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Oktober, 6

Die offizielle Geschichtsfälschung der USA zum Ukraine-Krieg in der Washington Post

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Kommentar

Die Washington Post veröffentlicht eine Artikelreihe über den Ukraine-Krieg mit dem Titel „The Road to War“. Es handelt sich um die offizielle Geschichtsfälschung der USA; zusammengestückelt aus selektiv aufbereiteten Informationen, die nach ausführlicher Prüfung von der Geheimhaltung befreit wurden. Alles, worauf es wirklich ankommt, ist nach wie vor eingestuft als Top Secret SCI, oder Top Secret Cosmic oder höher.

Der Leser der Washington Post soll den Eindruck gewinnen, im Wesentlichen gleich gut informiert zu sein wie die gewählten US-Politiker, Pentagon-Funktionäre, Geheimdienstchefs und Militäroffiziere. Man soll die Komplexität der sich ständig verändernden Situation spüren, die krassen Meinungsverschiedenheiten, die Risiken jedes theoretischen Schrittes. Am Ende soll der Leser im Großen und Ganzen denken, dass die US-Regierung es kaum hätte besser machen können unter den Umständen. Sie hat sich stets bemüht. Es ist eine dreiste Sammlung an Ausreden; so als hätte man es zu tun mit dem Damage Control von Donald Trump nach einem weiteren Skandal:

  • Die US Geheimdienst-Community hatte wegen der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan einen schlechten Ruf gehabt. Folglich waren auch NATO-Partner unschlüssig, ob die Warnungen der Amerikaner wegen der Ukraine zutreffen.
  • Die US-Geheimdienste hätten erst spät im vergangenen Herbst gemerkt, dass die Russen es ernst meinen.
  • Europäische NATO-Mitglieder hatten versagt, selbst die Absichten der Russen herauszufinden durch Spionage, obwohl Europa viel näher an der Ukraine liegt als die USA.
  • Der ukrainische Geheimdienst hätten versagt und war von den Russen unterwandert.
  • Trump war schuld, weil er zu russenfreundlich war und NATO-Mitglieder vor den Kopf stieß.
  • Die Korruption in der Ukraine war schuld, dass man Schlimmeres nicht verhindern konnte.
  • Selenskyj war schuld, weil er die Bevölkerung nicht früher warnen wollte, um eine Panik und einen wirtschaftlichen Kollaps zu verhindern.  
  • Die Washington Post zementiert natürlich den Mythos, dass Putin die Entscheidung für den Krieg im Alleingang getroffen hätte aus irrationalen Macht-Ambitionen heraus. Die Gedanken eines Irren lesen und dessen nächste Schritte vorherbestimmen konnten die US-Geheimdienste demzufolge nicht.

In Wirklichkeit haben wir es mit einer komplexen KGB-Führungsstruktur in Russland zu tun und nicht mit einem Einzel-Diktator wie Stalin oder in einer Bananenrepublik. Russland ist eine Supermacht und plant dementsprechend Jahre und Jahrzehnte im Voraus. Ein Krieg wie in der Ukraine entsteht nicht aus einer Laune heraus, sondern auf Grund einer imperialen Kalkulation, was die potenzielle Beute ist und was die Kosten/Risiken. Man muss damit rechnen, dass es sich um einen Mehrstufenplan handelt, der lange im Voraus abgeklärt wurde zusammen mit Staaten wie China und Nordkorea. In der Ukraine liegen geschätzte 12 Billionen $ an natürlichen Ressourcen, die riesigen rüstungsrelevanten Industrieanlagen auf die Russland angewiesen war, und es wohnen rund 40 Millionen Bürger in der Ukraine, die Russland dringend braucht.

Man kann anhand von unzähligen Informationen einigermaßen rekonstruieren, wie die Kalkulationen der Russen aussahen. Die US-Geheimdienste und die Kreise, die noch höher darüber stehen, können diese Kalkulation noch viel besser erschließen.

2015 konnte ich selbst in meinem eigenen Buch mehr oder minder vorhersagen, dass es ab 2020 zu signifikanten militärischen Auseinandersetzungen kommen wird; insbesondere mit Russland. Die Corona-Pandemie verzögerte den Ausbruch der Kämpfe um zwei Jahre. Ich brauchte dafür keine Top-Quellen im Kreml und keine Geheimsitzungen mit NATO-Vertretern.

Gründe für meine Einschätzung gab es sehr viele; manche davon waren sogar recht einfach zu finden. Das russische Imperium drohte, an seinen eigenen Schwächen unterzugehen. Der Verteidigungshaushalt war verschwindend gering im Vergleich zu den USA und der EU. Alleine die Europäer vergrößerten jedes Jahr ihren Rüstungsvorsprung ggü. den Russen um hunderte Milliarden Euro. Jeder Trottel kann sich ausrechnen, was dies nach 10 oder 20 Jahren bedeutet. Russland wäre endgültig abgehängt und könnte den Rückstand nie wieder einholen. Allerdings wäre ein Erschlaffen Russlands und ein Sturz des Regimes durchaus sehr riskant für die NATO. Ohne glaubhafte Bedrohung im Osten könnte das US-Militär erschlaffen. Russland könnte in Einzelteile zerfallen und diese Nachfolgestaaten hätten gewisse Entscheidungsspielräume, die den Amerikanern nicht gefallen.

Kurz: Die drei Supermächte brauchen künstliches Drama, um ihren Status zu halten und Konkurrenten unten zu halten. Es ist bekanntermaßen nichts Ungewöhnliches, wenn der US-Präsident und der britische Premierminister sich mit einem russischen Staatschef wie Stalin treffen, und dann untereinander aushandeln, dass Stalin dauerhaft die Ukraine, Polen und sogar Ostdeutschland besetzen darf. Was ist, wenn solche Verhandlungen ständig laufen, ohne dass die Bevölkerung dies jemals erfährt?

Das offizielle Märchen

Die Washington Post erzählt von einem „sonnigen Oktobermorgen“ an dem sich „die führenden Geheimdienst-, Militär- und Diplomatenführer der Nation zu einem dringenden Treffen mit Präsident Biden ins Oval Office“ begaben. Man hätte eben erst begriffen, dass die Lage ernst sei.

Laut US-Beamten war die US-Geheimdienst-Community an mehreren Stellen in die politische Führung, den Spionageapparat und das Militär Russlands eingedrungen; von der Führungsebene bis zur Frontlinie.


Seit wann genau hat man so viele tolle Quellen? Seit wann war es möglich, zu errechnen, dass Russland dramatische Aktionen braucht, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Manchen im Weißen Haus fiel es schwer, sich das Ausmaß der Ambitionen des russischen Führers vorzustellen.
CIA-Direktor William J. Burns beschrieb den russischen Führer gegenüber den anderen als auf die Ukraine fixiert. Die Kontrolle über das Land war gleichbedeutend mit Putins Vorstellung von russischer Identität und Autorität.

Die übertriebenen, irrationalen Ambitionen Putins, so wird suggeriert, waren nicht gestützt durch ausreichend konventionelle militärische Möglichkeiten. Ein alter Kreml-Herrscher kann sich alles Mögliche erträumen, ohne es jemals umsetzen zu können. Aber wie bereits erwähnt, ist der Verweis auf Putins Launen nur ein Ablenkungsmanöver.

Die Analysten sagten, Putin habe berechnet, dass jede westliche Reaktion auf einen Versuch, die Ukraine gewaltsam zurückzuerobern, große Empörung, aber nur begrenzte tatsächliche Bestrafung auslösen würde.

Das würde ich gerne im Detail schriftlich sehen. Es lässt sich leicht daherreden, dass die Europäer strategisch ratlos waren und abhängig von russischem Gas. Es lässt sich leicht suggerieren, dass die Ukraine weit weg von den USA liegt und eigentlich eher die Europäer dafür zuständig waren, dass die Situation nicht eskaliert. Diese vielfältigen Ausreden und das Hin- und Herschieben des Schwarzen Peters dient den USA letztendlich der Verschleierung. Die Aufgabe der Washington Post ist es nicht, Geheimnisse zu verraten. Die USA hatten keinerlei Hemmungen, sich jahrzehntelang fernab ihrer Heimat militärisch einzumischen in China, Korea, Vietnam, Afghanistan (zweimal), Irak (zweimal) usw. Und jetzt tut man so, als wären die Europäer verantwortlich gewesen für die Ukraine und hätten es verbockt.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, de facto die europäische Führerin, verließ ihr Amt und übergab die Macht an einen unerprobten Nachfolger.

Merkel war schuld? Mitschuld vielleicht, aber sie könnte selbstverständlich ihrerseits haufenweise Ausreden abspulen. Der ihr zur Verfügung stehende Bundesnachrichtendienst hat international einen zweifelhaften Ruf, ist sehr klein und wurde bereits mehrfach infiltriert von russischen Geheimdiensten. Es ist eine lausige Ausrede, dass man sich deutlich mehr erwartet/erhofft hätte von den Deutschen. Der Ex-Kanzler Gerhard Schröder meinte gar in der NY Times kürzlich, dass die Russen-Pipelines der „Preis der Wende“ gewesen sei. Da letztendlich Washington und Moskau verhandelt hatten, ob es eine Wiedervereinigung gibt unter bestimmten Auflagen (anscheinend inklusive heftiger Abrüstung der Bundeswehr), kann man jetzt nicht im Sommer 2022, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, herumjammern, dass die Deutschen nicht genügend Macht ausübten, um Russland abzuschrecken. Man kann als USA nicht jahrzehntelang die Deutschen und Franzosen klein halten, so tun als wolle man dort eine doppelt so hohe Rüstung, und dann das fehlende Abschreckungspotenzial Deutschlands und Frankreichs beklagen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron stand vor einem Wiederwahlkampf gegen einen wiederauflebenden rechten Flügel, und Großbritannien litt unter einem wirtschaftlichen Abschwung nach dem Brexit.

Soll heißen: Die Demokratie war schuld. Also die Wähler.

[Putin] war zuversichtlich, dass die russische Wirtschaft die unvermeidlichen Sanktionen wie in der Vergangenheit überstehen würde.

Experten der Yale-Universität veröffentlichten kürzlich eine Studie, in der sie die gravierenden Schwächen und Verwundbarkeiten der russischen Wirtschaft aufdeckten. War das vorher der CIA unbekannt? Wohl kaum. Yale hat den direkten Draht zur CIA und dem älteren Netzwerk „Skull & Bones“.

Blinkens Präsentation und Zelenskys Skepsis legten ein Muster fest, das sich in den nächsten Monaten sowohl privat als auch öffentlich wiederholen sollte. Die Ukrainer konnten es sich nicht leisten, den US-Geheimdienst pauschal abzulehnen. Aber aus ihrer Sicht waren die Informationen spekulativ.

Wir sollen vergessen, wie viel militärrelevante Technologie den Russen seit 1991 aus den USA und anderen westlichen Nationen verkauft wurde. Stattdessen sollen wir darauf fokussieren, dass die Ukrainer keine Mega-Top-Quellen im Kreml hatten.

Laut Dmytro Kuleba, Außenminister von Selenskyj, boten die Amerikaner „bis zu den letzten vier oder fünf Tagen vor Beginn der Invasion“ wenig spezifische Informationen an, um ihre Warnungen zu untermauern.

Auch hier würde ich das gerne im Detail schriftlich sehen. Schiebt Kuleba einfach den Schwarzen Peter an die Amerikaner zurück? Oder schenkten die Amerikaner den Ukrainern wirklich keinen reinen Wein ein? Kuleba wird zitiert mit den Worten, dass man ohnehin nicht einfach frühzeitig die Wahrheit über eine russische Invasion hätte herumposaunen können, ohne die ukrainische Wirtschaft zu schrotten. Laut der Washington Post war auch noch geltendes Recht schuld an der Misere:

Offizielle Richtlinien untersagten den Spionagebehörden, taktische Informationen weiterzugeben, die die Ukraine nutzen könnte, um Offensivangriffe auf russische Truppenstandorte auf der Krim oder gegen vom Kreml unterstützte Separatisten im Osten zu starten.

Dies klingt nachvollziehbar, da die USA nicht mehr oder minder direkt in einen Kampf gegen Russland verwickelt sein wollen/dürfen. Aber es gehört zum Standardrepertoire der Amerikaner, hinterher immer darauf zu verweisen, dass die Geheimdienste nicht ohne Weiteres miteinander Informationen austauschen konnten. Genau diese Ausrede kam nach 9/11 und weiteren dramatischen Ereignissen.

Der eigene Geheimdienst der Ukraine wurde ebenfalls von russischen Maulwürfen durchseucht, und US-Beamte waren misstrauisch gegenüber sensiblen Informationen, die in Moskaus Hände gelangen.

Hätte man mit relativ offenen Karten gespielt, hätte man deutlicher signalisieren können, dass man fest mit einer russischen Invasion rechnet. An dieser Stelle können die Amerikaner wieder die Ausrede vorbringen, dass alle deutlicheren präventiven Maßnahmen als Provokation aufgefasst werden konnten und eine Invasion durch Russland wahrscheinlicher gemacht hätten.

Französische und deutsche Funktionäre hätten vorab nicht damit gerechnet, dass deutlich mehr als nur rund 80.000 russische Truppen an der ukrainischen Grenze zusammengezogen werden. Die Europäer, die viel näher an der Ukraine waren als die Amerikaner, hielten es für einen Bluff Putins oder eine Übung. Da die US-Geheimdienste die Lage in Afghanistan so falsch eingeschätzt hatten, wäre deren Meinung nicht sonderlich populär gewesen.

Soll es den Europäern unbekannt gewesen sein, dass notfalls hunderttausende nordkoreanische Truppen per Zug durch Russland bis in die Ukraine fahren können? Haben die europäischen Geheimdienste keine Weltkarte, auf der verzeichnet ist, dass Nordkorea ein Nachbarstaat Russlands ist?

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