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Politischer Aktivismus ist eine Droge, von der die Abhängigen nicht mehr lassen können

PolitikPolitischer Aktivismus ist eine Droge, von der die Abhängigen nicht mehr lassen können

Kommentar

An heißen Tagen im Sommer kommen die Aktivisten aus ihren Löchern und klicken und klackern auf Social Media über die Rettung des Klimas. Es geht eigentlich um viel mehr: Den linken Aktivisten hat man erzählt, dass mit dem Klimathema endlich ein voll-sozialistisches System umgesetzt werden könne, und den gemäßigteren Anhängern der Demokratie im Sinne der historischen Aufklärungsbewegung hat man erzählt, die Klimatransformation würde endlich die größten Mängel der bisherige Aufklärung beheben, nämlich die Umweltverschmutzung und die Machtkonzentration bei Mega-Konzernen. Jedes bisschen Geklicke und Geklacker im Netz, und Aktionen auf der Straße, geben ihnen das Gefühl von Hoffnung und Kontrolle über die Zukunft, und genau das ist die Droge. Sie wirkt belebend und beruhigend zugleich; und je mehr Süchtige die Droge gleichzeitig konsumieren, umso härter ist der Kick. Die Gespräche dieser Leute drehen sich irgendwann nur noch um das Aktivisten-Thema und man verkehrt nur noch mit anderen Junkies. Man vernachlässigt sein reales Leben und halst sich immer mehr Kosten auf.

Umso härter sind aber auch die Nebenwirkungen, der Kater und die Probleme im persönlichen Umfeld außerhalb der eigenen Szene. Die „Fridays for Future“-Leute streiten sich darum, wer die große Aufmerksamkeit erhalten soll, wie radikal man sein darf und ob man sich jetzt auch einmischen soll beim Thema NATO oder Nahost-Konflikt. Illegale Aktionen wie bei Extinction Rebellion führen zu strafrechtlichen Ermittlungen und gerichtlichen Verurteilungen. Die Szene ist voller Selbstdarsteller und Drama Queens, mit denen man sich ewig herumstressen kann.

Die Aktivisten würden in Depressionen und Angstzustände verfallen, wenn sie cold turkey ihre Droge absetzen und die Realität konfrontieren, in der die Klimaforschung fest in der Hand des angloamerikanischen militärisch-industriellen Komplexes ist, wo die Oberschicht das gesamte politische Spektrum dominiert und der Aktivismus überhaupt nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

Der neurechte Influencer Jordan Peterson, der von Benzodiazepinen abhängig war, hat nun einen Vertrag bei DailyWire (finanziert von Öl-Milliardären) und bedient sein Zielpublikum mit oberflächlichem Aktivismus wie ein Dealer seine Kunden. Laut seinen neuesten Ergüssen sei Russland quasi gezwungen gewesen, die Ukraine zu überfallen, damit sich dort nicht die linke Woke-Degeneriertheit ausbreitet. Sein Zielpublikum würde in Depressionen und Angstzustände verfallen, wenn es sich nicht jede Woche zudröhnen würde mit neurechten Podcasts, die direkt und indirekt hochtrabende Versprechungen machen, die Republican Party, entsprechende Milliardäre und Wladimir Putin würden uns retten. Sie hätten größtmögliche Entzugserscheinungen, wenn sie die Realität konfrontieren, in der die Russen und die Republicans weitere Probleme darstellen, keine Lösungen. Wenn sie selbst denken und Strukturen aufbauen müssen, anstatt sich ins gemachte Nest zu setzen und online zu klicken und zu klackern und bei den Wahlen Kandidaten der Republican Mafia anzukreuzen.

Das gleiche gilt für den traditionellen Verschwörungsaktivismus, der sich seit den Hoch-Tagen der John Birch Society im Kalten Krieg inhaltlich keinen Schritt weiterentwickelt hat. Alex Jones von INFOWARS bekam mehrere Millionen $ an anonymen Spenden inmitten seiner zahllosen Gerichtsverfahren. Gleichzeitig ist sein Programm wieder eine Feelgood-Dauerwerbesendung für Donald Trump, Ron DeSantis und teilweise Wladimir Putin. Das Publikum hat sich tatsächlich einreden lassen, unsere Rettung erfolgt durch Russen und Republicans. Wird DeSantis einen Gastauftritt absolvieren in der Alex Jones Show im Wahlkampf? Werde sie dabei diskutieren, ob DeSantis in Yale der Geheimgesellschaft Skull&Bones beigetreten war? Was er mit Häftlingen in Guantanamo angestellt hatte? Es war der absolute Aktivisten-Drogen-Cocktail für das Publikum gewesen, als Jones am Kapitol mit Trump sprechen sollte, mit allerhand kämpferischer Rhetorik, laut der man Joe Biden absägen und Trump wieder als Präsidenten einsetzen würde. Man sieht auf den Videoaufnahmen aus dem Kapitol, dass die radikalen Aktivisten, darunter auch Leute die mit Jones zu tun hatten, regelrecht high waren.

Jones meinte, er habe Langzeitschäden durch COVID und sein Vater wäre beinahe daran gestorben. Allerdings schwurbelte er dazu, der Schaden sei entstanden durch geimpfte Menschen, die Spike-Proteine absondern würden (Shedding), was ein hohler Mythos ist, der durchs Netz geistert. Egal was passiert, alles wird im Nachhinein zurechtgebogen und für Aktivismus missbraucht.

Und natürlich meldet sich die PR-Pappfigur der Republican Party zurück: Q. Nach einer langen Sendepause möchte der mysteriöse Avatar wieder „ein Spiel spielen“ mit den Seelen von Millionen Aktivisten, die bloß keinen eigenen Gedanken haben und keine eigenen politischen Kandidaten und Parteien etablieren sollen. Millionen Menschen wurden abhängig von dem Q-Sekten-Aktivismus und hatten ihren Konsum schnell nicht mehr unter Kontrolle. Erst wenn sie ihre Familie ruiniert hatten, im Knast saßen oder in der Gosse, dämmerte es manchen, was sie angerichtet hatten, so als wären sie Meth-Junkies gewesen. Die Vorstellung, ein geheimes Rebellen-Team wie in Star Wars würde den Todesstern vernichten, die Democrats verhaften und das Land in eine glorreiche Zukunft führen. Jeder „Q-Drop“ war wie ein Meth-Hit und half den Süchtigen durch ihren stressigen Tag hindurch.

Wer mit Drogen-Abhängigen zu tun hatte oder sich zumindest eingelesen hat in die Materie, kennt den Spruch, man solle keinem Junkie glauben, weil die Droge für denjenigen in der akuten Suchtphase immer wichtiger ist als die Realität und die Realitätswahrnehmung. Wenn aber wenn Hardcore-Aktivisten im Prinzip wie Drogen- oder Alkoholsüchtige sind, und es Millionen von ihnen gibt? Man müsste sie erst einmal aus ihrer Sucht befreien, was keine leichte Aufgabe ist. Aktivisten sind vielleicht mal schwer enttäuscht von einer bestimmten Sorte Aktivismus, aber sie suchen sich dann einfach die nächste Sorte Aktivisten-Droge und der Zyklus beginnt von Neuem.

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