Moskaus Mann in al-Qa’eda“. In einem Interview nach den Anschlägen vom 7. Juli 2005 in London behauptete er, dass der zukünftige al-Qa’eda-Chef sich 1998 in einem FSB-Ausbildungszentrum in Dagestan im Nordkaukasus befunden hätte.

„Dort absolvierte er eine sechsmonatige Spezialausbildung. Dann wurde er nach Afghanistan geschickt, wo er noch nie zuvor gewesen war. Unmittelbar danach drang er unter Aufsicht seiner FSB-Bosse in das Gefolge von Bin Laden ein und wurde bald sein Stellvertreter in al-Qa’eda…. Ich sah die Offiziere aus dem FSB-Direktorium für Dagestan, die kurz zuvor al-Zawahiri ausgebildet hatten, die nach Moskau versetzt wurden und Beförderungen erhielten.“

Später musste Russland zumindest zugeben, dass man al-Zawahiri rund ein halbes Jahr lang in FSB-Gefangenschaft hatte und ihn dann gehen ließ, weil man seine echte Identität nicht erkannt habe. So naiv wird der FSB aber nicht gewesen sein, weil man eindeutige Daten von Zawahiri und dessen zwei Begleitern ausgewertet hatte:

„Nach der Freilassung besuchte Zawahiri zehn Tage lang heimlich Islamisten in Dagestan, was vermutlich der ursprüngliche Zweck seiner Reise in die Region gewesen war. Kurz darauf machte er sich auf den Weg nach Afghanistan, um sein schicksalhaftes Bündnis mit Bin Laden zu schließen, das Mitte Februar 1998 mit der Ankündigung einer neuen Partnerschaft zwischen den Männern und ihren Organisationen in einer Global Islamic Front for Jihad gegen Juden und Kreuzritter gefestigt wurde. So wurde al-Qa’ida offiziell geboren und der Weg zum 11. September festgelegt.“

Zawahiri war bereits 1996 einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, nachdem er 1981 eine führende Rolle bei der Ermordung von Präsident Anwar Sadat gespielt hatte; die Rolle des radikalen Arztes Zawahiri im anschließenden öffentlichen Prozess wurde in vielen Ländern im Fernsehen übertragen.

Die russischen Geheimdienste hatten bereits im Kalten Krieg Verbindungen zur PLO, einschließlich Waffenlieferungen und Ausbildungen, während palästinensische Gruppen wie die PFLP-GC praktisch wie Unterabteilungen des KGB waren.

Der FSB-Überläufer Alexander Litwinenko sprach von weiteren Verbindungen des FSB zu al-Kaida, wurde aber prompt von russischen Agenten ermordet mit radioaktiven Polonium. Shamil Basayev, der langjährige Emir der Mudschahidin in Tschetschenien, war in den 90er Jahren ein Agent des russischen Geheimdienstes GRU.

Rund zehn Jahre nach 9/11 veröffentlichte TIME Magazine den Artikel „Wie der Krieg gegen den Terrorismus Russland einen Gefallen getan hat„. Darin wird äußerst kritisch Bilanz darüber gezogen, wie Putin vor dem Hintergrund der 9/11-Anschläge den Tschetschenienkrieg rechtfertigte und immer stärker behauptete, dass die tschetschenischen Terroristen erhebliche Verbindungen zu al Kaida hätten; dass quasi die USA und Russland einen singulären gemeinsamen Feind bekämpfen würden.

„Es gab jedoch kaum Beweise dafür, dass die tschetschenischen Rebellen Teil eines globalen islamistischen Terrornetzwerks waren, wie Putin und seine Regierung wiederholt behaupteten. Der Führer der Separatisten war damals Aslan Maskhadov, ein ehemaliger Oberst der Roten Armee, der dem Kommunismus näher war als dem Islamismus, und es gab keinen Beweis dafür, dass er viel Hilfe aus dem Ausland erhielt.“

Russland konnte nicht nur die abtrünnige Region Tschetschenien wieder einfangen, sondern auch das Militär testen, Offiziere ausbilden und üben für künftige, größere Operationen. Ab 2008 sahen wir eine schrittweise Infiltration der westlichen alternativen Medien durch russische Geheimdienste, die insbesondere Konservative ansprechen sollten, die wegen dem Wahlsieg der Democrats und Barack Obama in höchster Alarmbereitschaft waren. Zunehmend präsentierte sich das russische Regime als christlich-konservativ und versprach westlichen Konservativen das Blaue vom Himmel. Innerhalb von wenigen Jahren wurde es in westlichen „alternativen“ Medien üblich, einfach unkritisch von den Russenmedien abzuschreiben und hinter jedem schockierenden Ereignis westliche Dienste zu vermuten, aber nie Spuren in Richtung Russland zu untersuchen.

AlexBenesch
AlexBenesch
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