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Ohne den Spion Klaus Fuchs wäre Russland vielleicht keine atomare Supermacht geworden

GeheimdiensteOhne den Spion Klaus Fuchs wäre Russland vielleicht keine atomare Supermacht geworden

Ein Atomwaffenprogramm galt in den 1940er Jahren noch als Mammutprojekt mit unabsehbaren Kosten und Zeitplänen. Die Nationalsozialisten waren zwar angetan von der Vorstellung, eine Ananas-große Bombe könnte eine komplette Stadt ausradieren, aber die Kosten schienen zu viele Ressourcen zu binden, die dann den konventionellen Waffengattungen fehlen würden. In Russland lief es ähnlich. Die USA hingegen hatten diese Geldprobleme nicht und konnten mehr konventionelle Rüstungsgüter herstellen als alle anderen Kriegsteilnehmer zusammengenommen. Rechtzeitig für den Einsatz gegen Japan brachte das „Manhatten Project“ zwei Atombomben fertig.

Die Nachkriegsordnung hätte sehr einseitig verlaufen können mit den USA als einziger Atommacht. Sobald Atomsprengköpfe mit kompakten Maßen montierbar wurden auf Raketen mit hoher Reichweite und Zielgenauigkeit, wäre der Imperialismus so einfach geworden, wie eine Pizza zu bestellen. Der US-Präsident und der Generalstab hätten ohne allzu große Schwierigkeiten eine politische Absicherung gefunden, um solche Angriffe zu ordern über die spezielle Telefonleitung und die Autorisierungscodes, die das Staatsoberhaupt ständig bei sich trägt.

Fertige Pläne

Eine Liste des US-Militärs mit nuklearen Zielen in Ostberlin, Russland und Osteuropa aus den 1950er Jahren zeigt, was möglich gewesen wäre. Die SAC [Strategic Air Command] Atomic Weapons Requirements Study for 1959 ist das einzige solche Dokument aus dem kalten Krieg, das bisher von der Geheimhaltung befreit wurde. Die vorgesehene Zerstörung der ausgewählten Ziele hätte massenhaft Zivilisten und sogar befreundete Kräfte wie etwa in Westdeutschland durch radioaktiven Fallout umgebracht. Zusätzlich sind manche Ziele in dem Dokument unmissverständlich als „Bevölkerung“ gekennzeichnet, was der damaligen Luftwaffedoktrin entspricht, den Gegner durch solche Schläge gegen Zivilisten zum Zusammenbruch zu bringen. Berlin sollte u.a. getroffen werden, genauso wie Oranienburg, Bernau, Hennigsdorf, Potsdam und Velten. Das SAC-Dokument listet über 1100 Flugfelder im Sowjetblock. Das amerikanische SAC hätte Bomben bis 9 Megatonnen Sprengkraft eingesetzt. Eine Megatonne entspricht der 70-fachen Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe. Da die USA einigen Vorsprung hatten, versuchte die Sowjetunion, den Rückstand in ihrem Atomprogramm durch Atomspionage aufzuholen, was ihr auch recht erfolgreich gelang. Zu den Atomspionen für die Sowjetunion zählen Ruth Werner, Theodore Alvin Hall, Harry Gold, David Greenglass, Ethel und Julius Rosenberg, Melita Norwood sowie Klaus Fuchs.

Nach imperial-militärischer Logik hätten die USA die Sowjetunion angreifen müssen, um zu verhindern, dass der Rivale aufsteigen kann zu einer veritablen Atommacht. Seltsamerweise blieb ein solcher Angriff aus, obwohl Planungen dafür ausgefertigt waren. Es scheint, als hätten die Angloamerikaner regelrecht Russlands Sprung nach vorne geduldet.

Atom-Spione

Die Bestätigung über die Atomspionage kam vom Venona-Projekt, das sowjetische Geheimdienstberichte abfing und entschlüsselte. Diese lieferten Hinweise auf die Identität mehrerer Spione in Los Alamos und anderswo. Wissenschaftler aus der Sowjetunion hatte wichtige frühe Arbeit geleistet über Kernspaltung und wurden später für ihre Beiträge ausgezeichnet mit Preisen. Sowjetische Wissenschaftler wie Igor Kurchatov, L. D. Landau und Kirill Sinelnikov trugen dazu bei, die Idee eines spaltbaren Atoms zu etablieren und dessen Existenz zu beweisen.

Es fehlte dem Sowjetregime aber der Ehrgeiz, die Finanzierung, die technischen Fähigkeiten, die Führung und letztendlich die Fähigkeit, um ein Atomprogramm durchzuführen wie die Amerikaner. Das Manhattan-Projekt hatte 24.000 Facharbeiter.
Das in den Kinderschuhen steckende sowjetische Äquivalent bestand aus nur fünfzig Wissenschaftlern und zwei Mathematikern, die versuchten, die Gleichungen für die Teilchenkaskade auszuarbeiten. Die Erforschung und Entwicklung von Techniken zur Herstellung von ausreichend angereichertem Uran und Plutonium gingen über den Rahmen und die Bemühungen der sowjetischen Gruppe hinaus.

Die Sowjetunion brauchte also Spione mit ausreichender Sicherheitsfreigabe, um Zugang zu geheimen Informationen des Manhattan-Projekts zu haben. Der einflussreichste Atomspion war Klaus Fuchs, ein in Deutschland geborener britischer Physiker. Er ging in die Vereinigten Staaten, um am Atomprojekt zu arbeiten, und wurde einer seiner leitenden Wissenschaftler. Fuchs war 1932 noch als Student in Deutschland Mitglied der Kommunistischen Partei geworden. Zu Beginn des Dritten Reiches 1933 floh Fuchs nach Großbritannien. Er wurde schließlich einer der führenden Kernphysiker im britischen Programm. 1943 zog er in die Vereinigten Staaten.

Aufgrund der Position von Fuchs im Atomprogramm hatte er Zugang zu den meisten, wenn nicht allen Materialien, die Moskau begehrte. Fuchs war auch in der Lage, die gestohlenen Informationen zu interpretieren und zu verstehen, was ihn zu einer unschätzbaren Ressource machte.

Fuchs wurde in Großbritannien festgenommen und dort vor Gericht gestellt. Lord Goddard verurteilte ihn zu vierzehn Jahren Haft, der Höchststrafe für die Verletzung des Official Secrets Act. Er wurde aber am 23. Juni 1959 freigelassen nach nur neun Jahren und vier Monaten Haftstrafe. Fuchs durfte nach Dresden in die DDR, wo er weiter forschte. Mit solchen flauen Strafen ist es keine Überraschung, dass viele Spione das Manhattan Project verrieten. Wie kommt es, dass die USA ihr militärisch wichtigstes Projekt nicht besser schützten?

In seinem Buch Trinity: The Treachery and Pursuit of the Most Dangerous Spy in History aus dem Jahr 2019 behauptet Frank Close, dass „es vor allem Fuchs war, der es den Sowjets ermöglichte, die Amerikaner einzuholen“ im Rennen um die Atombombe.

Bedeutend waren auch Julius und Ethel Rosenberg – Amerikaner, die an der Koordinierung und Rekrutierung eines Spionagenetzwerks beteiligt waren, zu dem Ethels Bruder David Greenglass gehörte, ein Maschinist im Los Alamos National Lab. Julius und Ethel Rosenberg wurden wegen Verschwörung zur Begehung von Spionage vor Gericht gestellt. Die Rosenbergs bestritten alle Vorwürfe, wurden jedoch in einem Prozess verurteilt, in dem der Staatsanwalt Roy Cohn später sagte, er stehe in täglichem geheimem Kontakt mit dem Richter Irving Kaufman. Beide Rosenbergs wurden 1953 auf dem Höhepunkt des Koreakrieges hingerichtet. Roy Cohn gilt als ein wichtiger Mentor für Donald Trump und es gibt Hinweise darauf, dass er mit der CIA Programme für Sex-Fallen betrieb, um vermutete Kommunisten und Sympathisanten einzufangen.

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