Die CIA wusste bereits 1981 alles über das kommende Gas-Fiasko

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Am 6. Juli 1972 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland mit der Sowjetunion den ersten richtigen Liefervertrag. Vorher hatte es nur begrenzte Geschäfte gegeben. Die Sojus-Pipeline für die vereinbarten Lieferungen war da noch nicht einmal gebaut. Erst Im Oktober 1973 erreichte sibirisches Erdgas dann die Bundesrepublik. 1978 strömte mehr sowjetisches Gas durch dieses Großprojekt. Danach kam die Forderung in der DDR und UdSSR nach einer neuen Erdgastrasse von Urengoi in Sibirien ausgehend. Baubeginn war 1982. Dieses Projekt war der US-Regierung, der CIA und Reagan zunächst ein Dorn im Auge.

Das vorgeschlagene Projekt, das etwa 1986 abgeschlossen werden sollte, ist für die Sowjets lebenswichtig und für die Westeuropäer wichtig. Die zunehmenden Gasexporte sind Moskaus einzige größere alternative Quelle für harte Währung. Ohne die aus dem Pipeline-Deal erwarteten Profite müsste Moskau die Importe westlicher Maschinen und anderer Güter stark reduzieren.

Die westliche Technik, die die UdSSR mit harter Währung einkaufen musste, beinhaltete zahlreiche „Dual Use“-Produkte, die notwendig waren für die Herstellung von Rüstungsgütern. Hätte man nichts mit den Kommunisten gehandelt, wäre deren militärisch-industrieller Komplex kollabiert und der NATO wäre der Hauptfeind und die Existenzberechtigung weggebrochen.

Darüber hinaus fördert das Projekt die sowjetischen Ziele, Westeuropa in eine engere politisch-ökonomische Beziehung zu bringen.

Bei der CDU und SPD gab es genügend Personen, die der UdSSR auch politisch entgegenkommen wollten.

Selbst Cutoffs sind nicht ohne Präzedenzfall. Die Sowjets unterbrachen 1948 die Öllieferungen nach Jugoslawien, nach Israel 1956 und in den frühen und mittleren 1960er Jahren nach China. In allen drei Fällen sah sich Moskau mit viel weniger schwerwiegenden Folgen konfrontiert, als es bei der europäischen Pipeline der Fall wäre.

Dieser Punkt ist nun erreicht, da durch Nordstream 1 nichts mehr nach Deutschland fließt und Nordstream 2 auf Eis liegt.

Westeuropäische Regierungen sehen in der verstärkten Nutzung von Soviel-Gas ein akzeptables politisches Risiko. Westeuropa betrachtet die UdSSR als verlässlicheren Lieferanten als viele alternative Quellen.

Ein akzeptables Risiko? Vielleicht was die reine Gaslieferung anbetrifft, aber nicht die Profite die Russland einstrich, um damit sein Militär und seine Geheimdienste zu bezahlen. Der Ukraine-Krieg aktuell wäre so nicht möglich gewesen ohne ständige Überweisungen aus Deutschland für Gas.

Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Sowjets versuchen werden, die sich entwickelnde Erdgasbeziehung subtil auszubeuten. Die Auswirkungen eines solchen Drucks würden abhängen von: (1) dem Zusammenhalt und Willen Westeuropas und der NATO und (2)
Fortschritte in den nächsten Jahren durch Westeuropa bei der Installation von „Rückversicherungen“ in Form von strategischen Reserven und Brennstoffersatzkapazitäten.

Deutschland sitzt auf erheblichen eigenen Gasvorräten, die fast überhaupt nicht gefördert werden. Es wäre vor allem für die Bundesrepublik absolut naheliegend gewesen, durch Probebohrungen und das Hinzuziehen von Experten für Fracking aus Amerika eine Liste an Förderorten zu erstellen für den Notfall, um den Ausfall russischer Lieferungen auszugleichen.

Die westeuropäischen Länder unternehmen Schritte, um sich vor sowjetischen Versorgungsunterbrechungen zu schützen. Es sind jedoch zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um das erforderliche Polster bereitzustellen, um böse Rückschläge im Falle einer vollständigen sowjetischen Abschaltung zu vermeiden.

Solche zusätzlichen Maßnahmen wären ggf. geheim, um nicht vorab die Russen zu verschrecken.

Die geplante Erdgaspipeline von Sibirien nach Westeuropa ist das größte jemals ausgehandelte Ost-West-Handelsprojekt.
Das Gasexportprojekt umfasst den Bau einer Fernleitung vom Gasfeld Jamburg in Westsibirien nach Westdeutschland über eine Entfernung von rund 5.000 Kilometern. Obwohl keine Kreditvereinbarungen getroffen wurden, scheinen die Sowjets vielleicht 16 Milliarden an westlicher Finanzierung bereitgestellt zu haben. Das Gaspipeline-Projekt würde für die Sowjets eine finanzielle Goldgrube darstellen.

Es war eine Rundumversorgung, mitten im Kalten Krieg: Der Westen stellte Präzisions-Material, Ausrüstung, die Finanzierung und die Kundschaft.

Die Aussichten für sowjetische Einnahmen aus anderen Exporten als Öl und Gas sind düster. Einige der eher traditionellen Exporte von Rohstoffen – Holz und Metalle – sind rückläufig. Das Abkommen würde es der UdSSR ermöglichen, Ausrüstung für die Gasförderung und den Gastransport nach westlichem arktischem Design zu kaufen.

Während Erdöl die dominierende Energiequelle in Westeuropa war und leicht zu transportieren und zu speichern, wurde Erdgas immer wichtiger für das Heizen von Wohnungen, Kochen und die Industrie.

Diese Pläne würden den Anteil von Soviet-Gas am gesamten westeuropäischen Gasverbrauch von etwa 10 Prozent auf etwa 25 Prozent mehr als verdoppeln. Die wichtigsten Zuwächse wären in Westdeutschland (von 14 auf 29 Prozent)

Unzweifelhaft sollte mit dem neuen Pipeline-Projekt das tatsächliche Stadium einer deutschen Energieabhängigkeit von Russland erreicht werden. Interessanterweise fanden in demselben Zeitraum, in dem die Amerikaner ihren Widerstand gegen die Pipeline aufgaben, Geheimverhandlungen zwischen Washington und Moskau statt. Ex-Kanzler Gerhard Schröder meinte vor wenigen Monaten im Interview mit der NY Times, die Pipelines seien der „Preis der Wiedervereinigung“ gewesen. Der gesamte Umfang der Verhandlungen, dass Deutschland beispielsweise wiedervereinigt wird und in der NATO verbleiben darf, ist immer noch geheim.

Sowjetisches Gas würde auf etwa 6 Prozent des gesamten westeuropäischen Primärenergieangebots steigen. Die Abhängigkeit von sowjetischen Erdgaslieferungen kann sowohl aus technischer als auch aus politischer Sicht riskant sein.

Es ist nicht nur die Gefahr, dass Moskau über technische Probleme lügt, um westeuropäische Länder einzuschüchtern. Sondern die Russen waren enorm inkompetent, tausende Kilometer Pipeline zu verlegen, trotz westlicher Rohre und westlicher Geräte.

Angesichts des schwierigen Geländes, der großen Entfernung und des hohen Bedarfs an Ausrüstung ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es aus rein technischen Gründen von Zeit zu Zeit zu Versorgungsproblemen kommt. Die bisherigen Aufzeichnungen über sowjetische Gaslieferungen belegen dies.

Der Westen erhält Gas, was man auch von woanders beziehen oder selbst fördern kann, unter erheblichem Ausfallrisiko. Der Osten erhält Technik, Gewinne und die Anschub-Finanzierung.

Tatsächlich sinkt die Produktion aufgrund widriger Winterbedingungen oft, wenn die Lieferungen am dringendsten benötigt werden.
Rohrbrüche und Ausfälle der Kompressorstationen sind wahrscheinlich, selbst wenn westliche Ausrüstung verwendet wird.

Moskau siehe eindeutige politische Vorteile in der voraussichtlichen Erdgasvereinbarung, abgesehen vom Versuch einer direkten Hebelwirkung durch eine Gasabschaltung. Das Ziel dieser sowjetischen Bemühungen bestehe darin, die Legitimität der sowjetischen außenpolitischen Ziele in den Augen der Westeuropäer zu erhöhen und sie davon zu überzeugen, US-geführte oder koordinierte „antisowjetische“ NATO-Initiativen als unnötig oder störend für einen günstigen Status quo anzusehen.

Genau an dem Punkt sind wir seit 1991. Je mehr Gas verkauft wurde, umso stärker wurden die politischen Zugeständnisse.

Zwei Themen, auf die die UdSSR versuchen könnte, Einfluss zu nehmen, indem sie ihren potenziellen Einfluss auf Erdgas als Teil umfassenderer diplomatischer Bemühungen nutzt, sind westliche Wirtschaftssanktionen und die militärische Modernisierung der NATO.

Anscheinend nahmen die USA eine politische Polarisierung in Westeuropa bis zu einem gewissen Grad in Kauf, um die Menschen beschäftigt zu halten.

Andere westeuropäische Länder mit heimischer Produktion könnten sich dafür entscheiden, zusätzliche produzierende Quellen zu bohren, die im Falle eines Mangels genutzt werden könnten.

Wie bereits erwähnt hätte es aus Sicht der USA Sinn ergeben, in ganz Deutschland zu ergründen, wo man im Ernstfall mit überschaubarem Aufwand schnell Bohrungen und Fracking durchführen kann. Diskrete Experten von amerikanischen Großkonzernen gibt es zuhauf.

Das Verlegen von Leitungen mit großem Durchmesser über Tausende von Kilometern, insbesondere über eisbedeckte Berge, Sümpfe und Permafrost, schafft ein großes Potenzial für Konstruktionsfehler und Betriebsbelastungen. Der Bau von Permafrost war für die Sowjets besonders problematisch. Alle aus Sibirien kommenden Gaspipelines müssen Hunderte von Flüssen und Schluchten durchqueren, was die Belastung der Pipeline erhöhen kann.

Dazu kommt noch Schlamperei:

Die Sowjets verschlimmern die Sache, indem sie den Leistungsstandards wenig Aufmerksamkeit schenken. Planerfüllung und Gehaltsprämien für Pipeline-Teams basieren auf der Masse der verlegten Rohre und nicht auf der Qualität der geleisteten Arbeit. Infolgedessen werden hochwertige westliche Rohre häufig durch unvorsichtige Handhabung beschädigt und dann vor der Installation monatelang freigelegt, was ihre Korrosionsbeständigkeit verringert. Verbindungen wurden unsachgemäß verschweißt und im Permafrost vergraben, wodurch das Rohr durch Auftauen und Gefrieren des Bodens mehr Belastung ausgesetzt wurde als nötig. Berichten zufolge verloren die Sowjets große Abschnitte der Hauptleitung entlang der Nordlichtroute aufgrund solcher fehlerhafter Installationsverfahren. Obgleich sich der Bau von Soviel-Pipelines im Permafrost während des letzten Jahrzehnts wahrscheinlich verbessert hat.

Unterbrechungen können Wochen und Monate der Ausfälle bedeuten:

Größere Pipelinebrüche können zu jeder Jahreszeit auftreten. Reparaturarbeiten an arktischen Abschnitten einer Hauptleitung im Winter würden mindestens mehrere Wochen dauern. Obwohl die Sowjets behauptet haben, sie hätten gelegentlich Pipelines innerhalb von ein oder zwei Wochen repariert. Sie erkennen an, dass die Norm viel länger ist. Der gefrorene Boden im Winter behindert die Bewegung von Reparaturfahrzeugen und die Lieferung neuer Rohre und Ausrüstung, aber diese Materialien kommen oft nur langsam vor Ort an. Es kann mehrere Monate dauern, bis ein ernsthafter Rohrbruch repariert ist, wenn er in aufgetautem Permafrost oder sumpfiger Tundra auftritt.

AlexBenesch
AlexBenesch
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