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Wie viele geheime Depots hat die NATO – und die Bundeswehr?

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Kommentar

Der „Spiegel“ berichtet, dass es im Verteidigungsministerium bereits seit dem Frühsommer 2022 eine genaue Liste mit Leopard-Panzern gab. Die Tabelle sei Verschlusssache und der Spiegel habe eine Kopie.

Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte am Freitag beim großen Meeting auf der US-Militärbasis Ramstein verkündet, er habe erst die Anfertigung einer genauen Aufstellung in Auftrag gegeben. Er ist kaum im Amt, da sieht er schon höchst suspekt aus. Weiß er gar nicht, was die Truppe längst weiß? Oder war ihm bekannt, dass es längst eine Aufstellung gibt, aber er verschwieg es?

Über 2000 Leopards 2 und tausende Leopard 1

Der Leopard 2 war gedacht als das Zugpferd im Kalten Krieg bei einer Auseinandersetzung mit dem Ostblock. 2000 Stück kursieren davon in Europa. Vom älteren Leo 1 wurden mindestens doppelt so viele gebaut. Wenn wir schon in Deutschland nicht so bereitwillig genaue Zahlen bekommen, wie sieht es dann in anderen Ländern aus? Welches Verschleierungspotenzial gibt es hier?

Die Bundesrepublik verkaufte sehr viele Leopards, aber wie die Bedingungen genau aussahen, ist wohl geheim. Andere Länder durften das Modell lernen, aber es ist klar, dass die NATO-Führung über die Ländergrenzen hinausdenkt, und immerzu im Bilde sein will, wie viele Exemplare sich kurz- und mittelfristig mobilisieren lassen. Per Rückkauf-Option, Ringtausch und ähnlichen Bedingungen könnte schnell Gerät bewegt werden.

Die USA beschafften Berichten zufolge für die Ukraine erhebliche Mengen Munition aus Depots in Israel und Südkorea. Welche anderen Depots gibt es, von denen wir nichts oder zuwenig wissen?

Sag mir wo die Kalaschnikows sind

Die Volksarmee der DDR war betitelt als „Armee des Friedens“ aber es handelte sich natürlich um eine Invasions-Truppe. NAch der Wende kam es zu dem Befehl 31/90 über „Maßnahmen zum Verkauf von Material und Ausrüstungen aus den Beständen der NVA“. Es hieß:

Die NVA hinterließ eine Fülle von Material: über 2300 Kampfpanzer, knapp 9000 gepanzerte Kampf- und Spezialfahrzeuge, mehr als 5000 Artillerie-, Raketen- und Flugabwehrsysteme, etwa 700 Kampf- und Transportflugzeuge sowie Hubschrauber, 192 Kriegsschiffe …

Allerdings scheint man keine genauen Aufstellungen bzw. Inventurlisten zu finden, was genau wo gelandet ist. Wir erfahren nur, dass beispielsweise NATO-Bündnispartner wie die Türkei bedacht wurden mit Ausrüstung. Darunter die besten Kalaschnikows aus Suhl.

250 000 automatische Handfeuerwaffen vom Typ Kalaschnikow, 5000 Maschinengewehre nebst mehreren hundert Millionen Schuß Munition, dazu 5000 Panzerfäuste RPG 7 plus 250 000 Einheiten entsprechende Munition und weiteres Schießzeug.

https://www.zeit.de/1992/22/freunde-schaffen-mit-vielen-waffen

Es gab einige Skandale über verschiedene Lieferungen, die nicht unbedingt genehmigt waren vom Bundestag. Bei all der Geheimhaltung und Verschleierung muss man sich fragen, ob es sich zu einem gewissen Grad um einen Verschiebebahnhof gehandelt hatte. Soll heißen: Man fliegt palettenweise Waffen zu NATO-Bündnispartnern zur Einlagerung. Diese Waffen tauchen dann in der deutschen Bilanz nicht mehr auf, wären aber bei Bedarf schnell wieder nach Deutschland geflogen.

Der größte Posten neben der Türkei ging im Zusammenhang mit dem Golfkrieg an die Vereinigten Staaten im Umfang von 750 Millionen Mark, für unseren Hauptverbündeten selbstverständlich kostenlos.

Magischerweise landeten ehemalige NVA-Waffen am Balkan und wurden in den 1990er Jahren im Kosovokrieg benutzt.

Es gab rund 300.000 Tonnen Munition zu verteilen.

Es befinden sich in den Depots der Bundeswehr auch weiterhin mehrere hunderttausend (Angaben variieren) G3-Gewehre für den Fall der Landesverteidigung, die auch weiterhin gewartet werden, zum Beispiel durch das Nachrüsten des Hülsenabweisers. Außerdem sind auch in den Waffenkammern vieler Bundeswehreinheiten immer noch G3-Gewehre vorhanden und einsatzbereit.

Der Bundesrechnungshof hielt fest, dass auch gewaltige Mengen an Munition eingelagert sind für das G3-Gewehr. Ein Teil davon ist leider wegen unsachgemäßer Lagerung nicht mehr einsetzbar:

Anfang 2011 untersuchte der Bundesrechnungshof, ob das Bundesverteidigungsministerium seine Zusagen eingehalten hat. Dabei stellte er fest, dass die Bundeswehr einen Bevorratungsbedarf von 28 Millionen Patronen Gewehrmunition des Kalibers 7,62 x 51 mm hat. Tatsächlich lagerte sie 227 Millionen Patronen dieses Typs mit einem Buchwert von 116 Mio. Euro. Die Bundeswehr hat den überschüssigen Teil dieser Gewehrmunition nicht verwertet und lagert noch immer alte Bestände, deren Beschaffung bis auf die 1960er-Jahre zurückgeht. Seither hat sie nicht vorrangig die alten Bestände aufgebraucht, sondern auch inzwischen neu beschaffte Gewehrmunition verwendet.

AlexBenesch
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