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Mehrere von Alex Jones Firmen aus einem wirren Geflecht melden Insolvenz-Schutz an

MedienMehrere von Alex Jones Firmen aus einem wirren Geflecht melden Insolvenz-Schutz an

Drei Unternehmen, die dem in Austin (Texas) ansässigen Verschwörungs-Influencer Alex Jones gehören, haben Insolvenz angemeldet und als Gläubiger die Eltern von ermordeten Sandy Hook-Grundschülern aufgeführt, die ihn erfolgreich wegen Verleumdung in Texas und Connecticut verklagt haben. Bei keinem dieser Unternehmen handelt es sich aber um Free Speech Systems LLC, die Firma gegen die geklagt wurde, da in Jones‘ Medien wiederholt der Eindruck erweckt wurde, bei dem Amoklauf handele es sich um ein Fake und bei den Angehörigen der Opfer um Schauspieler im Rahmen einer Verschwörung der Democrats, um das Recht auf Waffenbesitz einzuschränken.

Bei den gerichtlich angeordneten Befragungen unter Eid waren nicht nur Alex Jones und seine bedeutendsten Angestellten individuell betroffen, sondern auch als Befugte bzw. Vertreter der Firma Free Speech Systems LLC. Anscheinend benutzt Jones nun drei nebensächliche, schnell ersetzbare Firmen aus seinem Geflecht als Vehikel, um höchstens 3 Millionen $ zu bezahlen als Schadensersatz wegen den Verleumdungen. Ansonsten seien seien verschiedenen Firmen irgendwie verschuldet bei anderen Firmen, die möglicherweise aber auch Jones gehören und mehr Assets besitzen.

Im Rahmen der Insolvenzregelung nach dem „Chapter 11-Verfahren“ zahlte Jones 725.000 US-Dollar seines eigenen Geldes in einen Treuhandfonds für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten ein, der nun die Vermögenswerte der drei Unternehmen hält. Laut den Insolvenzunterlagen, die am Sonntag und Montag beim Bundesgericht von Victoria eingereicht wurden, soll der Trust den Familien Sandy Hook Schadensersatz zahlen. Weitere 2 Millionen US-Dollar werden zu einem späteren Zeitpunkt in den Trust eingezahlt, heißt es in den Akten, ohne die Quelle des Geldes anzugeben.

Jones, Free Speech Systems und die drei Unternehmen, die Insolvenzschutz beantragen, hätten bereits mehr als 10 Millionen US-Dollar an Anwaltskosten und anderen Kosten für den Sandy-Hook-Prozess ausgegeben, heißt es in den Insolvenzanträgen. Insolvenzschutzsuchende Unternehmen sind:

• InfoW Inc, das Urheberrechte und Domainnamen in Bezug auf Infowars.com besitzt.

• IWHealth, das im Rahmen einer Vereinbarung mit Youngevity, dessen Nahrungsergänzungsmittel und andere Produkte auf der InfoWars-Website verkauft werden, Eigentümer des Cashflows aus Lizenzgebühren ist.

• Prison Planet TV, das Urheberrechte und Domainnamen in Bezug auf Prisonplanet.tv besitzt.

Jones übertrug seinen 100-prozentigen Anteil an allen drei Unternehmen an den Litigation Settlement Trust, bevor er Insolvenz anmeldete, heißt es in den Gerichtsunterlagen.

InfoW und Prison Planet TV lizenzieren geistiges Eigentum und Domänennamen an Free Speech Systems, aber die drei Unternehmen produzieren oder kontrollieren den Inhalt von Infowars nicht, wie aus dem Insolvenzantrag hervorgeht.

Die SandyHook-Eltern befürchten anscheinend, dass Jones seine großen Geld-Töpfe versteckt und nur einen vergleichsweise kleinen Topf vorschiebt, der alles darstellen soll, was er zahlen kann. Anfang dieses Monats reichten die Eltern deshalb eine separate Klage beim staatlichen Bezirksgericht in Travis County ein, in der behauptet wurde, Jones habe versucht, Vermögenswerte vor ihnen und den Gerichten zu verbergen, indem er Millionen von Dollar an sich selbst und an Briefkastenfirmen umleitete.

In der Klage wurde behauptet, dass die illegalen Überweisungen 18 Millionen US-Dollar beinhalteten, die von 2018 bis 21 direkt an Jones gezahlt wurden – Zahlungen, die zusätzlich zu einem Jahresgehalt von über 600.000 US-Dollar erfolgten und im selben Jahr begannen, als die Eltern Jones und seine Unternehmen verklagten.

Die Klage strebt eine gerichtliche Anordnung zur Aufhebung der Überweisungen als Verstoß gegen den Texas Uniform Fraudulent Transfer Act an, der es Angeklagten verbietet, Vermögenswerte vor Gläubigern abzuschirmen. Die Eltern fordern auch einen gerichtlich bestellten Konkursverwalter, der die übertragenen Vermögenswerte und andere Eigentumsrechte von Jones und Free Speech Systems übernehmen soll.

Die Treuhänder werden benötigt, um die Unternehmen „in die Hände von zwei Personen zu legen, die sich mit dem Treuhandrecht auskennen und über jahrelange Erfahrung in der Überwachung von Schuldnern verfügen, um die Rückforderungen für die Gläubiger zu maximieren“, heißt es in dem Insolvenzantrag.

Die „finanzielle Notlage“ der drei insolventen Jones-Unternehmen rührt hauptsächlich von Äußerungen von Jones und anderen auf InfoWars her. Das Ausmaß dieser Bedrängnis muss jedoch noch von den Gerichten bestimmt werden.

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