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Deutsche Gasvorkommen und Fracking-Optionen sind geheim?

WirtschaftDeutsche Gasvorkommen und Fracking-Optionen sind geheim?

Kommentar

Als die Sowjetunion mit der Northern Lights-Pipeline in den 1980er Jahren Gas von Sibirien bis nach Deutschland leiten wollte, waren das US-Außenministerium, das Weiße Haus unter Reagan und die CIA alarmiert: Das Projekt würde Europa energieabhängig machen und den Kommunisten viel Geld einbringen. Nichtsdestotrotz wurde die Sache realisiert und die NY Times äußerte kürzlich dazu schmallippig, dass amerikanische Ölkonzerne es irgendwie geschafft hätten, Reagan, die CIA und das Außenministerium zu übertrumpfen. Wie genau? Und warum genau? Es ist ein Geheimnis.

Andreas Umland erklärte nun im Harvard International Review, wie mit einem überschaubaren Investment von nicht einmal 20 Milliarden € die Ukraine den Russen das Gasbusiness hätte wegschnappen können.

War dies einer von mehreren Kriegsgründen? Was wissen die NATO-Geheimdienste dazu? Es ist ein Geheimnis. Warum hatten europäische Politiker, als nach 1991 klar wurde dass es kein Revival des Kommunismus und keine Sozialdemokratie in Russland geben wird, nicht darauf hingearbeitet, die gewaltigen Gasvorkommen der Ukraine nutzbar zu machen? Geheim.

Was sind die exakten Folgen eines Kaufstopps von russischem Gas für Deutschland? Das ARD-Magazin Monitor hat beim Bundeswirtschaftsministerium, zahlreichen Konzernen und Wirtschaftsverbänden nachgefragt, was denn die schaurigen Konsequenzen eines sofortigen Energieembargos gegen Russland wären. Ergebnis: Niemand konnte konkrete Zahlen liefern, stattdessen vage Prognosen und allgemeine Aussagen. Was der deutsche Geheimdienst dazu weiß, ist natürlich geheim. Insofern der Geheimdienst sich mit systemrelevanten Konzernen abspricht, pflegen auch die Konzerne zu dem Thema Geheimhaltung, damit man sich nicht genau in die Karten schauen lässt, wie Deutschland wirklich aufgestellt ist.

Was ist mit Fracking in Deutschland? Es ist längst klar, dass russische Einflusskampagnen das Ziel hatten, die Umweltauswirkungen der Förderungsmethode schlechtzureden.

Der Bundesverband Erdgas Erdöl und Geoenergie e.V. heißt es, Deutschland verbrauche pro Jahr rund 100 Milliarden Kubikmeter Erdgas, fördert aber selbst nur 5 Milliarden und praktisch alles davon stammt aus Niedersachsen.

Die Summe der geschätzten sicheren und wahrscheinlichen Erdgasreserven Deutschlands betrug Ende 2021 32,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Reserven machen jedoch nur einen geringen Teil des insgesamt vorhandenen Potenzials aus: Auch die Ressourcen an Erdgas, die derzeit noch nicht wirtschaftlich förderbar oder geologisch noch nicht erfasst sind, stimmen vorsichtig optimistisch.

Also wäre nach dieser Schätzung in nicht einmal sieben Jahren Schluss mit den „Reserven“. Diese Reserven seien aber nur „ein geringer Teil des insgesamt vorhandenen Potenzials“. Der Bundesverband macht folgende Angaben zu diesem Potenzial:

450 Milliarden Kubikmeter technisch erschließbares Erdgas aus Kohleflözen

bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter technisch erschließbares Erdgas aus Schiefergesteinen

Bei 100 Milliarden Kubikmeter pro Jahr an Verbrauch benötigen wir innerhalb eines Jahrzehnts demnach 1 Billion Kubikmeter. Bei erschließbaren Vorräten von ca. 2,8 Billionen hätten wir genügend Gas, um den eigenen Bedarf komplett zu decken für fast 30 Jahre. Alternativ könnten wir die Hälfte des heimischen Bedarfs decken für 60 Jahre. Dazu kommen anscheinend noch weitere Gasvorkommen, die ggf. zu einem späteren Zeitpunkt wirtschaftliche gefördert werden könnten.

Die bekannten ukrainischen Reserven wurden geschätzt auf 1,09 Billionen Kubikmeter. Wie viel tatsächlich vorhanden ist, ist womöglich unbekannt oder geheim.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hatte von der Bundesregierung den Auftrag erhalten, die nicht-konventionellen Öl- und Gasvorkommen auf deutschem Gebiet genau zu ermitteln, und legte vor rund 10 Jahren einen Bericht vor. Man schätzte, dass unkonventionelle Gasvorkommen, die u.a. mit Fracking gefördert werden müssten, auf das Zehnfache der regulären Vorkommen. Man schätzt, wohlgemerkt. Und versucht Probebohrungen, um Genaueres zu erfahren. Ob die Bevölkerung genaue Infos erhält?

In dem 47-seitigen Papier steht: Die Schiefergasvorkommen in Deutschland betragen circa 13 Billionen Kubikmeter. Das ist also über 50 Mal mehr als in der gerade erwähnten früheren Schätzung.

https://www.deutschlandfunk.de/schiefergas-in-deutschland-100.html

Könnte man (was nicht unbedingt realistisch ist) dieses komplette Schiefergas-Potenzial fördern, wäre dies genug Gas um den deutschen Bedarf zu decken für 130 Jahre. Die „Fehlerbalken“ bei diesen Schätzungen seien so groß, dass es auch die doppelte Menge Gas sein kann bzw. dass der Anteil an wirtschaftlich förderbarem Gas viel höher sein kann. Das Interesse der Politik war erschreckend gering:

Zum einen gab’s bislang ja nur eine Hand voll Erkundungsbohrungen. Selbst die liegen derzeit auf Eis.

Die immer wieder betonten Umweltgefährdungen sind sehr theoretisch und umstritten.

Also die BGR glaubt, wenn man das Fracking richtig macht, ist das Risiko akzeptabel und tolerierbar.

Das Umweltbundesamt schätzte 2014 weniger als der Bundesverband Erdgas Erdöl und Geoenergie e.V.

Die Politik und Umweltaktivisten lehnte lange Zeit ab, Methoden wie Fracking einzusetzen, obwohl die Angaben über mögliche Umweltrisiken sehr schwammig sind. Aktuell meldeten die öffentlich-rechtlichen Medien, dass bald Erdgas aus der Nordsee gefördert werden könnte. Wieviel? Keine Angaben. In der Produktionsprognose sei von 14,2 Milliarden Kubikmetern Erdgas die Rede, schreibt der Tagesspiegel – über einen Zeitraum von 35 Jahren. Also Kleinkram. Wie sicher sind diese Angaben? Man liest aus der ganzen Sache heraus, dass wenige Wissenschaftler und Politiker ein deutliches Lagebild besitzen und mit ihren Gutachten über Deutschlands Zukunft entscheiden können. Russland hat sicherlich kein Interesse daran, dass Deutschland massenhaft Gas fördert. Insofern ist der Anreiz vorhanden, über Geheimdienste und großes Business die deutsche Gasförderung klein zu halten. Die Sozialdemokraten wären in Deutschland auf der Verliererposition, falls billiges heimisches Gas ein neues Wirtschaftswunder auslöst. Denn Sozialdemokratie gedeiht nur durch das Elend der Menschen.

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