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Amazons „Rings of Power“: Eine Show, um ganz Mittelerde zu trashen

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Rezension

Ist Amazons „The Lord of the Rings: The Rings of Power“ ein Woke-Reboot? Definitiv ja, soweit es sich von den bisher veröffentlichten beiden Episoden herauslesen lässt. Die Hauptfigur ist Galadriel, die in den bisherigen Verfilmungen von Peter Jackson lediglich als esoterische Wahrsagerin diente und kurz als Kämpferin in der Hobbit-Reihe. Sie ist nun, zeitlich während der Verschwörung um Saurons Ringe und den einen Master-Ring, eine Elite-Soldatin die als einzige zu begreifen scheint, dass Sauron sein großes Comeback plant. Sie wurde dahingehend bereits vergleichen mit Carrie Mathison aus „Homeland“.

Sie muss sich einem männlichen, weißen Elben-König unterwerfen, der an einem neuen Mega-Schmelzofen arbeiten lässt, was wohl irgendwie mit Saurons Ringen zu tun hat. Der Elben-König repräsentiert die männliche Korruptheit und Konservatismus, Galadriel hingegen feministischen Progress, denn sie widersetzt sich den Anweisungen, mitten auf dem Ozean, um nach Mittelerde zurückzuschwimmen. Ihr Freund Elrond ist ein privilegierter weißer Elf, der sich bequem mit dem Status Quo abgefunden hat. Aus freundschaftlichen, vielleicht sogar etwas romantischen Motiven heraus, behält er die Warnungen von Galadriel im Hinterkopf und macht sich zur Spezial-Mission auf, die Hilfe der Zwerge für den neuen Super-Schmelzofen zu gewinnen. Der Zwergen-König ist natürlich auch konservativ-korrupt und hat ein Geheimnis, bei dem es sich wohl um einen der Sauron-Ringe handelt. Man bekommt das Gefühl, dass seine Schwiegertochter (eine Afro-Zwergin) noch eine bedeutende heldenhafte Rolle spielen wird.

Ansonsten gibt es noch einen Afro-Soldaten-Elben, der nach einer langjährigen Besatzung inklusive der Spannungen mit der menschlichen Bevölkerung von seinen weißen Vorgesetzten nach Hause geschickt wird. Er soll nicht aus der Reihe tanzen, sondern einfach den Befehlen folgen und dafür locken dann Belohnungen und Privilegien. Aber natürlich tanzt er aus der Reihe und hat eine verbotene Romanze mit einer Menschenfrau und untersucht detektivisch seltsame Vorgänge, die natürlich auf Sauron zurückgehen. Schließlich bekommen wir noch Nori vorgesetzt von den nomadisch lebenden Haarfüßler-Hobbits, die konstant einen verdreckten Eindruck machen und sich stark unterscheiden von den erz-konservativen Hobbits aus den Peter Jackson-Filmen, die keinen Bock hatten auf Veränderungen und Abenteuer, sondern ihren Rasen pflegten.

Aber auch bei den Haarfüßlern wird erwartet, dass Nori sich in das Standardprogramm einfügt und keine neuen Dinge versucht. Selbstverständlich repräsentiert sie feministischen Progress und findet einen seltsamen Mann, der mit einem Kometen auf der Erde landet; wahrscheinlich ein Zauberer.

Tolkien wollte eine weiße britische Mythologie entwerfen, weil Britannien keine eigene hatte, sondern nur ausländische Mythen abkupferte. Sein Vater war Bank-Manager und er durfte an eine elitäre Schule und dann an Oxford. Den ersten Weltkrieg überlebte er und in zweiten war er zeitweise als Codebrecher vorgesehen. Er verstand, wie heikel Macht ist, und träumte von anarchistischen Ideen, aber er war dennoch kein typischer Linker. In „Lord of the Rings“ sind die entscheidenden Charaktere oft Adelige, Prinzen, irgendwie besonders.

Linke später interpretierten ihre Vorstellungen in seine Geschichten hinein. Eine bunte Multi-Kulti-Truppe, die es mit einem gleichgeschalteten, faschistoiden Empire aufnimmt. Als die Hobbit-Trilogie in die Kinos kam, maulten einige Rezensenten, dass es in der Geschichte sehr konservativ-reaktionär zugeht: Eine Gruppe weißer, männlicher Zwerge will ihr altes Königreich im Berg zurückerobern. Sie fühlen sich schon zu lange unterdrückt, ohne gebührenden Respekt. All das widerspricht der sogenannten marxistischen „kritischen Theorie“ die im Prinzip alles attackieren will, was als normal oder etabliert gilt. Alle Techniken der Diskriminierung werden eingesetzt, aber man behauptet, Diskriminierung sei nur dann gegeben, wenn eine etablierte mächtige Gruppe Mist redet über eine schwächere Gruppe. So will man alles irgendwie gleichmachen.

Wenn man aber eine Geschichte wie die von Tolkien adaptiert, mit der Absicht, alles Traditionelle zu trashen, dann ergibt sich das Problem, dass fast alles und jeder negativ dargestellt wird, man eigentlich fast keine Charaktere und keine Strukturen wirklich mag. Amazon will bis zu einer Milliarde $ dafür ausgeben, Mittelerde zu trashen. Klassisches Filmmaking besagt, dass das Publikum möglichst viele Charaktere, deren Motive und Strukturen mögen soll. In den Peter Jackson-Filmen ist Mittelerde ein Platz, in dem man trotz der Gefahren gerne leben möchte, ob nun als stolzer Ritter von Gondor, als cooler Strider, Magier, Elf oder Hobbit.

Von amazons Mittelerde will man eher Abstand halten. Man sieht keine stolzen Menschenritter, sondern frustrierte und fragwürdige Dörfler. Die Elben wirken wie ein ganz normales Empire und haben abgesehen von ihrer Natur und ihre Kunst nichts Anziehendes an sich. Die Haarfüßler-Hobbits wirken wie das totale Klischee von verdreckten Nomaden.

Die marxistische „kritische Theorie“ ist auch der Grund, warum JK Rowling inzwischen so schlecht wegkommt bei der Woke Crowd: Ihre magische Welt ist anziehend und fast alles darin ist letztendlich traditionell und beständig.

amazon verhält sich nicht wie ein Konzern, der Geld damit verdient, das Publikum zu bedienden, sondern eher wie eine sozialistische Regierung, die dem Volk eine bestimmte, politisierte Form der Kunst aufdrängt, koste es was es wolle.

Schauspieler und Charaktere

Es wurde von enttäuschten Zuschauern und Rezensenten gesagt, die Schauspieler seien richtig schlecht. Korrekt ist das nicht. Sie wirken wie kompetente Theater-Schauspieler, die in Hamlet gut aufgehoben wären. Aber für eine 1-Miliarde-$-Show ist das zuwenig. Da man nicht ständig eine teure Action-Szene nach der anderen produzieren kann, besteht die Serie aus viel Dialogszenen; also schaut man in Gesichter und lauscht Stimmen. Der Cast aus Peter Jacksons Trilogie funktionierte nicht deshalb, weil alle weiß waren, sondern weil man sehr interessante Stimmen und Gesichter aufbieten konnte. Elijah Woods Engel-Visage, Ian McKellens perfekte Klischee-Stimme, Karl Urban und Viggo Mortensens Drei-Tage-Bart-Ladykiller-Gesichter, Orlando Bloom für die jüngeren Dame im Publikum usw. Alles war darauf angelegt, dass man die Charaktere und ihre Gruppierungen mag. In amazons „Rings of Power“ mag man niemanden; auch nicht diejenigen die man gefälligst zu mögen hat laut der politisch-gesellschaftlichen Message. Für sich betrachtet sind Galadriel oder Nori oder Elrond mutige und opferbereite Figuren, aber es handelt sich nur um eine Fantasy-Story. Wenn ich kunst-befreite, echte Helden sehen will, dann kann ich mir jederzeit ukrainische Soldaten-Schicksale anschauen. Das Casting war, wie bei fast allen amazon-Produktionen ein Fehlschlag und man kann nicht hinterher den Kritikern vorwerfen, sie seien rassistisch.

Drehbuch

Es brauchte kein neu erfundenes Rad für die amazon-Serie, denn grob war ohnehin alles vorgegeben. Sauron als Bösewicht und eine neue Art Fellowship, die ihn bekämpft. Der eine Ring war immer nur ein Plot Device, ein McGuffin, eine Doomsday-Waffe wie sie inzwischen in unzähligen Science Fiction-Drehbüchern vorkommt. Es macht Sinn, die Origin-Story des einen Rings und der anderen Sauron-Ringe zu erzählen, weil es sonst kaum etwas gibt, das Kontinuität beinhaltet und nicht verblassen würde im Vergleich zu den Geschichten die wir bereits kennen. Es ist gewissermaßen spannend, wenn verschiedene Herrscher sich offenbar bereits eingelassen haben auf Saurons Ringe und gezielt alles sabotieren wollen, was sich der Agenda in den Weg stellt. Die Peter-Jackson-Trilogie in den kürzeren Kino-Editions dauert insgesamt rund 10 Stunden, was in etwa einer einzigen Staffel bei der amazon-Serie entspricht. amazon plant aber mehrere Staffeln und hier ergibt sich die Notwendigkeit, den vorhersehbaren und dünnen Plot gewaltig zu strecken. In dem ersten Jackson-Film ist das Pacing flott; man erfährt kurz die Backstory, dann schnallen Gandalf und Frodo dass sie den einen Ring besitzen, wir lernen dass Sauron bereits das Auenland im Visier hat und dann geht es auch schon los mit der gefährlichen Reise der Hobbit-Gruppe. In amazons Serie plätschert die Geschichte eher vor sich hin. Galadriel findet zwar in einer verlassenen Nordfestung Sauros Zeichen, aber das ist kein schlagender Beweis für irgendwas, also gehen die Elben erst einmal wieder nach Hause, wo wir dann wenig spannende Dialogszenen bekommen. Der Afro-Elf, der immer nur mürrisch und leer in die Gegend herumblickt, geht Spuren nach, von denen wir natürlich schon bereits wissen, wohin sie führen. Noris Subplot mit dem Asteroiden-Mann ist komplett bescheuert. Elrond könnte eigentlich schnell ein Meeting haben mit dem Zwergen-Prinz, aber stattdessen müssen wir zuerst einen dämlichen Steineklopfen-Wettbewerb ansehen und danach einen Dialog beim Essen mit der Afro-Gattin des Prinzen. Peter Jackson konnte noch, vor allem in den Extended Editions seiner Filme, sich die Zeit nehmen um Dinge zu zeigen aus Mittelerde, die die verschiedenen Gruppierungen noch sympathischer machten. Ob das Pfeifenrauchen von Longbottom-Leaf-Tabak, fröhliche Trinkrunden, oder ein Side-Quest. In der amazon-Sendung kann Galadriel nicht einfach ihre Fahrt nach Valinor ablehnen, sondern sie muss fast bis zum Ziel fahren, steif stehend wie in einem Gemälde von Kreuzrittern, dann ins Wasser springen, eine Weile schwimmen, dann ein Floß finden aus Trümmern von Leuten, deren Schiff von einem Riesen-Vieh angegriffen wurde, dass dann natürlich gleich nochmal angreift. Schlechte Drehbücher sind seit vielen Jahren das Top-Problem in der Filmindustrie. Man kann hier die Kritik nicht abblocken mit dem Verweis, dass irgendwelche Diehard-Tolkien-Fans nicht vollumfänglich bedient wurden.

Regie

Peter Jackson war nicht nur der angeheuerte Regisseur gewesen, sondern ein Diehard-Tolkien-Fanatiker, der das Filmprojekt durch seine Beharrlichkeit überhaupt erst möglich gemacht hatte. Wenn er sich verlassen musste auf einen 2nd Unit Director oder 3rd Unit Director, dann funktionierte das. Zusätzlich ist Jackson verantwortlich für Neuseeland als Location, für das Anheuern der Chef-Designer, und sogar für neue Effekt-Firmen wie Weta Digital.

Bei „Rings of Power“ machte J. A. Bayona die ersten beiden Episoden und anscheinend ist es im Folgenden ein Mischmasch aus Regisseuren, die hauptsächlich „Action“ und „Cut“ rufen, aber sonst wenig Einfluss besitzen. Ein Regisseur muss einfach frühzeitig merken, wenn Szenen langweilig oder anderweitig unattraktiv wirken. Die zweite Staffel, so wurde vorab enthüllt, hat ein komplett weibliches Regieteam.

Look

Hier kann amazon punkten. Es wurden gewisse, altbekannte Design-Elemente benutzt in Zusammenarbeit mit Warner, um eine visuelle Kontinuität zu haben. Die Cinematografie ist wirklich gut, auch abseits der teuren Effekt-Shots. Szenen ohne viele Computereffekte sehen beinahe aus, als wären sie auf 35mm gedreht worden. Fantasy-Filme, bei denen jeder Kostüme trägt und Kulissen aus bemaltem Styropor gefertigt sind und computergenerierte Elemente allgegenwärtig sind, ist es von Vorteil, wenn man mit 35mm-Film alles organischer und weniger künstlich aussehen lassen kann. Heutzutage ist es kein Problem mehr, den analogen Look fast komplett zu simulieren. Und damit ist jetzt nicht einfach nur Fake-Grain gemeint. Ein Großteil der Jackson-Trilogie war der Look von Mittelerde und hier konnte man nicht aus marxistischen Motiven heraus den Rotstift ansetzen.

Sound

Und hier ist der nächste Fail. Beziehungsweise der nächste Nebeneffekt der „kritischen Theorie“. Die Musik ist lustloser Einheitsbrei, und hin und wieder aufgeregtes Geschrammel. In Jacksons Filmen hatte jeder Gruppe noch ein eigenes Theme, das man sofort wiedererkennt und die jeweilige Gruppe noch attraktiver macht. Bei „Rings of Power“ soll man jedoch nur wenige Charaktere mögen dürfen, und so ist die Musik einfach nur da, weil es absurd wäre, keine Musik zu haben.

Magic-Faktor

Gleich null. Das ist das, was den meisten Zuschauern wohl innerhalb der ersten Minuten aufgefallen war. Ich kann nicht bewerten, ob für irgendjemanden ab 1 Promille Blutalkohol oder nach dem Konsum anderer berauschender Mittel die Experience irgendwie magisch wird, aber alles fühlt sich komplett tot an, als würde man eine mittelmäßige Doku sehen.

Ikonografie

Jackson hat alles Ikonografische bereits vorweggenommen und bei amazon sind nur Bruchstücke davon erhalten geblieben. Hießen die Serie und die Charaktere anders, würde das einem nicht auffallen.

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