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Das weitaus größere Risiko für Rammstein

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Kommentar

Die mediale und juristische Feldschlacht um die Band Rammstein ist im vollen Gange: Die Zeitungen treiben neue Aussagen auf von Frauen, die sich auf mutmaßliche Vorfälle beziehen, die einige Jahre in der Vergangenheit liegen sollen. Die Anwaltskanzlei von Till Lindemann erwirkt vor Gericht, dass Teile der Berichterstattung zurückgezogen werden. Auf den sozialen Medien werden kryptische Hinweise gepostet, die Spekulationen nähren, dass der Skandal bald vergessen sein wird, und die Band eine weitere Tournee vorbereitet.

Die Berichterstattung ist aber nur das kleinere Risiko für die Band. Das größere Problem sind die Russen.

Wie ich bereits ausführlich erklärt hatte, wurde die Band groß gemacht durch Motor Music und den Musiksender VIVA, mit Seilschaften der pro-russischen SPD dahinter. Besonders Lindemann gab sich als Nostalgie-Kommunist, der auch noch in den letzten Jahren patriotische Songs aufnahm für russische Propaganda-Filme über den Zweiten Weltkrieg. Die Band ist außerordentlich populär in Russland. Der Kreml und wohl auch die SPD hätten sich vielleicht erhofft, dass die Musiker sich zum Ukraine-Krieg äußern, wie es viele bekannte Figuren getan hatten: Mit der kaum verhüllten Position, dass die NATO am Krieg Schuld sei.

Bis heute steht auf der offiziellen Band-Webseite:

Rammstein möchten ihre Unterstützung für das ukrainische Volk zum Ausdruck bringen, das sich gegen den schockierenden Angriff der russischen Regierung wehrt. Wir empfinden in diesem Moment besonders Trauer über das Leid der Ukrainer. Jedes Mitglied der Band hat unterschiedliche Erfahrungen mit den beiden Ländern; alle Musiker haben Freunde, Kollegen, Partner und Fans in der Ukraine und in Russland. Uns ist die Verzweiflung bewusst, die viele russische Fans angesichts der Handlungen ihrer Regierung empfinden und wir möchten an die Menschlichkeit erinnern, die russische und ukrainische Bürger teilen.

Daneben befindet sich eine ukrainische Flagge mit dem Rammstein-Logo, einer Fackel und der Abkürzung LIFAD (Liebe ist für alle da), das Motto der internationalen Fan-Gemeinde. Aus Sicht des Kremls ist der Text eine regelrechte Aufstachelung der eigenen Bevölkerung gegen das Putin-Regime.

Innerhalb russischer Grenzen gibt es inzwischen stalinistische Verhältnisse, wo wieder in den privaten Raum hineinspioniert wird, um Haltungen gegen den Krieg aufzuspüren. Nach standardmäßiger Logik der russischen Geheimdienste hätte man frühzeitig versucht, die Band zu beeinflussen. Nachdem die Musiker sich allerdings öffentlich positioniert hatten gegen Putin, begannen plötzlich die Skandal-Berichte in den Medien. Manche der Vorwürfe betreffen viele Jahre alte Zeitpunkte. Warum kamen nicht da bereits die Berichte? Warum erst dann, als die Russen das klare Motiv hatten, sich an der Band zu rächen? Kann es sein, dass die Russen und hohe deutsche Unterstützer-Kreise der Band damals dafür sorgten, dass medial Ruhe war?

Die Skandal-Berichte folgten in mehreren Eskalationsstufen: Zunächst eine Dame, die von einem Blackout sprach und mit Wunden aufgewacht sein will. Dann mehrere Damen die über Blackouts sprachen und krasse Vorfälle auf Tour bei den Backstage-Partys. Dann noch viel krassere Vorwürfe.

Es wäre das normale Verhalten der Russen gewesen, schrittweise den Druck zu erhöhen und dabei ständig das Verhandlungsangebot zu erneuern, den Druck zu stoppen, wenn die Band ihre Haltung zum Ukraine-Krieg ändern und Statements veröffentlicht, die man von vielen anderen Prominenten gehört hat: Man solle nun „verhandeln“, Frieden schaffen ohne Waffen, keine wichtigen Waffen mehr an die Ukraine senden, die NATO sei sowieso irgendwie Schuld usw.

Man kann nun wild spekulieren, dass die Band solche Angebote ausgeschlagen hat und sich stur gibt. Die Anwälte bremsen die Zeitungen aus, die Sache gerät in Vergessenheit, und die Band geht weiter auf Tour und verdient Millionen. Aber würden die Russen das so akzeptieren? Welche weiteren Waffen befinden sich im Arsenal? Wie weit kann man eskalieren?

Wäre ich in einer Situation wie Lindemann, würde ich mir einen Bart wachsen lassen, die Band auflösen und irgendwo im Ausland untertauchen ohne jemals öffentlich wieder in Erscheinung zu treten. Weiterzumachen würde ich als lebensgefährlich beurteilen. Ich könnte nur ahnen, wie stark das Bandumfeld und persönliche Umfeld infiltriert wurde durch den russischen Geheimdienst.

Es gibt viele ausführliche Studien darüber, wie das Putin-Regime unzählige Leute per Attentat um die Ecke brachte. Sowohl vor als auch nach dem Ukraine-Krieg.

Wenn in den nächsten Monaten und Jahren öffentlich wird, dass Lindemann eine besonders schwierig zu behandelnde Krebserkrankung hat, oder sich bei einem Jagdunfall selber erschossen haben soll, würde ich den russischen Geheimdienst dahinter vermuten.

AlexBenesch
AlexBenesch
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