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Donnerstag, Mai 26, 2022

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Ist das „Versagen“ der russischen Generäle ein strategisches Täuschungsmanöver?

KriegIst das "Versagen" der russischen Generäle ein strategisches Täuschungsmanöver?

Kommentar

Das Militärwesen ist eine sehr weit entwickelte Wissenschaft und es war von Anfang an klar, dass Russland für eine Invasion der Ukraine, eine Land von der Größe Frankreichs, mindestens 500.000 Truppen benötigte, ausladende Luftwaffe-Operationen, eine blitzschnelle Logistik und jahrelang vorbereitete Spionage- und Sabotage-Netzwerke. Keiner dieser Punkte war erfüllt. Selbst für deutlich weniger wichtige Operationen würde eine Supermacht alle mögliche Faktoren sorgfältig abwägen. Bei einem Krieg, der das Schicksal des eigenen Empires bestimmen kann, würde man erst recht alles auf die Goldwaage legen.

Wie ist zu erklären, dass dennoch die Entscheidung getroffen wurde für die Invasion? Wer genau hat diese Entscheidung getroffen? Die gängige Erklärung ist, dass Putin ähnlich wie Hitler eigenmächtig agieren könne und dermaßen getrieben sei von Emotionen und Ambitionen, dass alle realen Faktoren irgendwie zurechtgebogen werden, damit sie in die Wunschvorstellung passen. Putin hätte von seinen Geheimdiensten und dem Militär immerzu gute Nachrichten verlangt und nichts anderes akzeptiert. So wie Hitler nur ein Meldegänger im Krieg war, habe Putin gleichermaßen null Erfahrung darin, Militäraktionen zu planen und einzuschätzen. Der Vergleich hinkt aber mehrfach: Die Nationalsozialisten waren Stümper, die nur sechs Jahre nach der Machtergreifung Polen überfielen, obwohl man zur Absicherung gegen die Franzosen im Rücken fast nichts mehr in Reserve hatte. Und selbst diese Stümper hatten sich zumindest abgesichert durch neue Technik, schnelle Logistik, Überfallpläne durch Experten, ein öffentlicher Pakt mit Sowjetrussland und inoffizielle Verhandlungen mit dem britischen Adel (siehe Louis Kilzer, Churchill’s Deception).

Putins Regime hatte weder die nötige Technik einsatzbereit, keine ausreichenden Truppen, keine brauchbare Logistik, keine öffentliche Absicherung und anscheinend keine professionellen Militärpläne. Wie kann den Nazis 1939 ein Blitzüberfall auf das flächenmäßig große Polen gelingen, während die russische Supermacht 2022 so gnadenlos in der Ukraine versagt? Es geht hier nicht mit rechten Dingen zu und man kann dies auch nicht wegerklären mit dem Verweis, Putin sei einfach durchgeknallt und ein Alleinherrscher wie in einer Bananenrepublik. Die Wehrmacht musste sogar heimlich mobilisieren und üben. Die eingesetzte Heeresgruppe Nord bestand aus 630.000 Mann, die Heeresgruppe Süd aus 886.000 Mann. Man vergleiche dies mit den knapp 200.000 Mann die die Russen aufgeboten hatten in der Ukraine. Die deutsche Luftwaffe bot 1929 hauptsächlich moderne Flugzeuge auf und erreichter innerhalb der ersten paar Tage die Luftherrschaft. Die russische Luftwaffe war bisher in der Ukraine fast eine No-Show. Was für ein Spiel läuft hier?

Wenn ein erfahrener russischer General den Auftrag bekommt, eine samt und sonders zum Scheitern verurteilte Invasion der Ukraine vorzubereiten, und der General weiß dass das zwangsläufige Scheitern schwer bestraft würde, dann wäre ein Überlaufen zur NATO der naheliegende Schritt.

Russlands oberster Befehlshaber General Valery Gerasimov wurde nun suspendiert, behauptete ein hochrangiger Berater des ukrainischen Präsidenten, während eine Gruppe anderer russischer Offiziere im Rahmen einer angeblichen Säuberung von Spitzenkräften entlassen oder verhaftet wurden. Oleksiy Arestovych, ein Veteran des Militärgeheimdienstes und einer aus Präsident Selenskyjs engstem Kreis, behauptete am späten Mittwoch, Gerasimov – der Stabschef der russischen Armee – sei suspendiert worden, da Putin hochrangige Kommandeure als Schuldige suche, die für seine unbesonnene Invasion in der Ukraine verantwortlich gemacht werden könnten.

Also wen man mit nur 200.000 Soldaten, einer katastrophalen Logistik und einer nicht einsatzfähigen Luftwaffe keine Wunder vollbringen kann, wird man zur Zielscheibe. Es grenzt an ein Wunder, dass die Generäle Putin nicht vorab erschossen hatten. Möglicherweise gelang es, Putin teilweise zu vergiften und krank zu machen, wie die Parkinson-ähnlichen Symptome suggerieren. Es heißt:

„Der Kommandeur der ersten Panzerarmee des westlichen Militärbezirks, Generalleutnant Sergei Kisel, wurde ebenfalls festgenommen und entlassen, nachdem die erste Panzerarmee in der Nähe von Charkiw besiegt worden war.“

Zwei weitere Armeekommandanten wurden aufgrund schwerer Verluste auf dem Schlachtfeld entlassen, laut Informationen, die auf einem Telegram-Kanal des ukrainischen Innenministeriums veröffentlicht wurden, der auch behauptete, der Kommandeur der Schwarzmeerflotte sei entlassen und verhaftet und sein Vizeadmiral eingesetzt worden.

Gerasimov war am Montag bei der russischen Parade zum Tag des Sieges in Moskau nicht erschienen. Hohe Offiziere werden auch ständig an die Front beordert, wo sie häufig erschossen werden von Ukrainern.

Greater Game

Die Generäle hätten bereits in der frühen Planungsphase unmissverständlich betonen müssen, dass ein Überfall der Ukraine ohne Atomwaffen komplett aussichtslos ist. Wunder waren nicht zu erwarten durch die Spionageoperationen oder durch Cyberkriegsführung, wenn die Amerikaner letztendlich das Internet geschaffen hatten, mit der NSA das Feld dominieren, viel mehr Geld haben und Microsoft schließlich erfolgreich Attacken abblockte.

Die Ukraine in Ruhe zu lassen, war strategisch auch keine Option, da die EU-Staaten bereits jedes Jahr hunderte Milliarden mehr für Rüstung ausgeben als Russland. Ganz zu schweigen von den Amerikanern. In 10 Jahren wäre Russland hoffnungslos abgehängt. Die NATO hätte wirksame Methoden entwickelt gegen das russische Atomwaffenarsenal und dann wäre die Sache gelaufen. Eine heimliche Koordination des Ukrainekriegs mit China hätte die Absurdität eines Ukrainekriegs etwas aufgewogen. Aber eben nicht genug. Russland braucht gewaltige Aktionen, weil nichts anderes die Zukunft sichern kann.

Mit dem seltsamen, mit konventionellen Waffen geführten Ukrainekrieg schafft man im Prinzip ein künstliches Narrativ für einen begrenzten Atomwaffeneinsatz Russlands. Die NATO dreht aktuell immer höher, während die russische Doktrin besagt, dass Atomwaffen eingesetzt werden bei existenzbedrohenden Vorgängen. Dieses Kriterium ist allein schon erfüllt durch Russlands Geldmangel und den endlosen Rüstungsbudgets der NATO.

Russland kann intern die Schuld für die Eskalation auf die NATO schieben, auf korrupte Generäle, und sogar auf einen kranken und klapprigen Putin. Die NATO kann für sich einen ähnlichen Erklärungsmix bieten. Russland kann einen Angriff der Ukraine mit einer kleinen Atomwaffe vortäuschen und als Vorwand nutzen für nukleare Gegenschläge.

Die tatsächliche Kommandostruktur Russlands ist ein Geheimnis und deshalb ließe sich damit die ganze Welt in die Irre führen. Man kann hinterher behaupten, Putin habe die alleinige Entscheidung für nukleare Attacken getroffen und sei dann an seinen Krankheiten verstorben oder durch einen Putsch der Generäle beseitigt worden. Auf diese Weise würde die NATO ihre Gegenreaktion ggf. begrenzen.

Für die Supermächte lohnt es sich längst nicht mehr, sich gegenseitig tatsächlich zu bekämpfen, so wie die Imperien des Mittelalters. Viel lohnenswerter wäre eine Kartell um zu verhindern, dass kleinere Konkurrenten jemals stärker werden können.


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