Xi Jinping ist zunehmend der Held für die Telegram-Blase, QAnons und Dugin’s Zirkel

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Kommentar

Der krankhafte und völlig infiltrierte Sumpf „alternativer“ Medien versucht nun zunehmend, seinem Publikum China schönzureden, weil Russland diese Partnerschaft dringend braucht.

Da Russland eben nicht innerhalb weniger Tagen durch die Ukraine hindurchfahren und einen „Anschluss“ des Landes „heim ins Reich“ veranstalten konnte, sind die Kassen inzwischen leer und die Munitionsdepots auch. Der naheliegende Lieferant für frisches Gerät und Kredite ist das kommunistische China, das bisher einen neutralen Eindruck schinden und sich die wütenden Amerikaner vom Hals halten will. Wie lange Russland und China miteinander bereits koordinieren, ist selbstverständlich ein Geheimnis. Supermächte planen langfristig und es machte strategisch Sinn, nach Stalins de facto Übernahme von China einen Split der beiden kommunistischen Bruderstaaten zu inszenieren. Die USA unterstützten in einer bizarren Politik sowohl China gegen Sowjetrussland als auch umgekehrt. Immer lautete das Argument, man müsse ein Gegengewicht fördern. Ausgerechnet Republicans wie George H.W Bush stoßen das Tor auf nach China und öffneten den Zugang zu den Westmärkten. CIA-Firmen wie Bechtel verhalfen China zum Supermachtstatus.

Bereits nach der geglückten kommunistischen Revolution in China gingen in den USA die politischen Ermittlungen darüber los, wer es verbockt hatte, denn eigentlich war anzunehmen, dass sich die chinesischen Nationalisten dank amerikanischer Hilfe durchsetzen würden. Aus dem Umfeld der Republicans und Koch Industries verbreitete die John Birch Society in Bestseller-Büchern, die auch die deutschen Verschwörungsmedien stark beeinflussten, das Narrativ über „internationale Banker“ (ganz oben natürlich der Rothschild-Clan) und bestimmte Industriebosse, die die Welt durch Kommunismus unter Kontrolle bringen wollten. Dem Publikum wurde nahegelegt, sich an bestimmte rechtskonservative Industriebosse zu halten und an bestimmte einflussreiche rechte Kreise. Denn diese Kreise würden eines Tages zu einem vernichtenden Schlag ausholen gegen die große Verschwörung. Und so warteten die Menschen im Publikum vergebens für Jahrzehnte. Es gab in der Szene nie irgendeinen Fortschritt, sondern es wurden einfach immer alle Ereignisse gemäß der alten Birch-Narrative interpretiert. Das QAnon-Phänomen war nur ein PR-Stunt, der Donald Trump und den Republicans Wählerstimmen einbringen sollte von den Konsumenten traditioneller Verschwörungsmedien; also diejenigen, die keinen Jeb Bush oder einen Mitt Romney gewählt hätten. Also wurde er Birch-Mythos von den guten rechten Revoluzzern einfach abgestaubt, etwas weitergesponnen und garniert mit den kryptischen Nonsens-Posts eines angeblichen Insiders namens Q. Dem Publikum wurde geradeheraus versprochen, sie sollen einfach wählen gehen, Q-Material verbreiten und sich ansonsten zurückzulehnen, weil das rechte Geheimteam an Revoluzzern bald zum Vernichtungsschlag aushole, dem „Sturm“.

Selbstverständlich passierte dieser Sturm nicht und es ließ sich auch kein Geheimteam blicken, kein Osterhase und kein Santa Claus. Stattdessen ließ man die Anhänger der Q-Sekte beim Kapitolssturm ins offene Messer laufen.

Kürzlich hörte man in der Sendung von Alex Jones, mit rund 3 Millionen Stammhörern wohl der erfolgreichste Influencer aus der Tradition der Birch Society, dass Putin einen guten Einfluss habe auf den chinesischen Staatschef Xi Jinping und China sich in eine gute Richtung bewegen würde.

Eine Analyse des Instituts für strategischen Dialog (ISD) stellt fest, der russische Angriff auf die Ukraine verschiebe viele Ansichten: „In erstaunlich kurzer Zeit scheint Xi Jinping im QAnon-Verschwörungspantheon von einem Bösewicht zu einem Helden umgestaltet worden zu sein.“ Es werden idiotische Behauptungen verbreitet, Xi arbeite heimlich gegen die kommunistische Partei Chinas und gegen die „globalen Kabale“ zusammen mit den anderen Helden Trump und Putin. Wer sollen diese Kabale sein? Die Windmühlen von Zion? Die „internationalen Banker“ gemäß der Birch Society? Wir sollen uns auf einen Kommunistenführer einlassen, weil der anscheinend einen „Sturm“ vorhat gegen den internationalen Kommunismus. Im Endeffekt halten die Propagandaabteilungen der Russen, der Amerikaner und der Chinesen das Zielpublikum für ausgesprochen dumm, beeinflussbar und radikalisiert. Diese Leute würden sich mit dem Teufel verbünden, wenn man ihnen dafür ein paar hohle Versprechungen macht.

Als Donald Trump 2020 die Wahl verlor, drehten verschiedene Medien komplett hohl und unterstellten, Joe Biden sei ein Agent Chinas und die Hersteller von Wahlcomputern seien ebenfalls mit China im Boot. China mit seinem Polizeistaat und Social Credit-System galt immerzu als die Horrorvorstellung, als der Plan der von den Kabalen/Windmühlen von Zion/internationalen Bankern für Amerika.

Einige QAnon-Anhänger beginnen mit aufgeregter Erwartung über eine „Säuberungs“-Operation Chinas in Taiwan zu sprechen, während Russland die Ukraine „säubert“. Der US-General Michael Flynn hat sich zwar schon gewaltig die Finger verbrannt und das Publikum in die Irre geführt, aber er spielt sein seltsames Spiel mit eiserner Entschlossenheit weiter. Putins Krieg in der Ukraine sei harsch, aber letztendlich Opposition gegen die „neue Weltordnung“, wohl in der Bedeutung der Birch Society.

Während chinesische Staatsmedien und Diplomaten damit begonnen haben, die Verschwörungstheorie der US-Biolabs in den sozialen Medien energisch zu verstärken, haben pro-Kreml-Propagandakonten Inhalte von ihren chinesischen Kollegen geteilt. Das QAnon-Publikum wiederum nimmt Inhalte des chinesischen Staates über pro-Kreml-Propagandakonten auf.

David Carlyon/CC-SA 3.0 Unported

Ein weitere Figur in der Tradition der John Birch Society ist Ron Paul. Nicht nur bläst dieser Pseudolibertäre seit vielen Jahren Kreml-Propaganda in die Welt hinaus, sondern er hat mit seinem Institut auch eine Schwäche für China. Auf Facebook erklärte man zu den Uyghuren, die in großer Zahl in Internierungslager darben:

Die Obsession mit den Uiguren in den USA ist das Produkt der verdeckten und offenen „Regime Change“-Politik der USA für China. Die Führer der uigurischen „Menschenrechtsbewegung“ stehen auf der Gehaltsliste der US-Regierung. Dies ist ein weiteres Beispiel für Washingtons Bewaffnung der Menschenrechte.

https://www.facebook.com/RonPaulInstitute/posts/the-uyghur-obsession-in-the-us-is-the-product-of-us-covert-and-overt-regime-chan/4089018571112068/

Da die USA prinzipiell ihre Finger überall auf der Welt reinstecken in diverse Bewegungen, sind nach Pauls Logik alle solchen Bewegungen illegitim und verdienen, grausam bekämpft zu werden. Seiner eigenen Logik zufolge müsste er eigentlich seinen amerikanischen Pass verbrennen, vor der britischen Königin Elisabeth auf die Knie fallen und um Vergebung betteln, sowie alles aus seinem Büro und seinem Zuhause entfernen, was mit George Washington und den anderen „US-Gründervätern“ zu tun hat. Denn Washington wollte ja ausscheren aus dem britischen Kolonialreich, so wie die Ukrainer heute weg wollen von Russland. Washington ließ sich ausgerechnet bezahlen und ausrüsten von den Franzosen; genauer gesagt vom französischen Königshaus. Ohne französische Waffen, ohne das französische Schießpulver, ohne weiteres französisches Gerät wäre man nach kurzer Zeit von den Briten überrollt worden.

Während die Uyghuren im Konzentrationslager darben und die Ukrainer beschossen werden, sitzt Ron Paul natürlich in Texas im klimatisierten Büro oder in seinem bequemen Schaukelstuhl. Dabei diente er selbst einmal in Vietnam und weiß, wie Krieg ist. Feierte er damals oder später etwa die Vietcong ab? Ließ er sich einwickeln von Ostgeheimdiensten, weil er so geschockt war über den Krieg? Ließ er sich einwickeln von manipulativen Eliten hinter der John Birch Society? 2020 hieß es in einem Beitrag von Lew Rockwell auf der Webseite des Ron Paul Institutes:

Die Menschen sind verständlicherweise verärgert über die Coronavirus-Epidemie, aber wenn wir nicht aufpassen, droht eine noch größere Gefahr. Finstere Kräfte im amerikanischen politischen Leben nutzen die Krise, um einen Krieg mit China anzuzetteln und schlechte Gefühle gegenüber dem chinesischen Volk zu schüren. Das chinesische Volk ist in der Tat heldenhaft. Sie sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde. Aber die Mächte des Bösen wollen, dass du anders denkst.

http://www.ronpaulinstitute.org/archives/featured-articles/2020/march/17/war-on-china/

Wie immer schmückt man sich damit, für „Frieden“ zu sein. Wenn man nicht Pekings oder Moskaus Agenda zulässt oder fördert, würde das zum dritten Weltkrieg führen. Billiges Appeasement sei Friedenspolitik.

In den einschlägigen Kreisen derer, die sich jetzt immer noch nicht distanzieren von Wladimir dem Schlächter, wird nun das Dugin-Buch „Putin – Das Phänomen“ beworben.

Russland und China, so heißt es, seien durch „schicksalhafte Bande verknüpft“ und müssten aus purer Notwendigkeit heraus „der westlichen Hegemonie die Stirn bieten.“ Weil die Amerikaner dieses russisch-chinesische Bündnis fürchten, sei es das Richtige.

Die verhassten Amis würden ein „verzerrtes Bild von China zeichnen“ und das „alte Schreckgespenst der ‚gelben Gefahr‘ wiederbeleben“. Dem rechten Publikum wird jetzt also schon eingeredet, über den Umweg Russland auch noch mit dem kommunistischen China zu paktieren. In verschiedenen Medien wurde US-Präsident Biden als chinesischer Agent beschrieben, obwohl seine Karriere das Werk des DuPont-Clans ist, der Fürsten von Delaware. Auch die Democrats seien im Boot mit den China-Kommunisten. Jetzt ist das maoistische Horror-Regime aber plötzlich der Helfer in der Not, der von bösen Kreisen schlechtgeredet wird? Welcher gewöhnliche Konservative ist dumm genug, auf ein russisch und chinesisch dominiertes Milieu zu vertrauen?

Interessant ist auch, dass Dugin anderswo die Notwendigkeit betonte, dass sich Russland mit Teilen der muslimischen Welt, insbesondere dem schiitischen Iran, verbündet und diese Kreise als antiamerikanisches Bollwerk einsetzt. Selbstverständlich will Russland gleichzeitig Einfluss erlangen im Westen bei den Rechten mit anti-islamischer Agitation.

AlexBenesch
AlexBenesch
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