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Mittwoch, August 17, 2022

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„Der internationale Jude“

Studie„Der internationale Jude“

Einflussreiche Antisemiten aus Amerika und britische Hochadelige besaßen genügend Möglichkeiten, um nach konkreten Beweisen für tatsächliche kriminelle Handlungen jüdischer Individuen und Netzwerke zu suchen, und mit Hilfe von Anwälten und sympathisierenden Staatsfunktionären gegen diese Individuen und Netzwerke vorzugehen. Stattdessen wurden lediglich hohle und zahnlose Pamphlete gedruckt, die keine gerichtsverwertbaren Beweise enthielten, mit denen man auch nur einen einzigen lausigen Durchsuchungsbefehl hätte erwirken können oder gar eine Verurteilung vor Gericht. Nur in Europa entwickelten die Pamphlete durch die Nazis eine verheerende Wirkung, bis hin zum Holocaust.

Henry Fords Publikation „Der internationale Jude: Ein Weltproblem“ von 1920 basierte auf den Protokollen und wurde in verschiedenen Sprachen in hohen Auflagen veröffentlicht. Es handelt sich um die Zusammenstellung von 91 Artikeln verschiedener Autoren. 1922 erschien die deutsche Übersetzung im Leipziger Hammer-Verlag des antisemitischen Verlegers Theodor Fritsch, ein Verkaufserfolg in der völkischen Szene und bei der NSDAP. Gleich zu Beginn widmet sich der erste Aufsatz der Frage, wie es überhaupt Juden gelungen sein soll, die Finanzmacht in den USA zu übernehmen. Eine Aufschlüsselung mit verlässlichen Quellen, wieviel Finanzmacht Juden denn angeblich im Jahr 1920 besessen haben sollen, gibt es nicht. Stattdessen der Verweis, dass die einflussreichen amerikanischen Juden einfach zu den europäischen Juden gehörten, die bereits ultra-reich gewesen seien. Welche europäischen Juden sollen das sein? Wir erfahren es nicht. Was auch fehlt, ist eine überzeugende Antwort darauf, warum der jüdische Durchmarsch in den USA nicht aufgehalten wurde, wenn doch so wenige jüdische Familien existierten, die zu den Superreichen gehörten. Im dritten Aufsatz fällt auf, dass die Amerikanische Revolution nicht als das Werk jüdisch-kommunistischer Illuminaten beschrieben wird, obwohl doch laut der gängigen Sichtweise die Revolutionäre mit Slogans über Freiheit und Gleichheit sich vom britischen Adel lossagten und die alte Ordnung zerstörten zugunsten von Demokratie und Kapitalismus. Europäische Juden sollen einfach amerikanische Juden finanziert haben, um die amerikanische Wirtschaft sukzessive aufzukaufen, ohne dass dieser Plot bemerkt und aufgehalten worden sei. Wie in zahllosen anderen Verschwörungs-Texten wird der Eindruck erweckt, Nicht-Juden hätten geheimdienstlich völlig versagt, während Juden ungehindert geheimdienstliche Wunder vollbracht hätten. Es wird wieder das Argument benutzt, Juden hätten irgendwelche herausragenden geheimdienstlichen, verschwörerischen Fähigkeiten besessen. Es heißt weiterhin:

„Der Jude ist der einzige und ursprüngliche internationale Kapitalist.“

Diese Aussage ist vollständig falsch und irreführend. Auch die finanziellen Tricks und Kniffe, die genannt werden, gehören zum Standardrepertoire unzähliger Gruppen und wurden nicht von Juden erfunden. Juden würden in besonderem Umfang nicht-jüdische Strohmänner verwenden, heißt es, ohne jedoch ein einziges Beispiel dafür zu nennen. Statt der behaupteten Diskretion sah man, wie beispielsweise die Rothschilds das Rampenlicht geradezu suchten, riesige Paläste bauten und Partys veranstalteten für die High Society. Es stand unzähligen Individuen und Gruppen, darunter natürlich auch dem Adel, frei, sich im Bankenwesen zu betätigen. Aus irgendeinem unerfindlichen, nicht genannten Grund, soll jedoch den Juden das Feld überlassen worden sein. Nachrichtendienstlich seien Juden immerzu schneller und besser informiert gewesen als andere, was wohl eine Anspielung ist auf den Rothschild-Waterloo-Mythos. Belege werden keine geliefert, sondern der Leser bekommt nur den Hinweis auf „viele Autoren im Mittelalter“, die darüber geschrieben hätten. Antisemitische Literatur verwendet also standardmäßig antisemitische Literatur als Quelle und betrachtet die schiere Masse an Veröffentlichungen innerhalb dieser Echokammer und Filterblase als eine Art Wissenschaftsfeld. Der britische Adel, so heißt es, hätte sich komplett verschuldet bei den jüdischen Geldverleihern, ohne Quellen oder eine Übersicht zu liefern und ohne Erwähnung des Rothschild-Waterloo-Mythos. Im zweiten Aufsatz geht es um die Zerfallserscheinungen in Deutschland, die selbstverständlich dem Judentum angelastet werden. Germanen und Juden seien grundverschieden und sich in Deutschland besonders fremd, wird erklärt, was eine komplette Verdrehung der Tatsachen ist, denn deutsche Juden (bzw. jüdisch-stämmige Deutsche) zählten zu den am meisten assimilierten Juden der Welt. Diejenigen Länder, wird erklärt, die am meisten unter jüdischem Einfluss standen (gemeint sind wohl die USA und Britannien) hätten Deutschland im Ersten Weltkrieg am schlechtesten behandelt. Mit dieser altbekannten Masche gelang es der angloamerikanischen Propaganda, rechte Kreise in Deutschland zu umgarnen und dafür zu sorgen, dass die Wut der Deutschen sich nicht gegen den Welfen-Adel richtete. Juden sollen „die einzigen Gewinner des Kriegs“ gewesen sein, so die groteske Einschätzung. Genau wegen diesem Unfug konnten Adelige die Nationalsozialisten manipulieren und den Eindruck erwecken, hohe Kreise in Britannien und den USA seien den Nazis gewogen und würden zulassen, dass Deutschland sich nach Osten ausbreitet und sogar gegen die (vermeintlich jüdisch dominierte) Sowjetunion kämpft. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu einer kurzlebigen Hochphase, in der linke Strömungen und auch prominentere jüdische Sozialisten in Deutschland Posten ergatterten. Die linke Bewegung war komplett unterwandert von preußischen und welfisch-britischen Geheimdiensten, was natürlich gründlich verschwiegen wurde. Eine ausführliche Abhandlung zu Karl Marx finden Sie in meinem Buch „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte Band I – Revolution“. Auch Sowjetrussland war über seine Geheimdienste in der deutschen linken Sphäre involviert, wobei die kommunistische Revolution Russlands eben keine Aktion jüdischer Illuminaten war, sondern des Adels. Die Propaganda der Angloamerikaner interpretierte die linke Phase in Deutschland natürlich als jüdisch-illuminierte Agenda. Ein internationales, antisemitisches Netzwerk sei demzufolge notwendig, um die jüdische Weltverschwörung zurückzudrängen.

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