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Die nukleare Option in der Ukraine ist für Russland einer der letzten Auswege

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Kommentar

Übungen und Planspiele der Russen und der NATO im Kalten Krieg kamen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass eine konventionelle Kriegsführung im großen Stil zu teuer ist und nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt. Die Zeiten, in denen Stalin mit seinen Panzern und Flugzeugen über Osteuropa herfallen konnte ohne große Gegenwehr, sind längst vorbei. Es ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse, wann die Supermächte in welchem Umfang auf Nuklearwaffen zurückgreifen.

In dem Moment als Putins Blitzüberfall gegen die Ukraine scheiterte, änderte sich die gesamte Kalkulation. Die russische Front brachte in den vergangenen Wochen keine richtige Offensive zustande, während die Ukraine Berichten zufolge eine Großoffensive vorbereitet. Von der NATO wurden anscheinend nicht genügend Waffen und Munition geliefert, um die Entscheidung deutlich zu erzwingen. Also wird die Möglichkeit für Moskau, zum Billigtarif mit wenigen kleinen Atomsprengköpfen zu agieren, immer attraktiver.

Wladimir Jermakow, Leiter der Abteilung für Nuklearwaffen im russischen Außenministerium, sagte der Nachrichtenagentur TASS, Washington eskaliere die Risiken durch sein Verhalten gegenüber dem Kreml. Russland könne sich aus einem Vertrag über nukleare Mittel- und Kurzstreckenraketen zurückziehen. Gerade diese Raketen sind von erheblichem Wert, weil man sie bestücken kann mit kleinen Sprengköpfen und recht genau zielen kann. Die USA lagern in Europa traditionell zu große Freifallbomben, die man erst zu den Zielen hinfliegen müsste. Bei einem atomaren Schlagabtausch ist die Verhältnismäßigkeit entscheidend, um eine Eskalation zu verhindern. Setzt Russland kleine Sprengköpfe ein, wird die NATO eher nicht mit großen Bomben zurückfeuern.

Mit gemeldeten 5.977 Sprengköpfen verfügt Russland über das größte Atomarsenal der Welt – geerbt von der Sowjetunion.

Moskau und Peking werden die potenzielle Beteiligung des Westens an der globalen Expansion des US-Raketenabwehrsystems prüfen, was „eindeutig die strategische Stabilität untergräbt“, fügte er hinzu.

Medwedew, einer von Putins engsten Handlangern, sprach kürzliche erst vor einem Publikum aus russischen Teenager aus, um mit dem Armageddon zu drohen – und machte natürlich den Westen für die Situation verantwortlich.

Russland habe immer gesagt, dass es Atomwaffen nur als Reaktion auf einen Atomangriff einsetzen würde, meinte er. Medwedew ist Putins Stellvertreter im mächtigen Sicherheitsrat Russlands und ehemaliger Kreml-Präsident und Ministerpräsident.

„Es hieß, dass Russland niemals zuerst Atomwaffen einsetzen würde – aber das ist nicht unbedingt so.“

Er sagt, dies sei eine Reaktion auf das Vordringen des Westens in Richtung Russland, als die NATO nach Osten expandierte. Er warnte davor, dass Putin als Erster zuschlagen könnte, und verwies auf Russlands Nukleardoktrin.

„Es stellt klar, dass Atomwaffen eingesetzt werden können, wenn Russland einem Angriffsakt mit anderen Arten von Waffen ausgesetzt ist, der die Existenz des Staates bedroht“,

sagte er. Dieses Argument basiert im Prinzip auf der Schwäche Russlands im Bereich konventioneller Kriegsführung.

„Tatsächlich geht es um den Einsatz von Atomwaffen als Reaktion auf solche Aktionen.“

Möglicherweise handelt es sich um halben halben Bluff: Man spricht seit Monaten verstärkt von atomaren Angriffen, könnte aber stattdessen dann die Option wählen, hunderttausende nordkoreanischer Soldaten an die Front zu schicken. Diese Eskalation würde im Kontrast zu Atomwaffen wesentlich weniger dramatisch wirken.

AlexBenesch
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