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Nein, neue Harvard-Studie leugnet nicht, das Impfungen das Virus hemmen

PolitikNein, neue Harvard-Studie leugnet nicht, das Impfungen das Virus hemmen

Kommentar

Faustregel: Wenn man eine Sensationsmeldung liest in „alternativen“ Medien zu zur Coronapandemie, kann man getrost von einem Fake oder groben Verzerrung ausgehen. Im Netz heißt es aktuell, eine Harvard-Studie würde „beweisen“, dass weltweite Impfungen das Virus nicht hemmen. Bei Reitschusters Webseite heißt es:

Die Harvard-Forscher ziehen Schlussfolgerungen, die sich prominente deutsche „Impf-Befürworter“ hinter die Ohren schreiben sollten: Die Massenimpfungen sind nachweislich wirkungslos bzw. tendenziell das Corona-Infektionsgeschehen fördernd.

Da kann jemand nicht richtig lesen oder vorenthält dem Publikum, das wohl an der englischen Sprachbarriere scheitert, die wesentlichen Aspekte der Studie. Von „nachweislich wirkungslos“ zu sprechen und „tendenziell das Infektionsgeschehen fördernd“ ist grober Unfug. Immerhin wird bei Reitschuster Folgendes zugegeben:

Es sei aber ausdrücklich hervorgehoben, dass schwere COVID-19-Krankheitsverläufe bei voll Geimpften vermutlich milder verlaufen.

Das „vermutlich“ kann man getrost streichen. Bereits dann könnte man den Artikel fast schon auf den Müll werfen. Zusätzlich traut man sich bei Reitschuster nicht, dem Publikum vorzuenthalten, dass der Betrachtungszeitraum der Studie nur sieben Tage betrug und die Aussagekraft deshalb und wegen vieler anderer schwerwiegender Faktoren relativ gering ist. Die Wissenschaftler teilen natürlich nicht die groteske Fehlinterpretation der Reitschuster-Pseudo-Redaktion. Sondern:

Das alleinige Vertrauen auf Impfungen als primäre Strategie zur Eindämmung von COVID-19 und seiner nachteiligen Folgen muss erneut überprüft werden […]. Neben der Erhöhung der Impfraten müssen möglicherweise andere pharmakologische und nicht-pharmakologische Maßnahmen ergriffen werden.

Es weden MEHR Impfungen gefordert, nicht weniger. Man fordert einfach nur mehr zusätzliche Maßnahmen, womit Medikamente und „nicht-pharmakologische Maßnahmen“ gemeint sind. Letzteres bedeutet eben auch Masken und Abstandsregeln, was ja bei den Corona-Aktivisten als Teufelszeug und unnötig gebrandmarkt wird. Weiter heißt es:

In einem vom israelischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Bericht wurde beispielsweise berichtet, dass die Wirksamkeit von 2 Dosen des Impfstoffs BNT162b2 (Pfizer-BioNTech) gegen die Vorbeugung einer COVID-19-Infektion mit 39 % [6] erheblich niedriger ist als in der Studie Wirksamkeit von 96 %.

Infektionen verhindern ist zwar schön, aber nicht so wichtig wie die Verhinderung schwerer Verläufe.

Es zeichnet sich auch ab, dass die vom Pfizer-BioNTech-Impfstoff abgeleitete Immunität möglicherweise nicht so stark ist wie die durch die Genesung vom COVID-19-Virus erworbene Immunität.

Deswegen sollte man trotzdem keinen schweren Verlauf riskieren.

Auch wenn Impfstoffe Individuen schützt vor schweren Verläufen und dem Tod, berichtete das CDC einen Anstieg von jeweils 0.01% auf 9% und 0 bis 15,1% (zwischen Januar und Mai 2021) bei der Rate von Hospitalisierungen und Todesfällen bei den vollständig Geimpften.

Besonders ältere Menschen, Übergewichtige, diejenigen mit Vorerkrankungen, und Leute die regelmäßig Alkohol trinken, sind nicht unverwundbar durch eine vollständige Impfung, bzw. Tripel-Impfung oder jährlichen Impfungen. Deswegen fordern die Forscher mehr klassische Maßnahmen:

Wichtig ist, dass andere nicht-pharmakologische Präventionsbemühungen (z. B. die Bedeutung der grundlegenden öffentlichen Gesundheitshygiene in Bezug auf die Einhaltung von Sicherheitsabstand oder Händewaschen, Förderung häufigerer und billigerer Testverfahren) erneuert werden müssen.

Also genau die Maßnahmen, die von Corona-Aktivisten vehement abgelehnt werden. Liest man Reitschuster, ist man mal wieder auf der Verlierer-Straße und hat ein völlig falsches Bild von der neuen Harvard-Studie. Und dann regt sich das Klientel darüber auf, dass Faktenchecker dies dann aufklären und der Corona-Aktivismus nichts bringt, außer das Elend zu verlängern und die Kassen der Influencer zu füllen.

Harvard ist eine Elite-Universität. Und ausgerechnet Harvard-Forscher sollen jetzt „Beweise“ vorgelegt haben für die große Fake-Pandemie-Weltverschwörung. Das Vorgehen bei Reitschuster ist anscheinend, sich einzelne Bröckchen aus Studien rauszusuchen und diese aus dem Kontext dann grob fehlzuinterpretieren und sich damit als Helden aufspielen um dem Publikum den Eindruck zu vermitteln man könne die Pandemie wegreden.

https://link.springer.com/article/10.1007/s10654-021-00808-7

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