Als ein BND-Vize Selbstmord beging der laut sowjetischen Überläufern für den Ostblock spionierte

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Am 8. Oktober 1968 beging der westdeutsche Admiral Hermann Lüdke, ehemals bei der Logistik am NATO-Hauptquartier in Europa und somit vertraut mit den Standorten von rund 1000 Atomwaffen, Selbstmord. Er hatte anscheinend mit einer Minox-Kompaktkamera streng geheime Dokumente fotografiert. Gegen 16:30 Uhr wurde Lüdkes Leichnam in einem Forst in der Nähe der Ortschaft Immerath/Eifel aufgefunden, nachdem Dorfbewohner gegen 15:00 Uhr einen Schuss gehört hatten. Möglicherweise wurde er ermordet.

Am gleichen Tag erschoss sich Lüdkes Freund, der stellvertretende Leiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) Generalmajor Horst Wendland. Offiziell tat man es als tragischen Vorfall ab, aber der KGB-Überläufer Oleg Gordiewski verweist darauf, dass Wendland laut einem tschechischen Überläufer für den Dienst StB spioniert hatte.

Wendland war auch für eine deutsche Stay-behind-Organisation (F-Netz) zuständig. Wendland litt seit Ende 1966 unter Depressionen und nahm sich am 8. Oktober 1968 in seinem Dienstzimmer in Pullach mit einer Pistole das Leben. Am selben Tag starb der unter Spionageverdacht stehende Flottillenadmiral Hermann Lüdke durch eine Kugel. Da es im Oktober 1968 noch vier weitere Todesfälle im Umfeld Bonner Ministerien gab und sieben Wissenschaftler in die DDR flüchteten, wurde spekuliert, dass verschärfte Sicherheitsüberprüfungen Agenten in den Selbstmord bzw. die Flucht getrieben haben könnten.

Am 29. Oktober gab der Generalbundesanwalt Ludwig Martin die Verhaftung von sechs Agenten aus dem Gebiet des Warschauer Pakts bekannt, die im Verdacht standen, eine Bundeswehrrakete entwendet und nach Moskau transportiert zu haben. Aufgrund von Lüdkes Tod wurden die Ermittlungen eingestellt.

Innerhalb von zwei Wochen gab es Selbstmorde von Oberstleutnant Johannes Grimm aus dem Bundesverteidigungsministerium und von Hans-Dietrich Schenk aus dem Wirtschaftsministerium.

Maulwurf

Ein anscheinend bedeutender Mitarbeiter des Bundesnachrichtendiensts (BND) wurde wegen Spionageverdachts festgenommen. Justizminister Buschmann spricht von einem „wichtigen Schlag“ und lässt es klingen wie einen Erfolg, dabei ist an und für sich nur das Versagen bei der Spionageabwehr bekannt geworden.

Der Verdächtige Carsten L. war auf Anordnung des Generalbundesanwaltes am Donnerstag festgenommen worden. Man gibt nur sehr spärliche Informationen an die Öffentlichkeit; so habe die Person „Informationen an einen russischen Nachrichtendienst übermittelt“ in Form eines Staatsgeheimnisses. Also nicht einfach nur eine gewöhnliche Verschlusssache. Es wird demnach vermutet, dass er eine hohe Position im BND bekleidete.

Es seien sofort umfangreiche interne Ermittlungen eingeleitet worden, teilte BND-Präsident Bruno Kahl mit. Ob Agenten und Informations-Zuträger des BND im Ausland gefährdet sind, wird heftig spekuliert in der Presse.

Im Jahr 2014 war ein BND-Agent aufgeflogen, der Daten lieferte an den US-Geheimdienst CIA. Darunter eine Datenbank mit Tarn- und Klarnamen deutscher Agenten im Ausland. Er hatte sich zudem per E-Mail dem russischen Geheimdienst angedient.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat einem Bericht von Die Zeit zufolge zwei leitende Beamte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) darauf hin überprüft, ob jene womöglich womöglich für Russland spioniert haben. Die fraglichen Personen sollen in einem besonders sensiblen Bereich tätig gewesen sein. Das Ministerium sei seit Beginn der Legislaturperiode „im engen Austausch mit dem Verfassungsschutz“, heißt es.

Die genauen Details werden nicht verraten; sondern es heißt nur, dass die beiden im Bezug auf die Gas- und Energiepolitik eine sehr pro-russische Position vertreten hätten und generell eine emotionale Nähe zu Russland aufwiesen. Das gilt im Prinzip für die halbe SPD. Das Ministerium selbst habe den Verfassungsschutz kontaktiert, der dann die Personen einer genaueren Hintergrundprüfung unterzog.

„Biografische Auffälligkeiten“ seien gefunden worden, wie zum Beispiel ein Studienaufenthalt in Russland. Aber keine klaren Beweise.

Fail Compilation

Die dokumentierte Vergangenheit zeichnet ein verheerendes Bild von versagenden deutschen Geheimdiensten, infiltrierten Parteien und der generellen Unfähigkeit, Geheimnisse zu schützen. Das Ende der Sowjetunion 1991 führte zu einem Erschlaffen der deutschen Spionageabwehr, einer verstärkten Abhängigkeit von „befreundeten“ angloamerikanischen Diensten und zu horrenden Geldbeträgen, die von ehemaligen KGB-Netzwerken an internationale Finanzstandorte gebracht werden durften. Für wenige hunderttausende Euro bekommt man über Jahre hinweg eine hochplatzierte Quelle. Rekrutierungen geschehen auch aus ideologischen Gründen und durch kompromittierende Informationen.

Topas (Rainer Rupp)

Rupp wurde bereits als Student rekrutiert von der HVA der Stasi. Ab 1969 war Rupp für die HVA beim NATO-Hauptquartier in Brüssel tätig, wo er alles Mögliche an Informationen stahl und an die Stasi übermittelte. Das vielleicht wichtigste Papier war „MC 161“, eingestuft als „Cosmic Top Secret“, in dem die NATO alle eventuellen Kenntnisse des Warschauer Paktes über die eigene Organisation zusammengefasst und bewertet hatte. Ironischerweise ermöglichte die Spionage für die Kommunisten Rupp ein angenehmes bürgerliches Leben mit Haus und mehreren Kindern durch hunderttausende DM Lohn. Mit Hilfe der vom amerikanischen Geheimdienst CIA nach der Wende bei der „Operation Rosenholz“ erbeuteten Zentraldatei des DDR-Auslandsnachrichtendienstes wurde Rupp schließlich enttarnt. Die Kommunisten griesgrämen sich darüber, dass jemand vom KGB womöglich die Datenbank an die Amerikaner verkauft hatte. Rupp lieferte alles Mögliche, was er in die Finger bekam. Darunter die Rüstungsplanung aller Nato-Länder, Details wie Stationierung, Bewaffnung etc. Der Vorsitzende Richter Klaus Wagner urteilte bei dem Prozess gegen Rupp: „Topas“ habe dem Osten einen „umfassenden Überblick“ vor allem über die Streitkräfteplanung des westlichen Bündnisses verschafft. Dies hätte im Ernstfall „verheerend und kriegsentscheidend“ für die Bundesrepublik und die Nato sein können.

In der heutigen Zeit könnte es mehrere solcher Agenten geben, die den Russen sämtliche Geheimnisse der Bundeswehr übermitteln, darunter spezifische Schwächen und Verteidigungspläne für die Ostsee, das Baltikum und den Suwalki-Korridor. Denkbar ist auch, dass hohe Bundeswehr-Offiziere und Politiker gezielt unsere Streitkräfte sabotieren durch Misswirtschaft und andere Methoden. Bekanntermaßen ist kaum etwas einsatzbereit, die Munitionsvorräte tendieren gegen Null und die Truppe ist Synonym geworden für Fehlplanung.

IM Töpfer (Knut Gröndahl)

War Referent im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen in Bonn. Diplomatisches Referat in Ost-Berlin. Mitarbeiter des stellvertretenden SPD-Partei und Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Thierse. Letzterer führte im Frühjahr 2005 eine Delegation zum Mausoleum des chinesischen Diktators Mao Zedong. Er dozierte über „Grundwerte für eine gerechte Weltordnung“, gegen eine „unipolare Weltordnung“ und schob Satzbausteine nach über „Freiheit und Menschenrechte, Recht und Gerechtigkeit, Solidarität und Kooperation als leitende Werte in der Politik“. Die Chinesen, so scheint es zwischen den Zeilen zu heißen, sollten sich von dem Extrem-Kommunismus wegbewegen, um anschlussfähiger zu sein und die Amerikaner zurückzudrängen.

IM Udo (Ursula Vollert)

Sie war Funktionärin des Sozialdemokratischen Hochschulbundes. Dann in der Zentrale der Bundes-SPD.

Günther Guillaume

Trat 1957 der SPD bei und gelangte bis ins Kanzleramt. Auch seine Frau Christel Boom wurde von der Stasi rekrutiert. Guillaume wurde als Referent in die Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik des Bundeskanzleramts vermittelt. 1972 stieg er aufgrund seines großen Arbeitseinsatzes und seines Organisationstalents zum Persönlichen Referenten des Bundeskanzlers Willy Brandt auf. Im Jahr 1981 kehrte das Ehepaar Guillaume im Rahmen eines Agentenaustauschs in die DDR zurück, wo er offiziell als „Kundschafter des Friedens“ gefeiert wurde. Günter Guillaume wurde zum Oberst im MfS befördert, seine Frau Christel zum Oberstleutnant im MfS. Fortan trat Günter Guillaume bei MfS-Agentenschulungen als „Stargast“ auf.

Hansjoachim Tiedge beim Verfassungsschutz

Beim Bundesamt für Verfassungsschutz war er ausgerechnet zuständig für die DDR. Extrem viele Negativ-Faktoren hätten jedem auffallen müssen: Psychische Probleme, Geldprobleme, Alkohol, Schwierigkeiten in der Familie. Die Stasi meinte, er hätte seine Frau umgebracht. Nach Erkenntnissen der CIA soll Tiedge den Kontakt zur Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) bereits Monate vor seiner Flucht hergestellt haben. Verfassungsschutzpräsident Heribert Hellenbroich hielt an ihm fest und musste nach der Enttarnung und dem Skandal zurücktreten. Tiedge lief in den Osten über. Eine Reihe an weiteren Spionen wurden bald darauf enttarnt oder flohen. Anfang August 1985 setzte sich Johanna Olbrich, die Sekretärin von Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann, rechtzeitig in die DDR ab, ebenso die Sekretärin Margarete Höke, die im Bundespräsidialamt beschäftigt war. In die DDR flüchteten auch die Chefsekretärin beim Bund der Vertriebenen Ursula Richter und ihr Freund Lorenz Betzing, der beim Bundeswehrverwaltungsamt beschäftigt war.

Klaus Kuron

Oberamtsrat bei der Spionageabwehr des Bundesamts für Verfassungsschutzes. Der Schwerpunkt seiner Aufgaben lag zunächst in der Spionageabwehr; er war in der zuständigen Abteilung IV tätig. Dabei beschäftigte er sich regelmäßig mit der Datenbank NADIS (Nachrichtendienstliches Informationssystem). Er konnte Stasi-Operationen abschirmen und insbesondere Doppel-Agenten managen. Kuron hatte persönlich mit Markus Wolf in Dresden gesprochen über seine Anwerbung. Die HVA zahlte ihm 150.000 D-Mark plus 4000 monatlich. Neben Informationen über die Methoden, Aufgaben und Vorgehensweise der Spionageabwehr des BfV, erhielt die Stasi durch Kuron zahlreiche detaillierte Charakteristiken der BfV-Mitarbeiter. Darüber hinaus verriet Kuron die Kriterien der Suche nach verdächtigen Personen an den Grenzübergangsstellen von der DDR zur BRD. Außerdem verriet er Details zu der Zusammenarbeit mit Verfassungsschutzämtern der Länder und der Zusammenarbeit des BND mit westlichen Geheimdiensten sowie dem MAD. Generalbundesanwalt Alexander von Stahl schätzte, dass Kuron durch seinen Verrat „einen wesentlichen Teil des Bundesamtes für Verfassungsschutzes für einen Zeitraum von acht Jahren lahmgelegt [hat]“. Wie verheerend würde sich ein solcher Fall heutzutage auswirken?

Rudolf Maerker

Für die SPD in Bonn tätig. Maerker wurde Mitarbeiter von Leo Bauer beim Deutschlandsender. 1952 flüchtete Maerker nach West-Berlin, war Mitglied der SPD und Mitarbeiter beim Ostbüro der SPD. Nach seinem Umzug nach Bonn arbeitete er zunächst als Angestellter des SPD-Parteivorstandes, später als freier Journalist für die „Ost-West-Redaktion“ des Deutschlandfunks. Maerker galt als Vertreter des linken Flügels und Vertrauter von Willy Brandt und Herbert Wehner.

Axel Springers Chefsekretärin

Marie R.“, heißt es in der Studie, „lieferte dem Ministerium für Staatssicherheit so ziemlich alles, was in Springers engstem Umfeld von Interesse war.“ Springer war überzeugter Atlantiker und hatte eine enge Beziehung zu amerikanischen Sicherheitskreisen.

IM Eisenstein (Heinrich Burger)

SPD-Referent. Griff über Egon Bahr heikle Infos ab. Wäre beinahe sehr nahe an Willy Brandt gekommen. Er meinte später: „Es waren damals unglaublich viele Spione unterwegs.“

Ein Genosse in Wilmersdorf war Mitarbeiter im Verfassungsschutz Berlin. Der sprach meine Frau und mich 1969 an, ob wir unsere Erkenntnisse über die Studentenszene mit dem Verfassungsschutz teilen würden. Wir haben das mit unseren Leuten in der DDR geklärt, die fanden das wunderbar und haben gesagt: „Machen!“ Wäre ich nicht aufgeflogen, wäre ich wahrscheinlich in Bonn gelandet.

IM Adrian Pepperkorn (Peter Heilmann)

Sohn des in der Weimarer Zeit einflussreichen SPD-Fraktionschefs im Preußischen Landtag. Heimlich Mitglied der KPD. Bundesvorstand des SDS. Sekretär der FDJ. Wurde von der Stasi ausgesandt um SDS und SPD zu infiltrieren. Vom MfS war Heilmann u. a. auf Heinz Lippmann, Leo Bauer und Herbert Wehner angesetzt sowie auf den SDS, bei dem er sich in den Bundesvorstand wählen ließ.

IM Komet (Karl-Heinz Maier)

Star-Journalist mit SPD-Parteibuch. Zugang zu Willy Brandt und Egon Bahr. Leiter des Berliner Studios der Deutschen Welle, Vorsitz der Berliner Pressekonferenz. Mit Orden ausgezeichnet. Übermittelte Infos aus Top-Verhandlungen. Der „IM Komet“ war bis zu seinem Tod 1996 ein wichtiger Gesprächspartner aller Berliner Regierenden Bürgermeister von Brandt bis Diepgen.

AlexBenesch
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3 Kommentare

  1. Warum die größten Feiglinge am geilsten auf Krieg sind, ist nicht zu verstehen. Mit der Hand in der Hose Krieg schreien!

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