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„Dr. John Coleman“

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Dr. John Coleman ist nichts weiter als ein Pseudonym, ein Künstlername, eine Fantasiefigur. Nach eigenen Angaben war er beim britischen Geheimdienst MI6 tätig und habe so Zugang zu Geheiminformationen erhalten. Er veröffentlichte mehrere Bücher, die früher einmal den Status von Klassikern hatten. Am bekanntesten davon ist „Komitee der 300“ von 1992. Später stand er der LaRouche-Organisation nahe.

Weder seine angebliche frühere Geheimdiensttätigkeit noch sein Name und sein Doktortitel lassen sich verifizieren. Der bekannte Verschwörungsautor Eustace Mullins war mit ihm darüber in einen Streit verwickelt und Coleman weigerte sich, irgendwelche verifizierbaren persönlichen Informationen über sich selbst preiszugeben.

Coleman habe 30% seines Materials von Mullins, und die anderen 70% von Publikationen der LaRouche-Organisationen abgekupfert wie dem Magazin „Executive Intelligence Review“, so die Vorwürfe. Natürlich ist es notorisch schwierig, in der Verschwörungsliteratur originelle Ideen zu finden, die nicht schon früher irgendwo veröffentlicht worden waren.

Coleman brüstete sich damit, 1986 die Existenz des Geheimdienstes National Reconnaissance Office enthüllt zu haben, obwohl James Bamford in der New York Times bereits im Januar 1985 darüber in dem Artikel “America’s Supersecret Eyes in Space” geschrieben hatte.

Zudem behauptete Coleman, als erster in den USA den Club of Rome und das Komitee der 300 erwähnt zu haben. Wieder aber war die NY Times schneller gewesen bei der Erwähnung des Club of Rome und ein schlechtes Buch von Graf Arthur Cherep-Spiridovich namens “The Secret World Government Or the Hidden Hand: The Unrevealed in History” bastelte bereits 1925 die Legende von einer Gruppe aus 300 jüdischen Bankiers und Geschäftsleuten, die angeblich die Welt regieren. Illuminaten, Freimaurer, Juden und der Teufel wurden zu einer Superverschwörung vermischt mit Hilfe von Falschinformationen und aus dem Kontext gerissenen Zitaten. Es ist eindeutig, dass Coleman das Buch von Spiridovich kannte, denn er gab es als Quelle an für sein Werk “The Rothschild Dynasty”.

Der deutsche Politiker Walther Rathenau schrieb bereits 1909 in dem Artikel „Geschäftlicher Nachwuchs“ in der Neuen Freien Presse:

„Dreihundert Männer, von denen jeder jeden kennt, leiten die wirtschaftliche Geschicke des Kontinents und suchen sich Nachfolger aus ihrer Umgebung.“

Für ihn waren diese Männer aber keine Juden. Trotzdem bezeichnete 1912 Theodor Fritsch diesen alten Artikel als „offenes Geständnis der unzweifelhaften jüdischen Hegemonie“ und als Beweis dafür, dass Rathenau eine Art heimlicher Kaiser gewesen sei.

Einer der Männer, die Rathenau 1922 umbrachten, hielt ihn für ein Mitglied der „dreihundert Ältesten von Zion“ und vermischte in seinem Kopf die Legende der 300 Männer mit den gefälschten Protokollen von Zion.

Colemans Buch ist in simplen Worten und kurzen Sätzen geschrieben und hat darüber hinaus eine recht überschaubare Länge von 250 Seiten. Wirklich Neues kann er nicht anbieten, bis auf die unbestätigten Angaben über das Komitee der 300 und diverse andere Geheimgremien.

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AlexBenesch
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