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Habeck verweigert Förderung von 2,3 Billionen Kubikmetern deutschen Gases

WirtschaftHabeck verweigert Förderung von 2,3 Billionen Kubikmetern deutschen Gases

Die alternativen Möglichkeiten für Deutschland, Gas zu beziehen, sind begrenzt und wurden schlecht vorbereitet. Bliebe die Förderung heimischen Gases per Fracking. Die WELT zitiert die Zahl von 2,3 Billionen Kubikmeter erschließbaren Erdgases unter Deutschland im Schiefergestein. Hans-Joachim Kümpel, früher Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe wird genannt. Selbst wenn nicht alles leicht förderbar ist, wäre es einen Haufen Versuche wert. Aber Energieminister Habeck weigert sich immer noch und die Gründe sind alles andere als klar. Die Grünen könnten abstürzen, wenn man Fracking durchführt. Die SPD könnte Moskau verärgern.

Als die Sowjetunion mit der Northern Lights-Pipeline in den 1980er Jahren Gas von Sibirien bis nach Deutschland leiten wollte, waren das US-Außenministerium, das Weiße Haus unter Reagan und die CIA alarmiert: Das Projekt würde Europa energieabhängig machen und den Kommunisten viel Geld einbringen. Nichtsdestotrotz wurde die Sache realisiert und die NY Times äußerte kürzlich dazu schmallippig, dass amerikanische Ölkonzerne es irgendwie geschafft hätten, Reagan, die CIA und das Außenministerium zu übertrumpfen. Wie genau? Und warum genau? Es ist ein Geheimnis.

Andreas Umland erklärte nun im Harvard International Review, wie mit einem überschaubaren Investment von nicht einmal 20 Milliarden € die Ukraine den Russen das Gasbusiness hätte wegschnappen können.

War dies einer von mehreren Kriegsgründen? Was wissen die NATO-Geheimdienste dazu? Es ist ein Geheimnis. Warum hatten europäische Politiker, als nach 1991 klar wurde dass es kein Revival des Kommunismus und keine Sozialdemokratie in Russland geben wird, nicht darauf hingearbeitet, die gewaltigen Gasvorkommen der Ukraine nutzbar zu machen? Geheim.

Was sind die exakten Folgen eines Kaufstopps von russischem Gas für Deutschland? Das ARD-Magazin Monitor hat beim Bundeswirtschaftsministerium, zahlreichen Konzernen und Wirtschaftsverbänden nachgefragt, was denn die schaurigen Konsequenzen eines sofortigen Energieembargos gegen Russland wären. Ergebnis: Niemand konnte konkrete Zahlen liefern, stattdessen vage Prognosen und allgemeine Aussagen. Was der deutsche Geheimdienst dazu weiß, ist natürlich geheim. Insofern der Geheimdienst sich mit systemrelevanten Konzernen abspricht, pflegen auch die Konzerne zu dem Thema Geheimhaltung, damit man sich nicht genau in die Karten schauen lässt, wie Deutschland wirklich aufgestellt ist.

Was ist mit Fracking in Deutschland? Es ist längst klar, dass russische Einflusskampagnen das Ziel hatten, die Umweltauswirkungen der Förderungsmethode schlechtzureden.

Der Bundesverband Erdgas Erdöl und Geoenergie e.V. heißt es, Deutschland verbrauche pro Jahr rund 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas, fördert aber selbst nur 5 Milliarden und praktisch alles davon stammt aus Niedersachsen.

Die Summe der geschätzten sicheren und wahrscheinlichen Erdgasreserven Deutschlands betrug Ende 2021 32,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Reserven machen jedoch nur einen geringen Teil des insgesamt vorhandenen Potenzials aus: Auch die Ressourcen an Erdgas, die derzeit noch nicht wirtschaftlich förderbar oder geologisch noch nicht erfasst sind, stimmen vorsichtig optimistisch.

Also wäre nach dieser Schätzung in nicht einmal sieben Jahren Schluss mit den „Reserven“. Diese Reserven seien aber nur „ein geringer Teil des insgesamt vorhandenen Potenzials“. Der Bundesverband macht folgende Angaben zu diesem Potenzial:

450 Milliarden Kubikmeter technisch erschließbares Erdgas aus Kohleflözen

bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter technisch erschließbares Erdgas aus Schiefergesteinen

Bei 100 Milliarden Kubikmeter pro Jahr an Verbrauch benötigen wir innerhalb eines Jahrzehnts demnach 1 Billion Kubikmeter. Bei erschließbaren Vorräten von ca. 2,8 Billionen hätten wir genügend Gas, um den eigenen Bedarf komplett zu decken für fast 30 Jahre. Alternativ könnten wir die Hälfte des heimischen Bedarfs decken für 60 Jahre. Dazu kommen anscheinend noch weitere Gasvorkommen, die ggf. zu einem späteren Zeitpunkt wirtschaftliche gefördert werden könnten.

Die bekannten ukrainischen Reserven wurden geschätzt auf 1,09 Billionen Kubikmeter. Wie viel tatsächlich vorhanden ist, ist womöglich unbekannt oder geheim.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hatte von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, die nicht-konventionellen Öl- und Gasvorkommen auf deutschem Gebiet genau zu ermitteln, und legte vor rund 10 Jahren einen Bericht vor. Man schätzte, dass unkonventionelle Gasvorkommen, die u.a. mit Fracking gefördert werden müssten, auf das Zehnfache der regulären Vorkommen. Man schätzt, wohlgemerkt. Und versucht Probebohrungen, um Genaueres zu erfahren. Ob die Bevölkerung genaue Infos erhält?

In dem 47-seitigen Papier steht: Die Schiefergasvorkommen in Deutschland betragen circa 13 Billionen Kubikmeter. Das ist also über 50 Mal mehr als in der gerade erwähnten früheren Schätzung.

https://www.deutschlandfunk.de/schiefergas-in-deutschland-100.html

Könnte man (was nicht unbedingt realistisch ist) dieses komplette Schiefergas-Potenzial fördern, wäre dies genug Gas um den deutschen Bedarf zu decken für 130 Jahre. Die „Fehlerbalken“ bei diesen Schätzungen seien so groß, dass es auch die doppelte Menge Gas sein kann bzw. dass der Anteil an wirtschaftlich förderbarem Gas viel höher sein kann. Das Interesse der Politik war erschreckend gering:

Zum einen gab’s bislang ja nur eine Hand voll Erkundungsbohrungen. Selbst die liegen derzeit auf Eis.

Die immer wieder betonten Umweltgefährdungen sind sehr theoretisch und umstritten.

Also die BGR glaubt, wenn man das Fracking richtig macht, ist das Risiko akzeptabel und tolerierbar.

Das Umweltbundesamt schätzte 2014 weniger als der Bundesverband Erdgas Erdöl und Geoenergie e.V.

Die Politik und Umweltaktivisten lehnte lange Zeit ab, Methoden wie Fracking einzusetzen, obwohl die Angaben über mögliche Umweltrisiken sehr schwammig sind. Aktuell meldeten die öffentlich-rechtlichen Medien, dass bald Erdgas aus der Nordsee gefördert werden könnte. Wieviel? Keine Angaben. In der Produktionsprognose sei von 14,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas die Rede, schreibt der Tagesspiegel – über einen Zeitraum von 35 Jahren. Also Kleinkram. Wie sicher sind diese Angaben? Man liest aus der ganzen Sache heraus, dass wenige Wissenschaftler und Politiker ein deutliches Lagebild besitzen und mit ihren Gutachten über Deutschlands Zukunft entscheiden können. Russland hat sicherlich kein Interesse daran, dass Deutschland massenhaft Gas fördert. Insofern ist der Anreiz vorhanden, über Geheimdienste und großes Business die deutsche Gasförderung klein zu halten. Die Sozialdemokraten wären in Deutschland auf der Verliererposition, falls billiges heimisches Gas ein neues Wirtschaftswunder auslöst. Denn Sozialdemokratie gedeiht nur durch das Elend der Menschen.

Energie ist stark politisiert, weil sie zu den Grundfesten jedes Landes gehört und auch einen Machtfaktor außerhalb der eigenen Grenzen darstellt. Inzwischen ist bekannt, dass die Ukraine über signifikante Gasvorkommen verfügt, die das Europa-Geschäft der Russen bedrohen könnten. Deutschland verfügt über Billionen Kubikmeter Gas, die mit unkonventionellen Methoden wie Fracking gefördert werden könnten, aber die Politik sperrt sich beharrlich mit dem Verweis auf die Umwelt. Warum aber Deals machen mit Gazprom und somit die Verantwortung für Umweltschutz an Russland abwälzen in der Hoffnung, dass dort Umweltstandards eingehalten werden?

Es wurde immer mehr bekannt zu der russischen Unterstützung für Anti-Fracking-Aktivismus und es erinnert an die Einmischung in die Anti-Atomkraftbewegung im Kalten Krieg, wo bei uns viel Aufhebens gemacht wurde, während im Ostblock AKWs billiger und unsicherer gebaut wurden wie Tschernobyl.  

Anti-Fracking-Proteste wurden in britischen Polizeischulungen für Beschäftigte des öffentlichen Sektors, die im Rahmen des Regierungsprogramms „Prevent Counter-Extremism“ (Bloom, 2015) durchgeführt wurden, als „Extremismus“ bezeichnet. Darüber hinaus wurden einzelne Anti-Fracking-Demonstranten an das Deradikalisierungsprogramm der Regierung verwiesen (NetPol, 2015b) und die Anti-Terror-Polizei war direkt an der Überwachung von Anti-Fracking-Aktivisten beteiligt (NetPol, 2015c).

https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/0261018317753087

Die Grenzen zwischen unterschiedlichen Aktivisten verlaufen fließend:

Britische Firmen wie BP beteiligten sich an allen möglichen Öl- und Gasförderungen an verschiedenen Orten der Welt. Für Zuhause jedoch gibt sich die London School of Hygiene and Tropical Medicine sehr zugeknöpft.

http://www.hpaf.co.uk/wp-content/uploads/2018/01/The-health-implications-of-fracking-1.pdf

Ein Workshop, der am 15. November 2013 an der London School of Hygiene and Tropical Medicine stattfand und an dem Wissenschaftler, Fachleute des öffentlichen Gesundheitswesens und Entscheidungsträger teilnahmen, befasste sich mit der Frage nach Umweltbelastungen. Zu den Umweltbelastungen gehören Schadstoffe in der Außenluft, Schadstoffe (dh Benzol, Kohlenwasserstoffe, Chemikalien mit endokriner Wirkung und Schwermetalle) sowohl im Grundwasser als auch im Oberflächenwasser. Man pocht auf die Klimapolitik, ohne zu erwähnen, dass diese sich fest in angloamerikanischer Hand befindet durch das UK MEt Office, das Hadley Centre, NASA und NOAA.https://www.youtube.com/embed/wHrUVYZDTIQ?feature=oembed

Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA legte 2016 ihren großen Bericht vor, der sich auf die weitreichende Erfahrung stützt mit vielen Fracking-Projekten.

https://www.epa.gov/hfstudy/executive-summary-hydraulic-fracturing-study-final-assessment-2016

Die EPA fand, wie zu erwarten, wissenschaftliche Beweise dafür, dass hydraulische Fracking-Aktivitäten unter bestimmten Umständen die Trinkwasserressourcen beeinträchtigen können.

Datenlücken und Unsicherheiten schränkten die Fähigkeit der EPA ein, die potenziellen Auswirkungen auf die Trinkwasserressourcen auf lokaler und nationaler Ebene vollständig zu bewerten. Aufgrund dieser Datenlücken und Unsicherheiten war es weder möglich, die Schwere der Auswirkungen vollständig zu charakterisieren, noch war es möglich, die nationale Häufigkeit von Auswirkungen auf Trinkwasserressourcen durch Aktivitäten im Wasserkreislauf des hydraulischen Frackings zu berechnen oder abzuschätzen.

Wasser ist der Hauptbestandteil fast aller hydraulischen Fracking-Flüssigkeiten und macht typischerweise 90–97 % des gesamten Flüssigkeitsvolumens aus, das in ein Bohrloch injiziert wird. Ein Proppant macht den zweitgrößten Anteil der hydraulischen Fracking-Flüssigkeiten aus. Dabei handelt es sich meistens um Sand (d. h. Quarz). Diese Umstände werden von der Industrie meistens öffentlich genannt.

Additive machen im Allgemeinen den geringsten Anteil an der Gesamtzusammensetzung von hydraulischen Fracking-Flüssigkeiten aus. Die EPA identifizierte 1.084 Chemikalien, von denen berichtet wurde, dass sie verwendet wurden.

Drei Chemikalien – Methanol, mit Wasserstoff behandelte Leichtöldestillate und Salzsäure – wurden in 65 % oder mehr der Bohrlöcher in FracFocus gemeldet. Die EPA konnte aus den ausgewählten Datenquellen Werte für die chronische orale Toxizität für 98 der 1.084 Chemikalien ermitteln, von denen berichtet wurde, dass sie zwischen 2005 und 2013 in hydraulischen Fracking-Flüssigkeiten verwendet wurden. Potenzielle Gesundheitsgefahren im Zusammenhang mit chronischer oraler Exposition gegenüber diesen Chemikalien einschließlich Krebs, Auswirkungen auf das Immunsystem, Veränderungen des Körpergewichts, Veränderungen der Blutchemie, Kardiotoxizität, Neurotoxizität, Leber- und Nierentoxizität sowie Reproduktions- und Entwicklungstoxizität.

Das deutsche Umweltbundesamt untersuchte ebenfalls die Frage:

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/texte_83_2013_environmental_impacts_of_fracking.pdf

Daten kamen von Firmen wie Exxon. So ergab die Auswertung der verfügbaren 80 Sicherheitsdatenblätter von Fracking-Additiven:

• 6 Zubereitungen sind als giftig eingestuft,

• 6 als umweltgefährdend eingestuft sind,

• 25 als gesundheitsschädlich eingestuft sind,

• 14 sind als reizende Stoffe eingestuft,

• 12 sind als ätzende Stoffe eingestuft und

• 27 sind als ungefährlich eingestuft

Die Autoren des Berichts stellten einen erheblichen Mangel an Informationen über die verwendeten Zusatzstoffe und ihre Konzentrationen in eingespritzten Fracking-Flüssigkeiten fest; Die Sicherheitsdatenblätter für Gemische sind oft die einzige verfügbare Informationsquelle in Bezug auf die Identität von Zusatzstoffen und die Mengen, in denen Zusatzstoffe verwendet werden.

Es ist naheliegend, mit einer klaren Regulierung und Transparenz diejenigen Chemikalien zuzulassen, die das geringste Risiko aufweisen. Es gibt neben den Chemikalien ein paar weitere Faktoren, wie etwa Gasrückfluss. Manche versuchen, eine Art „Butterfly Effect“-Argumentation zu verwenden, laut der Fracking Eingriffe kaskadierend und katastrophal sein. Mit dieser Strategie und den nötigen Gutachten und Gesetzen könnte versucht werden, Fracking zu verunmöglichen. Allerdings nur in heimischen Gefilden. Energie aus Russland zu importieren bedeutet ja, den Umweltschutz an Russland auszulagern.

Fracking beeinflusst nicht nur das Grundwasser, sondern die meisten Umweltelemente, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Luft, Wasser, Boden, Gestein, Vegetation, Wildtiere, Menschen und viele andere Ökosystemkomponenten. Aus Sicht der Gesamtumwelt bewertet diese Mitteilung die Gesamtauswirkungen des Frackings auf die Umwelt und entwirft dann ein Paradigma einer Gesamtumweltstudie, das die komplizierten Beziehungen zwischen der Gesamtumwelt effektiv untersucht. Fracking verändert die Anthroposphäre dramatisch, was wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Atmosphäre, Hydrosphäre, Lithosphäre und Biosphäre durch den erheblichen Input oder Output von Wasser, Luft, flüssigen oder festen Abfallentsorgungen und den komplexen chemischen Komponenten in Fracking-Flüssigkeiten hat.

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0048969716327322

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