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Kaufte und klaute sich Nordkorea die Technologie zusammen, um Atommacht zu sein?

SicherheitKaufte und klaute sich Nordkorea die Technologie zusammen, um Atommacht zu sein?

Nordkorea nutzt den Ukrainekrieg, um das eigene Atomwaffenprogramm gegen den Willen der Amerikaner voranzubringen. Es ist nicht mehr so schwierig und teuer, herauszufinden, wie man Uran anreichert, Plutonium herstellt und Atomsprengköpfe baut wie damals im amerikanischen „Manhattan Project“. Die Sowjets stahlen über Spione wie Klaus Fuchs einfach die ganzen relevanten Daten und sparten sich somit einen Haufen Zeit und Geld.

Kim Il-Sung, der ursprüngliche Diktator des kommunistischen Nordkoreas, war einst von Beria direkt an Stalin empfohlen worden als Marionette und bekam extra Training in koreanisch, weil er die Sprache kaum beherrschte. Es ist unvorstellbar, dass in Nordkorea heute das Atomwaffenprogramm nicht mindestens die Duldung besitzt von China und Russland. Wurde die notwendige Atomtechnologie einfach durchgereicht an Pjöngjang? Falls dem so ist, brauchte es eine Coverstory, um die Supermächte vor Kritik und Sanktionen abzuschirmen. Das nordkoreanische Programm müsste so wirken, als sei es in allen Einzelheiten international zusammengeklaut worden.

Auf diese Weise könnten China und Russland international diplomatisch schachern und etwa einen bremsenden Einfluss auf Nordkorea anbieten im Tausch gegen etwas Wertvolles.

Kim Jong Ryul, ein Diplomat, der von 1974 bis 1994 zwischen Pjöngjang und Wien stationiert war, arbeitete daran, verschiedene Dual-Use-Technologien, Waren für die interne Repression und Luxusgüter für die Familie Kim von europäischen Lieferanten zu beschaffen. Zu seinen Einkäufen mit doppeltem Verwendungszweck gehörten Werkzeugmaschinen, Strahlungsdetektoren, Gasdetektoren und verschiedene Laborgeräte, von denen einige gegen die CoCoM-Kontrollen des Kalten Krieges verstießen.

In den frühen 1990er Jahren war Yun Ho Jin, ein nordkoreanischer Diplomat, der in der Vertretung des Landes in Wien stationiert war, angeblich auch an illegalen Beschaffungen beteiligt und erleichterte Besuche nordkoreanischer Handelsdelegationen in Europa mit einigen Technologien. Angeblich wurde eine Anlage zur Herstellung von Uranbrennstoff in das Kernforschungszentrum Yongbyon verlegt.

1994 führte Kim Jong Ryul seine letzte Beschaffungsmission von Wien aus durch, bevor er untertauchte und Artikel mit potenziellen Dual-Use-Anwendungen wie 60 Gasmasken und einen Gaschromatographen kaufte. Ryul hat suggeriert, dass er in den 1990er Jahren auch von der Nuclear Suppliers Group (NSG) kontrollierte Massenspektrometer beschafft hat, die zur „Identifizierung von Uran- und Plutoniumpartikeln“ verwendet wurden.

Auch in Deutschland ging es rund: Ein deutscher Geheimdienstbericht aus dem Jahr 2005 lieferte weitere Erkenntnisse, in denen er feststellte:

„Die bei der [nordkoreanischen] Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland akkreditierten Nachrichtendienstmitarbeiter vertreten auch Beschaffungsorganisationen des Zweiten Wirtschaftsausschusses (Beschaffung für die Nuklearindustrie) und der Volksarmee Streitkräfte (Beschaffung für Streitkräfte).“

Der Bericht stellte fest, dass bei der Beschaffung von Gütern für das Nuklearprogramm „aufgrund der deutschen Ausfuhrbestimmungen und Kontrollmaßnahmen die Mitarbeiter der Botschaften zunehmend bemüht sind, die Güter über Dritte auszuführen Länder (z. B. China, Singapur)“ mit Scheinfirmen aus der DVRK, die als Endnutzer aufgeführt sind. Ein deutscher Bericht aus dem Jahr 2006 stellte fest, dass die Beschaffungsbemühungen Nordkoreas fortgesetzt wurden und die Nachrichtendienste in den Botschaften Teil der nordkoreanischen Beschaffungseinrichtungen für geplante Käufe solcher Waren in Deutschland sind. Mehrere Versuche zur Beschaffung von Spezialmaschinen für die Metallbearbeitung in sensiblen Bereichen (Atom- und Raketenprogramm) konnten rechtzeitig erkannt und deren Auslieferung verhindert werden.

Die Beweise für die Rolle der Berliner Botschaft bei der Beschaffung von Massenvernichtungswaffen sind die umfangreichsten, die öffentlich verfügbar sind. Eine Handvoll Nuklearexportfälle wurden beobachtet, darunter der Austausch von Zentrifugentechnologie mit Pakistan gegen Raketentechnologie, der Transfer von Uranhexafluorid (UF6) nach Libyen über das AQ Khan-Netzwerk und die Zusammenarbeit mit Syrien beim Bau eines Kernreaktors.

https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/14799855.2021.1942848

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