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Bannon fliegt aus dem Weißen Haus, schwört Rache

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Kommentar

Steve Bannons Karriere im Weißen Haus ist am Ende und er kehrt zurück zu der Medienplattform Breitbart als „Executive Chairman“, wo nun der Krieg ausgerufen wurde gegen diejenigen Funktionäre im Weißen Haus, die zu der Globalisten-Fraktion um McMaster, Cohn und Kushner zählen.

Breitbart wähnt sich als publizistischer Vertreter derjenigen Wähler, die sich wegen der versprochenen „Amerika zuerst“-Politik Trumps zu den Wahlurnen aufgemacht hatten. Editor Joel Pollak kündigte auf Twitter den Krieg an und Bannon selbst klarifizierte in einem Interview auf Bloomberg, dass er „gegen Trumps Feinde“ in den Krieg ziehe, ob nun am Capitol Hill oder anderswo.

Wenn Breitbart nun die Keule auspackt und sensible Informationen benutzt, die Bannon im Weißen Haus aufgeschnappt hat, riskiert Breitbart möglicherweise noch größeres Chaos in Trumps Administration und verschlechtert die Chancen für einen republikanischen Präsidenten 2020.

Mit der stark vereinfachten Denkweise, dass der „gute“ Trump gegen die „böse“ Fraktion um McMaster, Cohn und Kushner im Weißen Haus kämpft, können Leser und Wähler bei der Stange gehalten werden: Alle schlechten Entwicklungen werden den Globalisten angelastet, während der Präsident als letzte und alternativlose Hoffnung weiter unterstützt wird. Publikationen wie Breitbart oder Infowars wegern sich standhaft, ihren Lesern gegenüber einzugestehen, dass die Glorifizierung Trumps aus dem Wahlkampf völlig realitätsfremd gewesen war. Nun werden geschickt alle negativen Entwicklungen im Weißen Haus alleinig der Fraktion McMaster, Kushner und Cohn in die Schuhe geschoben, obwohl Trump diese Funktionäre bewusst in sein Boot hineingeholt hatte.

Der extrem einflusreiche konservative Medienmogul Matt Drudge twitterte seinen Support für Bannon und verfolgte auf seiner Nachrichtenseite in den vergangenen Monaten einen immer schärferen Kurs gegen das Weiße Haus.

Steve Bannon nannte kürzlich rechte Nationalisten „Verlierer“ und bezeichnete die Ultrarechten als „Clowns“. Er wolle lieber auf einen Wirtschaftskrieg gegen China setzen.

Es gibt jedoch auch nach über einem halben Jahr Amtszeit keinen einzigen überzeugenden Beleg dafür, dass Trump es jemals ernst gemeint hatte mit seinen „Amerika zuerst“-Slogans. Auch der nun angekündigte Handelskrieg gegen China, der zu einer Belebung der amerikanischen Industrie, aber auch zu einem Crash führen könnte, ist nicht unbedingt zwingend Trumps ureigene Agenda. Die amerikanischen Eliten erhöhen seit Jahren den Druck auf China, nachdem das kommunistische Reich Jahrzehnte lang vom Westen gefördert worden war.

Steve Bannon, ein Investmentbanker von Goldman Sachs, hat einen Master-Abschluss in Nationaler Sicherheit von der Elite-Universität Georgetown. 1983 erhielt er einen M.B.A. mit besonderen Ehren von der Harvard Business School. Zudem war er Offizier bei der US-Marine und seine Tochter studiert an der Militärakademie und hat den Rang eines Captain in der US Army. Es ist der typische Lebenslauf eines Establishment-Insiders.

2012 übernahm er den Chefposten der Mutterfirma der bekannten rechtskonservativen Webseite Breitbart. 2016 verließ er diesen Posten, um die Leitung von Trumps Wahlkampf zu übernehmen. Der einflussreiche Konservative Glenn Beck nannte Bannon einen Psychopathen und „Göbbels“. Breitbart habe sich komplett an Trump verkauft und hätte nur noch im Stil von FOX News berichtet. Der inzwischen verstorbene Andrew Breitbart würde sich im Grabe herumdrehen.

Der ehemalige FOX News-Chef Roger Ailes war ebenfalls ein Berater für Trump geworden

 

AlexBenesch
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