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Rechtsrevisionismus

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Unmittelbar nach dem Krieg begannen die Holocaust-Leugnung und die Neonazi-Propaganda: Der jüdische Bolschewismus der Sowjetunion, das „verjudete“ Amerika und das von jüdischen Familien wie den Rothschilds dominierte Britannien hätten eine Übermacht dargestellt und die Angloamerikaner „nordischer“ Abstammung hätten es vermieden, sich dem Kampf für die weiße Rasse anzuschließen. Hitler und die NSDAP seien nicht verantwortlich für den Ausbruch des Krieges gewesen und der Holocaust sei eine gemeine Erfindung der Juden, um die weiße Rasse auf Ewig zu diskreditieren.

Neonazis sind ein Sammelbecken, das vom Rest der Gesellschaft, von den Behörden und vom Ausland verhältnismäßig leicht kontrolliert werden kann. Selbst wenn die extreme Rechte zahlenmäßig zulegt und Sympathisanten in der Bevölkerung sammelt, so bleibt sie doch nur ein Spielball der Supermächte, ähnlich wie die radikale Linke oder der radikale Islam. Je mehr jemand auf dem Neonazi-Trip landet, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige einen Haufen Gesetze übertritt und in regelmäßigem Kontakt zu der Szene steht, die durchsetzt ist mit Spitzeln und Agenten der Behörden. Es gibt einige Menschen, die sich nicht als Neonazis betrachten und auch nicht in der Szene aktiv sind, die aber durch die klassischen Verschwörungsmedien dennoch beeinflusst wurden durch Holocaustleugnung und Neonazi-Revisionismus. In der islamischen Welt sind Holocaustleugnung und Geschichtsinterpretationen von einer jüdischen Weltverschwörung allgegenwärtig.

Da in Deutschland Holocaustleugnung verboten, aber durch das Internet jederzeit verfügbar geworden ist, wagen sich auch deutsche Rechte immer weiter nach vorne und versuchen den Spagat zu machen zwischen der Leugnung und dem Versuch, das Gesetz nicht zu übertreten. Sie fordern beispielsweise die Aufhebung der entsprechenden Gesetze oder lamentieren, dass man ja öffentlich keine Fragen stellen dürfe und dass uns Deutschen der Holocaust quasi von frühester Kindheit an in einem gewaltigen „Schuldkult“ um die Ohren gehauen werde. In meiner Schulzeit an einem bayerischen Gymnasium war der Holocaust ein kurzes Thema, das genauso schnell vergessen war, wie alles andere auch im Fach Geschichte. Ein Überlebender der Lager hielt einen Vortrag, in dem er meinte, er verstehe immer noch nicht, warum das alles so geschehen sei. Neonazis hatten es lange Zeit recht einfach, neue Leute zu rekrutieren, weil die Geschichtsforschung nach 1945 fast null Interesse hatte am Thema Holocaust. Es galt als zu wichtig, die Bundesrepublik einzubinden in den antikommunistischen NATO-Block. Erst nach dem Ende der Sowjetunion kamen plötzlich all die Dokumentarfilme und Bücher, was ein ziemlich interessantes Timing ist. Der Kommunismus war 1991 als Feindbild verschwunden und die Europäische Union wollte die Nationalstaaten weitestgehend auflösen und absorbieren, wofür es ironischerweise notwendig geworden war, ein kommunistisches Argumentationsmuster zu benutzen: Nationalstaatlichkeit sei zu einem wesentlichen Teil für die grauenhaften Kriege verantwortlich gewesen und ein supranationaler Mega-Staat wie die EU wäre ein dauerhafter Garant für Frieden. Einige hatten erwartet, dass sofort nach dem Zweiten Weltkrieg die Forschungen zum Holocaust im großen Stil beginnen, dass innerhalb kurzer Zeit die ersten ausführlichen Studien verfügbar wären und dass man die Deutschen und den Rest der Welt damit konfrontieren würde. Das Gegenteil war aber der Fall. Die „Entnazifizierung“ wurde per Fragebogen abgehakt, im Fernsehen liefen unverfängliche Heimatfilme und es sollte über 15 Jahre dauern, bevor überhaupt die erste richtige Studie zum Holocaust in einem Kleinverlag ohne Werbekampagne erschien. „The Destruction of the European Jews” von dem Historiker Raul Hilberg erschien 1961 in einer viel zu eng gedruckten Form und nur in englischer Sprache, bis dann schließlich 1982 eine deutsche Übersetzung und 1985 eine bessere englische Ausgabe folgten.

Die vor Hilbergs Buch veröffentlichten Werke “Bréviaire de la haine“ und „The Final Solution“ blieben so gut wie unbekannt. Hilberg war tätig in München für das U.S. Army War Documentation Project und schrieb zunächst über das Thema seine Doktorarbeit an der Columbia University, für die er hoch gelobt wurde. Es ist verblüffend, dass sich die Verlage der großen Unis und auch alle anderen großen Verlage trotzdem sträubten, seine Untersuchungen in Buchform herauszubringen. Auch die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel und die einflussreiche Hannah Arendt waren überhaupt nicht begeistert. Jeder hatte irgendetwas auszusetzen, wie beispielsweise die Beschreibungen Hilbergs über den Mangel an jüdischem bewaffnetem Widerstand und bewaffneter Flucht. In dem damaligen politischen Klima, während der Anfangszeit des jungen Staates Israel, wollte man etwas anderes hören, nämlich alles was in irgendeiner Form Israels Militarismus gefördert hätte. Hilbergs Buch erschien, so verrückt es klingen mag, nicht in Israel. Die Befürchtung, dass zu viel Primärquellenmaterial von den Nazis rechtzeitig vernichtet worden war, erwies sich als unbegründet, denn Hilberg kannte das Ausmaß der Nazi-Bürokratie, deren Dokumente an vielen Orte verstreut überlebt hatten und er wusste auch, dass die enge Fokussierung auf Hitler zu kurz griff. Hitler war es gewohnt, die Leitlinie vorzugeben, aber er hasste die Details langwieriger Aufgaben und überließ mühsame Arbeit eher seinen Vertrauten.

Der deutsche Verlag Droemer Knaur kaufte sich erst die Rechte an dem Buch, ließ die Sache aber schnell wieder fallen. Die Verlage Rowohlt, Beck und viele andere verneinten ebenfalls. Ein linker Kleinverlag, der 1982 eine deutsche Übersetzung herausbrachte, verlangte 128 Mark pro Exemplar und verhinderte damit eine weite Verbreitung. In der deutschen Öffentlichkeit war der Holocaust fast überhaupt kein Thema. Vor 1990 wurde Hilbergs Buch in keiner einzigen deutschen Historikerzeitschrift besprochen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hatte 1982 nichts Eigenes anzubieten, also mehrere Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Soviel zum „Schuldkult“. Die Bundesrepublik zahlte zwar für Israels Atomwaffenprogramm und schenkte Israel moderne Uboote, aber über die Vergangenheit wurde größtenteils geschwiegen. Hilberg bekam kein ernsthaftes Budget zur Verfügung gestellt, obwohl er eine kleine Armee an Forschern gebraucht hätte. In einem Interview 2006 schätzte Hilberg, dass bisher nur 20 Prozent des Holocausts untersucht worden seien. Das Desinteresse der etablierten Forschung ist frappierend. Ein wichtiger Faktor war höchstwahrscheinlich, dass Westdeutschland nach dem Zweiten Krieg als Bollwerk gegen den Sowjetkommunismus aufgebaut und benutzt wurde, und dass die alliierten Mächte die neue NATO-Identität für die Bundesrepublik nicht gefährden wollten durch eine breite Kampagne zur Aufklärung des Holocaust. Die organisierte Linke wollte das westdeutsche Bürgertum umschmeicheln und manipulieren, anstatt den Holocaust im großen Stil zu behandeln. Erst nach dem Untergang der Sowjetunion, als man die Konservativen in Westdeutschland nicht mehr benötigte und der Nationalstaat der Europäischen Union weichen sollte, gab es verstärkt Bücher und Dokus zum Holocaust und dem Dritten Reich und die Bundesrepublik rückte zunehmend nach links. Der Historiker Götz Aly konnte 2017 in der WELT Online seinem Ärger Luft machen über das langjährige Verhalten der deutschen Verlage. Bei einer Historikertagung in Berlin zum Thema „Raul Hilberg und die Holocaust-Historiographie“ präsentierte Götz Aly ein heikles Papier, das die deutsche Verlagswelt und die Historikerzunft kritisierte. Mitarbeiter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte waren empört. Es verwundert daher wenig, dass die Anzahl derer, die Hilbergs dreibändige Reihe oder ähnliche ausführliche Werke gelesen haben, sehr gering ausfällt. In den 1990er Jahren war der Zug bereits abgefahren und ganze Generationen hatten es verpasst, sich zu dem Thema richtig zu bilden. Wer heute im Internet stöbert, findet tonnenweise Material von Holocaustleugnern, das in einfacher Sprache und im Agitprop-Stil aufbereitet worden ist. Das Publikum versteht es meistens nicht, objektiv Sachverhalte zu beurteilen, sondern glaubt, was es glauben möchte und was der eigenen politischen Gruppierung nützlich erscheint. Das Misstrauen gegenüber Eliten richtet sich gleichzeitig gegen die akademische Betrachtung des Holocaust-Themas, und die Vermischung mit Verschwörungsliteratur sorgt für verheerende Denkabkürzungen beim Publikum. Auch wenn kurz vor Kriegsende schnell noch einzelne Lager, haufenweise Leichen und Dokumente führender Nazis beseitigt wurden, so blieb der gigantische Verwaltungsapparat übrig. Die Aufgabe, alles Wichtige zu schreddern, war unmöglich zu vollbringen. Das ist ungefähr so, wie ein ertappter Serienkiller, der bei dem überhasteten Versuch scheitert, 30 Leichen und alle Spuren komplett verschwinden zu lassen. Allein bei dem Versuch entstehen wieder neue Spuren. Die Revisionisten bzw. Leugner mussten nicht nur einen Ozean an Beweismaterial ignorieren, sondern die absurde Theorie konstruieren, dass Juden sich abgesprochen hätten, um eine der größten Vernichtungsoperationen des 20. Jahrhunderts komplett oder größtenteils zu erfinden. Bis in die 1990er Jahre war Holocaustleugnung in der westlichen Welt nur eine Randerscheinung in der Bücherwelt, während der Mainstream sich überhaupt nicht für das Thema interessierte. Erst danach, mit den Möglichkeiten des Internets und mit der zunehmenden Vermischung mit Verschwörungstheorien, erhielt Holocaustleugnung einen nennenswerten Auftrieb. Viele, die auf den Zug aufsprangen, hatten sich zuvor nie damit beschäftigt. Nur 54% der Weltbevölkerung haben laut einer Umfrage der jüdischen Anti-Defamation-League überhaupt jemals nur gehört vom Holocaust. Die allermeisten Menschen im Westen sind keine Holocaust-Leugner und generell sind die populärsten Informationsquellen das Fernsehen und das Internet. Wissenschaftliche Bücher sind eine totale Randerscheinung.

https://www.theatlantic.com/international/archive/2014/05/the-world-is-full-of-holocaust-deniers/370870/

Vor den Meinungsforschungen von Roper Starch Worldwide, Inc. in den 1990er Jahren interessierte sich die Welt nicht für die Frage, wie viele Leute den Holocaust für übertrieben oder für eine Erfindung hielten. Als Ergebnis gaben zwei Prozent der befragten Amerikaner an, große Zweifel zu hegen, acht Prozent waren sich nicht sicher, während der Rest angab, keine Zweifel zu hegen an der Geschichtsforschung. Eine andere Studie mit genaueren Methoden ergab insgesamt bis zu 20% an Leugnern, Zweiflern und Leuten mit einer „Ich weiß nicht so recht“-Haltung. Der Prozentsatz derer, die vehement den ganzen Holocaust in Frage stellen und nicht nur die Höhe der Opferzahl, ist also extrem klein und dieses Klientel überschneidet sich erfahrungsgemäß stark mit der Verschwörungs-Szene und mit den Neonazis, also Gruppen die versuchen, größere konservative Kreise zu beeinflussen. Die Konservativen werden davon größtenteils abgeschreckt und zur politischen Mitte und zum Establishment hingetrieben, und ein Teil der Konservativen kann sich dafür begeistern, isoliert sich aber damit und rückt alle Konservativen in ein schlechtes Licht. So bildet sich dann als Reaktion darauf eine Allianz aus der Mitte, Linken und Juden gegen die Konservativen. Ein Kampf der nicht zu gewinnen ist. Zwar ist nur in relativ wenig Ländern Holocaustleugnung verboten, aber das Stigma wirkt dennoch und kann erhebliche Konsequenzen haben. Im Endeffekt sind Holocaust leugnende Filmchen im Netz genauso wie anderes Neonazi-Material eine schmutzige Rekrutierungstaktik. Schlauere, einflussreichere Neonazis wissen ganz genau, dass sie Stuss erzählen und dass der Großteil der Bevölkerung so etwas vehement ablehnt. Wenn ein neues Opfer in den Bann gerät und seine neuen Überzeugungen öffentlich verkündet oder stark andeutet, dann ist dies sehr rufschädigend und führt zu einer gesellschaftlichen Isolierung, sodass die Person sich zunehmend nur noch in extrem rechten Kreisen verstanden und akzeptiert fühlt. Wie in jeder anderen (politischen) Sekte auch, werden die gläubigen Revisionisten und Rechtsextremen dazu gedrängt, ihre bisherigen Freunde und Familienmitglieder fallen zu lassen, wenn jene sich nicht von der Ideologie überzeugen lassen. Der Staat hat die Gesetze auf seiner Seite, und kann spielend leicht mit der Polizei und den Geheimdiensten gegen die Neonazis vorgehen, Spitzel per Erpressung rekrutieren und diese Spitzel dann als Anheizer verwenden, um noch mehr Fische ins Netz zu bekommen. Im Moment gibt es eine Reihe an prominenten und erfolgreichen rechten Politikern, die oft in ihrer Vergangenheit Umgang mit einschlägigen Neonazis hatten und potenziell erpressbar sind. Eine einzige heimliche Tonaufnahme oder Videoaufnahme, auf der eine Person den Holocaust leugnet oder Hitler preist, reicht aus, um diese Person für immer zu erpressen. Es drohen der Verlust des Arbeitsplatzes, gesellschaftliche Ächtung und eine ganze Reihe an Strafverfahren. Nach der deutschen Kapitulation am Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen bekanntlich die Abteilungen der Siegermächte für psychologische Kriegsführung die Kontrolle über sämtliche Medien in den besetzten Gebieten. Die Briten und Amerikaner mussten in der Folge eine Geschichtsschreibung etablieren, die bestimmte Sachverhalte geheim hielt, herunterspielt oder verzerrt, wie etwa das Ausmaß der angloamerikanischen nachrichtendienstlichen Infiltration Nazideutschlands, die kriegswichtigen Technologieverkäufe an Deutschland vor Kriegsbeginn, das jahrelange gezielte Appeasement gegenüber Hitler, die auffällige Eigensabotage Hitlers bei seiner Kriegsführung, sowie einige äußerst verheerende diplomatische Tricksereien, auf Grund derer die Naziführung eine Zeit lang glaubte, man hätte einflussreiche Verbündete in England und Amerika. Die Öffentlichkeit durfte auf gar keinen Fall ein vollständiges Bild erhalten von Hitlers andauernden, systematischen und extrem suspekten Fehlentscheidungen im Zusammenhang mit dem Krieg.

Eine seriöse Geschichtsforschung muss diese Lücken füllen. Es ist hingegen völliger Unsinn und kontraproduktiv, zu versuchen die Naziherrschaft schönzureden. Die allermeiste rechtsrevisionistische Literatur machte aber genau den Kapitalfehler, die Nazi-Herrschaft in ein neutrales oder positives Licht zu rücken. Auffällig ist auch, dass der bisherige Rechtsrevisionismus sich darauf beschränkt, auf der Kriegsbereitschaft der Briten, Amerikaner und Russen herumzureiten, ohne dabei konsequent zu untersuchen, ob die Führungsebene von Nazi-Deutschland von ausländischen Agenten unterwandert war und was dies für Auswirkungen gehabt haben könnte auf die deutschen Kriegserklärungen, die Rüstung und den Kriegsverlauf. Manche rechtsrevisionistische Literatur ist inhaltlich halbwegs korrekt, ignoriert aber die negativen Aspekte des Dritten Reichs und weitere elementaren Zusammenhänge, wodurch ein irreführendes Gesamtbild entsteht. Anderer Rechtsrevisionismus ist hochgradig manipulativ und nichts anderes als eine Verherrlichung der Nazizeit.

Die ursprünglichen Leugner und Revisionisten

Es ist auffällig, dass insbesondere britische und amerikanische Historiker von höchst einflussreichen Universitäten sich zuerst mit knallhartem Rechtsrevisionismus hervortaten und zudem sofort Holocaustleugnung betrieben. Der Verdacht liegt nahe, dass die alliierten Geheimdienste vom ersten Moment an versuchten, den Revisionismus zu vereinnahmen und ihn als tumbe Nazi-Verherrlichung auszugestalten, damit sich möglichst keine seriöse revisionistische Forschung etablieren konnte und damit Personen aus dem nationalistischen Spektrum sich dauerhaft unglaubwürdig machten

David Irving, Sohn eines britischen Marineoffiziers, wurde zu dem international bekanntesten revisionistischen Historiker über das Dritte Reich mit Büchern wie „Hitler‘s war“, „Rommel. Eine Biographie“, oder “Der Untergang Dresdens“, obwohl sein Bruder in der Luftschlacht um England gefallen war und der Vater nur knapp seinen Marinedienst überlebte und dann die Familie verließ. Eigentlich hätte man angesichts dieser Umstände nicht erwartet, dass Irving sich in seiner Karriere neutral bis positiv über die Nazis äußern würde.

Seine Bücher vermieden es, tiefere Geheimoperationen der Briten aufzudecken, sondern stellten einfach Hitler in einem recht positiven Licht dar; als patriotischen Pragmatiker, der von seinen Untergebenen regelmäßig im Stich gelassen worden wäre. Die Invasion der Sowjetunion sei nur einem Angriffskrieg Stalins gegen Deutschland zuvorgekommen, was auch von zwielichtigen Figuren wie dem Überläufer Viktor Suworow behauptet wurde. Hitler hätte zudem keine Kenntnis vom Holocaust besessen laut der Argumentation Irvings, allerdings wurde diese Stelle in der deutschen Ausgabe vom Ullstein-Verlag ohne Zustimmung des Autors entfernt.

Zu den wesentlichen Einflüssen auf seine Hitler-Biographie „Hitler’s war“ zählten Historiker und Holocaust-Leugner wie der Amerikaner Harry Elmer Barnes von der einflussreichen Columbia-Universität, die Jahrzehnte vorher schon einen Journalisten trotz (oder wegen?) der Veröffentlichung der Protokolle von Zion in Amerika mit einem hohen Posten bedacht hatte. 1955 war Barnes auf David Hoggan gestoßen, ein weiterer Holocaustleugner und bedeutender Einfluss auf Irving.

Hoggan hatte seinen Doktortitel an der elitären Harvard-Universität gemacht, gab Britannien die Schuld am Ausbruch des Krieges und malte Hitler in äußerst positiven Farben. Geld für seine Forschungen kam von Neonazi-Gruppen in Deutschland und den USA, bei denen er auch Mitglied war. Auf Deutsch erschienen seine Werke im Grabert Verlag von Herbert Grabert, der unter Alfred Rosenberg gedient hatte. Der Historiker Gerhard Weinberg warf Hoggan vor, Hitlers verbale Friedensbekundungen einfach für bare Münze genommen und konträre Informationen ignoriert zu haben. Darüber hinaus hätte Hoggan die Abfolge von Ereignissen verdreht und auch Quellen und Dokumente erfunden. Das Pamphlet „The Myth of the Six Million” wurde ohne seine Erlaubnis und unter einem Alias veröffentlicht von Noontide Press, einem Kleinverlag aus Los Angeles von Willis Carto (Liberty Lobby und American Free Press). Es handelte sich um die erste bedeutende Veröffentlichung von Holocaustleugnung im englischen Sprachraum.

Barnes, der Holocaust-Leugner von der Columbia-Universität und Einfluss von Irving, freundete sich noch mit dem Urvater der Holocaust-Leugnung Paul Rassinier an, der ironischerweise als Kommunist gegen die Nazis im französischen Widerstand gekämpft und Zeit in Konzentrationslagern verbracht hatte. Die französische Spionageabwehr verdächtigte ihn zeitweise, heimlich von den Nazis finanziert worden zu sein, während jemand vom französischen Widerstand enthüllte, dass er mit der britischen Special Operations Executive zusammengearbeitet hatte. Nach dem Krieg veröffentlichte er mit großem Erfolg seine Holocaust-Bücher und ließ sich eine Tour durch Deutschland sponsern durch Karl-Heinz Priester, einem ehemaligen SS-Offizier, Göbbels-Propagandisten und zeitweisen US-Spion.

David Irving hatte zunächst nicht offen Holocaustleugnung betrieben, wurde aber in den 1980er und 1990er Jahren zu einer der prominentesten Figuren der Szene und garnierte das Ganze mit Andeutungen über jüdische Verschwörungen. 2009 ergab sich eine verblüffende Querverbindung: Die Frau des neuen britischen MI6-Auslandsgeheimdienst-Chefs Sir John Sawers veröffentlichte auf Facebook Familienfotos und private Informationen, ohne den Zugriff auf diese Daten auf ihre Facebook-Freunde zu beschränken. Man erkannte auf den Fotos Hugo Haig-Thomas, ein ehemaliger britischer Diplomat, Schwager von Sawers und Forschungspartner von David Irving.1 Von deutschen Autoren kamen im Laufe der Zeit verschiedene revisionistische Bücher völlig unterschiedlicher Qualität auf den Markt, wobei das Thema Holocaust nur in manchen davon behandelt wurde. Der als junger Erwachsener von Deutschland nach Kanada emigrierte Ernst Zündel war dem Neonazi Adrien Arcand („der kanadische Führer“) gefolgt, der u.a. die kanadischen Juden nach Hudson Bay deportieren wollte; eine Idee auf die ihn Henry Hamilton Beamish gebracht hatte, ein führender britischer Antisemit, der als Sekretär von Königin Victoria gearbeitet hatte und bei seiner Tour durch Deutschland. Joachim von Ribbentrop und Julius Streicher kennenlernte. Arcand erhielt heimlich Geld vom britischen Adeligen George Clarke, 1st Baron Sydenham of Combe, ein höchst einflussreicher Offizier und Gouverneur des australischen Bundesstaats Victoria sowie Gouverneur von Bombay. Die Wunschvorstellung von Arcand war ein faschistisches Kanada im Rahmen des Britischen Imperiums, weshalb er auch während des Zweiten Weltkrieges inhaftiert wurde.

Sein Zögling Ernst Zündel gründete den Samisdat-Verlag in Toronto, veröffentlichte den Holocaust leugnende Schriften, Webseiten und Videos und nutzte sogar einen Kurzwellen-Radiosender, der zu manchen Zeiten auch bis Deutschland zu empfangen war. Sein Kontaktmann in Deutschland war der Neonazi Bela Ewald Althans, der 1995 vom Magazin Der SPIEGEL als V-Mann des bayerischen Verfassungsschutzes bezeichnet wurde, während der Verfassungsschutz nur von zwei folgenlosen Kontakte zum dem Mann sprach. Nach mehreren Gerichtsprozessen wurde er nach Deutschland abgeschoben, wo ein Haftbefehl wegen Volksverhetzung gegen ihn vorlag. Die einschlägig bekannten Horst Mahler und Sylvia Stolz scheiterten dabei, ihn vor Gericht zu verteidigen. Mahler war einst eine bedeutende Figur im Umfeld der linksterroristischen RAF und wanderte dann in den 1990er Jahren nach rechts, verbrachte Zeit bei der NPD, wurde zum Holocaustleugner und handelte sich eine Haftstrafe nach der anderen ein. Der Mitbgeründer der NPD, Adolf von Thadden, war ein langjähriger Informant des britischen Geheimdienstes MI6 gewesen und hatte eine britische Großmutter gehabt. Der Kölner Stadtanzeiger berichtete:2

„Hans Josef Horchem, damals Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz in Hamburg, erinnert sich daran, dass MI 6 seine Operationen wie eine alte Kolonialmacht auch in der Bundesrepublik weiterführte – allen Gesetzen und Abmachungen zum Trotz.“

Wie weit genau die Zusammenarbeit Thaddens mit den Briten ging, werden wir nie erfahren, weil er 1996 verstarb und die britischen Akten unter Verschluss bleiben.

Der Brite David McCalden war eine weitere international führende Figur der Holocaustleugner und schuf in Amerika mit Willis Carto das „Institute for Historical Review“ das mit dem Verlagshaus Noontide Press zusammenhing und Verbindungen knüpfte zu einigen international bekannten Holocaustleugnern. Willis Carto war stark beeinflusst von den Schriften eines gewisse Francis Parker Yockey, der sich bestätigt hatte in den Organisationen „German-American Bund“ und „National German-American Alliance.“

Der German American Bund nahm Amerikaner als Mitglieder auf, die deutsche Wurzeln hatten, und war 1936 gestartet worden als Nachfolger des in Verruf geratenen Vereins „Friends of New Germany“, der wiederum 1933 auf Befehl von Rudolf Hess entstanden war und sicherlich auch deutsche Spione beinhaltete. Der Vorläufer der „Friends of New Germany“ war die „Free Society of Teutonia”, deren Anführer Walter Kappe nach seiner Rückkehr nach Deutschland dem Geheimdienst “Abwehr II” zugeteilt wurde, wo er Sabotagenetzwerke entwickeln sollte, um mit jenen Amerika anzugreifen. Selbstverständlich betrachteten die amerikanischen Geheimdienste diese deutsch-amerikanischen Vereine als offensichtliches Spionagerisiko und leiteten entsprechende Maßnahmen ein.

Schon bald traute selbst die Nazi-Regierung in Berlin dem German American Bund nicht mehr.

Francis Parker Yockey, der große Einfluss auf Willis Carto, hatte mehrere Universitätsabschlüsse und schaffte es sogar bis zu der elitären Georgetown School of Foreign Service, die enorm viele Diplomaten, Spione, einen US-Präsidenten, einen CIA-Direktor und viele weitere Top-Funktionäre der USA hervorbrachte. Seine Aktivitäten führten zu Ermittlungen der Bundespolizei FBI gegen ihn und er verfügte Zeitweise (wie ein Profi-Agent) über mehrere gefälschte Pässe und Geburtsurkunden. Seine Verhaftung erfolgte 1960 im kalifornischen Oakland, wo er ausgerechnet bei einem jüdischen Holocaust-Überlebenden untergetaucht war. (check) In FBI-Haft tötete er sich der offiziellen Darstellung zufolge selbst mit einer Giftkapsel und hinterließ einen Abschiedsbrief, laut dem er seine Kontakte nicht verraten wollte. Einer der wichtigsten Figuren der rechten Szene war der britische Adelige Sir Oswald Mosley, dessen Vater der Cousin war des 14th Earl of Strathmore and Kinghorne, dessen Tochter Lady Elizabeth Bowes-Lyon wiederum Königin war neben King George VI. Mosley heiratete standesgemäß die Tochter des 1st Earl Curzon of Kedleston, der Statthalter von Indien war im Rahmen des britischen Kolonialismus. Die Hochzeit war ein großes Ereignis und als Gäste kamen u.a. König George V. und Queen Mary, sowie der spätere belgische König Leopold III. Nach dem Tod seiner Frau heiratete Mosley im Zuhause des Nazi-Propagandaministers Joseph Goebbels seine Geliebte Diana Guinness. Mit seinem Geld baute er die Organisation British Union of Fascists (BUF) auf und netzwerkte mit den Nazis, was aber wahrscheinlich nur Teil einer Spionagemission war, um den Deutschen Sympathien vorzutäuschen. Die britischen Geheimdienste Security Service und Special Branch hatten sich tief in die BUF eingegraben.

Quellen:

[1] http://www.dailymail.co.uk/news/article-1197562/MI6-chief-blows-cover-wifes-Facebook-account-reveals-family-holidays-showbiz-friends-links-David-Irving.html

[2] http://www.ksta.de/14380266

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