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Dezember, 6

Der britische Geheimdienst verklärt die Französische Revolution

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Es ist bekannt, dass das britische und das französische Königreich sich über Jahrhunderte hinweg mit allen Mitteln bekämpft hatten, was selbstverständlich auch Geheimoperationen miteinschloss, um den Gegner zu destabilisieren. Die gewöhnliche Geschichtsforschung beschäftigte sich fast ausschließlich mit den nachrichtendienstlichen Behörden des 20. Jahrhunderts, die offizielle Namen, Adressen und Budgets aus Steuermitteln hatten. Hierfür liegen uns sehr viele Akten vor, die aus Leaks stammen von Überläufern, oder die einfach von der Geheimhaltung befreit wurden.

Für die Jahrhunderte davor allerdings muss man entsprechende Papiere mit viel höherem Aufwand suchen und das Dunkelfeld einigermaßen rekonstruieren, so gut es irgendwie geht. Die gewöhnliche Geschichtsforschung behauptete immer wieder, dass die Amerikaner vor dem OSS keinen richtigen Auslandsgeheimdienst hatten, oder dass der britische SIS/MI6 hastig zusammengeschustert worden sei. Die Vorstellung, dass die einflussreichsten Imperien lange Zeit ohne richtige Geheimdienste agierten, ist völlig absurd. Eine seltene Ausnahme ist das recht neue Buch „The Secret Royals“ von den Autoren Richard Aldrich und Rory Cormac, die interessante Daten auswerten über „private“, familiär strukturierte Geheimdienste des britischen Hochadels, allerdings Mitglieder sind von der adeligen Wissenschaftsgemeinschaft „Royal Society“ und mit ihren positiven Interpretationen und künstlichen Begrenzungen befangen wirken.

Es war interessanterweise der Wissenschaftler John Robison, eine Führungsfigur der Royal Society, der den ersten modernen, internationalen Bestseller über Verschwörungen verfasst hatte.

Frankreich kontrollierte über lange Zeit hinweg die katholische Kirche und versuchte immer wieder weitreichende Geheimoperationen in Britannien. Über jesuitische Agenten wurde beispielsweise der „Gunpowder Plot“ vorbereitet, um am 5. November 1605 mit Fässern voller Schießpulver die gesamte britische Regierung zu töten. Robert Cecil, Kronrats-Mitglied sowie Chef der Staatssicherheit und des Nachrichtendienstes erfuhr vorab von der Operation und konnte sie rechtzeitig verhindern. Es ist durchaus möglich, dass Cecil einen Informanten in die Gruppe eingeschleust hatte. Der Geheimvertrag von Dover sah vor, dass der englische König Charles II. für eine jährliche Geldzahlung zum Katholizismus konvertiert und dem französischen König Louis XIV. beim Krieg gegen Holland hilft. Die Geheimverhandlungen liefen auf einem extrem konspirativen Niveau ab, um zu verhindern, dass insbesondere die religiöse Vereinbarung an die Öffentlichkeit sickert. Man zirkulierte sogar eine Fake-Version des Vertrags. Holland unter Wilhelm III. von Oranien-Nassau rächte sich später an den Franzosen mit einer Blitz-Invasion der britischen Inseln und wurde er wurde König von England.

Erleuchtung

Britanniens Führung beendete relativ früh die Bauern-Leibeigenschaft und leitete weitere wichtige Veränderungen ein, um eine gesteuerte Transformation des Empires zu erreichen in den 1700er Jahren, wo die moderne Wissenschaft dafür sorgte, dass die klassische Herrschaftsform mit 90% Bauern-Leibeigenen auf den Geldern zum Auslaufmodell wurde.

Über die Wissenschafts-Organisation „Royal Society“ und dem britischen Freimaurertum als eine Art Schwesterorganisation ließ sich bereits Anfang der 1700er Jahre schrittweise eine Transformation des Empires einleiten. Das Marketing dafür war die sogenannte „Aufklärung“. Der englische Begriff, der verwendet wird, beschreibt eine „Erleuchtung“. Die Untertanen sollten zunehmend weg vom Ackerbau und hin in die Fabriken, Schulen und Universitäten, um nützliche, moderne Güter herzustellen, ohne dass sich dabei die grundlegenden Machtverhältnisse wirklich verändern. Der Hochadel verließ das Rampenlicht und herrschte zunehmend über politische Tarnorganisationen und Tarnfirmen.

Die Versuchung lag natürlich nahe, konkurrierende Länder wie Frankreich zu destabilisieren. Das französische Königshaus versuchte, die mittelalterliche Form eines Imperiums weiterzuführen, wie eh und je, nach Vorbild des alten Roms. Aber mit unzufriedene Bauern-Leibeigenen ließ sich in den 1700er Jahren einfach kein Staat mehr machen. Es wäre für Britannien absolut nahelegend gewesen, mit verdeckten Mitteln aufrührerische Ideen der „Aufklärung“ in Frankreich zu fördern; in der Hoffnung dass das französische Königshaus dadurch früher oder später kollabiert. Eine solche Vorgehensweise gehört zum Standard-Repertoire jedes modernen Geheimdienstes und wird den Agenten in der Ausbildung in allen Einzelheiten beigebracht: Man identifiziert die Gründe für die Unzufriedenheit in der Ziel-Population, verschärft mit allen Mitteln die Stimmung und regt zu immer neuen Provokationen gegen den Staat an, der sich mit repressiven Gegenmaßnahmen immer unbeliebter macht. Irgendwann kocht die Stimmung soweit hoch, dass es zu revolutionären Umstürzen kommt. Prinzipiell konnte die britische Spionage jedes nur denkbare Vehikel benutzen. Längst nicht nur irgendwelche gängigen Geheimgesellschaften mit mystischem Brimborium, sondern auch höchst langweilig scheinende Handelsnetzwerke oder Kultur-Organisationen.

Zu der Zeit der französischen Revolution gab es rund 1250 Freimaurer-Logen in Frankreich. Die Loge Les Neuf Sœurs war eine bedeutende Loge im Grand Orient de France, die einen besonderen Einfluss auf die Französische Revolution (1789) hatte. Benjamin Franklin, fast garantiert ein britischer Agent, war Mitglied dieser Loge. Frankreich versenkte einen Haufen Geld in die US-Revolution in der Hoffnung, damit Britannien zu treffen, stand aber hinterher mit leeren Händen da und musste große Gebiete in Amerika billig an die neuen USA verkaufen. Einige bemerkenswerte französische Revolutionäre waren Freimaurer, darunter Marquis de Lafayette, Marquis de Condorcet, Mirabeau, Georges Danton, der Herzog von Orléans, und Hébert. Louis Philippe II., Herzog von Orléans, ein Führer der liberalen Aristokratie, war zur Zeit der Französischen Revolution der Großmeister des Grand Orient. In einigen Teilen Frankreichs waren die jakobinischen Clubs Fortsetzungen von Freimaurerlogen aus dem Ancien Régime, und laut dem Historiker Alan Forrest „übernahmen einige frühe Clubs tatsächlich sowohl die Räumlichkeiten als auch einen Großteil der Mitglieder von Freimaurerlogen, bevor sie sich einen neuen Anstrich gaben.

Der britische Einfluss auf die französische Freimaurerei ist unverkennbar. 1728 beschlossen die französischen Freimaurer, Philip Wharton, den 1. Herzog von Wharton (1698–1731), als Großmeister der Freimaurer in Frankreich anzuerkennen. Wharton wohnte von 1728 bis 1729 in Paris und Lyon und war bereits 1723 Großmeister der Grand Lodge of London geworden. Er wurde als Großmeister der französischen Freimaurer von James Hector MacLean (1703-1750) und dann Charles Radcliffe Earl of Derwentwater (1693-1746) abgelöst. Während die Existenz eines Großmeisters in Frankreich bereits 1728 bestätigt wird, dauerte es noch zehn Jahre, bis eine echte Versammlung von Vertretern aller „englischen“ und „schottischen“ Logen  am 24. Juni 1738 die erste Grande Loge de France bildete. Napoleon setzte nach seiner Etablierung als Diktator das Freimaurertum unter strikte Überwachung.

Eine Tarnorganisation platzt

Die Verwandten des britischen Königshauses kontrollierten auf deutschem Boden eine Reihe an kleineren Fürstentümern, Grafschaften und Mini-Königreichen, was die ideale Voraussetzung war, um Operationen durchzuführen die sich gegen Frankreich richteten. Der berüchtigte bayerische Illuminatenorden vermarktete sich als aufklärerische Gruppe, war aber wohl letztendlich nur eine Tarnorganisation der britisch-adeligen Geheimdienste. Es ist völlig paradox, von Aufklärung zu reden, also der Überwindung der altmodischen Adelsherrschaft, wenn die wichtigsten Mitglieder der Illuminaten zum Hochadel zählten. Die bayerische Polizei erbeutete Mitgliederlisten und interne Dokumente der Illuminaten und zu allem Übel landeten die Informationen international in Zeitungen und Pamphleten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Verdacht auf den britischen Geheimdienst fallen würde, was erhebliche Konsequenzen gehabt hätte. Es wären eventuell weitere pseudo-aufklärerische Tarnorganisationen und Agenten-Ringe auf deutschem Boden geplatzt, und zudem hätten selbst Hochadelige aus dem Spektrum der Welfen, Wettiner und Reginare mächtig Ärger bekommen können auf deutschem Boden.

Es brauchte ein Ablenkungsmanöver und innerhalb kürzester Zeit erschien eine Reihe an Verschwörungsbüchern, die zu internationalen Bestsellern wurden und allesamt den Eindruck erweckten, die Mitglieder des Illuminatenordens seien fast ausschließlich nette Personen mit guten Absichten gewesen. Irgendwelche ominösen Hintermänner, wahrscheinlich französische Freimaurer und jesuitische Agenten, hätten versucht, die Illuminaten fehlzuleiten und aufrührerische Ideen in Frankreich und anderswo zu verbreiten. In dieser Verschwörungsliteratur Ende der 1700er Jahre gab es noch keine Vorstellungen von jüdischen Strippenziehern, sondern die bösen Kräfte wurden beschrieben als bizarre, okkultistische französische Freimaurer, die sich angeblich vollkommen unterschieden von den guten, braven Maurern Britanniens, sowie als düstere Vatikan-Agenten vom Jesuiten-Orden. 

Die drei bedeutendsten Verschwörungsautoren in den Jahren nach der Französischen Revolution (Starck, Robison, Barruel) hatten allesamt eine Verbindung zu der britischen Wissenschaftsvereinigung „Royal Society“ des Hochadels. Diese drei Autoren, genau wie eine Reihe weiterer Autoren aus Illuminaten-Kreisen unter Pseudonymen, vermieden jedwede Untersuchung von Spuren, die zum britisch-adeligen Geheimdienst führten.

Es ist geradezu lächerlich, dass weder akademische Forscher noch gängige Verschwörungsideologen bislang ergründet haben, dass der Beginn der modernen Verschwörungsliteratur keine spontane Angelegenheit war und nicht einfach nur der amateurhafte Versuch, in dem Dickicht von mystischen Geheimgesellschaften zu wühlen in der Suche nach Antworten darüber, wie eine solch alteingesessene Institution wie die Französische Monarchie gestürzt werden konnte. Es handelte sich um eine orchestrierte Kampagne des britischen Geheimdienstes. 

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