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Truther False Flag Blackout

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Stellen wir uns vor, es geschieht ein massiver Blackout in Europa und die Behörden erklären, dass pro-russische rechte Terroristen dahinterstecken, die eine klassische Verschwörungsideologie vertreten. Um die „woke“-Agenda des „linken Deep State“ zu bekämpfen, die „Transhumanismus-Agenda“ von Bill Gates und Klaus Schwab, hätten die Akteure sich zusammen mit russischen Agenten verschworen. Es wäre die Voll-Ironie: „Verschwörungstheoretiker“ die sich an einer Verschwörung beteiligt hätten.

Die Folge wäre eine gewaltige Säuberungsaktion, bei der viele Aktivisten ins Netz gingen und andere Europa verlassen und in russisch kontrollierte Territorien migrieren. Wie groß ist der Anreiz für westliche Regierungen, von solch einem Event zu profitieren? Sind rechte Aktivisten überhaupt noch ansatzweise in der Lage, solche Fallen zu antizipieren?

Kommt es zu solch einem Szenario, könnten die Behörden und die Politik ein plausibel klingendes Narrativ präsentieren: Seit vielen Jahren gibt es Rechtsterror von Personen wie dem Norweger anders Breivik, der mit russischer Hilfe die ganz große Revolution anstrebte. Der aktuell in Haft befindlichen „Reichsbürger“-Truppe wird der Plan vorgeworfen, den Bundestag zu stürmen. Man wartete auf ein besonderes Signal einer ominösen „Allianz“ und es scheint, als sei damit Russland gemeint. Wäre eine russische Cyber-Attacke und ein resultierender Blackout womöglich als ein solches Start-Signal interpretiert worden?

Im Laufe der Bush-Administration wurden die Veröffentlichungen der Internet-Verschwörungsmedien immer schlechter und anschließend während der Obama-Ära liefen parallel Bemühungen der Republican Party und der russischen Geheimdienste, den dominierenden Einfluss zu erlangen über die Verschwörungs-Narrative. Zahlreiche kleinere Vorfälle, egal ob die Bombenanschläge von Boston oder der Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 über der Ostukraine, wurden sofort als Operation unter falscher Flagge beschrieben und als Urheber galten linke Kreise der USA. Es wurden von Verschwörungsmedien keine sauberen Untersuchungen durchgeführt, man nahm sich keine angemessene Zeit für den Fall und vermied es von vorneherein, irgendwelche Spuren zu verfolgen, die Richtung Russland deuteten oder gar nahelegten, dass die US-Führung und die Russen an der Spitze heimlich zusammen agieren.

Es ergab sich ein Automatismus, der permanent abgespult wurde, und zunehmend so vom Publikum erwartet, gefordert und belohnt wurde. Wir sind nun an dem Punkt, an dem Verschwörungs-Influencer mit Millionenpublikum wie Alex Jones, Republican-Sender wie FOX News und zahllose kleinere Influencer zuverlässig Verwirrung stiften, egal was passieren wird. Ob ein Blackout, ein Angriff mit Pockenerregern oder eine Kombination aus solchen Krisen. Gerade bei biologischen und Cyber-Bedrohungen ist es notorisch schwer bis unmöglich, den wahren Urheber zu ermitteln. Influencer setzen auf ihre vorschnellen Urteile noch Interpretationen obendrauf, die sich noch verheerender auswirken können, wie beispielsweise die Sicht, dass es sich um den Großangriff der Weltverschwörung handle und bald jeder „Patriot“ bald entwaffnet und in Internierungslager gesperrt wird. In den großen Pandemie-Übungen wie Pacific Eclipse wird längt miteinkalkuliert, dass Influencer die Bevölkerung verwirren und irrsinnige Empfehlungen geben werden, sich beispielsweise nicht gegen die Pocken impfen zu lassen.  

Die systematische Verwirrung hat dazu geführt, dass jedwede Operationen unter falscher Flagge künftig wieder eine attraktivere Option für die Supermächte geworden sind.

Es ist Influencern nie aufgefallen, das russische Geheimdienste nichts Besonderes aufgedeckt hatten über 9/11, die Sprengung der Nordstream-Pipelines und viele andere Vorfälle von Belang. Die westlichen Medien waren bei den inszenierten Bombenanschlägen in Russland von 1999 auffällig zurückhaltend und im Laufe der Zeit wurden nur Informationen abgehandelt, die im russischen TV berichtet worden waren oder von dem Überläufer Alexander Litwinenko stammten. Einem Kartell der Supermächte bieten sich schier unbegrenzte Möglichkeiten für Aktionen unter falscher Flagge und sogar fähige Akademiker wären heillos überfordert bei dem Versuch, die Wahrheit zu ermitteln.  

Truther-Blackout

Wir sehen an vielen Beispielen, dass Anhänger der klassischen Verschwörungsideologie sich bereitwillig selbst an „Verschwörungen“ beteiligen, wie dem Kapitolssturm oder dem mutmaßlichen Versuch, bewaffnet in den deutschen Bundestag einzudringen. Es gibt fragwürdige Studien von Sozialforschern, die einen Zusammenhang belegen sollen zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Bereitschaft, selbst an Verschwörungen mitzuwirken. In den USA und Deutschland kam es zu Vorfällen, bei denen versucht wurde, Umspannwerke zu attackieren oder andere Infrastruktur des Stromnetzes. Üblich ist bei diesen Tätern eine große Sympathie für Russland. In Deutschland wurde vor Monaten ein mutmaßlicher Maulwurf beim Auslandsgeheimdienst BND verhaftet und später enttarnte man einen mutmaßlichen Verräter im Beschaffungsamt der Bundeswehr. Man kann sich vorstellen, wie eine massive Operation unter falscher Flagge geplant werden könnte: Westliche und russische Geheimdienste rekrutieren Aktivisten aus dem rechten Spektrum, vermitteln jenen Training, biologische Erreger und/oder Cyberwaffen und versprechen weitere Hilfe für einen Staatsstreich. In den höchsten Ebenen der westlichen Geheimdienste wird mit subtilen Eingriffen dafür gesorgt, dass die Aktivisten nicht rechtzeitig verhaftet werden. Dann geschieht die Cyber-Attacke, oder der Pocken-Angriff oder eine Kombination daraus, woraufhin dann die gut vorbereiteten westlichen Staaten die resultierenden Probleme bewältigen und die Aktivisten verhaften. Manche davon könnten in einem Spezialgefängnis der Amerikaner landen wie Guantanamo Bay. Viele weitere radikale Aktivisten werden verhaftet und intensiv befragt. Eine neue Dimension der Überwachung folgt in den USA und Europa. Alle Rechtsextremisten und Russland-Sympathisanten geraten unter Generalverdacht, wobei die Datenbanken der NSA und des GCHQ genaue Aufzeichnungen enthalten, wer ein Fanatiker ist. Je mehr Druck ausgeübt wird, umso eher verlassen radikale Aktivisten Europa und ziehen nach Russland oder in irgendwelche anderen Länder unter russischer Kontrolle. Es kann theoretisch sogar sein, dass rechte und linke Russland-Sympathisanten in dem Chaos nach einer großen Attacke mit russischer Hilfe Ostdeutschland besetzen. Wenn einige aus Westdeutschland dann in den Osten übersiedeln, wäre die NATO diese Leute los. Der norwegische Rechtsterrorist Anders Breivik fantasierte in seinem größtenteils zusammenkopierten Manifest sogar von Angriffen gegen Atomkraftwerke, um eine ausreichend große Krise zu erzeugen, um mit Russland zusammen die Macht zu übernehmen und ein neues Europa zu schaffen. Viele kleinere rechte Anschläge und verhinderte Taten aus den letzten 20 Jahren könnten künftig nach einer großen Aktion hergenommen werden, um ein überzeugend klingendes Narrativ zu basteln, das sehr nahe an der Wahrheit liegt, aber entscheidende Elemente verschweigt.

Ein Bericht in Gazeta.ru zitierte mehrere staatliche Funktionäre, laut denen Breivik Training in Weißrussland erhalten haben soll. Aus Breiviks Perspektive ergibt es Sinn, dass die neue Rechte Terroranschläge mit Massenvernichtungswaffen begeht, denn politisch ist man auf dem absteigenden Ast und verliert an Einfluss, je länger man die ideologischen Feinde an politische Kontrolle gewinnen lässt. Die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl hätte in Breiviks Logik den Untergang der Sowjetunion eingeleitet, also plädiert er dafür, mit einem absichtlich herbeigeführten Vorfall die EU zu zerstören.

„Das erste was jedes befreite europäische Land tun sollte, ist die NATO zu verlassen und eine militärische Allianz mit Russland und anderen europäischen konservativen Ländern zu suchen. In schätzungsweise 20 bis 70 Jahren wird das erste große westeuropäische Land ausbrechen eine Föderation mit Russland bilden.“

Auch mit China soll es eine neue militärische Allianz geben. Inzwischen nähert sich die AfD auch immer mehr den Chinesen an. Ein polnischer Professor namens Brunon Kwiecień wollte anscheinend das Parlament mit vier Tonnen Sprengstoff angreifen, um sich gegen „jüdische Kommunisten“, Eurokraten, Ausländer und Bilderberger zu wehren. Er hatte seinen Studenten „Filme über globale Verschwörungen“ gezeigt und filmreife Ansprachen gehalten über „…unsere Großväter und Väter die für Freiheit gekämpft hatten, damit wir in einem freien Land leben können.“ Die Grundsubstanzen,  den Ammoniumnitratdünger, kaufte er angeblich bei derselben Quelle wie Breivik, wahrscheinlich mit seiner Legitimation als Akademiker.

Außer ihm gehörten zu der 2012 gegründeten Terrororganisation mindestens drei Agenten des Inlandsgeheimdienstes. Kwiecień selbst bestritt vehement, irgendwelche Schritte unternommen zu haben, um ein solches Verbrechen zu begehen. Darüber hinaus behauptete er, er sei Agenten der Geheimdienste dazu überredet worden. Irgendwann versuchte er, sich zurückzuziehen, da er vermutete, dass er an einem operativen Spiel teilnahm. Am 21. Dezember 2015 verurteilte das Bezirksgericht in Krakau Brunon Kwiecień zu 13 Jahren Gefängnis. Er war in der Breslauer Justizvollzugsanstalt Nr. 1 inhaftiert, wo er am 6. August 2019 an den Folgen einer pathologischen Hirnblutung starb.

Die Presse berichtete, dass er sehr schlampig vorgegangen war, an der Universität Kurse für Sprengstoffe ankündigte und mit Angabe seiner E-Mail-Adresse im Internet radikale Statements veröffentlichte.  

Andrzej Kruczynski, ehemaliger Offizier der GROM-Antiterroreinheit der polnischen Streitkräfte, erklärte:

„Wenn diese Person etwas mehr Fantasie gehabt hätte, hätten wir eine Tragödie erleben können … Wir können uns glücklich schätzen, dass uns keine Terroranschläge getroffen haben.“

Die Behörden hatten ihn anscheinend sogar gewarnt. Seine Postings auf Nasza Klasa, einer der beliebtesten Social-Networking-Sites Polens, losten teils positive Reaktionen aus.

„Lass es laufen!!!! Verjagt die Juden!!!!!!!“ wurde von einem Benutzer gepostet, der sich selbst als Pawel Nowak bezeichnet. Auf seinem eigenen Profil hat der Benutzer ein Bild eines als Adolf Hitler verkleideten Babys und Bilder von jungen Männern in braunen Hemden im Nazi-Stil.

Es ist klar, dass jemand mit einem höheren Intelligenzquotienten wie dieser Professor nur entsprechende Hilfe braucht von Profis, um seine Aktivitäten zu tarnen.

Die westlichen Sicherheitsbehörden registrierten ganz genau die Hintergründe der Flugzeugkatastrophe von Smolensk 2010, bei der viele hohe Funktionäre der polnischen konservativen Regierung starben. Die Politik und die Medien hielten sich stark zurück. Der Investigativ-Autor Jürgen Roth zitiere einen Quellenbericht, der anscheinend von der zuständigen Abteilung nicht an die Führung des deutschen Auslandsnachrichtendienstes BND weitergegeben wurde:

„Eine mögliche Erklärung der Absturzursache der TU-154 am 10. 04. 2010 in Smolensk liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem Sprengstoffattentat, ausgeführt durch eine Abteilung des FSB im ukrainischen Poltava, geführt durch General J. aus Moskau. Alle weiteren Vorgänge betr. Ausführung, Sprengstoffbeschaffung, Kommunikation, konnten trotz intensiver Vorgehensweise nicht aufgeklärt werden, da eine massive Gefährdung vor Ort operierender Quellen nicht auszuschließen wäre.“

AlexBenesch
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