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Pro-russische Ex-US-Soldatin verteilte die Pentagon-Leaks erst so richtig im Netz

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Ein Social-Media-Konto, das von einer ehemaligen Unteroffizierin der US-Marine verwaltet wurde, spielte eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Geheimdienstdokumenten, die angeblich von Airman First Class Jack Teixeira illegal beschafft und in einem Chatroom veröffentlicht worden waren.

Die Frau gab sich als russische Bloggerin namens Donbass Devushka aus, was übersetzt so viel bedeutet wie „Donbas-Mädchen“, und war verwickelt in ein ganzes Netzwerk aus kremlfreundlichen Social-Media-, Podcasting-, Merchandise- und Fundraising-Accounts.

Donbass Devushka ist aber eine im US-Bundesstaat Washington ansässige ehemalige US-Militärangehörige namens Sarah Bils. Die 37-jährige diente bis Ende letzten Jahres auf der US-Marineflugstation auf Whidbey Island, obwohl die Konten, die sie erstellt und überwacht hatte, das russische Militär und die paramilitärische Wagner-Gruppe verherrlichten.

Sie gehören zu den meistbesuchten englischsprachigen Social-Media-Kanälen, die die Ansichten Russlands vertreten. Sie fügte hinzu, dass sie eine von 15 Personen „auf der ganzen Welt“ wäre, die am Betrieb des Donbass Devushka-Netzwerks beteiligt seien.

Am 5. April letzten Jahres bereits veröffentlichte das Donbass Devushka Telegram-Konto vier der geheimen Dokumente an 65.000 Follower. Das führte dazu, dass mehrere große russische Social-Media-Konten die Dokumente aufgriffen, woraufhin das Pentagon dann eine Untersuchung einleitete.

Die Beiträge von dem Soldaten Teixeira waren monatelang nur innerhalb eines kleinen Kreises zu sehen in einer Chatgruppe auf Discord. Praktisch alle Teilnehmer hatten eine pro-russische, rechtskonservative Gesinnung und es ist wahrscheinlich, dass die Geheimdokumente relativ schnell von einem Mitglied der Chatgruppe an russische Stellen weitergeleitet worden waren.

Teixeira wurde am Freitag wegen unbefugter Aufbewahrung und Übermittlung geheimer Dokumente angeklagt, die er angeblich dem US-Militär gestohlen hatte.

Frau Bils verließ das Militär im November letzten Jahres. Einige der Fotos der Geheimdokumente, die auf dem von Ms. Bils betreuten Telegram-Konto gepostet wurden, waren verändert worden, um ukrainische Verluste aufzublähen und russische Verluste herunterzuspielen.

Laut einer Überprüfung hat Frau Bils Podcasts mit Gästen aufgenommen, die sich für den russischen Präsidenten Wladimir Putin einsetzen und sich gegen die US-Hilfe für die Ukraine stellen. Frau Bils, ursprünglich aus New Jersey, sprach mit einem leichten russischen Akzent und behauptete, in Luhansk im russisch kontrollierten Donbass geboren worden zu sein. Es ist möglich, dass dies Falschbehauptungen sind, die ihrer Tarnung dienen sollten.

Rachel Stevens, eine ehemalige Kollegin der Marine, die mit Frau Bils auf der Naval Air Station Whidbey Island gearbeitet hatte, sagte, eine Person in Frau Bils‘ Position und Rang hätte normalerweise eine streng geheime Freigabe, weil sie an sensibler Avionik arbeitete.

Whidbey Island ist die wichtigste Einrichtung der Marinefliegerei im pazifischen Nordwesten. Es wird wohl eine Überprüfung stattfinden, ob Bils in der Vergangenheit ebenfalls Geheimnisse gestohlen und an Russland übermittelt hatte. Der ganze Vorfall wird zu einer regelrechten Jagd führen auf Verräter; was dadurch erschwert wird, dass viele Geheimnisträger wie Soldaten und Geheimdienstler konservativ sind und sich pro-russische Standpunkte haben einreden lassen. Sogar der Sender Fox News brachte immer wieder pro-russische Haltungen und lästerte über militärische Hilfen an die Ukraine.

Die Tatsache, dass Donbass Devushka keine Russin aus dem Donbass ist, wie sie sich online präsentierte, sondern eine Amerikanerin mit Wohnsitz im Bundesstaat Washington, wurde zuerst von pro-ukrainischen Open-Source-Aktivisten bekannt, die sich NAFO nennen.

Das Donbass Devushka-Netzwerk ist zu einem bedeutenden Teil der pro-russischen Kriegspropaganda geworden. Sie waren eine der am schnellsten wachsenden englischsprachigen, pro-russischen Communities. Ein weiterer Beitrag im September kündigte eine Partnerschaft mit Rybar an, einem russischen Open-Source-Geheimdienstkanal auf Telegram mit mehr als einer Million Followern.

Im Dezember wurde der Chefredakteur von Rybar, der ehemalige Pressesprecher des russischen Verteidigungsministeriums Mikhail Zvinchuk, einer von Putins Mobilisierungsberatern.

AlexBenesch
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