Twitters geheimes Shadow-Banning enthüllt

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Eine neue #TwitterFiles-Veröffentlichung zeigt, dass Teams von Twitter-Mitarbeitern Blacklists erstellten, verhinderten dass unerwünschte Tweets im Trend erscheinen, und die Sichtbarkeit ganzer Konten oder sogar Trendthemen aktiv einschränkten. Alles im Geheimen, ohne die Benutzer zu informieren.

Prinzipiell war Twitter ein Privatunternehmen, das Gewinne erwirtschaften musste. Da die Gewinne zustande kamen durch Werbepartner, mussten grundlegende Entscheidungen getroffen werden, welche Inhalte auf Twitter dominieren sollen. Das unterscheidet sich im Wesentlichen nicht von einer großen Zeitung wie der NY Post oder der NY Times. Die Post ist eher rechtskonservativ, die Times links. Diese Ausrichtung ist die Entscheidung der Besitzer der Zeitungen. Niemand kann verlangen, dass bestimmte, politisch gefärbte Beiträge dort erscheinen.

Bei Twitter erscheint jedoch nicht eine überschaubare Zahl an Beiträgen pro Tag, die exakt durchgeplant und abgesegnet sind durch leitende Redakteure. Sondern es ist wie ein klassisches PHP-Forum von vor 20 Jahren, wo jeder posten kann und die Berge an Daten irgendwie moderiert werden müssen. Schaut man auf eine kleinere rechte Social-Media-Plattform wie Bitchute, findet man dort (allerdings nicht mehr von deutschen Besuchern) auch Neonazi-Inhalte. Welcher große Werbepartner soll hier anbeißen? Selbst generelle Inhalte aus dem Republican-Spektrum sind nicht mehr zu unterscheiden von gewöhnlichen Verschwörungsmedien. Ohne wirkliche Kompetenz werden ständig Sensationen behauptet, weil das Publikum danach giert. Große Werbekunden bleiben so aus.

Niemand hat die Menschen da draußen gezwungen, sich von wenigen Social Media-Plattformen abhängig zu machen. Jeder kann heute irgendwo eigene Webseiten und Videos hosten lassen. Jeder kann interessante Tipps per E-Mail an seine Kontakte senden.

Als Twitter haufenweise Nutzer rauswarf und Themen blockierte, hieß es dass das Unternehmen irgendwie verpflichtet sei, genauso viel Meinungsfreiheit einzuräumen wie es die Verfassung und die Bill of Rights tut. Twitter finanziert sich aber nicht aus Steuergeldern. Man kann leider nicht Vorzüge beanspruchen und die Nachteile der Idee komplett ignorieren. Viele große TV-Sender und Zeitungen werden neben Werbeeinahmen auch querfinanzier von Milliardären und deren anderen Unternehmungen. Wer bezahlt, kann die Linie vorgeben.

Twitter muss sich auch unter Elon Musk irgendwie finanzieren. Man kann nicht jeden Tag heftige Verluste einfahren. Wenn Leute aus dem rechten Spektrum unbedingt auf Twitter aktiv sein wollen, muss irgendjemand Geld an Twitter zahlen. Ein Abo-Modell das vorgeschlagen wurde, sind die 8$ für die blaue Checkbox und weitere Features. Falls das funktioniert, ist das neue Musk-Twitter stabil und rentabel. Die aktivsten Nutzer posten dann im Wesentlichen alle das Gleiche. Diese Sichtweisen findet man oft 1:1 genauso bei traditionellen Medien wie FOX News oder der NY Post. Ob letzten Endes dabei mehr Wähler für die Republican Pety herausspringt, ist zweifelhaft. Gerade MAGA-Kandidaten verloren häufig bei den Midterms. Über eine Million Amerikaner ist gestorben durch Covid. Die allermeisten Amerikaner kennen direkt oder über ein, zwei Ecken jemanden, der verstorben ist.

Und dann ist im Hintergrund von Social Media noch der Staat involviert. Egal wer im Weißen Haus sitzt. Das Heimatschutzministerium und das FBI wollen Einfluss nehmen und wie groß dieser tatsächlich ist, ist geheim. Parteipolitisches Gezänke ist oft eine fatale Zeitverschwendung, weil die beiden Parteien eine Art heimliches Kartell bilden und letztendlich nur die Interessen der Oberschicht vertreten.

Dr. Jay Bhattacharya von Stanford argumentierte, dass Covid-Lockdowns Kindern schaden würden. Twitter setzte ihn heimlich auf eine „Trends Blacklist“, die verhinderte, dass seine Tweets im Trend lagen. Bei einer neuen Pandemie ist klar, dass kein Experte der Welt von Anfang an das perfekte Handbuch hat, um darauf zu reagieren. Ist ein Virus zu gefährlich, als dass man ihn ignorieren kann, wird erst recht ein republikanisch-konservatives Weißes Haus alle möglichen Fäden ziehen, um das Problem schnellstmöglich einzudämmen, bevor noch ein zweites Problem dazukommt. Impfungen bei Pandemien einzusetzen, ist genauso Standard, wie der Einsatz von Löschwasser bei der Feuerwehr. auch wenn Löschwasser nicht jeden Brand sofort wegzaubert.

Der Talkshow-Moderator Dan Bongino bekam intern bei Twitter die Markierung „Search Blacklist“ verpasst. Was wohl bedeutet, dass man mit Suchbegriffen zu irgendwelchen Themen seltener oder gar nicht mehr auf seine Tweets stieß.

Twitter hatte den Account des konservativen Aktivisten Charlie Kirk auf „Do Not Amplify“ gesetzt. Damit geht einer der wesentlichen Gründe, auf Social Media zu posten, verloren.

Twitter bestritt, solche Dinge zu tun. Im Jahr 2018 sagten Vijaya Gadde (damals Head of Legal Policy and Trust) und Kayvon Beykpour (Head of Product) von Twitter: „Wir machen kein Shadowbanning.“ „Und wir shadow-bannen sicherlich nicht auf der Grundlage politischer Standpunkte oder Ideologien.“

Führungskräfte und Mitarbeiter von Twitter nennen es hingegen „Sichtbarkeitsfilterung“ oder „VF“.
Die Gruppe, die entschied, ob die Reichweite bestimmter Benutzer eingeschränkt werden sollte, war das Strategic Response Team – Global Escalation Team oder SRT-GET. Es wurden oft bis zu 200 „Fälle“ am Tag bearbeitet.

Dann gab es die „Site Integrity Policy, Policy Escalation Support“, bekannt als „SIP-PES“.
Zu dieser geheimen Gruppe gehörten der Head of Legal, Policy, and Trust (Vijaya Gadde), der Global Head of Trust & Safety (Yoel Roth), die späteren CEOs Jack Dorsey und Parag Agrawal und andere.

AlexBenesch
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