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Als Michael Moore die links-grüne Bewegung tödlich beleidigte. Als Links-Grüner

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Bild: New York City, 11/12/2016 | wasikphoto.com,Creative Commons Attribution 2.0 Generic

Kommentar

In seinem neuen Buch “The New Climate War: The Fight to Take Back Our Planet” schildert der berühmte Klimaforscher Michael Mann, dass konservative Lobbygruppen in den vergangenen Jahren ihre Zahlungen an Klimawandelskeptiker deutlich gekürzt hätten und sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, legislativ vorzugehen, um grüne Klimapolitik auszubremsen. Er kommt gar nicht darauf, dass „rechte“ Eliten von Anfang an genügend Geld und Netzwerke hatten, um die Klimaforschung zu kontrollieren, die linke politische Landschaft, und die grüne Bewegung.

Zumindest macht sich Mann in begrenztem Umfang Sorgen darüber, dass die Großindustrie vereinzelt versucht, über eine linke Schiene anzugreifen und Desinformation zu verbreiten:

Ein weiterer Fall betrifft Michael Moores kürzlich erschienenen Dokumentarfilm Planet of the Humans, der eine eine ganze Liste an irreführenden Fakten und schlechten Argumenten gegen erneuerbare Energien enthält. Eine Interessenvertretung der Branche, die als American Energy Alliance bekannt ist, gab Tausende von Dollar für die Förderung dieses Films aus. Konservative Stiftungen und Medienunternehmen tauchten plötzlich auf, um den Film zu unterstützen.

Also der Linke Michael Moore, der mit Filmen gegen das individuelle Waffenrecht und gegen die Bush-Administration große Karriere gemacht hatte, soll nun seine Seele verkauft haben und als Agent für die rechte Weltverschwörung arbeiten? Es scheint eher, als habe Moore einfach viel besser verstanden, in welchem Umfang sich die Superreichen inzwischen eingekauft haben in die grüne Bewegung.

Aus Moores Perspektive wiederum sei es suspekt, dass Öko-Aktivisten und grüne Lobbygruppen sich eingelassen hätten auf suspekte Milliardäre, Konzerne und große Familienstiftungen. Der Film dreht sich um die enttäuschenden Ergebnisse der grünen Politik aus den vergangenen Jahren; von Elektroautos deren Strom letztendlich doch in hohem Umfang aus Gas- und Kohlekraftwerken stammt, über Solarparks die nur wenige Haushalte versorgen können bis hin zu seltenen Erden, die in rauen Menge gebraucht werden für Windräder und Riesen-Akkus. Die geschlossenen Kohlekraftwerke werden ersetzt durch Gaskraftwerke, weil man ansonsten durch „erneuerbare Energien“ keine stabile Stromversorgung mit annehmbaren Preisen gewährleisten kann. Konzerne wie Apple und Tesla seien an normale Stromnetze angeschlossen trotz vollmundiger PR-Behauptungen und sogar der furchtbare Gigant Koch Industries würde sich einkaufen in „grüne“ Technologie. Anlagen für die Energieproduktion aus Biomasse verbrennen alte Autoreifen und anderen toxischen Müll. Der ehemalige Goldman-Sachs-Vertreter David Blood wünschte sich tausende Milliarden Dollars an grünen Investments für gigantische Profite. Bevor Al Gore seinen Film „Eine unbequeme Wahrheit“ veröffentlichte, plante er mit David Blood einen Umwelt-Investment-Fond. Diverse grüne Fonds halten Beteiligungen an Bergbauunternehmen, BlackRock, Halliburton, Exxon, Chevron, Gazprom usw.  

Der Produzent Michael Moore und sein Regisseur bei dem Film „Planet of the Humans“ sind beileibe nicht „rechts“ geworden und arbeiten nicht plötzlich für die große rechte Weltverschwörung, so wie Michael Mann es insinuiert. Moores Regisseur sagte hingegen unmissverständlich, dass die Umweltbewegung vom (Groß-)Kapitalismus übernommen worden sei. Genau das wird im Film gezeigt. Moore und sein Regisseur sind nach wie vor links und grün, aber sie dokumentieren, dass die existierende Öko- und Klimaschutzbewegung nicht das ist, was man sich erhofft hatte, sondern rigoros aufgekauft wurde vom „Kapital“, also der Oberschicht. Wie um Himmels Willen kommt der prominente Hockeyschläger-Klimaforscher Michael Mann auf die Verschwörungstheorie, Moore hätte sich kaufen lassen? Moores Film endet mit der eindringlichen Aufforderung, die Umweltbewegung den Kapitalisten/Milliardären wieder zu entreißen. Aber für Mann ist Moore ein Verräter, ein Überläufer, jemand der die heilige grüne Sekte verlassen hat und jemand der nun am „Krieg mit Desinformation“ teilnimmt.

Eine weitere fiese Taktik, die Mann zu erkennen glaubt, ist die Verbreitung von Weltuntergangs-Szenarien, so als ob es ohnehin zu spät sei, die apokalyptischen Folgen des Klimawandels abzulehnen. Es ist ironisch, dass man die Weltuntergangspropaganda der Klimawandel-Aktivisten nur ein bisschen weitertreiben muss, um die Zielgruppe der Propaganda zu verunsichern und passiv zu machen. Konservative Medien, so Mann, würden beispielsweise Leute wie Guy McPherson bewerben, denen man leider derzeit nicht nachweisen könne, direkt finanziert zu werden von der Industrie der fossilen Brennstoffe.  

AlexBenesch
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