Projekt INDECT kann „Relationship Mining“ und „Predictive Analytics“

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Der Skandal um Cambridge Analytica und die sogenannte Psychometrie, also das automatisierte Vermessen einer Persönlichkeitsstruktur anhand von Verhaltensweisen im Internet und speziell Social Media, ist fast schon wieder vergessen, obwohl die Technologie weiterhin existiert und verlockende Möglichkeiten bietet. Komplett vergessen ist das EU-Forschungsprojekt INDECT, das in exakt die gleiche Kerbe schlägt:

Ziel des INDECT-Projekts ist die Bündelung von Hard- und Software verschiedener Überwachungstechnologien. Mittels „Predictive Analytics“ und „Relationship mining“ sollen Risiken analysiert und Straftaten vorhergesehen werden. Dazu setzt man einerseits auf die Überwachung des Internets mit Hilfe von Suchmaschinen zum schnellen Auffinden von Bildern und Videos mithilfe von digitalen Wasserzeichen sowie automatisierte Suchroutinen zur Aufspürung von beispielsweise Gewalt oder „anormalem Verhalten“ sowohl im World Wide Web als auch im Usenet und in P2P-Netzwerken. Dabei wird auch versucht, die Computerlinguistik dahingehend weiterzuentwickeln, dass die Suchroutinen in der Lage sind, Beziehungen zwischen Personen sowie den Kontext einer Unterhaltung, z.B. in Chats, bei der Interpretation der Sprache mit einzubeziehen.

Durch die übermäßige Nutzung von Social Media haben Bürger dazu beigetragen, gigantische Datenbanken zu füllen und Algorithmen zu trainieren. Verbindet man theoretisch diese Datenbanken mit den Datenbanken der Strafverfolgungsbehörden, könnte man theoretisch mehr damit anstellen, als nur Vorhersagen zu treffen und die Gegenwart zu analysieren: Man könnte die Zukunft einer Person gezielt beeinflussen.

Die von der Piratenpartei mitgetragene Initiative „STOPP INDECT“ schrieb:

„INDECT ist das umfassendste Überwachungsprogramm, das je installiert werden sollte. Es umfasst nicht nur das Internet. Auch Menschen auf der Straße werden INDECT nicht entgehen. Was wie wirre Science-Fiction klingt, könnte ab 2013 schwer zu begreifende Wirklichkeit werden. Science Fiction war gestern. INDECT ist morgen. INDECT verbindet sämtliche Daten aus Foren, Social Networks (z. B. Facebook), Suchmaschinen des Internets mit staatlichen Datenbanken, Kommunikationsdaten und Kamerabeobachtungen auf der Straße. INDECT wird wissen, wo wir sind, was wir tun, weshalb wir es tun und was unsere nächsten Schritte sein werden. INDECT wird unsere Freunde kennen und wissen, wo wir arbeiten. INDECT wird beurteilen, ob wir uns normal oder abnormal verhalten.“

Eine als Reaktion auf die massive Kritik eingesetzte projektbezogene „Ethikkommission“ wurde teilweise wegen ihrer angeblich polizei- und industrienahen Zusammensetzung kritisiert. Die Kommission stellte im März 2011 fest, dass das Projekt „voll den ethischen Grundsätzen und Bestimmungen der EU entsprechen würde.“ In ihrer Stellungnahme hieß es, dass durch die projektgemäße Automatisierung der Auswertung der Videobilder das „Risiko des Missbrauchs der Daten geringer“ und dadurch letztlich die „Rechte des Individuums gestärkt“ würden.

Besonders kritisiert wurde unter anderem, dass Teile des Projekts der Geheimhaltung unterliegen. Im September 2010 wurden die Geheimhaltungsvorschriften verschärft.

Mit Auszügen aus wikipedia

AlexBenesch
AlexBenesch
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24 Kommentare

  1. Und nocheinmal teilen, für alle :

    http://wiki.piratenpartei.de/Hauptseite

    Ziele der Partei sind u.a.
    -Digitale Technologie wird unser Lebe maßgeblich bestimmen
    -einen „gläsernen Staat“ schaffen, der den Menschen dient
    -Freier Zugang zu Ergebnissen von Forschung und Entwicklung, die durch Steuergelder finanziert wurden, sollen selbstverständlich werden. Dadurch soll jedem Bürger der Zugang zu kostenlosen Informationen ermöglicht werden.
    -Die Infrastruktur des Internets muss ausgebaut werden

    Heho das klingt doch gut mMn.

    2Topic :
    ich finde dass viel zu krank,
    dieses Überwachungsgefängnis.

    „wie aktuelle Zahlen aus Großbritannien bewiesen haben, haben Überwachungskameras nahezu keinerlei Einfluss auf Kriminalität jeglicher Art“

    Da sieht man es ja 🙂

  2. Piratenpartei bereits seit 2009 gegen INDECT:

    http://wiki.piratenpartei.de/Taskforce_INDECT/Aktionen

    Es geht tatsächlich bereits um abweichendes Verhalten. Wer plötzlich unter einer Brücke stehen bleibt, der ist auffällig! Unglaublich! Ich erinnere mich gut: Wir wollten gerade einen Infostand machen und einer hat die „latest news“ mitgebracht: „INDECT“. Uns hat es die Sprache verschlagen. Naja, war wieder ne schöne Motivation sich wieder mehr reinzuhängen!

    Algorithmen können bereits jetzt ziemlich genau Videodaten auswerten. Und das mit handelsüblichen Computern.

    Tipps für Blogger:
    Richtet eine Zeitverzögerung für verfasste Texte ein. So können die Überwacher weniger gute Ableiche mit anderen Ereignissen durchführen.

    Ist kein Allheilmittel, aber irgendwo muss man anfangen!

  3. @lucifer – kenne das spiel und stimme dir voll und ganz zu. Auch in Hollywood (Propaganda)Filmen sind dauernd versteckte oder auch deutliche Hinweise auf die Aktivitäten der Hintertanen dieses Echt-Illuminati Spiel.

    @Blume – genau dieser blöde Umgangston von irgendwelchen Klugscheissern lässt mich manchmal denken: Eigentlich verdient das Pack nix anderes wie die NWO…sorry aber ich möchte nicht in einer Welt von zynischen elitaeren Oeko-NewAge-Spiessern leben – go Illumninati go!

  4. Eigentlich braucht man sich nur die Deus Ex Game-Reihe ensehen.
    Das Spiel hatte schon im ersten Teil etwas merkwürdig anziehendes, damals wusste ich nicht, was ich davon halten sollte.
    Heute bekommt man es eher mit der Angst zu tun, wenn man sieht, das wir genau dies alles durchleben und genau darauf zu steuern und immer noch denkt die breite Masse, „geiles Spiel“ oder „toller Film“.
    Es ist Zeit aufzuwachen!
    Es ist weder Spiel noch Film, uns wird tagtäglich mit solchen Dingen die Warheit vor Augen geführt und nur die wenigsten bemerken es.
    „Ihr habt Augen um zu sehen, seht aber doch nichts.
    Ihr habt Ohren um zu hören, hört aber doch nichts.“
    So oder so ähnlich war das doch…wie wahr…immer noch, leider.

    • Das wundert mich nicht so sehr,denn Autoren haben meist feine Sinne für das was in der Umwelt geschieht, und deshalb nehmen sie wohl des öfteren in ihren Fiktionen Realitäten,mal mehr mal weniger bewusst oder unbewusst,wahr und verarbeiten diese dann in den jeweiligen Genres.

  5. Das schlimme ist das für die meisten Durchschnittsbürger das alles solange für Sciencefiction klingt. Bis sie irgendwann und irgendwo mal selbst in Kontakt geraten mit diesem schönen System. Dann ist alles schon zu spät um in irgendeiner form dagegen anzugehen oder zu versuchen sich gegen diese Entwicklung zu stellen. Das schönste ist das jeder einzelne mit seiner Hände arbeit mit den Steuern und Abzügen dies alles auch noch Finanziert…obs ihm passt oder nicht…. Oh Kinder ihr könnt stolz sein auf das was eure lieben vorfahren euch hinterlassen werden…Viel spass in der neuen Welt…

  6. „Hier geht es nur darum die Sklaven wissen zu lassen, wer ihre Herren sind, es ist ein Psychospiel, aufgebaut um die Herr/Sklave-Beziehung zwischen Staat und Individuum abzugrenzen und zu verstärken“

    Stimmt so nicht ganz. Die Entwicklung, die Produktion und der Handel mit Überwachungstechnologie ist ein noch junges und als sehr vielversprechend geltendes Geschäftsfeld. Aus der Überwachunstechnologie lassen sich noch andere Ableitung herstellen, die etwa für die Robotik oder die Kybernetik in Verkehrssystemen von Bedeutung sind. Das Besondere: Der Staat wie die privaten Betreiber von Überwachungssystemen können eine schöne Stange Geld damit verdienen, indem sie den Waren-Industrien, ihren zuliefernden Anhängseln wie der Werbeindustrie und den Marktforschungs-Instituten die Daten liefern, auf die sie sehnsüchtig warten – personifizierbare und statistisch erhebbare sekundengenau aufgezeichnete menschliche Verhaltensmuster.

    Dass dies auch politisch zur Lenkung der in Gesellschaften lebenden Menschen eingesetzt wird, bleibt dabei aber außer Frage, tritt aber, was die zu beobachtende leichte Etablierbarkeit der Systeme angeht, in den Hintergrund, denn diese geschieht vornehmlich aufgrund der Rendite-Verlockungen und, wie man das nennt, ‚wissenschaftlichen Herausforderungen‘.

  7. Die Indect Seite ist mal aus
    viellerlei Perspektiven interessant.
    Allein schon die Logos der Partner, sowie das Logo von Indect selbst sprechen Bände, für den Symboliker…
    Für den der den Überwachungsstaat fürchtet, für dem werden die Filme wohl Realität, ob es nun Terminator oder sonstiger Schund ist, wenn er denn mal auf der Seite liest…
    Die legen ja auch grad überall Glasfaserkabel, Supernetzwerke, für den anfallenden Datenstrom…
    Aus irgendeiner (wahrscheinlich Alex Jones Doku)Hirnwindung ruft es: „die da oben nutzen immer die Universitäten für ihre Zwecke…“

    Irgendwie schliesst sich der Kreis in diesem Projekt.
    Ein Glück das sich die Währungsunion wieder auf die Socken macht, und hoffentlich diesen entstehenden Apparat wieder aufreißt.
    Smokebomb, peace out.

  8. Quote:
    .. In our case we clearly understand abnormal behaviour as “criminal behaviour”, and especially as “behaviour related to terrorist acts, serious criminal activities (e.g.: murders, bank robberies, someone leaving the luggage in the airport with the bomb) or criminal activities in the Internet (e.g.: child pornography)”. ..

    Zitat: (grob)
    .. In unserem Fall möchten wir deutlich machen, dass wir abnormales Verhalten als „kriminelles Verhalten“ verstehen, wie „terroristische Aktionen“, sowie sonstige schwere Verbrechen (auch im Internet). ..

    Quelle: http://www.indect-project.eu

    PS: Das „FAQ“ etc. auf der Homepage sind alle typisch schwammig formuliert. Nach außen total scheinheilig, und den eigentlichen Plan dahinter kann man sich ja wohl denken!

  9. Ich glaube der Staat hat seine Aufgabe falsch verstanden. Er sollte uns nicht überwachen, sondern koordinieren.
    Und zwar so, dass das Leben darunter nicht leidet.

    Oder bin ich auf dem falschen Planet?

    • Jeremy Bentham war vielliecht in Wirtschaftlicherhinsicht liberal, aber nicht in allen anderen Bereichen. Im „Sozialwesen“ war er eher links, mit dem Wohlfahrtsstaat und auf rechtlicher Seite rechts. Sie dem Mann an als was du willst, aber damit die Libertären anzugreifen ist inkorekt.

  10. Zum Nachdenken:
    Freiheit in Ketten

    Ich sah der Menschen Angstgehetz; ich hört der Sklaven Frongekeuch.
    Da rief ich laut: Brecht das Gesetz! Zersprengt den Staat! Habt Mut zu euch! Was gilt Gesetz?! Was gilt der Staat?!
    Der Mensch sei frei! Frei sei das Recht! Der freie Mensch folgt eignem Rat:
    Sprengt das Gesetz! Den Staat zerbrecht! – Da blickten Augen kühn und klar, und viel Bedrückte liefen zu:
    Die Freiheit lebe! Du sprichst wahr! Von Staat und Zwang befrei uns du! – Nicht ich!
    Ihr müßt euch selbst befrein.
    Zerreißt den Gurt, der euch beengt! Kein andrer darf euch Führer sein. Brecht das Gesetz! Den Staat zersprengt! –
    Nein, du bist klug, und wir sind dumm. Führ uns zur Freiheit, die du schaust! –
    Schon zogen sie die Rücken krumm: O sieh, schon ballt der Staat die Faust! …
    Roh griff die Faust mir ins Genick des Staats: verletzt sei das Gesetz!
    Man stieß mich fort. – Da fiel mein Blick auf Frongekeuch und Angstgehetz.
    Im Sklaventrott zog meine Schar
    und schrie mir nach: Mach dein Geschwätz, du Schwindler, an dir selber wahr! Jetzt lehrt der Staat dich das Gesetz! —
    Ihr Toren!
    Schlagt mir Arm und Bein
    in Ketten, und im Grabverlies
    bleibt doch die beste Freiheit mein: die Freiheit, die ich euch verhieß.
    Man schnürt den Leib; man quält das Blut. Den Geist zwingt nicht Gesetz noch Staat.
    Frei, sie zu brechen, bleibt mein Mut – und freier Mut gebiert die Tat!

    Erich Mühsam Geboren 1878
    Gestorben 1934
    Erich Kurt Mühsam (* 6. April 1878 in Berlin; ermordet † 10. Juli 1934 im KZ Oranienburg) war politischer Aktivist, Anarchist, Publizist und Schriftsteller.
    Maria Lourdes http://www.weltkrieg.cc

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