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Das Weltbild eines standardisierten Rechtsextremen

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Kommentar

Wie in jeder anderen ideologisch-politischen Gruppe auch, gibt es bei den Rechtsextremen eine starke Vereinheitlichung. Das macht ihr Verhalten in höchstem Maße vorhersehbar. Mit Psychometrie und entsprechenden Algorithmen kann man sie seit Jahrzehnten bereits in einer Computersimulation vorherberechnen.

Das große Vorbild des Rechtsextremismus ist das Römische Reich und die Vermischung mit den Germanen. Verschiedene Adelslinien Europas versuchten, Rom zu beerben und fortzuführen. Allerdings hatte dieses imperiale Modell ausgedient, als ungefähr im Jahr 1700 die moderne Wissenschaft die Mega-Transformation möglich machte. Mehr Scheinfreiheit und Fake-Partizipation für die Bürger bedeutete mehr Leute in den Schulen und Fabriken; mehr Technologie fürs Empire. Die US-Unabhängigkeit und die vermeintliche Republik war eine geschickte Inszenierung.

Das britische Kolonialreich konnte über seine Geheimdienste den Erzfeind Frankreich destabilisieren und mithelfen, das dortige Königshaus zu stürzen. Der Untergang des klassischen Französischen Imperiums in der römischen Tradition sandte Schockwellen durch die ganze Welt. Britannien hatte über seine adligen Geheimdienste eine Aufklärung vorgetäuscht und präsentierte sich als halbe, „konstitutionelle“ Monarchie. Die Geheimdienste starteten die moderne Verschwörungsliteratur über John Robison und Augustin Barruel, um Spuren zu verwischen und mehr Chaos in Frankreich zu erzeugen. Als Bösewichter wurden anti-christliche Anarchisten bzw. Freimaurer genannt.

Das Ende des russischen Zarenreichs war erneut ein Schock für das rechte Spektrum weltweit. Ein weiteres klassisches Empire nach römischem Vorbild war vorbei. Seit der zweiten Hälfte der 1800er Jahre besagte die manipulierte Verschwörungsideologie, dass eine geheime Judenloge existiere, die übermenschliche Fähigkeiten zur geheimdienstlichen Subversion besäße. Diese Loge stecke hinter der Französischen und russischen Revolution. Diese Loge habe die Führung übernommen über das britische Kolonialreich und die USA. Und diese Loge sei verantwortlich gewesen für den Ersten Weltkrieg.

Adolf Hitler, der nie in seinem Leben einen originellen und eigenen Gedanken hatte, übernahm wie viele Zeitgenossen seine Weltsicht aus der Literatur der Völkischen Szene, die gründlich manipuliert war durch den britischen Geheimdienst.

Hitlers große Inspiration waren nicht germanische Stämme mit in Fell gekleideten Männern, sondern das römische Reich. Das hatte er gemeinsam mit Mussolini, der bestätigermaßen in früheren Jahren für den britischen Geheimdienst gearbeitet hatte.

Die NS-Architektur war römisch, die Aufmärsche, die Ikonografie und das gesamte Imperialismus-Konzept obendrauf. Für Hitler waren die klassischen europäischen Mächte nur schwächliche, unzureichende Nachfolger Roms. Frankreichs König war einen Kopf kürzer gemacht worden und es wurde mit Republiken herumexperimentiert. Britannien versank seiner Ansicht nach im Parlamentarismus und hatte seinen Biss verloren. Die österreichische Habsburg-Monarchie fand er besonders mies; schwächlich und voller Migranten.

Deutschland brauche einen Cäsar, meinte Hitler und malte sich selbst diese Rolle auf den Leib. Die NS-Kommandowirtschaft war entsprechend wenig leistungsfähig. Die USA produzierten mehr Kriegsgerät als alle anderen Kriegsteilnehmer zusammengenommen.

Von Geheimdiensten verstand Hitler so gut wie nichts, abgesehen von seiner Spitzeltätigkeit nach dem Ersten Weltkrieg. Deswegen meinte er, das Geheimnis des Erfolges würde in der kompletten Loyalität seiner Untertanen liegen. Für ihn war Spionageabwehr nicht, alte adlige Netzwerke auf deutschem Boden in Verbindung mit dem britischen Reich zu enttarnen, oder die Spione in amerikanischen Firmen zu finden, die nach Deutschland kamen. Für ihn war Priorität, alles zu erfassen und zu vernichten, was auch nur im Entferntesten jüdisch war. Denn die Verschwörungsliteratur hatte ihn gelehrt, dass Juden geradezu übermenschliche Fähigkeiten besaßen zur geheimdienstlichen Subversion. Die Methoden aus dem Mittelalter zur Eindämmung dieser Gefahr, wie etwa Ghetto-Pflicht und Berufsverbote, hätten nicht ausgereicht. Nicht einmal die Aussiedlung hätte die Gefahr gebannt.

In seiner Dummheit fiel Hitler auf die offensichtlichsten Täuschungsmanöver der Amerikaner herein. Die USA würden passiv bleiben. Wohlhabende US-Kreise die NSDAP weiterhin unterstützen. In Britannien würde sich der erzkonservative Block durchsetzen und sich mit dem Dritten Reich arrangieren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im rechten Spektrum die erheblichen Fehlentscheidungen Hitlers in unzähligen Bereichen systematisch geleugnet oder wegerklärt. Die Generäle seien schuld gewesen. Die Russen, weil sie sich nach dem Einmarsch der Deutschen tatsächlich verteidigten.

Hinterher gab es keine Aufarbeitung über die geheimdienstlichen Vorgänge während und vor dem Krieg. Stattdessen gab es maßgeschneiderte Propaganda für das rechte Zielpublikum nach dem Motto „Hitler nix Schuld“.

Dem rechten Spektrum wurde eingeredet, einfach auf alles zu setzen was rechtskonservativ und in der römischen Tradition scheint; egal ob Putin-Regime oder US Republicans. Man solle das Rezept der NSDAP einfach nochmal versuchen; mit einer Partei und mit Aktivisten. Auch wenn das nichts mit der Realität zu tun hat.

Aktivisten sollen in der Öffentlichkeit Andeutungen machen auf die Windmühlen von Zion, und möglichst polarisieren, obwohl sie damit drei Viertel der Bevölkerung gegen sich aufbringen. Für die Geheimdienste ist es sehr einfach, solche Kreise zu infiltrieren und zu kontrollieren. Wo Rauch ist, ist auch Feuer und man findet schnell, wonach man sucht.

AlexBenesch
AlexBenesch
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