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Die Krönung-Dröhnung: König Charles, der Patron der Geheimdienste

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Im Frühling 2018 erschien Prinz William im Hauptquartier des britischen Geheimdienstes MI6 am Vauxhall Cross zum Lernen in einem Intensiv-Crashkurs. In der nächsten Woche war der Geheimdienst MI5 dran. Dann der GCHQ in Cheltenham. Queen Elizabeth besuchte am 17. Februar 2017 das neue National Cyber Security Centre in London. Man zeigte ihr dort ein Sammler-Objekt: Ein Buch mit geheimen Chiffren ihrens Vaters, König George VI. aus der Kriegszeit. Die Queen kannte mehr Staatsgeheimnisse als jeder andere Brite; auch Details wie die Identität des Doppelagenten George Blake.  

Als Prinz Philipp 2021 verstarb, beschrieb ihn der MI6-Chef Richard Moore als „wahren Freund des Dienstes“. Philipp hatte gedient als Royal Colonel des Nachrichtendienst-Coprs. Der neue König Charles ist der Patron der Geheimdienste. Für den intenationalen Waffenhandel war am meisten Prinz Andrew zuständig; ehemals Helikopter-Pilot im Falkland-Krieg. Er agitierte gegen das Serious Fraud Office, weil dieses einen Deal beanstandete im Umfang von 40 Milliarden, bei dem ein hohes Mitglied der Saudis Schmiergeld kassiert hatte für den BAE-Vertrag.

Bei dem Tod von Queen Elizabeth werden nun alle möglichen (scheinbaren) Aspekte ihrer Persönlichkeit besprochen und ihre symbolische „Arbeit“ als Monarchin über Großbritannien und den Commonwealth. Die Zeiten der Macht seien längst vorbei, da im Zuge der „Aufklärung“ und Demokratisierung und des Kapitalismus der Hochadel generell immer weniger zu melden hatte.

Allerdings ist, gerade wenn man in Britannien genauer hinsieht, recht deutlich, dass der Hochadel die Aufklärung von Anfang an kontrollierte, weil die alte Form eines Empires keine Zukunft mehr hatte. Wenn durchschnittlich 90% der Untertanen Bauern-Leibeigene sind und der Adel seine Herrschaft als offizielle Staatsideologie zelebriert, dann funktioniert das vielleicht im Mittelalter oder der Antike, aber nicht im Zeitalter der Wissenschaft ab den 1700er Jahren.

  • Ein modernes Empire musste die Herrschaft kompliziert aussehen lassen durch verschachtelte politische Tarnorganisationen
  • Der Bürger sollte den Eindruck haben, er werde politisch vertreten durch Politiker und Parteien. Man konnte sich eine der vorgefertigten Ideologien heraussuchen und man durfte sich zunehmend über die Verhältnisse lautstark öffentlich beschweren. Die Bürger sollten wütend sein auf die Vertreter einer gegnerischen Ideologie
  • Die Bürger sollten weg vom Acker und hin zu den Schulen, Universitäten und Fabriken, um Technologie hervorzubringen für das Empire

Die wichtigsten Vehikel für die „aufklärerische“ Transformation waren die Wissenschaftsorganisation „Royal Society“ und das damit verbundene britische Freimaurertum, das von König George I. von den Hannoveraner Welfen 1717 konstituiert worden war.

König George VI. teilte bereits 1950 Geheimdokumente mit Prinzessin Elizabeth, die noch 23 Jahre alt war. Vom Premierminister Clement Attlee wurde sie versorgt mit detaillierten Aufzeichnungen aus dem Kabinett, eingestuft als „Top Secret“. Erhielt auch Dokumente des Außenministeriums. Ihr Privatsekretär war Baron Martin Charteris; Mitglied des Kronrats und behangen mit den elitärsten Orden. Es ging so familiär zu, dass er nicht einmal förmlich für diesen Posten geprüft und zugelassen wurde. Er bekam den Job einfach. Schon sein Großvater war Deputy Lieutenant der Krone gewesen. Martin diente beim Militärgeheimdienst und arbeitete eng mit Maurice Oldfield, dem späteren Chef des Geheimdienstes MI6.

Im Oktober 2012 berichtete das aktuelle BBC-Programm Panorama, dass er von der Operation Midland und einem Informanten der Metropolitan Police mit dem Kindesmissbrauchsskandal im Elm Guest House in Verbindung gebracht worden war, an dem angeblich hochrangige Abgeordnete und Sicherheitspersonal beteiligt waren. Die Untersuchung endete ohne Anklage, und 2017 wurde Oldfield von allen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs im Elm Guest House und anderswo freigesprochen.

Prinzessin Elizabeths wuchs auf mit ihrer Cousine Margaret Rhodes, die für den Geheimdienst MI6 arbeitete. Elizabeths Vater stand den Diensten sehr nahe und ihr Onkel war direkt involviert in Geheimoperationen während dem Krieg. Die Königsfamilie kommunizierte über neue verschlüsselte Telefone mit der politischen Regierung; Elizabeth erhielt den Codenamen 2519.

Sie verliebte sich in Prinz Phillip aus dem Haus Mountbatten (eigentlich Hessen-Darmstadt). Dessen berüchtigter Onkel Lord Louis Mountbatten war Supreme Allied Commander in Südostasien gewesen. Phillip stammte zwar aus den üblichen Familienkreisen, aber es gab ein PR-Problem: Alle seine drei Schwestern hatten deutsche Prinzen geheiratet während der Nazi-Ära.

Der Inlandsgeheimdienst Mi5 musste die große Hochzeit besonders abschirmen, denn der Adel hatte viele Feinde, die im Vorfeld des Großereignisses versuchten, die Catering-Kreise zu infiltrieren.

Als der jugoslawische Diktator Tito sich zerstritt mit den Russen, besuchte der London und begrüßte als allererstes Prinz Phillip. Tito war eine Zielscheibe für den KGB und durfte deshalb nicht in demselben Fahrzeug sitzen wie die Royals, die Öffentlichkeit war von der Fahrt ausgeschlossen und tausende Polizisten wurden aufgeboten, um die Route abzusichern.

Elizabeth verhielt sich zurückhaltend, allerdings involvierte sie sich erheblich in solche Angelegenheiten des Kalten Krieges. Jeden Abend um sieben Uhr erhielt sie eine in rotes Leder gekleidete Box mit streng geheimen diplomatischen Depeschen, Aufzeichnungen aus Kabinettssitzungen und Geheimdienst-Memos. Die Queen erhielt auch immer das erste Exemplar der wöchentlichen Zusammenfassung von den Geheimdiensten. Auch im Kriegsfall hätte sie auf alle Informationen zugreifen können, egal wie geheim, unter der Bedingung, die Dokumente nach dem Lesen zu verbrennen. Sie galt als sehr ordentlich im Umgang mit Dokumenten und gab die Regierungspapiere, die nicht zerstört wurden, lückenlos zurück. Wen aus ihrer Familie sie die Dokumente lesen lies, ist selbstverständlich geheim. Morgens gab es zusätzlich Meetings im Buckingham Palace mit Diplomaten, Geheimdienstchefs, hohen Politikern und Militäroffizieren. Dienstagnachmittage waren reserviert für geheime Treffen mit den Premierministern.

Die Rolle der behördlichen Geheimdienst-Strukturen war auch, dafür zu sorgen dass die Adeligen nicht zu sehr ihren Status heraushängen lassen. So musste Phillip auf Schritt und Tritt überwacht werden weil er ähnlich spaßigen Freizeitbeschäftigungen nachging wie sein berüchtigter Onkel Louis. Der zweite Sohn von Elizabeth, Andrew Duke of York, leistete sich später einen höchst peinlichen Skandal mit einer jungen Dame, die Jeffrey Epstein beschafft hatte.

Die Royal Family wusste bereits 1948, dass Anthony Blunt ein KGB-Spion war. Elizabeth war in der Angelegenheit ihrem eigenen Premierminister Alec-Douglas-Home voraus. Blunt wurde „umgedreht“, was soviel bedeutet, dass er fortan gegen die Sowjets arbeiten musste im Tausch gegen Immunität vor Strafverfolgung.

Phillips Onkel Louis Mountbatten wurde Vorsitzender der Streitkräfte und bekam Zugang zu allen amerikanischen Geheimnissen zu Atomwaffen. Nach einem Besuch von Tante Olga in Toronto, der Schwester des russischen Zaren Nicholas II. traf er sich mit dem Chef des Strategic Air Command. Britanniens Raketenprogramm Blue Streak war von technischen Problemen geplagt und so wandte man sich den amerikanischen Skybolt-Raketen zu.

Während Elizabeths Herrschaft war das britische Kolonialreich in seiner klassischen Form beendet und man führte es in verdeckter Form weiter, was weitreichende Geheimoperationen benötigte. 1995 besuchten Elizabeth und Philipp das Hauptquartier des GCHQ in Cheltenham, zuständig für elektronische Spionage. Die Queen of England erhält Briefings vom GCHQ, ähnlich der NSA in den USA. Das GCHQ erwuchs aus dem Marinegeheimdienst. Ihre Verwandten von Hessen-Darmstadt stellten traditionell die Lords of the Admiralty, also die Führung der Marine. Und unzählige Verwandte sind große Tiere in der Wirtschaft. 

Nach dem Ende der Sowjetunion spielten die Royals eine entscheidende Rolle bei den neuen Beziehungen zu Russland und Osteuropa. Der KGB durfte im Prinzip ein Vermögen in die City of London und diverse Steueroasen schaffen.

Brian Fall, der britische Botschafter in Moskau, leierte Besuche der Royals an um Unterstützung für Jelzin zu signalisieren. Francis Richards von der Botschaft, der später GCHQ-Chef wurde, konnte sich überall in St. Petersburg bewegen und traf sich mit dem Bürgermeister, ein gewisser Vladimir Putin. Jener beschaffte sich bald einen Palast aus der Zaren-Ära und es ist möglich, dass er von dem adeligen Putijatin-Clan abstammt. In einem aktuellen Buch über den KGB und die Geldtransfers in die City of London, erzählt die Autorin Catherine Belton dass eine hohe Quelle einen Besuch bestätigte eines noch sehr jungen Putins bei einer russisch-stämmigen Prinzessin in Hessen-Darmstadt, die in den Metternich-Clan eingeheiratet hatte.

Spione sind „Crown Servants“. Der erste Chef des MI6 Mansfield Cumming betrachtete sich als im Dienste des Königs, nicht des Premierministers. King George VI wusste während dem Zweiten Weltkrieg alle Geheimnisse; von den D-Day-Plänen bis zu den Codebrechern in Bletchley Park. Der MI6-Chef Stewart Menzies war der Stiefsohn des Stallmeisters des Königs und vielleicht uneheliches Kind eines Königs. Queen Elizabeth machte 2021 einen ehemaligen MI5-Chef, Andrew Parker, zum Lord Chamberlain im Royal Household. Special Branch sei einst geschaffen worden wegen Attentatsversuchen gegen Königin Victoria. Netzwerk aus adeligen Stützpunkten in ganz Europa.

Louis Mountbatten war der Onkel von Prinz Philip, dem Ehemann der britischen Königin Elisabeth II. Einer von Philips Söhnen ist Prinz Andrew, der unter massiven Druck steht wegen dem Fall Jeffrey Epstein.

Louis galt als ein Marxist und förderte die Sowjetunion. Westliche Politiker und Geheimdienstler hielten ihn für einen Verräter, der von Russland erpresst wird. Sein echter Name ist Hessen-Darmstadt und er war somit Teil der Familie der Zaren.

AlexBenesch
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