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Der Kriegsverbrecher-Vergleich zwischen Bush und Putin ist fair, aber es wird trotzdem damit gelogen

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Kommentar

Der Internationale Strafgerichtshof erlässt einen Haftbefehl gegen Putin als symbolischen Akt. Die Supermächte erkennen das Gericht allesamt nicht an und es verbreiten sich Vergleiche im Netz zwischen Putin und US-Präsident Bush.

Diese Vergleiche sind durchaus angemessen, aber die meisten Leute, die sowas posten, haben keine guten Absichten und kennen sich mit den Supermächten gar nicht wirklich aus. Es geht immer nur darum, Propaganda-Punkte auf dem Aktivisten-Konto verbuchen zu können.

Wenn aktuell jemand den Vergleich zu Bush zieht, heißt das nicht, dass derjenige tatsächlich Putins Handlungen als genauso illegal betrachtet wie die von Bush. Sondern der Aktivist/Influencer beharrt auf die Lügen der Russen.

Die Bush-Administration hatte sich auf Kriege festgelegt und dann eine passende Begründung zurechtgebastelt. Klar illegal.

Das Putin-Regime hatte Pläne geschmiedet, um in einer Blitz-Aktion 40 Millionen Ukrainer zu russischen Staatsbürgern zu machen und die außerordentlich wertvolle ukrainische Industrie zu bekommen. Auf einen Schlag wären zwei riesige Probleme für Russland gelöst worden. Klar illegal.

Dazu kommt noch, dass die offizielle Darstellung zu 9/11 genauso suspekt ist wie Putins Darstellung zu den Bomben-Anschlägen von 1999. Beide Events machten die lahmen Enten zu populären Feldherren, die mit neuen Gesetzen die Regierungsmacht ausweiteten. Es gab sogar eine verstärkte Kooperation zwischen den USA und Russland.

In der zweiten Amtszeit von Bush war der Ruf der Republicans katastrophal schlecht geworden und Putin galt als mafiöser KGB-Agent, der heimlich mit China verschworen war. Ab 2008 gab es massives Marketing, das innerhalb von wenigen Jahren die Meinungen des westlichen Publikums beeinflusste. Selbst gestandene Verschwörungs-Ideologen betrachteten nun die Republicans und Putin als Rettung vor der großen Weltverschwörung.

Gewöhnliche Mainstream-Medien und die Mainstream-Politik ließen Putin alles durchgehen, ließen russische Dissidenten im Regen stehen, feierten die neuen Pipelines und selbst während der Obama-Admin gab es nur die mildesten Sanktionen gegen den Kreml. Sogar van Rompuy bei der EU forderte eine immer engere Zusammenarbeit zwischen der EU und Russland.

Erst ab dem Überfall gegen die Ukraine positionierte sich der Mainstream deutlich gegen Moskau, also über 20 Jahre zu spät. Und bis heute weigert sich der Mainstream, richtig Klartext zu sprechen über Bush, 9/11 und die Kriege damals.

Manche Aktivisten setzten aus Verzweiflung und Ideenlosigkeit nach wie vor auf das Putin-Regime. In einer Reflexreaktion nehmen sie die gegenteilige Position der Biden-Administration und des Mainstreams ein. Putin sei das Opfer, der Gute, der Retter.

Putin kann jederzeit verschwinden und die russische Kommandostruktur behauptete einen Neuanfang und dann ist unser Mainstream ggf. wieder pro-russisch. Was machen dann die Aktivisten hier? Auf wen wollen sie dann hoffen?

Oder die Supermächte wählen in ihrem heimlichen Kartell das Drehbuch der Eskalation und Russland steht Seite an Seite mit China und Nordkorea. Werden die Putin-Fans hier das schlucken? Werden sie sich den Teufel andrehen lassen? Werden sie in diese Falle hineinlaufen? Je größer die Spannungen umso härter werden dann Unterstützer des Ostblocks verfolgt und bestraft werden. Jetzt ist noch Zeit für Aktivisten, Putin hinter sich zu lassen und endlich zu kapieren, dass es keine solche Rettung gibt, sondern wir es mit einem Kartell der Supermächte zu tun haben.

AlexBenesch
AlexBenesch
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