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So bizarr ist der Okkultist Alexander Dugin

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Alexander Dugin, dessen Tochter kürzlich einem Bombenanscglag zum Opfer gefallen ist, vermarktete sich in den letzten Jahren als seriös wirkender Professor, Philosoph und als christlich-orthodox. Dabei hat er über Jahrzehnte hinweg Berge an Texten veröffentlicht, die ihn unmissverständlich als Okkultisten und Extremisten ausweisen.

Die „Pest-Götter“

Angesichts der COVID-Pandemie arbeitete er die scheinbar positiven Seiten des Massensterbens heraus. Anscheinend hat er sich von westlichen Bücher über Seuchen und Eugenik inspirieren lassen.

Ich beginne zu verstehen, warum in einigen Gesellschaften die Pestgötter verehrt und angebetet wurden. Die Ankunft der Pest ermöglicht eine vollständige Erneuerung der Gesellschaften. Die Epidemie hat keine Logik und verschont weder die Edlen noch die Reichen noch die Mächtigen. Sie vernichtet jeden wahllos und bringt die Menschen zu der einfachen Tatsache des Seins zurück. Die Pestgötter sind die gerechtesten. Antonin Artaud schrieb darüber und verglich das Theater mit der Pest. Der Zweck des Theaters besteht laut Artaud darin, mit aller möglichen Grausamkeit den Menschen wieder zu der Tatsache zurückzuführen, dass er ist, dass er hier und jetzt ist, eine Tatsache, die er beharrlich und konsequent zu vergessen sucht. Die Pest ist ein existenzielles Phänomen. Die Griechen nannten Apollon Smintheus „den Mäusegott“ und schrieben seinen Pfeilen die Macht zu, die Pest zu bringen. Hier beginnt die Ilias, wie jeder weiß. Das würde Apollo tun, wenn er sich die moderne Menschheit anschauen würde – Banker, Blogger, Rapper, Abgeordnete, Büroangestellte, Migranten, Feministen… das war’s.

Selbstverständlich legt er den Fokus auf die simple Verschwörungshyothese, dass die links-jüdisch-amerikanische Weltverschwörung den Virus losgelassen hätte:

Die „Pestgötter“ mögen sich als ganz bestimmte Vertreter der globalen Finanzelite erweisen, die die „Grenzen des Wachstums“ längst erkannt hat. Aber selbst in diesem Fall – vor allem, wenn dies nicht der Beginn eines vollwertigen globalen Völkermords ist, sondern nur ein Test – ist die Schlussfolgerung dieselbe: Diejenigen, die vorgeben, für menschliche Gesellschaften verantwortlich zu sein, sind nicht das, was sie zu sein scheinen.

Chaos-Magie

Seine Anhänger, auch im Westen, praktizieren ein sogenanntes „magisches Denken“. Gemeint ist der irrationale Aberglaube, dass bestimmter Aktivismus und die Verwendung spezifischer Symbole „Chaos-Magie“ seien.

Hauptsache Irre

Das Buch „Alexander Dugin und die rechtsextremen Netzwerke“ von Vladimir Ivanov zeigt, was wirklich hinter den Plänen für ein „Eurasien von Lissabon bis Wladiwostok“ steckt, und er demonstriert die irre Geisteshaltung, die sorgsam abseits der Öffentlichkeit kultiviert wird.

Ivanov zitiert ausführlich und gezielt aus den Publikationen der Eurasier um zu demonstrieren, dass deren Verschleierungstaktiken in der Öffentlichkeit die Konservativen täuschen und in eine ultimative Falle hineinlocken sollen, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Zu der europäischen neuen Rechten wird Dugin zitiert mit den folgenen Worten aus einem Interview von 1998:

„Sie ist ein Projekt, und wir [die russischen Funktionäre] sind die Architekten. Die Zukunft gehört wahrlich uns.“

Während die gewöhnliche russische Propaganda für das Ausland durch Lügen und Auslassungen den Eindruck zu erwecken sucht, Russland sei eine vernünftige, nach Frieden strebende Großmacht, argumentiert Dugin völlig anders. Er probiert erst gar nicht, Logik und Vernunft vorzutäuschen, sondern er argumentiert nach einer wirren Logik und nach okkulten Maßstäben.

Logik, Vernunft oder das Streben nach Frieden sind für ihn im höchsten Maße verachtenswerte Dinge, die die Menschen in einer starr gewordenen Welt gefangenhalten.

Ende der 60er Jahre nahm Dugins Okkultistenkarriere in Moskau Form an. In der Juzinski-Gasse wurde ein knallharter Mix aus Kabbala, schwarzer Magie, mittelalterlichem Alchimismus und Okkultismus gepredigt. Die Saufereien und Drogenexzesse waren so heftig, dass die Teilnehmer regelmäßig im Krankenhaus oder in der Psychiatrie landeten.

„Besonders geehrt wurden wahnsinnige Experiemnte mit sich selbst. Es hieß, dass der kürzeste Weg zum Göttlichen begangen wird, wenn man alles Menschliche in sich überwindet. Um sich selbst so ‚tief wie möglich zu erkennen‘  krochen die Neophytenauf allen Vieren um das Puschkin-Denkmal herum und fletschten ihre Zähne nach Hundeart. […] Und wen sie schon tranken, dann bis zum Vollrausch. Wenn sie weiter gingen, dann mit Azeton oder mit schmutziger Brühe aus einer Pfütze.“

Fast alle der Gruppe starben an Überdosen oder Leberschäden. Dugin war fast der einzige, der auf diesem „Pfad der Erleuchtung“ nicht in der „schwarzen Phase“ steckenblieb. Natürlich ist in der Gedankenwelt des Okkultismus kein Platz für klassische Psychologie. Diejenigen Menschen, die ein rationaler Mensch als psychisch normal einschätzen würde, folgen laut Dugin dem sogenannten „Pfad der rechten Hand“:

„[Er wird durch eine positive Beziehung zu der ihm umgebenden Welt charakterisiert; in ihr wird die Harmonie, das Gleichgewicht, das Wohlbehagen, die Ruhe gesehen.“

Dieser „lügenhafte Weg“ würde eine Person von radikalen, erleuchtenden Erfahrungen abhalten und im Gefängnis der Materie festhalten. Stattdessen folgt Dugin dem Pfad der linken Hand:

„Kein milchiges Wohlbehagen, sondern schwarzes Leiden. […] Er ist zerstörerisch, schrecklich, in ihm herrschen Zorn und Exzesse. […] Dieser Weg ist ungeheuer schwierig, doch nur er ist wahr. Wer auf ihm geht, erwirbt Ruhm und Unsterblichkeit. Wer ihn aushält, wird siegen, wird einen Lohn erhalten der höher als das Sein ist. Wer auf dem ‚Weg der linken Hand‘ geht, der weiß dass irgendwann die Gefangenschaft endet. Der Kerker der Materie stürzt zusammen, indem er sich in die himmlische Stadt verwandelt. Der Kreis der Eingeweihten bereitet leidenschaftlich den ersehnten Momet vor, den Augenblick des endes, den Triumph der totalen Befreiung.“

Unumwunden gibt er zu, dass marxistische Heldenfiguren allesamt altes okkultes Wissen besaßen und entsprechend dem Pfad der linken Hand agierten:

„Fäden des alten Wissens ziehen sich zu Marx, zu Necaev, zu Lenin, zu Stalin, zu Mao, zu Che Guevara… Der Wein der sozialistischen Revolution, die Freude des Aufstands gegen die Kräfte des Schicksals, die heilige Berserkerwut für die Zerstörung dessen, was schwarz ist, um ein neues, nicht irdisches Licht zu erwerben […]

Nietzsche, Heidegger, Evola, Hitler, Mussolini hüllten den gnostischen Willen in Nationa- und Rassenlehre ein. Man sagt mit Recht, dass den Kommunisten nicht besonders viel an den Arbeitern lag, und Hitler an den Deutschen. Doch das hat überhaupt nichts mit ihrem Zynismus zu tun. Die einen wie die anderen waren besessen von einem viel tieferen, viel älterem, viel absoluterem Streben – vom gemeinsamen gnostischen Geist, dem geheimen und furchtbaren Licht des ‚Weges der linken Hand‘.

Im Klartext bedeutet dies, dass Menschen mit psychopathischen Störungen für Dugin ganz besondere Wesen sein, die nach Erleuchtung streben, während psychisch Normale Menschen für Dugin als wertlose Spießer und Kanonenfutter gelten. Dieser spirituelle Darwinismus spricht Bände über Dugins eigenen Geisteszustand. Seine Sympathien gelten dem Gewalttäter mit Schaum vor dem Mund:

„Der religiöse Fanatiker. Zu welcher Religion er genau gehört ist nicht so wichtig. […] Der religiöse Fanatiker ist ein Sonnenmensch. Er steht höher als seine Religion, die fault und lügt.“

Der Irre, der Tobsüchtige. Ihn zerreißt es von innen. […] Vor dir ist eine Wand, beiße sie, kratze sie, geh mit dem Kopf durch sie, brich die Knochen, würge die Wand! Das ist der Befehl der Sonne! […] Zernage den Stein! Sieh das Fenster gezielt an – von dort kann man so schön fliegen!“

Über den Stalinismus hat er folgendes zu sagen:

„…die harte, doch äußerst verwandelnde, rettende, ethisch gerechtfertigte Gewalt des Sozialismus, der unökonomische Zwang zur Arbeit. […] Jenseits der verantwortungslosen Humanisten im Lager des Sozialismus mit ihrer Schreibtischintelligenz hatte es Josif Stalin mit der Wirklichkeit zu tun.“

Foto: Die Nationalbolschewisten in Russland

In einem Interview in Moskau von 1998 äußerte er, dass die europäische neue Rechte sich entweder für die USA oder für Russland entscheiden müsse. Wählen sie Russland, hieße das dass gleichzeitig auch das barbarische Element und brutale Handlungsweisen mitgewählt werden.

„Die Neue Weltordnung wird nicht kommen durch alternde Herren die sich zu Seminaren treffen. […] Man muss ein Messer nehmen, eine Maske anziehen, Abends aus dem haus gehen und mindestens einen Amerikaner töten.“

„Ich weiß nicht ob irgendwer von den Aktivisten der neuen Rechten jemals Artilleriefeuer erlebt hat, aber unsere Leute gehen nicht nur zu Meetings oder kämpfen an den Barrikaden, sondern sie gehen auch in echte Kriege. […] Die neue Rechte ist nur ein Projekt, und wir sind die Architekten. Die Zukunft gehört wahrlich uns.“

Es geht aber noch eine ganze Stufe krasser als die gewalttätige Eroberung Europas. Ein Roman von dem bei Eurasiern populären Autor Parvulesco dreht sich voll und ganz um die Lehre des Nezwerks. Der Verkünder des großen neuen eurasischen Reiches erklärt den Rassenverfall der Menschheit zur Ursache allen Übels. 80% der degenerierten Menschheit müssten durch einen Genozid ausgerottet werden. Das britische Eurasian Movement, das eng mit dugin zusammenarbeitet, träumt auf der eigenen Homepage von einer eurasischen Internationalen der Gewalt:

„Es ist an der Zeit, eine neue Eurasische Armee von Visionären, Kriegern und Revolutionären hochzuziehen: Eine neue Miliz.“

Der Tagesanzeiger berichtete in einem Artikel über das Wiener Geheimtreffen mit Dugin und den Politikern europäischer konservativer Parteien über einen weiteren umstrittenen Gast:

„In einem Porträt der «Financial Times» wird [der Oligarch Malofeew] als «moderner Rasputin» bezeichnet, der über einen befreundeten Mönch direkten Zugang zu Präsident Putin habe. Russische Medien verdächtigen Malofeew, dass er die prorussischen Separatisten in der Ostukraine finanziere. Die Anfrage des TA wurde von seinem Büro nicht beantwortet.“

Teilnehmer von „eurasischen Sommerlagern“ im Jahr 2006 tauchten 2014 als Kommendeure in der Ostukraine auf: Andrey Purgin beispielsweise wurde der erste „Premierminister der Volksrepublik Donezk“.

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