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Das fraktionale Reserve-Bankensystem des britischen Kolonialreichs

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Das britische Reich war um das Jahr 1615 herum unter der Herrschaft des Hauses Stewart nur mäßig erfolgreich. Die Bevölkerung war nicht sonderlich groß, es fehlte überall an Geld und auch im Bereich Kolonien war längst nicht so viel los, wie man sich wünschte. 200 Jahre später, unter der Führung der Welfen, Wettiner und Reginare, war Britannien der mächtigste Player der Welt und „Britannia rules the waves“ war ein gefürchteter Slogan. Das Geheimnis des Erfolges bestand aus einem überlegenen Familien-Geheimdienstwesen, das bisher fast überhaupt nicht erforscht wurde, der Kontrolle über die moderne Wissenschaft durch die „Royal Society“ und das parallel geschaltete britische Freimaurertum, sowie aus einer verdeckte Kontrolle über ein System aus scheinprivaten Banken, Sonder-Wirtschaftszonen wie die City of London, Offshore-Inseln, der neuen Zentralbank und dem neuartigen fraktionalen Reservebanking.

Auf dem Höhepunkt umfasste das Kolonialreich offiziell bis zu 25% der Landmasse und 25% der Menschen auf der Welt. Ohne hochprofessionelle Geheimdienste hätte man mit geringem Personalaufwand nicht Kolonien wie Indien halten können. Man schätzt, dass in Indien nur 0,05% der Bevölkerung Briten waren. Der größte Fehler, den das alte Römische Reich begangen hatte, war, geschlossen aufzutreten in einem zusammenhängenden Territorium mit ewig langen, teils schwer zu verteidigenden Außengrenzen, anstatt sich zum Schein in einzelne Teile aufzusplitten und eine zentrale Herrschaft zu verbergen.

Das überlegene Bankenwesen

Für den Normalbürger ist unser heutiges Geldsystem ziemlich abstrus und nachteilig. Eine Zentralbank hat das alleinige Monopol auf das gesetzliche Zahlungsmittel, mit dem Steuern gezahlt werden müssen, und die privaten Geschäftsbanken können für jeden Euro, den sie bei der Zentralbank hinterlegen, ein Vielfaches an Krediten verleihen. Für das britische Empire war dieses “fraktionale Reservebank-System” bereits der Schlüssel zum Erfolg, da dieses System denjenigen anderer Nationen überlegen war. Um das nicht unerhebliche Risiko eines Kollapses zu verringern, musste man heimlich Politiker kontrollieren, die Zentralbank und die wichtigsten privaten Geschäftsbanken. Die Bankhäuser Rothschild und Barings sind beispielsweise hochverdächtig, Tarnorganisationen des Adels gewesen zu sein, und sie sind nicht die einzigen. Die Bank Kleinwort Benson geht zurück auf Heinrich Kleinwort, ein Großvater von Sir Alexander Drake Kleinwort, 1. Baronet. 1786 gründete Heinrich in Holstein eine Partnerschaft mit Otto Müller, um den Handel mit England zu finanzieren. 1786 gründete Robert Benson, ein Quäker, zusammen mit William Rathbone IV.  Rathbone & Benson. Das Unternehmen erwarb 1966 den Goldbarrenhändler Sharps Pixley und sicherte sich damit einen Sitz im Londoner Goldpreis-Manipulationskomitees, das zweimal täglich in den Büros von N M Rothschild & Sons zusammentrat.

Die Zentralbank “Bank of England” wurde mit Charles Montagu, dem 1st Earl of Halifax, im Jahr 1694 ins Leben gerufen, also unter Königin Anne von den Stewarts, hinter der bereits die Welfen standen. Montagu war Mitglied im Kronrat, trug den Order of the Garter und war Präsident der Royal Society. Unter dem Welfen-König George I. wurde er zum Viscount Sunbury und Earl of Halifax ernannt, einen Ritter des Strumpfbandes und Ersten Lords der Schatzkammer. Das ursprüngliche Zuhause der Bank befand sich in Walbrook, einer Straße in der City of London, wo Archäologen während des Wiederaufbaus 1954 die Überreste eines römischen Mithras-Tempels fanden. Die Ruinen des Mithräum sind vielleicht die berühmteste aller römischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts in der City of London und können von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Die Bank zog 1734 an ihren jetzigen Standort in der Threadneedle Street und erwarb danach langsam benachbartes Land. Der Chefarchitekt Sir John Soane war Mitglied der Royal Academy und Royal Society sowie ein Freimaurer, der die Freemasons ‚Hall in London durch den Bau einer neuen Galerie erweiterte. Es gibt nur wenige, speziell ausgebildete Architekten, die in der Lage sind, die komplizierten baulichen Wünsche der Freimaurer zu erfüllen, die zurückgehen auf Bauwerke antiker Imperien wie Rom, Griechenland oder Ägypten. Die Bank of England ist durch ihren königlichen Charterstatus und das Official Secrets Act geschützt.

Ab 1858 traute sich der Adel über die Bank of England, Beschränkungen zu lockern und weitere große, scheinbar private Bankhäuser aufzubauen. Banking ist seit der Antike untrennbar mit Geheimdiensten und Adelsfamilien verbunden. Schon im antiken Mesopotamien gab es Banken und man fand einige Tontafeln, auf denen akribisch die Details von Kreditgeschäften festgehalten wurden. Die babylonische Egibi-Familie waren Banker über Generationen hinweg, aber die führenden, eigentlichen Kreditgeber waren die Könige und die religiöse Führungskaste. Die Egibis arbeiteten für die Regierung von Nebuchadnedzar II. Und man kann sich vorstellen, wie damals bereits Sicherheitsmechanismen eingebaut werden mussten, um zu verhindern, dass die Herrschaft zerfällt und Banker ihre eigene Suppe kochen oder sich gar mit fremden Mächten verschwören. Im Mittelalter war es für den Adel üblich, Juden als Strohmänner zu benutzen für Kreditgeschäfte, weil Juden nicht dem christlichen Zinsverbot unterlagen, mangels gesichertem Rechtsstatus kontrollierbar waren, und gemäß antisemitischer Vorurteile die Rolle von „Geldeintreibern“ und Wucherern spielen sollten, damit die Wut der Menschen sich gegen Juden richtet statt gegen den Adel. Es gab aber auch einige nichtjüdische Banker. In den 1500er Jahren in Venedig durften Juden nur in einem speziellen Bereich wohnen und wer sich länger in Venedig aufhielt, musste einen gelben Schal tragen oder irgendein anderes gelbes Zeichen. Für den christlichen Normalbürger Venedigs schien dies einfach nur Ausdruck zu sein der christlichen Abneigung gegen Juden, aber für Geheimdienste hatte es einen ganz anderen Grund: Wer so gekennzeichnet ist, den konnte man auf der Straße leichter observieren und verfolgen. Wenn die Juden eng zusammenwohnen mussten, war das noch leichter und man kam zurecht mit einer überschaubaren Anzahl an Spitzeln. Geld war so wichtig, dass man sich mit Spionageabwehr unbedingt absichern wollte. Während dem Krieg zwischen Venedig und dem türkisch-ottomanischen Kalifat ordnete Venedig die Beschlagnahmung jüdischen Besitzes an und sogar die Verhaftung der Juden. Diese fiese Vorsichtsmaßnahme lag wohl darin begründet, dass Juden sich auch bei den Türken niedergelassen hatten und man verdächtige Kontakte rigoros unterbinden wollte. Nach dem Krieg ließ man die Juden wieder frei und gab ihnen den Besitz zurück. Der Historiker Niall Ferguson betont, dass die Geldverleiher lange Zeit nicht die Macht hatten, die Rückzahlung der Kredite sicherzustellen und zu erzwingen. Er meint aber dann, die Geldverleiher hätten dieses Problem gelöst, indem sie immer größer wurden. Er weigert sich, die Geheimdienst-Ebene zu berühren und er wiederholt den ganz großen Mythos, dass Privatbanken systemrelevant werden konnten, ohne totaler Kontrolle zu unterliegen.

Florentiner Bankenhäuser wie Peruzzi und Bardi gingen pleite, weil u.a. der britische König die Kredite nicht zurückzahlte. Die Medici hingegen florierten eine ganze Weile länger, allerdings lief bei ihnen auch sehr viel verdeckt ab. In Italien herrschten Adelsfamilien. Später wurden Holland, England und Schweden die neuen Zentren des Bankings. Die Zentralbank „Bank of England“ entstand 1694 unter Königin Anne. Mit ihr hatten die Welfen schon mehr oder minder den britischen Thron in der Hand. Anne heiratete Prinz Georg von Dänemark, ihre Schwester heiratete William of Orange. Das Haus Oranien-Nassau arbeitete zusammen mit den Welfen. Dänemark hatte schon Schottland infiltriert gehabt und eine dänische Prinzessin vermählt mit King James. Freimaurerlogen gab es in Schottland schon sehr früh. 1714 bestieg der Hannoveraner Welfe George I. den britischen Thron und man gründete 1717 das Freimaurertum neu, um die schottischen Spuren zu verwischen.

Die Spanische Krone setzte zu stark auf Edelmetall und konnte nicht mit den Briten mithalten. So schön die Vorstellung ist von einem Tauschmittel mit intrinsischem Wert, so ist es relativ unflexibel. Banken wie Barings oder Rothschild verschafften Britannien frisches Geld, selbst von Kleinanlegern, um Kriege zu finanzieren.  Von gleicher strategischer Bedeutung war Barings Übermittlung von Geld der britischen Regierung an alliierte Regierungen, um deren Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Diese teils geheime und sensible Arbeit erforderte Expertenwissen über Geldtransfers und ein solides korrespondierendes Netzwerk. Erneut unterstrich es das Vertrauen der Regierung in Baring. Andere Länder kopierten zunehmend das britische Zentralbanksystem, weil es effektiver war. Es handelte sich nicht, wie die Verschwörungsliteratur behauptet, um eine internationale Machtergreifung von Juden.

Frankreich unter Napoleon hatte ein traditionelles System der Besteuerung der eroberten Völker benutzt. Laut Legende machte Nathan Rothschild ein Vermögen durch die Schlacht von Waterloo. In Wirklichkeit war die Schlacht für die Rothschilds ein Fiasko: Britannien verschaffte sich Geld über den Bond-Markt und konvertierte dann das Geld in Gold, denn man konnte auf der Transitstrecke irgendwann nur noch Gold transportieren bzw. schmuggeln nach Portugal, wo der Kampf tobte. Vor 1811 beschäftigte sich Nathan Rothschild nur mit Textilhandel. Er hatte Erfahrung mit Schmuggel und die Familie hatte ein Netzwerk in Europa, also bekam er den entsprechenden Geheimauftrag vom britischen Imperium. Dieser Auftrag war so wichtig, dass selbstverständlich Kontrollmechanismen vorhanden gewesen sein müssen. Der Vater von Nathan war behutsam aufgebaut worden von Hessen-Kassel und schützte die Reichtümer Hessen-Kassels vor Napoleon. Jeder Cent wurde anscheinend zurückgezahlt. Hätte Mayer Amschel Rothschild etwas abgezwackt, wäre er ein toter Mann gewesen. Napoleon musste sich zurückziehen, hatte dann aber ein Comeback und Nathan Rothschild kaufte im Auftrag der britischen Krone sehr viel Gold, weil man einen weiteren ausgedehnten Krieg erwartete, was sich aber als Fehlkalkulation herausstellte. Die Schlacht von Waterloo brachte ein schnelles Ende für den Konflikt, die Rothschilds saßen auf zuviel Gold, und der Goldpreis würde bald dramatisch fallen. Nathan kaufte britische Bonds, hielt diese für über ein Jahr und verkaufte dann mit Profit, rund 600 Millionen britische Pfund in heutigem Geldwert. Anschließend spielten die Rothschilds eine wichtige Rolle hauptsächlich im Bond-Markt und vermarkteten auch Bonds anderer Länder. Nathan starb 1836 und sein „Privatvermögen“ wurde geschätzt auf 0,62% des britischen Volkseinkommens. Die Familienmitglieder mussten hauptsächlich innerhalb der eigenen Familie heiraten, was wohl eine Auflage war, die der Adel befohlen hatte. Wenn man einen neuen Clan aufbaut, wie etwa als Banker, dann will man vermeiden, dass dieser Clan bald wieder zerfällt und sich nur noch um privaten Luxus kümmert. Die Rothschilds waren ideal für ein internationales Spionageprogramm, denn sie hatten in mehreren Ländern Hauptsitze und konnten etwa in Frankreich mitbestimmen, welches Personal von der Regierung angeheuert wird. Gemäß der zirkulierten Propaganda dachten viele, Juden kümmern sich nur um Geld und andere Juden, hätten keine Heimat und somit keine Loyalität zu irgendeiner Großmacht. Mit Hilfe der Verschwörungsliteratur wurde die eigentliche Struktur des britischen Empires und die tatsächliche Geschichte verschleiert und stattdessen bekam der Leser das Märchen aufgetischt, ein paar „Weise von Zion“ hätten Britannien und Amerika übernommen. Retroaktiv wurde auch noch die Geschichte der ersten beiden US-Zentralbanken verfälscht und gleichzeitig mit der dritten Zentralbank (Federal Reserve) gab es eine weitere solche Propaganda-Kampagne. Eines der wichtigsten Zentren der modernen Verschwörungsmedien wurde die John Birch Society.

Hübsche Familien

Der Hochadel heiratete im sehr engen Kreis und baute eine Reihe an niedrigeren Adelsfamilien und großbürgerlichen Familien auf. In Hannover, dem Ursprungsort der britischen Welfenkönige ab George I., kultivierte man die sogenannten „hübschen Familien“ wie etwa die Barings. 1717 wanderte der aus Bremen stammende Johann Baring nach England aus. Seine Söhne John und Francis gründeten 1770 das Bankhaus John & Francis Baring & Co zu London (seit 1806 Baring Brothers and Comp.), das im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Finanzierer von Regierungsprojekten wurde. Francis Baring wurde 1793 zum Baronet, of London, geadelt. Sein Neffe William Baring, dessen Mutter der Familie Gould angehörte, wurde 1795 unter dem Namen Baring-Gould mit einem vermehrten Wappen verliehen. Zahlreiche Nachfahren des Firmengründers wurden in den britischen Adel aufgenommen und stifteten verschiedene Linien. Zur Nachkommenschaft der Familie gehört auch Diana, Princess of Wales, deren Urgroßmutter Margaret Baring (1868–1906) war, die Tochter von Edward Baring, 1. Baron Revelstoke, und durch sie auch ihr Sohn Prince William, Duke of Cambridge. Barings wurde im 19. Jahrhundert neben Rothschild zur führenden Londoner Bank. Die Rothschilds wiederum waren von der Adelsfamilie Hessen-Kassel aufgebaut worden. Es ist überdeutlich, dass der Adel die Banker kontrollierte und nicht andersherum. Der Hochadel war alles andere als naiv, wie es in der gewöhnlichen Verschwörungsliteratur und teils auch in der Geschichtsforschung dargestellt wird. Der Kampf gegen Frankreich und Kolonien wie Indien wären niemals möglich gewesen ohne exzellente Planung und herausragende Geheimdienste. Der britische Premierminister Boris Johnson stammt ab von einem unehelichen Kind aus höchsten Kreisen: Über seine Urururgroßeltern Adelheid Pauline Karoline von Rottenburg (1805–1872), nichteheliche Tochter des Prinzen Paul von Württemberg, und Karl Maximilian Freiherr von Pfeffel (1811–1890) ist Boris Johnson durch das Königshaus Württemberg mit Königin Elisabeth und Prinz Charles verwandt. Paul von Württembergs Mutter war Auguste Karoline von Braunschweig-Wolfenbüttel, deren Mutter wiederum Augusta von Hannover war, eine Nichte von König George III. und auch mit Sachsen-Gotha-Altenburg verwandt war. Hannover ist der Ursprung des modernen britischen Welfen-Königshaus und regierte bis einschließlich Königin Victoria. Danach übernahm die Linie Sachsen-Coburg und Gotha. Boris Johnson durchlief die Elite-Kaderschmieden Eton und Oxford University. In Oxford war Johnson Mitglied des elitären Bullingdon Club, wie auch bereits andere spätere Top-Politiker, Wirtschafts-Mogule wie Nathaniel Philip Rothschild und sogar König Edward VII. Boris Johnson müsste eigentlich Kemal heißen, denn er hat türkische Wurzeln. Sein Urgroßvater Ali Kemal war 1919 kurzzeitig Innenminister des Osmanischen Reiches und wurde 1922 auf Veranlassung Nureddin Paschas ermordet. Johnsons Großvater Osman Ali floh daraufhin nach London und nahm dort den Namen „Wilfred Johnson“ an. Ali Kemal beteiligte sich an der Revolution gegen das Osmanische Reich und dessen Sultan Abdülhamit II. und es ist klar, dass die britische Spionage in großem Umfang an der Revolution beteiligt war. In Paris machte Kemal Bekanntschaft mit den Jungtürken, die von den britischen Diensten in Form von Freimaurerlogen aufgebaut worden waren. Er galt später als Gegner von Atatürk und wurde auf Befehl von Nureddin Pascha ermordet; zwei Jahre bevor das Kalifat komplett unterging.

Boris Johnsons (vemeintlicher) politischer Gegner beim Brexit ist die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Familie Albrecht (ihr Geburtsname) gehört zu den so genannten „Hübschen Familien des Kurfürstentums Hannover“.

British East India Company

Shashi Tharoor, ein indischer Jurist, Politiker und Diplomat, erklärte in seiner Rede zur an der Oxford Union Society in Großbritannien am 22. Juli 2015, dass Großbritanniens Aufstieg 200 Jahre lang durch die Plünderung der Kolonie Indien finanziert worden sei. Vor dem Eintreffen der Briten lag Indiens Anteil der Weltwirtschaft bei 24% und sei dann wegen Britannien auf 3% abgestürzt. Britannien sei verantwortlich für bis zu 30 Millionen Hungertote in Indien. Aus dieser Rede entstand daraufhin das detaillierte Buch „Inglorious Empire: What the British Did to India“. Die gewöhnlichen Historiker waren darüber überhaupt nicht begeistert. Charles Allen kritisierte “Inglorious Empire“ in einem Vortrag für die Royal Society for Asian Affairs mit dem Titel „Who Owns India’s History? A Critique of Shashi Tharoor’s Inglorious Empire.”

In den 1600er Jahren, also noch während den Stewarts und der Zeit der 13 Kolonien in Amerika, war die British East India Company noch ein kleiner Player in Indien an der Peripherie, der seine Profite zusammenkratzen und sich gut stellen musste mit den indischen Herrschern. Indien hatte 20mal mehr Bürger als Britannien und gewaltige 24% Anteil an der Produktion von Gütern weltweit. Man musste sich vor den indischen Herrschern auf den Boden werfen, sie umschmeicheln und zahllose Beamte bestechen. In der Welfen-Ära, ab den frühen 1700er Jahren, halfen die Briten mit Geld, Ausrüstung und Informationen den Persern und Afghanen dabei, Indien anzugreifen. Manche von Indiens Provinzherrschern erklärten sich zudem für unabhängig von der Zentralregierung, sodass Indien zunehmend zerbrach und instabil wurde. Die Britische East India Company heuerte vor Ort einheimische Männer als Kämpfer an, stattete diese mit britischen Waffen aus und trainierte sie mit britischen Offizieren. Sehr bald hatte die Company besiedelte Gebiete, Diplomaten und eine Armee.

Im Jahr 1700 hatte Frankreich dreimal mehr Bürger und eine doppelt so große Wirtschaft wie Britannien. Dann holte Britannien auf und ging aus dem „Siebenjährigen Krieg“ Mitte der 1700er Jahre gestärkt hervor als dominierende Seemacht. Britannien hatte bessere Wissenschaftler, bessere Schiffe, bessere Waffen, bessere Geheimdienste und das bessere Zentralbanksystem, bei dem man sich durch Loans und Bonds finanzieren konnte, statt nur durch Plünderungen und Steuern. Im Vertrag von Allahabad musste der Mughal-Kaiser Indiens der East India Company die Verwaltung und Besteuerung von Bengal, Bihar und Orissa erlauben. Warren Hastings wurde Governor General, ein King‘s Scholar. Selbst innerhalb der Company galt eine strikte Klassengesellschaft: Nur die Auserwählten wurden wirklich reich. Später machte man alles offizieller und die Generaldirektoren wurden von der Krone ernannt, wie der Earl of Cornwallis. Der neue Indian Civil Service brachte neue Kader an Verwaltern hervor, wie etwa die Vorfahren von Kamala Harris und anscheinend auch Joe Biden. 1803 akzeptierte der Mughal-Kaiser offiziell britischen „Schutz“. Joe Biden bezieht sich häufig auf seine irischen Vorfahren, aber in einer Rede, die er 2013 gehalten hatte, behauptete er, ähnliche Kamala Harris Vorfahren in der britischen Kolonie Indien gehabt zu haben.

„In den 1970er Jahren erhielt ich einen Brief von einem Herrn [mit dem Nachnamen] Biden aus Mumbai, in dem behauptet wurde, wir seien verwandt“,

erklärte er in der Rede von 2013, die er während einer Reise in das Land hielt.

„Er meinte, dass unser gemeinsamer Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater für die East India Trading Company arbeitete und nach Mumbai kam.“

Biden behauptete später, der Name des gemeinsamen Verwandten sei George Biden, aber Aufzeichnungen über eine solche Person scheinen nicht zu existieren. Stattdessen sagt Tim Willasey-Wilsey, Gastprofessor für Kriegsstudien am King’s College in London, es sei wahrscheinlicher, dass der gewählte Präsident mit Christopher Biden verwandt war, der für die East India Company arbeitete. Wenn das stimmt, würde dies bedeuten, dass sowohl Biden als auch die gewählte Vizepräsidentin Kamala Harris Verbindungen zu Indien haben, da Harris ‚verstorbene Mutter in der südasiatischen Nation geboren wurde. Interessanterweise lebte und starb Christopher Biden in Madras (heute Chennai), genau dort, wo Harris‘ Mutter geboren wurde. Harris‘ Großvater, der ihre Inspiration sein soll, war Beamter für das britische Kolonialreich in Indien.

Die British East India Company (EIC) war ein Hybrid aus private Aktienunternehmen und staatlichem Unterfangen, abgesegnet mit einer Royal Charter bereits im Jahr 1600 von Queen Elizabeth I. Im Laufe der Zeit kontrollierte diese „Firma“ rund die Hälfte des weltweiten Handels und hatte die größte militärische Streitmacht auf dem indischen Subkontinent. Durch das Gesetz „Regulating Act of 1773“ konnte das britische Parlament mitreden und der Firma einen pseudo-demokratischen Segen verleihen. Die Briten stellten nur maximal 0,05% der Bevölkerung in Indien, konnten aber trotzdem ihre Herrschaft aufrechterhalten durch geheimdienstliche Methoden, Strohmänner, brutale Gewalt, Verwaltungsbürokratie und einer Teile-und-Herrsche-Taktik, die Klassenkampf und gezielte kulturelle Spannungen zwischen Hindus und Muslimen beinhaltete. Auf dem Papier schufen die Briten eine allumfassende moderne Verwaltung und erweckten den Eindruck, ein primitives Indien in das moderne Zeitalter geschleift zu haben, aber in der Realität hatten 24 Jahre alte Distriktverwalter einen Berg an Aufgaben, dem sie nicht ansatzweise gewachsen waren.

Beim Ersten Weltkrieg bediente sich Großbritannien bei indischen Soldaten, indischem Geld, Munition und Lebensmitteln, um in Europa gegen die Deutschen und die Türken zu kämpfen. Eine Reihe von unnötigen vermeidbaren Hungersnöten führte zu einem Massensterben von insgesamt rund 30 Millionen Indern, eine Größenordnung die vergleichbar ist mit den sowjetischen Gulags und Hungertoten oder mit dem Massensterben im kommunistischen China. Der Gouverneur von Bengal, Sir Cecil Beadon (ausgezeichnet mit dem Most Exalted Order of the Star of India) wollte sich nicht einmischen in den „natürlichen“ Ablauf der Wirtschaft und betrachtete eine Einmischung als unmoralisch. Während dieser Zeitspanne der Orissa-Hungersnot wurden über 200 Millionen Pfund Reis aus Indien nach Britannien exportiert. Viceroy Lord Bulwer-Lytton (Mitglied des Kronrats und Träger hoher Orden) glaubte an die Prinzipien des Sozialdarwinismus und verbot explizit, dass Lebensmittelpreise während einer Hungerkrise gesenkt werden und warf seinen Kritikern „humanitäre Hysterie“ vor. Rund 4 Millionen Bengalis verhungerten bei der Hungersnot 1943 mitten im Zweiten Weltkrieg. Winston Churchill befahl, Lebensmittel aus Indien für die britischen Truppen bereitzustellen und für Lagerstätten in Griechenland und anderswo. Die Inder würden sich sowieso „vermehren wie die Hasen“, meinte Churchill und fügte sarkastisch hinzu, dass ja Ghandi immer noch nicht gestorben sei.

Ein Edward Bulwer-Lytton, Mitglied des britischen Kronrats und Secretary of State für die Kolonien, veröffentlichte 1871 anonym den esoterischen Roman „The Coming Race“ (Die kommende Rasse). Seine Ideen einer geheimen Herrenrasse und der magischen Vril-Energie wurden von den Theosophen ernst genommen und weiterverarbeitet, was wiederum teilweise bei den deutschen völkischen Logen und Büchern hängen blieb. Später wurde behauptet, dass Professor Haushofer, der Geopolitik-Lehrmeister von Hitler und Heß, Mitglied einer geheimen Vril-Gesellschaft gewesen sei. Dies ist nicht bewiesen, allerdings ist es nennenswert, dass Haushofer vehe-ment eine Allianz zwischen Deutschland und Großbritannien befürwortete, was sich schließlich auch in „Mein Kampf“ und in Heß‘ Denken niederschlug. Die Briten ließen die Nazis später im Zuge einer strategischen Täuschung eine ganze Weile lang im Glauben, eine solche Allianz ebenfalls zu befürworten. Der Sohn von Haushofer bandelte während dem Krieg mit den Briten an und wurde praktisch zum Überläufer und Spion.

Quellen:

The Ascent of Money: A Financial History of the World by Niall Ferguson

Empire: How Britain Made the Modern World by Niall Ferguson

The House of Rothschild: Money’s Prophets 1798-1848 by Niall Ferguson

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