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Dezember, 4

Mehr Chaos in den Kommunen oder Großstädten beim Blackout?

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Die Wahrnehmung von Risiken im Hinblick auf Ausfälle der Infrastruktur könnte nicht unterschiedlicher ausfallen: Die Hardcore-Prepper wähnen den bevorstehenden Weltuntergang und ihnen ist keine Vorbereitung gut genug. Wenn jemand aus der Szene in einem Forum von seinem neuen Geländefahrzeug schreibt, wird er zugeschüttet mit Einwänden, dass ihm sicherlich der Sprit ausgehen werde und er auch aus andere Gründen steckenbleiben wird. Hat sich jemand einen Stromgenerator angeschafft, wird er belehrt, dass er nur mit größtem Aufwand verhindern könne, dass marodierende Banden den Betrieb hören können. Nichts ist jemals gut genug. Man kann als Bürger nicht alle Eventualitäten einplanen, so als sei man im Planungsstab des Pentagons.

Das andere Extrem sind die gewöhnliche Steuerzahler, die überhaupt gar keine Vorbereitungen treffen und davon ausgehen, dass Vater Staat sich schon kümmern werde.

Zwischendrin gibt es noch diejenigen mit überschaubaren Vorbereitungsmaßnahmen, die sich nicht sicher sind, ob es ausreichen wird oder schon zuviel ist, sodass einen die Nachbarn schräg finden.

In den allermeisten Fällen wird man es nicht mit dem Weltuntergang oder einem Szenario wie in den Mad-Max-Filmen zu tun haben. Ausfälle der Infrastruktur müssen nicht zwingend über einen zusammenhängenden Zeitraum geschehen. Stattdessen kann über Wochen und Monate immer wieder abwechselnd unterschiedliche Infrastruktur funktionieren und nicht funktionieren.

Für den einzelnen Bürger ist die konkrete Gefahr also nicht das Verhungern oder Gegessen-Werden von Zombie-Horden, sondern der gesteigerte Beschaffungsaufwand. Es ist das Entropie-Prinzip: Jeder einzelne Trip zu einer Ausgabestelle für Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente und Sonstiges steigert das Potenzial für Probleme. Wie läuft der Transport ab? Zu Fuß über Kilometer? Was ist, wenn man bei vereistem Boden eine Verletzung zuzieht? Was ist wenn man vom Fahrrad fällt? Was ist, wenn man mit dem Auto einen Unfall erlebt oder stehenbleibt? Es kommt nicht unbedingt ein Krankenwagen oder der ADAC. Was ist, wenn man sich von geschwächten Personen Viren einfängt und selbst krank wird? Wie will man die verlorene Zeit wettmachen und sich um andere Aufgaben kümmern? Inwiefern produziert der Zeitmangel weitere Fehler?

Viele werden die Zahl ihrer Trips reduzieren wollen mit irgendwelchen heiklen Strategien, wie etwa der Kauf von privaten Quellen oder den Versuch, fragwürdiges Wasser zu trinken. Dabei kann der einzelne nicht unbedingt abschätzen, ob die Ware schon verdorben ist und zu weiteren Problemen führt, die vielleicht nicht gelöst werden können.

Das heißt, man stirbt nicht an einer Zombieapokalypse oder einem Atomkrieg, sondern an Dingen, die eigentlich leicht hätten vermieden werden können. Die Prepper haben sich oft versteift auf die Vorstellung, auf dem Land sei man eher sicher und die Städte seien brandgefährlich. So eindeutig ist das nicht. Die Großstädte haben als Wohn- und Industriezentren Priorität für den Staat und können bevorzugt behandelt werden. Strom und Leitungswasser könnten schneller wieder funktionieren und es gibt mehr Streifen von Sicherheitskräften. Auf dem Land hingegen besteht die Gefahr, dass man hintenansteht in jederlei Hinsicht.

Recherchen von Report Mainz zeigen aktuell, dass Kommunen schnell überfordert sind. Die Hälfte der befragten Städte und Landkreise gab an, überhaupt nicht über einen Strom-Notfallplan zu verfügen. Fast die Hälfte gab an, dass man nicht einmal Notbrunnen hat.

Zuständig heißt es, seien die Bundesländer. Nicht die Bundesregierung. Nach einer größeren Problemsituation kann also der Schwarze Peter hin- und hergeschoben werden.

Die Bundesländer wünschten sich am vergangenen Freitag im Bundesrat einen zehn Milliarden Euro schweren Fördertopf vom Bund für den Bevölkerungsschutz. Stattdessen kürzt die Ampelkoalition mitten im Ukrainekrieg den Katastrophenschutz. Zudem gab es wenig überzeugende Ankündigungen über neue Sirenen und Warn-SMS-Botschaften. Baden-Württemberg selbst gibt nur 8,8 Millionen Euro aus, also gemessen am Gesamthaushalt des Landesinnenministeriums gerade mal 0,23 Prozent.

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