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WELT leakt angeblich vorab die „Alarmstufe Notfallplan Gas“, Kostenlawine für Verbraucher

WirtschaftWELT leakt angeblich vorab die "Alarmstufe Notfallplan Gas", Kostenlawine für Verbraucher

Die WELT behauptet aktuell, dass der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Patrick Graichen, die Energiewirtschaft auf die Ausrufung der „Alarmstufe Notfallplan Gas“ vorbereitet. Dies bestätigten vier Quellen.

Das Ministerium will den Sachverhalt momentan weder bestätigen, noch dementieren. Die Unternehmen der Energiewirtschaft würden sich dementsprechend vorbereiten. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) würde im Herbst und Winter als „Bundeslastverteiler“ die planwirtschaftliche Versorgung der einzelnen Industrien und Kundengruppen nach Relevanz und Bedürftigkeit regeln.

Theoretisch können die Firmen die explodierten Kosten für Gas an die Verbraucher abwälzen und ein dreiköpfiger Haushalt würde Schätzungen zufolge eine Nachzahlung von 2000 Euro oder auch deutlich mehr leisten müssen. Die Bundesregierung hoffte auf eine schnelle diplomatische Lösung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und versäumte es, rechtzeitig alternative Gas-Quellen zu buchen, statt nur zu sondieren.

Auch gegen das umfängliche Fördern deutscher Gasvorräte durch Fracking sperrten sich Grüne und SPD.

Der Kreml bezeichnete das Gemisch aus Sanktionen und der Zahlungsmodalitäten für Gas als „totalen Wirtschaftskrieg“ und ließ offen, wie man zurückzuschlagen gedenkt. Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) laufen Ende dieses Jahres bestehende russische Lieferverträge aus und diese werden nicht unbedingt verlängert.

Fließt nichts mehr durch Ostseepipeline Nord Stream 1 wäre dies der „Notfall“ für Deutschland. Robert Habeck rief bereits die „Frühwarnstufe“ aus und betonte, dass er optimistisch sei.

Selbst die CIA hatte gewarnt

Der amerikanische Geheimdienst CIA warnte bereits in den 1980er Jahren vor der Northern Lights-Pipeline, mit der Europa, speziell Deutschland, energieabhängig werden würde von Russland.

1981 verhängte Reagan Sanktionen, um zu versuchen, die Pipeline zu blockieren, eine große sowjetische Initiative, die darauf abzielte, riesige Mengen an Treibstoff zu den kritischen Verbündeten Amerikas in Europa zu transportieren. Aber er stieß schnell auf heftigen Widerstand – nicht nur vom Kreml und den europäischen Nationen, die nach einer billigen Gasquelle lechzten, sondern auch von einer mächtigen Lobby zuhause: Öl- und Gasunternehmen, die vom Zugang zu Russlands gigantischen Gasreserven profitieren würden.

https://www.nytimes.com/2022/03/23/climate/europe-russia-gas-reagan.html?searchResultPosition=1

Die Sowjets entwarfen ein riesiges Pipeline-Projekt, das groß genug war, um die gesamte sibirische Infrastruktur zu verändern, um diese sibirischen Erdgasreserven nach Europa zu leiten, um ein Abhängigkeitsverhältnis herzustellen.
Das sibirische Geschäft, das den finanzierenden Bankern als „Northern Lights“ bekannt ist, war eine 2.800 Meilen lange Gasexportpipeline vom Urengoi-Gasfeld in Sibirien nach Uzhgorod an der tschechisch-sowjetischen Grenze, wo sie auf die westeuropäischen Netzwerke traf. Anfänglich lehnte das US-Außenministerium (Oktober 1982) den Deal aus folgenden Gründen ab:

  • Russland Nr. 6 würde Europa zu 20 % bis 30 % von russischem Gas abhängig machen und damit „die Schwelle der umsichtigen Abhängigkeit von der UdSSR“ überschreiten.
  • Die von westlichen Bankiers angebotene Finanzierung „kommt einer Subvention der sowjetischen Wirtschaftsentwicklung gleich“
  • Die aus dem Verkauf des Gases resultierenden Deviseneinnahmen werden „strategische Auswirkungen haben, indem sie es der UdSSR ermöglichen, weiterhin westliche Waren und hochtechnologische Ausrüstung zu importieren, wodurch ernsthafte inländische Ressourcenengpässe gemildert werden.“

Im Spätsommer 1981 schloss die Sowjetunion mit amerikanischen, französischen, westdeutschen und italienischen Ingenieurbüros Verträge über Ausrüstung für die sibirische Pipeline. Mit Kredien kauften die Sowjets Leistungsturbinen, Gaskompressoren und Überwachungs-, Brandbekämpfungs- und Kontrollausrüstung. Rohre mit großem Durchmesser wurden im Rahmen von Großaufträgen für westliche Stahlrohre gekauft und finanziert, die regelmäßig von den Sowjets importiert wurden.

Ende 1981 und Anfang 1982 wurden langfristige Gaslieferverträge auf der Grundlage der neuen Pipeline zwischen der Sowjetunion und Gasversorgungsunternehmen in Westdeutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und später Italien unterzeichnet. Die neuen Verträge hatten die Abhängigkeit Westeuropas von der Sowjetunion beim Erdgas deutlich erhöht und in einigen Fällen auf über 30 % erhöht. Diese Situation hält bis heute an.

Ohne westliche Firmen wie GE, EXXON, Royal Dutch Shell oder ENI konnte Russland seine Ressourcen weder transportieren, noch gewinnbringend verkaufen.

Militärischer Zweck der Pipelines

Das „loyal“-Magazin für Reservisten der deutschen Bundeswehr berichtete in der Ausgabe #1 von 2022 über die militärischen Möglichkeiten, die sich Russland bieten durch den Bau und den Betrieb der Nordstream-Pipelines quer durch die Ostsee.

Genannt werden die Autoren einer Studie, Michail Gonchar, Andrei Ryschenko und Bogdan Ustimenko vom Zentrum für globale Studien. Die Pipeline erlaubt es Russland, an der Pipeline und um diese herum Einrichtungen wie Passiv-Sonar zu installieren, die für eine Unterwasserkriegsführung geeignet sind, „ohne dass diese Manipulationen sofort auffallen“. Ein breiter Streifen um die Pipelines herum stünde Russland zur Verfügung. Auch Unterwasser-Kommunikation könnte verbessert werden durch ein System aus Transmittern. Letztendlich könnten unbemannte russische Unterwasserdrohnen durch die Ostsee fahren und alle „feindseligen“ Kräfte wie NATO-Staaten, Finnland und Schweden fernhalten. Das Thema Unterwasserkriegsführung oder speziell „Seabed Warfare“ ist eigentlich längst bekannt und die Nordstream-Pipelines haben keinen nennenswerten wirtschaftlichen Nutzen. Warum ließ man den Bau dann zu?

Viel zu spät musste sich das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags in einer geheimen Sitzung genau damit befassen und befragte den Bundesnachrichtendienst, der aber keine Erkenntnisse habe und anscheinend auch nicht von den USA oder Britannien informiert worden ist. Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour hatte die Geheimdienstkontrolleure auf die Spur gebracht. Schließlich hatte die „FAZ“ berichtet, wie bei Turkstream, Gazproms Schwarzmeerpipeline von Südrussland in die Türkei, Spionagetechnologie montiert worden sei.

Marineexperten hätten früh auf das Risiko aufmerksam gemacht. Es wurde aber abgewunken, weil die Amerikaner nicht warnten und weil ja deutsche Firmen an der Pipeline beteiligt seien.

https://calhoun.nps.edu/bitstream/handle/10945/59584/18Jun_SE_Capstone_Carr_et_al.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Meeresboden-Anlagen können Unterwasserdrohnen (UUV) aufladen, sich gesammelte Daten herunterladen und neue Missionsbefehle auf die UUVs laden. In einer Krise können Gegner Angriffe auf Untersee-Datenkabel koordinieren. Der Unterwasser-Krieg hat sich seit dem Kalten Krieg stark erweitert. Traditionelle Uboote bleiben uns zwar erhalten; diese sind aber langsam und schwer zu manövrieren. Ihre Sonaranlagen haben eine begrenzte Reichweite und sie sind ausgesprochen teuer. Ein Netz aus Dockingstationen und waffenfähige Unterwasserdrohnen ist hingegen die Zukunft. Selbst China baut solch ein Netz in seinem Einflussbereich. Warum akzeptierten wir dann die Nordstream-Pipelines durch die Ostsee.https://www.youtube.com/embed/TLmM8PK2bos?feature=oembed

Ein CSIS Report von 2016 hätte der deutschen Regierung klar machen können, wohin die Reise geht.

https://www.csis.org/analysis/undersea-warfare-northern-europe

Für Unterwasserkriegsführung hat Russland richtig viel Geld ausgegeben; anders als bei regulären Streitkräften. Russland kann schließlich nicht mit den Amerikanern mithalten was eine offensive Kriegsmarine anbetrifft, also setzte man den Fokus auf „Area Denial“, also den Gegner auszubremsen und fernzuhalten. So könnte Russland die Ostsee blockieren und von Kaliningrad aus den Luftraum.

Es braucht viel High Tech und Know How, vor allem bei unbemannten Unterwasserdrohnen. Der Wegfall der Produktion in der Ukraine war ein Riesenproblem, das teilweise aufgewogen wurde durch die Besatzung der Krim mit den wertvollen Werfen. Aber viele Teile stammten aus verschiedenen ukrainischen Industriekomplexen und letzten Endes bleibt wohl nur noch China als Lieferant.

Das russische Directorate for Deep Sea Research ist sehr geheim und bezahlt seine Leute außerordentlich gut für russische Verhältnisse.

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