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Alle gegen alle

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Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit sollen eigentlich die Menschen näher zusammenbringen, sodass sie trotz ihrer vielfältigen Unterschiede auf einer grundlegenden Basis miteinander kooperieren und sich immer neuen Lösungen für wichtige Fragen annähern, egal ob es sich um die Reaktion auf eine Pandemie handelt, auf das außenpolitische Verhältnis zu anderen Nationen, Umweltschutz oder Sicherheit. Wenn wir im Jahr 2022 Bilanz ziehen, dann sehen wir leider gegenseitiges Misstrauen, regelrechte Feindseligkeit und Realitätsverlust in unseren westlichen Republiken, was uns Bürger ausbremst und sogar gefährdet. Die gängigen politischen Lager versuchen immer noch krampfhaft, die festgefahrene Situation dadurch zu lösen, indem sie versuchen, den anderen Lagern ihre Ideologie aufzudrängen und eine totale Vereinheitlichung zu erzwingen. Und genau dieses Vorgehen nährt wieder Misstrauen, Feindseligkeit und Realitätsverlust. Insofern zeigen eigentlich alle großen ideologischen Gruppen ein „Verschwörungsdenken“, weil sie sich konstant bedroht sehen und ins Irrationale abdriften.

Als am 6. Januar 2021 das United States Capitol gestürmt wurde von einer Welle an Demonstranten, konnte man deutlich sehen, wie die amerikanische Republik insgesamt ein gefährliches Verfallsstadium erreicht hatte. Das Problem betrifft längst nicht nur ranghohe Kreise der Republicans, die den Wählern eingeredet hatten, dass Joe Biden von den Democrats nur mit Hilfe der kommunistischen Chinesen und verräterischen Herstellern von Wahlcomputern die Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte. Es geht auch nicht nur um typische Rechtsextreme, die hinter allem die „internationalen Banker“ (also die Weisen von Zion) wähnen. Es geht nicht nur um die QAnon-Sekte, die tatsächlich glaubte, Donald Trump hätte ein Team aus mächtigen Patrioten hinter sich und werde die linken Verschwörer allesamt bald verhaften. Es geht auch nicht nur um neurechte Gruppen wie die Proud Boys und Oath Keepers, von denen manche sich mittlerweile schuldig bekannt haben im Bezug auf den schwerwiegenden Anklagepunkt der „Seditious Conspiracy“ (auf deutsch etwa Verschwörung zum Aufruhr).

Es geht auch um die Reaktion und Interpretation der Kapitols-Erstürmung bei den Democrats. Die zunehmend radikalisierten linken Kreise fühlten sich (wie üblich) bestätigt, dass hier eine Art rechte Weltverschwörung am Werke war, eine internationale Seilschaft aus Republicans, Russen und Unterstützern sowie Mitläufern aus dem Bürgertum. Es ist auch nicht überraschend, dass für Linke diese Sichtweise völlig selbstverständlich scheint. Der Investigativreporter Greg Palast deckte in den Jahren 2000 und 2004 tatsächlich relevante Wahlmanipulationen der Republicans auf. Während der Bush-Administration gab es zwei völkerrechtlich umstrittene Kriege und verfassungswidrige Legislatur wie den Patriot Act. Milliardäre aus dem konservativen Spektrum vermeiden Steuern durch Offshore-Firmenkonstrukte und bezahlen Politiker-Karrieren samt Wahlkämpfe. Russland ist tasächlich in einer Art Faschismus angekommen und alle möglichen neurechten und altrechten Kreise aus dem Westen buhlten um das Putin-Regime. 

Gemäß der marxistisch-leninistischen Sichtweise, dass man jede Art von Problem bei den Menschen durch entsprechende „Pädagogik“ wegerziehen oder abtrainieren kann, versuchen linke Aktivisten, wo sie können, überall Einfluss zu nehmen und alles zu zersetzen, was sie zu der rechten Weltverschwörung zählen. Eine ganze Reihe an linken Akademikern und Aktivisten versuchen natürlich auch, gängige rechte Verschwörungsmedien zu bekämpfen, wobei diese Art der Forschung eher schwachbrüstig und oberflächlich daherkommt. Liest man beispielsweise das „Routledge Handbook of Conspiracy Theories“, das als Standardwerk gilt, erfährt man in einem langweiligen Kapitel nach dem nächsten, dass frustrierte Bürgerliche sich durch irrationale Verschwörungs-Narrative besser fühlen wollen. Da das gewöhnliche Bürgertum und dessen Vermögen und Freiheiten als Nährboden des Faschismus gilt, soll dementsprechend alles kaputtbesteuert und kaputtreguliert und kaputtgeredet werden. Indem das gesamte Standardprogramm linker Subversion angewendet wird, fühlen sich wiederum die rechten Kreise in ihrer Paranoia bestätigt, was dann wieder zu verstärkten rechten Aktivitäten führt, was wiederum die Linken in ihrer Paranoia bestätigt. Seit Jahrzehnten versuchen Linke, das Feld der seriöseren Investigativ-Reportagen zu besetzen und deckten dabei tatsächlich allerhand sehr heikle Geheimoperationen auf; von der Streichung hunderttausender Bürger aus Minderheiten von den Wählerlisten, über Iran-Contra, bis hin zu Wetter-Waffen im Vietnamkrieg. Das rechte Spektrum konterte mit Organisationen wie der John Birch Society, die mit dem Sponsoring von Koch Industries millionenfach Bestseller-Bücher verkaufte mit einer Mischung aus interessanten Fakten über den Sozialismus und Fakes aus älteren Verschwörungswerken. Die bekanntesten Birch-Bücher wurden auch das Fundament schlechthin für die deutschsprachigen Verschwörungsmedien in den 1980er und 1990er Jahren. Die QAnon-Sekte, die frühzeitig für den Präsidentschaftswahlkampf 2020 geschaffen worden war, basiert auf dem alten Birch-Märchen, dass es ein Netzwerk aus patriotisch gesinnten, rechtskonservativen Oligarchen, Politikern, Geheimdienstlern und Militärs gäbe, dass in absehbarer Zeit eine Verhaftungswelle startet gegen die linken Rädelsführer. Auf die Erfüllung dieser Verheißungen wartet das Zielklientel natürlich genauso vergeblich, wie die Anhänger der Heaven‘s Gate-Sekte auf die Rückkehr des HaleBopp-Kometen.

Linke Subversion und Spionage ist eine todernste Angelegenheit: Mit Hilfe internationaler kommunistischer Parteien, Arbeitervereinen, Gewerkschaften und weiteren Tarnorganisationen konnten Geheimdienste wie der sowjetrussische KGB die Geheimnisse des amerikanischen Atomwaffenprogramms stehlen. Genauso gab es beim KGB Abteilungen für subversive Maßnahmen gegen kapitalistische Länder, was darauf abzielte, Unzufriedenheit zu schüren und zu verstärken und möglichst viele naive Linke für Russlands imperiale Zwecke zu benutzen. Belastendes Material gegen wichtige Personen aus der NATO-Sphäre wurden geschickt kombiniert mit Fakes und international in der Presse lanciert. Der KGB hatte auch keine Berührungsängste damit, die Fake-Protokolle von Zion massenhaft in der muslimischen Sphäre zu verbreiten. Es sollte niemanden überraschen, dass auch nach dem Ende der Sowjetunion russische Geheimdienste die subversiven Aktionen fortsetzten und zunehmend ein rechtes Publikum umgarnten mit allerhand Verschwörungs-Narrativen.

In Deutschland erlebte die Partei AfD aufgrund der Flüchtlingskrise, der neurechten Trendwelle um Donald Trump und der gut bezahlten Russenpropaganda zeitweise einen Höhenflug bis hin zu fast 20% bundesweit in Umfragen. Immer wieder gab es von bestimmten AfD-Politikern öffentliche Aussagen, die den Eindruck erweckten, die Herren und Damen haben in ihren Bücherschränken zuhause das bekannte Spektrum stehen an klassischer Verschwörungsliteratur und klassischem Rechtsrevisionismus, ohne dass sie dieses Zeug jemals wirklich kritisch hinterfragt haben und ohne dass sie sich eine echte Bildung angeeignet haben. Der typische Konsument solcher Werke kennt sich im Prinzip mit seiner eigenen ideologisch-politischen Gruppierung gar nicht aus; so absurd dies auch klingen mag. Er kennt weder die tatsächlichen Hintergründe der ersten großen internationalen Bestseller aus den 1790er Jahren, noch die Phase der frühen bis mittleren 1800er Jahre, in der ausgerechnet Frühsozialisten den modernen Antisemitismus schufen und die ersten Bestseller schrieben über vermeintliche jüdische Weltverschwörungen, noch ist ihm bewusst, wie später die Angloamerikaner die völkische Szene Deutschlands und Österreichs aus strategischen Gründen infiltrierten und mit Verschwörungs-Unfug zumüllten. Und erst recht begreift er nicht den erheblichen manipulativen Einfluss der amerikanischen „John Birch Society“ aus der Zeit des Kalten Kriegs.

Ab einem gewissen Punkt war die Schwelle überschritten, bei der der Verfassungsschutz, der deutsche Inlandsgeheimdienst, öffentliche Informationen sammeln durfte, um Klarheit zu gewinnen, ob die Partei insgesamt finstere Absichten hegt und womöglich sogar eine Art NPD-Abklatsch ist und die NSDAP zum Vorbild hat. Dann war bald die nächste Schwelle überschritten, bei der der Verfassungsschutz einen stärkeren Verdacht attestiert und sogar nachrichtendienstliche Mittel anwenden darf, um Klarheit zu gewinnen. Würde ein Gericht irgendwann bestätigen, dass zu der Verfassungswidrigkeit noch eine „aggressiv-kämpferische“ Haltung dazukommt, wären die Kriterien für ein Parteiverbot gegeben. Der Verfassungsschutz hatte ohnehin längst das rechtsextremistische Spektrum infiltriert. Zudem operieren zusätzlich ausländische Dienste auf deutschem Boden, die dann erbeutete Informationen ggf. mit dem Verfassungsschutz teilen. Es hängt letztendlich von den Diensten ab, ob die AfD in Flammen untergeht, oder als eine Art impotentes Sammelbecken weiter laufen darf. Immer mehr gemäßigten AfD-Mitgliedern und Anhängern dämmert es, dass der Rechtsextremismus voller V-Leute der Behörden ist und der Begründer der NPD, Adolf von Thadden, als britischer Agent enttarnt worden war. Kann es sein, dass V-Leute benutzt wurden, um die AfD auf Neonazi zu drehen, damit der CDU/CSU keine legitime Konkurrenz erwachsen kann? Oder war die Sogwirkung der klassischen Verschwörungsliteratur so stark, dass ein erheblicher V-Mann-Einsatz gar nicht notwendig war? Linke Akademiker und Aktivisten verunglimpfen selbst den noch so harmlosesten AfD-Anhänger, der sich eigentlich nur eine seriöse konservative Partei gewünscht hatte, und keine blau lackierte NPD. Denn nach linker Logik sind Bürgerliche immer die Steigbügelhalter des Faschismus und müssen durch Pädagogik (Gehirnwäsche) als gesellschaftliche Klasse zersetzt werden.

Die AfD suchte immerzu Kontakte zum russischen Putin-Regime und dieser Kurs setzt sich auch nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine in relevanten Teilen der Partei fort. Allerdings war das allgemeine Entsetzen über die SPD nach Kriegsbeginn größer, denn noch kurz vor dem 24. Februar wurde händeringend daran gearbeitet, irgendwie noch das Pipeline-Projekt „Nordstream 2“ über die Bühne zu bekommen. Mit Hilfe einer Pseudo-Umweltstiftung wollte man amerikanische Sanktionen unterlaufen. Warum fuhr die SPD auch dann noch einen soften Kurs gegenüber Russland, als das Regime dort längst eine Mischung fuhr aus Faschismus und Zarentum mit gesteuerter orthodoxer Kirche?

In feinster Paranoia regen sich Linke darüber auf, dass die AfD nicht längst verboten wurde und erinnern an die Kontroverse um die ganzen V-Leute beim Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), wo der Verfassungsschutz hunderttausende Euros an Neonazis bezahlt hatte für den Aufbau rechter Strukturen. Linke wähnen, dass der Verfassungsschutz und die Polizei insgeheim unter Kontrolle der rechten Weltverschwörung stecken. Das wollen sie aber nicht allzu explizit so sagen und schon gar nicht den Begriff Verschwörung benutzen; denn dies ist ja ihr dehnbarer Kampfbegriff gegen rechte Agitation. In feinstem marxistisch-hegelschen Kauderwelsch definieren linke Forscher den Begriff Verschwörungstheorie negativ, behaupten aber gleichzeitig eine zunächst werttungsfreie, neutrale Definition. Sie möchten sich als Richter darüber aufschwingen, was nun ein falsches Verschwörungsnarrativ ist, und welches Narrativ tatsächlich mit Fakten untermauert werden kann, ohne die notwendige Kompetenz dazu vorweisen zu müssen. Eine ganze Reihe an Akademikern verdient im Prinzip ihr Geld damit, zu erklären, dass es keine Weisen von Zion gibt, dass Corona kein Fake war, dass Wunderheilmittel aus dem Internet nichts bringen, und dass frustrierte Bürgerliche sich emotional hochziehen wollen durch Verschwörungsnarrative. Diverse „Sozialforscher“ und „Pädagogen“, die vom Staat oder von reichen Gönnern bezahlt werden, sind aber überhaupt nicht ausgebildet und qualifiziert dafür, die Geheimoperationen der Imperien aus Vergangenheit und Gegenwart zu rekonstruieren. Sie geben widerwillig zu, dass es beispielsweise den Iran Contra-Skandal gab, oder das MKULTRA-Projekt, aber ihr Wissen dazu ist oberflächlich und sie betreiben keine eigene Forschung zu solchen Geheimoperationen. Alles, was ihnen nicht passt, kann den Stempel „Verschwörungstheorie“ aufgedrückt bekommen. Egal ob es um einen höchst komplizierten Fall wie 9/11 geht, der eine jahrelange Vorgeschichte bei den internationalen Antiterrorbehörden hat, oder um bedeutungslosen Firlefanz.

Man kann die künstlichen Begriffe wie „Verschwörung“ und „Verschwörungstheorie“ getrost vergessen. Es gibt genügend klar definierte, geläufige Definitionen über organisiertes Verbrechen sowie über legale Geheimoperationen, illegale und jene in der rechtlichen Grauzone. Entweder liefert jemand gute oder schlechte Informationen und Interpretationen über organisiertes Verbrechen oder Geheimoperationen. Entweder ist jemand qualifiziert oder unqualifiziert, um Informationen und Interpretationen zu solchen Angelegenheiten einzuschätzen. Punkt. Für Personen, die irgendeiner völlig veralteten, grob fehlerhaften Ideologie und Geschichtsinterpretation anhängen, besteht der Anreiz, alles als irrationale Verschwörungstheorie abzustempeln, was die eigenen Überzeugungen und Interessen gefährdet. Umgekehrt besteht der Anreiz, alles als wertvolle Analyse einzustufen, was einem gefällt.

Man kann nur jedem Menschen empfehlen, klassische Verschwörungsliteratur und die gängige „Sozialforschung“ über „Verschwörungstheorien“ erst einmal links liegen zu lassen. Es gibt genügend wertvolle, wissenschaftliche und sogar gleichzeitig kritische Sachbücher über die Imperien, über Geheimdienste und Psychopathologie.

Es sollte jedem klar sein, dass große gesellschaftliche Veränderungen in den vergangenen tausenden Jahren ohne subversive bzw. geheimdienstliche Techniken nicht zustandegekommen wären. Viele Imperien erlebten gerade deshalb eine Blütephase, weil sie sich durch geheimdienstliche Techniken den entscheidenden Vorteil verschaffen konnten, oder gingen unter, weil sie geheimdienstlich unterlegen waren. Die französische Monarchie wurde nicht einfach durch spotanen Aktivismus der Untertanen und rohe Gewalt gestürzt, sondern es brauchte professionell agierende Strukturen, die ihre Pläne abschirmen konnten vor den Spionen des Königshauses. Die Amerikanische Unabhängigkeit hätte es nie gegeben, wenn die Spionage des britischen Kolonialreichs rechtzeitig Wind davon erhalten und die Sache früh gestoppt hätte. George Washington war für den Unabhängigkeitskrieg auf Gedeih und Verderb angewiesen auf massive Lieferungen der Franzosen, die entsprechend abgeschirmt werden mussten vor den Agenten der Briten.

Als Martin Luther dem Monopol der katholischen Kirche den Kampf ansagte, setzte Rom ein Netz aus Fahndern und Agenten auf ihn an, um ihn nach Rom zu entführen. Der sächsische Adel versteckte ihn und verschaffte ihm eine Tarn-Identität.

Die ersten nennenswerten Aktivitäten der aufklärerischen Dichter und Denker waren gefährlich und dementsprechend versteckte man Strukturen in „Geheimgesellschaften“ mit Code-Chiffren, Decknamen und geheimen Treffpunkten.

Ohne erhebliche subversive bzw. geheimdienstliche Strukturen hätte es auch nie eine kommunistische Revolution in Russland gegeben. Und die Sache ist viel komplizierter, als die meisten ahnen: Laut dem Autor der lange Jahre für die CIA in Russland gearbeitet hatte, war Stalin ein Agent für die Geheimpolizei der Zaren. Einige andere bedeutende Revoluzzer, wie Lenins engster Vertrauter Malinowski, wurden sogar als Agenten enttarnt. Weitere Figuren, darunter auch Lenin selbst, sind höchst suspekt.

Die Geheimoperationen und Geheimstrukturen der Vergangeheit zu rekonstruieren, so gut es irgendwie möglich ist, stellt eine gewaltige, aber lohnenswerte Aufgabe dar. Man muss sich hüten vor den scheinbaren Abkürzungen, die einem geboten werden. Für klassische Verschwörungsidelogen stecken sowieso hinter allem die Weisen von Zion; egal um welche Krise es sich auf der Welt handelt. Es wird geglaubt, dass man aus alten, schlechten Verschwörungsbüchern (oder den inhaltsgleichen digitalen Medien im Internet) bereits alles Wichtige gelernt hat. Die Verschwörungsideologen wähnen sich im Besitz einer ausgesprochen guten Bildung über Imperien und Geheimdienste.

Die gewöhnlichen Bürger aus der aufgeklärten Mitte besitzen im Wesentlichen so gut wie keine Bildung über Geheimdienste, weil sie weder in der Schule, noch im Studium oder anderweitig mit dem Thema in Berührung gekommen sind. Ab und zu werden in den große Zeitungen und Fernsehsendungen Geheimdienste nebenbei erwähnt, als handle es sich um dröge Behörden die schleicht ihren Beitrag leisten zur Bewahrung der demokratisch-aufklärerischen Ordnung. Solche Bürger sind eine leichte Zielscheibe für Manipulation und eine echte aufgeklärte demokratische Ordnung setzt eben voraus, dass man versteht, wie Geheimdiensten und Imperien wirklich funktionieren und in der Vergangenheit funktionierten. Man kann leider nicht bequem und denkfaul die zentralen Aufgaben an Behörden auslagern.

Linke haben eher noch einen verstärkten Bezug zum Thema Geheimdienste, weil Linke eben seit jeher mit subversiven Techniken arbeiten und sich helfen lassen von kommunistischen Parteien, Tarnorganisationen und diversen Diensten wie dem KGB oder der Stasi.

Für Rechtskonservative bedeutet legitime Geheimdienstarbeit im Prinzip Antikommunismus und sie sind eher gewillt, ein oder zwei Augen zuzudrücken als den Kommunisten irgendwie nachzugeben, selbst wenn dabei in westlichen Ländern das Gesetz überschritten wird, oder wenn in Bananenrepubliken rechte Diktatoren gefördert werden. Die Logik lautet, dass lieber ein paar tausend Kommunisten „verschwinden“ als dass man eine kommunistische Revolution riskiert, die viel mehr Opfer mit sich bringen kann. Für Rechtsextremisten funktioniert sowieso nur die reine Diktatur.

Für die Oberschicht des angloamerikanischen Imperiums war es äußerst lohnenswert, das gesamte politische Spektrum zu kontrollieren und die gewöhnlichen Menschen damit bei der Stange zu halten.

Die Aufgeklärten

Die dominanteste Gruppe in westlichen Industrieländern sind die Anhänger der traditionellen demokratischen Aufklärungsbewegung, die sich als die neutrale „Mitte“ begreifen. Aus ihrer Sicht stehen Menschen aus dem rechten Spektrum unter Generalverdacht, die Aufklärung teilweise oder ganz rückgängig machen zu wollen, sodass ein neues autoritäres System gebildet werden kann, also beispielsweise eine Herrschaft der Megakonzerne, oder eine neue Aristokratie, ein Regime von Generälen oder eine Art Faschismus nach Vorbild des alten Roms. Aus der Sicht der aufgeklärten politischen Mitte stehen die radikaleren Linken unter Generalverdacht, demokratische Republiken beseitigen zu wollen, um jene zu ersetzen durch ein sozialistisches Regime, wo andersdenkende keinen Platz haben und als Verräter bekämpft werden. Bei genauerer Betrachtung fühlt sich die Aufklärung in der Praxis sehr hohl an, was leider dazu führt, dass viele Bürger sich nicht aktiv politisch betätigen und dass Extremisten versuchen, die frustrierten Bürger einzufangen. Mega-Konzerne und Hedge Fonds in steuerbefreiten Offshore-Zentren, die die Karrieren von Politikern bezahlen, haben nichts mehr zu tun mit einem fairen Markt der Produkte und Ideen. Politiker der CDU/CSU, FDP und SPD unterhielten lange Zeit ausgedehnte politische und wirtschaftliche Beziehungen zu den grässlichsten Regimen in Russland, China, oder auf der arabischen Halbinsel. Genau solche Beziehungen pflegten die Democrats und Republicans in den USA und benutzen dafür die gleichen Ausreden. Britannien rühmte sich der „Magna Carta“, aber entwickelte sich durch absolute Rücksichtslosigkeit zu dem größten Konlonialreich der Welt auf. Die USA als „Land of the Free, Home of the Brave” haben international einen Ruf als rücksichtsloses Empire, das nicht einmal vor Völkermord an den Ureinwohnern zurückschreckte. Selbst in der fünften Version der französischen Republik war „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ nur ein lausiger Slogan. Wie jedes klassische Empire auch führte man einen brutalen Krieg um die Kolonie Algerien, weil die Menschen dort über sich selbst bestimmebn wollten. In Schulen, an Universitäten, in Behörden, bei der EU und großen Medien wurde ein regelrechter Kult zelebriert um die Aufklärung, so als handle es sich um eine Kirche mit vielen kleinen Ritualen und Beschwörungsformeln. Dass bestimmte Linien des Hochadels die Aufklärung bezahlt und koordiniert hatten, weil die Ära der Bauern-Leibeigenschaft sich dem Ende näherte und die moderne Wissenschaft eine gewaltige Transformation des Imperialismus in Aussicht stellte, erklärt man den Bürgern heute natürlich nicht. Es ist eine schöne, aber naive Fantasievorstellung, dass ein paar Dichter und Denker und Musiker mit ihrem Aktivismus die Adelsherrschaft beendeten. Im Mittelalter und der Antike lebten 90% der Menschen in Armut, zumeist als Bauern, um das Getreide zu erwirtschaften, mit dem die Regierung ihre Luxus-Paläste und Streitkräfte bezahlte. Moderne Wissenschaftler erfanden allerdings Kunst-Dünger, der die Ernteerträge verdoppelte, Dampfmaschinen, immer bessere Gewehre, Kriegsschiffe und vieles mehr. Wenn ein Imperium eine Zukunft haben wollte, musste es immer mehr Bauern von den Feldern holen und in Fabriken und Schulen stecken. Der Hochadel musste seine Macht zunehmen verstecken hinter Tarnfirmen und politischen Tarnorganisationen, damit die Illusion von Freiheit entstehen konnte und die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen untereinander streiten.

Die Rechten

Von der Perspektive des rechten Spektrum aus betrachtet, sieht die Welt anders aus: Die alte aristokratisch-kirchliche Ordnung und starre hierarchische Unterteilung der Gesellschaft in unterscheidliche Klassen sei gut gewesen und man hätte das System bestenfalls refomieren müssen, aber nicht abschaffen. Alles schien geordnet; selbst das private und spirituelle Leben der Untertanen. Die besten der besten hätten den meisten Einfluss gehabt und dadurch sei Sicherheit gewährleistet worden. Die radikale Aufklärungsbewegung und die noch radikalere sozialistische Bewegung seien hochgefährliche, zersetzende Kräfte gewesen, die selbst alteingesessene Imperien zu Fall brachten wie Frankreich oder Russland, woraufhin Chaos, Bürgerkriege und Verfall resultierten. Die traditionellen Bindungen der Menschen seien beschädigt worden, die Religion geschwächt und die Sicherheit komprommittiert. In den 1800er Jahren verbreitete sich im rechten Spektrum dann auch noch die groteske Vorstellung, jüdische Kleinstfamilien hätten das britische Kolonialreich und dann auch noch die USA übernommen, ohne irgendwie aufgehalten zu werden. In Wirklichkeit baute das adelige britische Kolonialreich einfach das moderne System des „fraktionalen Reservebankings“, das den Banksystemen konkurrierender Imperien überlegen war, und zu diesem Zweck hatte der britische Adel schein-private Bankhäuser hochgezogen wie Barings oder eben auch Rothschild. Allerdings verbreitete sich gleichzeitig das wohl übelste Fake aller Zeiten: Nathan Rothschild hätte durch seine eigenen geheimdienstlichen Netzwerke als erster den Ausgang der Waterloo-Schlacht gegen Napoleon erfahren und dann den britischen Aktienmarkt abgezockt. Hätte er es tatsächlich gewagt, exklusive Informationen nicht prompt mit dem Adel zu teilen, wäre er umgehend verhaftet und seine Familie enteignet worden. Aber laut dem Mythos wäre der Adel, der über Jahrhunderte hinweg das mächigste Imperium aller Zeiten aufgebaut hatte mit weitreichenden Kolinien, nur ein Haufen Trottel gewesen, der sich von einer jüdischen Kleinstfamilie widerstandslos entmachten ließ. Als schließlich das russische Zarenreich stürzte und manche der kommunistischen Revoluzzer einen jüdischen Hintergrund aufwiesen, explodierte die Gerüchteküche regelrecht und die schlecht zusammengefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ wurden zum internationalen Bestseller. Es handelte sich um eine richtiggehende Wahnvorstellung: Juden hätten eine beinahe magische Fähigkeit zur Subversion und Revolution. Rückwirkend dichtete man jüdischen Verschörern gleich noch die Frazösische Revolution an und auch den Untergang des Römischen Reichs. Selbst vor fast 2000 Jahren sei Rom den suversiven Zauberkräften der jüdischen Minderheit nicht gewachsen gewesen. Die Nationalsozialisten bastelten aus älterer schlechter Verschwörungsliteratur einen Großteil ihrer Ideologie zusamen und bedienten sich zudem noch weitgehend beim alten Rom. Um den Kreislauf der jüdischen Subversion endgültig zu stoppen, war das im Nazi-Denken nicht ausreichend gewesen, Juden in Ghettos zu verbannen oder des Landes zu verweisen. Solche Methoden seien in velen Jahrhunderten der europäischen Geschichte immer wieder versucht worden, ohne den Kreislauf damit zu stoppen. Und so blieb nach Nazi-Logik nur die Vernichtung übrig. Der Begriff „Endlösung der Judenfrage“ beschreibt eben nicht nur die endgültige Vernichtung von Juden, sondern auch den endgültigen Stopp der vermeintlichen jüdischen Subversion. Einflussreiche Amerikaner wie Henry Ford und auch der britische Adel bezahlten aus strategischen Gründen schlechte Verschwörungsliteratur, weil man sich dadurch zeitweise Sympathien der Nazis sichern konnte. In den Wunschvorstellungen von Hitler hätten Mäner wie Ford und der britische Adel die jüdischen Netzwerke in den USA und Britannien zerschlagen und dann auch noch dem Dritten Reich geholfen, die Sowjetunion zu brechen. Dann hätten nur noch drei Imperien von Belang existiert und alle davon seien von mittel- und nordeuropäischer Abstammung. Nach Sicht heutiger Rechtsextremisten und klassischer Verschwörungsideologen sei jedoch der jüdische Einfluss bei den Angloamerikanern zu groß gewesen, das Dritte Reich kapitulierte und das rechte Spektrum müsse heute zwingend weiter den Kampf führen gegen die Weisen von Zion.

Die Linken

Für die Linken ergibt sich ein ganz anderes Bild: Nach Jahrtausenden der Imperien, die ihre Leibeigenen (rund 90% der Gesellschaft) rücksichtslos ausbeuteten, ergab sich in den 1700er und 1800er Jahren plötzlich die Chance der Befreiung. Nur der Sozialismus versprach einen echten Bruch mit der Vergangenheit, da der Besitz des Adels nicht einfach nur beschlagnahmt und umverteilt, sondern dauerhaft vergemeinschaftlicht werden sollte. Das hieße, dass nennenswerter Privatbesitz dauerhaft verboten sein sollte, um einen Rückfall in althergebrachte Verhältnisse zu verhindern. Für einen Sozialisten ist die Aufklärungsbewegung nur eine halbe Revolution gewesen, bei der zwar der Adel gestürzt wurde, aber sich eine neue Art Adel entwickelte in Form der Reichen und Super-Reichen. Zu allem Übel würden die Reichen auch noch das gewöhnliche Bürgertum kontrollieren. Diese Bürgerlichen versuchen, die Reichen nachzuahmen und jenen zu dienen, um aufsteigen zu können. Ergo bräuchte es einen gewaltsamen sozialistischen Umsturz, oder eine schleichende Infiltration der Gesellschaft. Alles, was bürgerlich ist, oder rechtskonservativ oder gar rechtsradikal, ist der Feind. Bis heute haben es die Sozialisten nicht fertig gebracht, ihre eigene Geschichte wirklich schonungslos aufzuarbeiten; und damit ist längst nicht nur die Vernichtung von Millionen Andersdenkender gemeint, die gnadenlose Unterdrückung und eine Reihe an Angriffskriegen, sondern vor allem die Geschichte, wie der Hochadel frühzeitig die sozialistische Bewegung als Bedrohung erkannte und nach allen Regeln der Kunst unterwanderte. Die adeligen Strukturen der Geheimpolizei verfügte über erhebliche Geldmittel, während die frühen Sozialisten am Hungertuch nagten. Die Geheimpolizei war nicht nennenswert eingeschränkt durch Grundrechte und Verfassungen. Die russischen Zaren aus ein und derselben Familie wie der britische Thron hatte ohnehin keine vollständige Herrschaft über Russland; es drohten der Zerfall und interne Kriege gegen den alten, gewöhnlichen russischen Adel, der bis in alle Ewigkeiten an dem alten Modell der Bauern-Leigbeigenschaft festhalten wollte, während sich Europa und die USA längst weiterentwickelt hatten. Die Geheimdienste der Zaren hatten die kommunistischen Bewegungen gründlich infiltriert und das Romanow-Vermögen rechtzeitig in die City of London transferiert. Fast alle Romanows verließen einfach Russland ungehindert. Vier Großfürsten wurden angeblich ermordet, ohne dass überzeugende Leichen aufgetaucht sind. Der letzte Zar wurde angeblich samt Angehörigen ermordet, aber diese Darstellung hängt einzig und allein an einem äußerst wenig überzeugenden Abgleich von DNS-Proben, die angeblich von alten Knochen stammen, die Jahrzehnte später gefunden wurden. Die Revolution samt Bürgerkrieg zerstörte den gewöhnlichen russischen Adel und schuf zum ersten Mal ein einheitliches Regime, in dem die Bauern genauso unterdrückt waren wie früher auch. Früher gehörte der Ackerboden einem Adeligen und der Bauer war offiziell eingestuft als Leibeigener. Im Sozialismus gehörte der Ackerboden dem Kollektiv, war de facto kontrolliert von der Partei, und der Bürger musste sich immer noch abrackern, ohne an seiner Situation etwas verändern zu können. Wie unter den Zaren und wie im alten Rom wurde das angebaute Getreide eingezogen, damit das kommunistische Regime damit seine Rechnungen bezahlen konnte.

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