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So infiltrierten britische und amerikanische Agenten die rechte Szene Deutschlands

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Die Verhaftungen von Personen, die in der Presse als „Reichsbürger“ bezeichnet werden, werden zu gerichtlichen Prozessen führen, in denen manches Beweismaterial vielleicht unter Verschluss bleiben wird. Dies ist typisch bei terroristischen Anklagepunkten. Verdeckte Ermittlungstaktiken und vor allem der Einsatz von Informanten sind Standard, aber auch rechtlich heikel. Verteidiger pochen gerne darauf, dass Informanten eine Rolle als Provokateure eingenommen hätten. Auch die Verwendung von digitalen Überwachungsmaßnahmen ist rechtlich umstritten.

Theoretisch kann sich der Verfassungsschutz von ausländischen, „befreundeten“ Geheimdiensten helfen lassen und eine Grauzone nutzen. Bei islamistischen Terrornetzwerken bewegen sich Akteure, Informationen und Geldströme über Landesgrenzen hinweg und man hörte immer wieder von deutschen Funktionären, dass man „wertvolle Hinweise“ erhalten habe von internationalen „Partnern“. Diese Partner sind offiziell auf deutschem Boden nur sehr begrenzt tätig, aber wer kennt schon das gesamte Ausmaß? Was ist, wenn der britische Geheimdienst als Mittelsmänner konservative Geschäftsmänner verwendet oder Adelige, deren Familien seit Jahrhunderten auch auf deutschem Boden aktiv sind? Im Zweifelsfall kann der Mittelsmann sich zurückziehen und verschwinden; außerhalb der Reichweite der deutschen Behörden.

Die Völkische Szene

In den 1800er Jahren waren deutsche Territorien im Umbruch: Die Bauern-Leibeigenschaft endete, der Industriekapitalismus formte sich und die Menschen begannen zunehmend, sich politisch zu beteiligen. Die völkisch-rechte Szene hatte viele verschiedene Organisationen und polemisierte über eine vermeintliche jüdische Weltverschwörung durch winzige Clans wie die Rothschild, die in Wirklichkeit nur für das britische Imperium arbeiteten. Die Finanziers und oft die prominenten Gesichter der völkischen Gruppen waren oft Adelige aus den Kreisen von Welfen, Wettinern und Reginaren, die das britische Reich kontrollierten. Wie groß die Spionagenetzwerke waren und welche Bedeutung diese in der späteren Nazizeit hatten, wurde nie wirklich erforscht.

Der Verfassungsschutz

Das Bundesamt für Verfassungsschutz wurde am 7. November 1950 durch die Initiative der Alliierten Hohen Kommissare John Jay McCloy, Ivone Kirkpatrick und André François-Poncet geschaffen. Der Aufbau in der Gründungsphase wurde von den Sicherheitsdirektoren der Hohen Kommissare bis in Details gelenkt. Man kann sich vorstellen, dass die Siegermächte eine langfristige Kontrolle über den deutschen Geheimdienst anstrebten.

Ivone Kirkpatricks Mutter war ehemalige Brautjungfer von Königin Victoria, und ihr Großvater Henry Hardinge, 1. Vicomte Hardinge, diente in den Kabinetten von Wellington und Peel und war späterer Generalgouverneur der Kolonie Indien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigte die NATO Westdeutschland als antikommunistisches Land und folglich entstanden ultra-rechte Stay-Behind-Netzwerke, die immer mehr Kämpfer rekrutieren und ausbilden sollten für den Fall einer sowjetischen Invasion. Die Stay-Behind-Strukturen waren aber eher eine Art überwachtes Sammelbecken, um immer zu wissen, was die rechte Szene trieb.

Die NPD

Adolf von Thadden, der Gründer der NPD, wurde als V-Person des britischen Geheimdienstes MI6 enttarnt. Immer wieder wurde innerhalb Deutschlands die Rolle ausländischer Geheimdienste verschwiegen in dem Zusammenhang.

1946/47 war Thadden bereits für die britische Militärregierung landwirtschaftlicher Treuhänder. Der britische Geheimdienst traf sich später regelmäßig mit ihm in einem der Hotels in der Nähe des Hauptbahnhofs von Hamburg. Der Verfassungsschutz wurde darüber im Dunklen gelassen.

Hans Josef Horchem, damals Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in Hamburg, erinnert sich daran, dass MI 6 seine Operationen wie eine alte Kolonialmacht auch in der Bundesrepublik weiterführte – allen Gesetzen und Abmachungen zum Trotz.

Die britischen Akten zu ihm bleiben unter Verschluss. Möglicherweise hatte man ihm vorgegaukelt, adelige britische Kreise sympathisieren mit ihm und brauchen ihn zur Eindämmung des Kommunismus.

DVU

Seit 1951 war Gerhard Frey als freier Mitarbeiter für die Deutsche Soldaten-Zeitung aktiv, die in jenem Jahr von früheren Wehrmachtsoffizieren mit amerikanischer Unterstützung als NATO-Propaganda gestartet worden war. In einem amerikanischen Internierungslager hatten sich der ehemalige NSDAP-Kreisleiter Holland Helmut Damerau, der Wehrmachtsoberst und Landrat von Stendal Heinrich Detloff von Kalben, der Oberst der Waffen-SS Joachim Ruoff und der General der Waffen-SS Felix Steiner 1950 bereit erklärt, eine Zeitung zu fabrizieren für einen „antibolschewistischen deutschen Verteidigungsbeitrag“ und Werbung für einen NATO-Beitritt. Geld dafür kam u.a. von der CIA. Das Blatt wurde später zu Freys “National-Zeitung”. Frey wurde der bedeutende Mann der Partei DVU.

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