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Mittwoch, August 17, 2022

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Die John Birch Society

StudieDie John Birch Society

Warum waren Donald Trump und weitere Republicans aus seinem Umfeld so nachgiebig gegenüber Russland und Putin, aber hart gegenüber dem kommunistischen China? Weil man beeinflusst wurde durch Propaganda der „John Birch Society“ (JBS), die sich wiederum speiste aus der klassischen Verschwörungsliteratur, hinter der die Welfen-Geheimdienste stecken. Man glaubt an eine linke Weltverschwörung und betrachtet demnach Russland als Freund und China als Feind.

Warum zwinkerte Trump so bereitwillig dem extremen rechten Rand zu? Nicht nur um Wählerstimmen abzugreifen, sondern weil diese Wähler von exakt den gleichen Verschwörungs-Narrativen beeinflusst sind.

Warum trat Trump ohne Umschweife in der Verschwörungs-Radiosendung von Alex Jones auf? Weil Jones schon früh beeinflusst war von Verschwörungs-Narrativen der John Birch Society.

Warum hatte Trump bei Großindustriellen so viel Rückhalt? Weil diese Industriellen ebenfalls eine linke Weltverschwörung fürchten. Die Koch-Familie stellte sogar ein Gründungsmitglied der JBS.

Warum beteiligten sich FOX News, Newsmax und OAN bereitwillig an Trumps Verschwörungstheorien? Wegen der Opposition zu der vermeintlichen linken Weltverschwörung.

Warum hörte Trump auf diejenigen Leute, die COVID für übertrieben und für eine Panikmache der Linken hielten? Weil er jenen vertraut, die aus der JBS-Ecke kommen.

Warum orientierte sich Trump an Verschwörungstheorien, laut denen die Democrats mit chinesischer Hilfe die Präsidentschaftswahlen 2020 manipuliert hätten? Weil diese Theorien zu der Vorstellung einer linken Weltverschwörung passen und Trump solchen Medien vertraut, die JBS-Narrative verbreiten.

Warum verbreitete sich der Glaube an QAnon, ein vermeintlicher Insider, der kryptische Ankündigungen postete über kommende Massenverhaftungen von linken Politikern? QAnon ist eine PR-Aktion im Stil der alten JBS-Narrative.

Die „John Birch Society“ (JBS) ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten und viele Rechtskonservative, Antikommunisten, Trump-Supporter und jene, die sich für Verschwörungen interessieren, wissen gar nicht mehr, wie viele gängige Ideen und Narrative auf die JBS zurückgehen. Die JBS sah sich als Vorreiter im Antikommunismus und in der Spionageabwehr während dem Kalten Krieg, da man nicht nur die üblichen KGB-Agenten und Sympathisanten des Ostblocks jagte, sondern eine internationale Banker-Verschwörung, welche hinter dem Kommunismus stecken würde. Man hielt alle Behörden für infiltriert und man befürchtete, dass selbst US-Präsidenten für die Kommunisten arbeiteten, wie Nixon oder Bush. Anders als das FBI nutzte die JBS die Verschwörungsliteratur der letzten 200 Jahre als Quelle, um ein besseres Verständnis zu erhalten. Dass diese alte Verschwörungsliteratur unter Kontrolle der adeligen britischen Spionage war, wussten die Mitglieder der JBS (bis vielleicht auf wenige Ausnahmen) nicht. Alex Jones, einer der erfolgreichsten Influencer im Bereich der Verschwörungsmedien, bezog seine „Bildung“ im Prinzip aus ein paar Büchern der JBS. Seine Eltern und deren Umfeld (insbesondere die Hammans) waren in diesen Kreisen unterwegs und tauschten sich regelmäßig aus. Die JBS organsierte sich in Gruppen von 20 Personen, die sich bei Mitgliedern zuhause trafen wie bei Tupper-Partys. Jones‘ Cousin aus dem Hamman-Clan, dessen Vater angeblich in Lateinamerika den Kommunismus zurückdrängte und einen militärischen Hintergrund hatte, verschaffte Jones seinen Start in der Medienwelt, die erste Webseite, die ersten Deals mit Radiostationen und Support durch etabliertere Figuren aus JBS-Kreisen. Jones‘ Programm in den 1990er Jahren war pure JBS-Doktrin: Kommunistische Agenten wie George H.W. Bush und Bill Clinton würden über die Vereinten Nationen die Weltdiktatur anstreben, eine „Neue Weltordnung“, unterstützt durch die Zentralbank Federal Reserve. Die USA hatten natürlich einen Weltmachtanspruch und benutzten u.a. sozialistische Versatzstücke, um die Bürger zu kontrollieren, aber die amerikanischen Strippenzieher waren keine Agenten Moskaus, sie waren keine Marxisten-Leninisten. Auch nicht die Weisen von Zion. Die amerikanischen Gründerväter und nachfolgenden Präsidenten der Frühzeit waren auch keine Helden, denen dann ihr Staat geklaut worden sei von jüdischen Bankern oder „Illuminati“.

Die real existierenden kommunistischen Staaten waren selbstverständlich eine horrende Gefahr für die Bürger der Welt, aber der Fanatismus der JBS stärkte letztendlich die Links-Rechts-Spaltung und viele Linke und Gemäßigte hielten die JBS eher für den Teil einer rechten Weltverschwörung; eine Gruppe an Panikmachern, die nur ihren reichen Gönnern aus der Industrie und rechten Politikern den Vorwand verschaffen sollte, um die Menschen auszubeuten. Amerikanische Konservative hatten versäumt, sich weiterzuentwickeln, und ließen wichtige Bereiche einfach brach liegen, wie Frauenrechte, Schutz von Arbeitern und ein soziales Sicherheitsnetz. Kein Wunder, dass Sozialisten genau in diese Bereiche hineinstießen. Als Folge davon waren Sozialisten dann wirklich überall in der Gesellschaft vertreten, was wiederum die JBS immer paranoider und aggressiver machte. Manche Bücher aus der JBS-Ecke wurden Millionenbestseller. Europäische Autoren übernahmen bereitwillig Material von der JBS und älteren Verschwörungsbüchern, und fügten unterschiedliche Sachen an, wie UFOs, Esoterik, Rechtsrevisionismus usw.

Das, im Prinzip, sind die Verschwörungsmedien. Sonst nichts. Sie sind nichts Besonderes. Sie liefern uns kein echtes Verständnis über die Welt und die Geschichte, keine wirksamen Strategien. All dieses JBS-Material und anderes Zeug landete später auch im Internet und beeinflusste die nächste Generation an Verschwörungs-Influencern. Die neuen Influencer schreiben immer von den älteren ab. Gängige Verschwörungs-Influencer sind keine Experten über Verschwörungen, über die Supermächte, Geheimoperationen und die Geschichte. Sie pressen alles in wenige Grundmuster. Die JBS-Linie, in der modernisierten Form bei Alex Jones, war durchaus interessant für mich vor anderthalb Jahrzehnten. Aber eben zu begrenzt und mit zu vielen Fehlern darin. Man muss sich davon lösen, eigene Forschungen betreiben und bessere Ergebnisse liefern. Alex Jones gab vor rund zwei Jahren zu, dass er die vergangenen zehn Jahre praktisch keine Bücher mehr zu Sachthemen gelesen hat. Er hielt das für überflüssig. Er war anscheinend überzeugt davon, dass es ausreiche, vor Ewigkeiten ein paar JBS-Bücher gelesen zu haben.

Wir von Recentr lesen ab und zu Kommentare, laut denen wir früher hervorragend gewesen seien, aber uns dann total verschlechtert hätten. Das heißt, als wir noch die klassische JBS-Infowars-Linie hatten und vieles einfach nur übersetzten und kopierten, mochten das Leute, weil es das war, was sie gewohnt waren. Je stärker meine Bildung wurde, umso mehr fand ich natürlich heraus, wo die Fehler und Rahmen und Probleme sind bei der klassischen JBS-Linie. Und je besser wir wurden, umso mehr wandten sich einige ab. Die grob fehlerhaften JBS-Narrative bestimmen heute noch das Denken der Leute, ob nun im muslimischen Raum, in AfD-Kreisen oder bei Protesten am US-Kapitol. Egal welche Kanäle man sich anschaut, welche Radiosendung oder Podcast man anhört, welche Webseite man liest, man bekommt im Prinzip immer das gleiche Zeug vorgesetzt. Die JBS mag in Vergessenheit geraten sein, aber die Gönner hinter der Organisation haben längst unzählige neue Organisationen und Think Tanks gegründet, die unser Denken bestimmen sollen. Manche JBS-Autoren wie Gary Allen oder Professor Carroll Quigley, sowie Verschwörungsmedien wie Infowars, sahen teilweise durch den ideologischen Zirkus hindurch, aber dennoch blieb die Anziehungskraft des Links-gegen-Rechts-Denkmusters einfach zu stark. Der ehemalige Archivar des Council on Foreign Relations (CFR) und Professor an der Georgetown-Universität Carroll Quigley, der als Mentor von Präsident Bill Clinton bekannt ist, schrieb 1966 in seinem Buch „Tragödie und Hoffnung“:

„Das Argument, dass die beiden Parteien gegensätzliche Ideale und Politiken vertreten, die Rechten und die Linken, ist eine törichte Idee, die nur für Doktrinäre und akademischen Denker akzeptabel ist. Stattdessen sind die beiden Parteien fast identisch, so dass das amerikanische Volk bei jeder Wahl ‚die Spitzbuben rauswerfen‘ kann, ohne dass es zu tiefgreifenden oder extremen Veränderungen in der Politik kommt.“

Quigley war zu gebildet, um auf gewöhnliche Parteipropaganda hereinzufallen, war selbst aber dennoch eher konservativ und ein großer Fan der englischen Tradition und des Lifestyles. Er ging davon aus, dass ein „angloamerikanisches Netzwerk“ eine signifikante, aber verdeckte Rolle spielte in der Welt und mehrfach strategisch mit Kommunisten und Rechten paktierte. Allerdings war er längst nicht so gut eingeweiht, wie er glaubte und unterschätzte das Netzwerk deutlich. Dass er von Verschwörungsautoren der JBS als Mitverschwörer der „internationalen Banker“ bezeichnet wurde, fand er absurd:

„Dieses radikale rechte Märchen, das heute in vielen Gruppen Amerikas zum Volksmythos wurde, stellt die neuere Geschichte der Vereinigten Staaten in Bezug auf die innenpolitischen Reformen und die Außenpolitik als eine gut organisierte Verschwörung extrem linker Elemente dar. Dieser Mythos enthält, wie alle Fabeln, tatsächlich ein Minimum an Wahrheit. Es existiert seit einer Generation ein internationales anglophiles Netzwerk, das in gewissem Maße so agiert, wie radikale Rechte es von den Kommunisten erwarten. Tatsächlich hat dieses Netzwerk, das wir als Roundtable-Gruppen bezeichnen können, keine Abneigung gegen die Zusammenarbeit mit den Kommunisten oder anderen Gruppen und arbeitet auch häufig mit diesen Gruppen zusammen. Ich kenne die Funktionsweise dieses Netzwerks, weil ich es zwanzig Jahre lang studiert habe und Anfang der 1960er Jahre zwei Jahre lang die Erlaubnis hatte, seine Papiere und geheimen Aufzeichnungen zu prüfen. Ich habe keine Abneigung dagegen oder gegen die meisten seiner Ziele und war für einen Großteil meines Lebens in der Nähe davon und von vielen seiner Instrumente. Ich habe sowohl in der Vergangenheit als auch in jüngster Zeit Einwände gegen manche seiner Aktivitäten erhoben … aber generell besteht mein wesentlicher Meinungsunterschied darin, dass das Netzwerk unbekannt bleiben möchte, und ich hingegen glaube, dass seine Rolle in der Geschichte bedeutend genug ist, um bekannt zu werden.

Quigley hielt das Roundtable-Netzwerk für eine Gruppe bemühter Personen, die auch strategische Fehler gemacht hätten, wie etwa die verheerende Appeasement-Politik ggü. Hitler im Zusammenhang mit einem großangelegten Täuschungsmanöver gegen Nazideutschland. Letztendlich blieb Quigley trotz seiner Einwände ein treuer Anhänger der angloamerikanischen Netzwerke. Immerhin merkte er an, dass die USA und die UdSSR kein echtes Interesse daran haben konnten, sich gegenseitig zu vernichten, sondern eher nur ihr gemeinsames Machtgleichgewicht aufrechterhielten. Er war sehr unzufrieden damit, dass gewöhnliche rechte Verschwörungsmedien versuchten, Zitate von ihm zu benutzen, um damit das alte Narrativ einer (jüdisch-) kommunistischen Illuminati-Verschwörung zu stützen. Gerade Autoren der JBS stellten die Situation so dar, als sei Quigley ein arrogantes, bewusstes Mitglied der internationalen Banker-Verschwörung. 1970 veröffentlichte Cleon Skousen „Der nackte Kapitalist: Eine Rezension und Kommentar zu Dr. Carroll Quigleys Buch Tragödie und Hoffnung“. Das erste Drittel dieses Buches besteht aus umfangreichen Auszügen aus „Tragödie und Hoffnung“, durchsetzt mit Kommentaren von Skousen. 1971 veröffentlichte Gary Allen, ein Sprecher der John Birch Society, „None Dare Call It Conspiracy“, das zum Bestseller wurde. Allen zitierte Quigleys „Tragödie und Hoffnung“ als maßgebliche Quelle für Verschwörungen. Die gesamte John Birch Society zitiert weiterhin Quigley als Hauptquelle für ihre Sicht der Geschichte. Quigley beschwerte sich:

„Skousens Buch ist voller falscher Darstellungen und sachlicher Fehler. Er behauptet, ich hätte von einer Verschwörung der Superreichen geschrieben, die pro-kommunistisch sei und die Welt übernehmen wolle, und ich wäre Mitglied dieser Gruppe. Aber ich habe es nie als Verschwörung bezeichnet und betrachte es nicht als solche. Ich bin kein „Insider“ dieser reichen Personen, obwohl Skousen das glaubt. Ich kenne zufällig einige von diesen Personen und mochte sie, obwohl ich mit einigen Dingen, die sie vor 1940 getan haben, nicht einverstanden war.“

Zu Gary Allens “None Dare Call It Conspiracy” sagte Quigley:

“Sie dachten, ich hätte alles bewiesen. Zum Beispiel zitieren sie mich immer wieder falsch: Lord Milner (der dominierende Treuhänder des Cecil Rhodes Trust und ein Mitglied der Round Table Group) habe bei der Finanzierung der Bolschewiki geholfen. Ich habe den größten Teil von Milners Privatpapieren durchgesehen und keine Beweise dafür gefunden. Darüber hinaus besteht None Dare Call It Conspiracy darauf, dass internationale Banker ein einheitlicher Block wären, allmächtig bis heute. Im Gegenteil, ich habe in meinem Buch festgestellt, dass sie sehr gespalten waren, oft untereinander kämpften, großen Einfluss hatten, aber keine Kontrolle über das politische Leben hatten und zwischen 1931 und 1940 stark an Macht verloren, als sie weniger einflussreich wurden als die monopolisierte Industrie.“

Skousen, weitere JBS-Autoren und andere Verschwörungsautoren waren dermaßen vereinnahmt und inspiriert von der älteren, klassischen Verschwörungsliteratur aus den letzten 200 Jahren, dass sie wohl ganz automatisch Quigleys Forschungen massiv verzerrten und in das altbackene Narrativ einer jüdischen Illuminati-Weltverschwörung hineinpressten. Gleichzeitig muss man in Betracht ziehen, dass das „anglophile Netzwerk“, von dem Quigley sprach, wohl wenig erfreut war über Quigleys Bücher, und dass es die naheliegende Strategie war, die JBS zu benutzen, um Quigleys Enthüllungen massiv zu verfälschen.

Politiker und Großunternehmer sind nicht völlig naiv. Politiker in den USA wissen, dass beide großen Parteien in den USA angewiesen sind auf Banken und Großunternehmen. Aber dennoch bleibt das Links-gegen-Rechts-Denkmuster dabei erhalten, weil eben auch Banken und Großunternehmen oft in diesem Denken verhaftet sind. Linke Politiker betrachten Großunternehmen als Mittel zum Zweck und beabsichtigen deren spätere Verstaatlichung. Manche Großunternehmer träumen selbst vom Sozialismus. Manche Politiker tarnen sich taktisch als mitte-links, sind aber in Wirklichkeit rechts. In manchen Verschwörungsmedien, wie etwa in Gary Allens Buch und in den Radiosendungen von Alex Jones (der selbst von Allen inspiriert war) wurde zwar eindringlich gewarnt vor einem irreführenden Links-Rechts-Denkmuster, aber dieses Denkmuster wurde nur oberflächlich verstanden. Die gewöhnlichen Verschwörungsmedien glaubten standhaft an eine Banker-Weltverschwörung, die manchmal auch rechte Politiker und rechte Gruppen benutzt. Wenn also Democrats unter Kontrolle der Weltverschwörung in der Öffentlichkeit stritten mit Republicans, die ebenfalls von derselben Weltverschwörung gesteuert werden, dann sei dieser Kampf zwischen links und rechts „fake“. Gary Allen, Alex Jones und das rechte Publikum blieben aber nach wie vor verhaftet in dem viel tiefer reichenden Links-gegen-Rechts-Denkmuster.

Der JBS-Vorsitzende Robert Welch war stark beeinflusst durch klassische Verschwörungsmedien, die seit dem späten 18. Jahrhundert von den Geheimdiensten des Welfen-Adels kontrolliert wurden (siehe mein Buch „Der Geführte“). Es überrascht nicht, dass er dementsprechend nicht den Adel und „rechte“ Kreise als Strippenzieher betrachtete, sondern prinzipiell Kommunisten. Es ist unklar, ob der JBS-Mitbegründer Fred Koch (Koch Industries) tatsächlich selbst die Linie der JBS vertrat, oder die Organisation nur aus reiner Taktik heraus förderte. Dass er im Prinzip die sowjetische Ölindustrie aufgebaut hatte wurde ihm offenbar verziehen als „Jugendsünde“. Welch hielt große Stücke auf den Politiker Robert Taft, der zu der gefährlichen Geheimgesellschaft Skull & Bones gehörte, die auf den britischen Welfenadel zurückgeht und einen bedeutenden Einfluss darauf hatte, dass China und Russland kommunistisch wurden. 

Welch beschuldigte die Rothschilds und die als links-progressiv beschriebenen Rockefellers, Bilderberg, den CFR und die Trilaterale Kommission. Die großen Star-Autoren der Organisation, wie wir gleich sehen werden, distanzierten sich knapp von Antisemitismus und Fake-Quellen wie den Protokollen von Zion, überbewerteten aber drastisch die Rolle der Rothschilds und anderer jüdischer Banker. Welch zirkulierte 1954 einen Brief, in dem er Präsident Dwight D. Eisenhower als einen möglichen „bewussten, treuen Agenten der kommunistischen Verschwörung“ bezeichnete, weil jener angeblich Vorwissen hatte von dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor. Die Vorgeschichte des Angriffs ist tatsächlich höchst suspekt, aber es war eine primitive Reflexreaktion von Welch, anstatt eine breitere Reihe an Hypothesen zu untersuchen. Der Brief führte dazu, dass sich die Republikanische Partei öffentlich stärker von der JBS distanzierte. Neben Koch gab es weitere steinreiche JBS-Gründungsmitglieder sowie Revilo P. Oliver, Professor an der Universität von Illinois, der später ausgeschlossen wurde und bei der Gründung der Neonazi-Gruppe „National Alliance“ half. Die Website der National Alliance behauptet, Oliver habe mit dem prominenten Neonazi William Luther Pierce zusammengearbeitet. Pierce schrieb später The Turner Diaries, einen enorm einflussreichen Roman über Terroranschläge, einen Rassenkrieg und den Sturz der Regierung der Vereinigten Staaten. Alle relevanten Rechtsterroristen, von Tim McVeigh bis Anders Breivik, betrachteten die Turner Diaries als eine Art Bibel und Masterplan zur Errettung der Weißen Rasse. 1978 wurde Oliver Redaktionsberater des Institute for Historical Review, einer Organisation, die sich hauptsächlich der Leugnung des Holocaust widmete. Grob gesagt gibt es in der rechten Sphäre drei Ebenen, die alle im Wesentlichen unter Kontrolle sind, wobei es schwierig ist, abzuschätzen, welche Person bewusst Desinformation verbreitet und wer selbst ein Getäuschter ist, der das manipulative Material als absolute Wahrheit betrachtet:

  • Die Ebene der gemäßigten Mainstream Republicans
  • Die Ebene der rechtskonservativen Verschwörungs-Aktivisten wie die JBS
  • Die Ebene der knallharten Neonazis und Holocaust-Leugner

Trumps Vertrauter und langjähriger Berater Roger Stone sagte, dass Trumps Vater Fred Trump ein Finanzier der JBS und ein persönlicher Freund des Gründers Robert Welch war. Donald Trumps ehemaliger Stabschef Mick Mulvaney war der Redner beim Abendessen des Nationalrats der John Birch Society kurz vor seinem Eintritt in die Trump-Administration. Der US-Senator Rand Paul (R-Kentucky), von dem weithin berichtet wird, dass er einer der außenpolitischen Berater von Trump war, ist ebenfalls mit der John Birch Society verbunden. Der Vater des Senators, der frühere Kongressabgeordnete Ron Paul (R-Texas), hat eine lange und sehr enge Beziehung zur JBS. Er feierte deren Arbeit in seiner Grundsatzrede 2008 auf der Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der Organisation und sagte, dass sie den Kampf anführe, um die Freiheit wiederherzustellen. Der Hauptredner bei der Feier zum 60-jährigen Jubiläum der Gruppe war der Kongressabgeordnete Thomas Massie (R-Kentucky). Der Verschwörungs-Influencer Alex Jones, der Trump in seiner Infowars-Radiosendung interviewte und behauptete, eine persönliche Beziehung zum Präsidenten zu haben, nannte Trump einen „Präsidenten der John Birch Society“ und behauptete zuvor, Trump sei „mehr John Birch Society als die John Birch Society“.

Von einem zum anderen

Das sogenannte „blaue Buch“ gilt als Grundsatzdokument der JBS und enthält nur standardmäßigen Antikommunismus und keine Bezugnahme auf alte Verschwörungsliteratur, die aber ganz klar in der JBS erkennbar ist. Das Bluebook war nur der ursprüngliche Aufhänger. Was wirklich Wellen schlug, waren die Arbeiten von Griffin, Skousen und Allen. G. Edward Griffin mit seinem Buch über die Federal Reserve war aus der JBS-Ecke und vermied die Mythen über die große Judenverschwörung, die man in älteren Werken zur Zentralbank fand wie Eustace Mullins‘ „Secrets of the Federal Reserve“. Beide Bücher verrieten im Prinzip keine geheimen Fakten, die irgendwie juristisch verwertbar wären. Die FED ist ein Mix aus staatlichen und privaten Elementen und nicht etwa die Privatbank von Juden. Cleon Skousen beeinflusste den überaus erfolgreichen Glenn Beck. Nachdem Beck im März 2009 mit der Werbung für Skousens „The 5.000 Year Leap“ begonnen hatte, stieg das Buch bis auf Platz eins der Verkäufe auf der Amazon.com-Fiction-Liste und blieb im folgenden Sommer unter den Top 15. „Der nackte Kapitalist“ wurde von vielen zitiert, darunter Cleon Skousens Neffe Joel Skousen, als Beweis für eine Strategie der „Neuen Weltordnung“ zur Schaffung einer Eine-Welt-Regierung. Der US-Senator Orrin Hatch, selbst Mormone, der Skousen und Skousens „Freemen Institute“ als Förderer hatte, als Hatch 1976 für den Senat kandidierte, lobte Skousen im US-Senat. Der Präsidentschaftskandidat Mitt Romney diskutierte Skousen in einem Off-the-Air-Gespräch während einer Pause in Mickelsons Sendung. In dem Gespräch wies Mickelson auf Skousens amerikanischen Konstitutionalismus hin, und Romney zitierte Skousen als Experten für mormonische Theologie. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, hat auch ein Buch von Skousen beworben. Ich selbst habe Joel Skousen interviewt.

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