Zivilschutz

Der digitale Behördenfunk im Wert von Milliarden versagte bei der Flutkatastrophe

Bild: M. Volk/Shutterstock.com

Die Rettungskräfte im Rhein-Sieg-Kreis stellen mitten in der Unwetternacht fest, dass sie über das digitale Funknetz, das für Milliarden Euros aufgebaut worden war, keine Verbindungen herstellen konnten. Der Blindflug ist so ziemlich das Schlimmste, was in einer Katastrophensituation wie dem Hochwasser noch obendrauf kommen kann. So kommen Lagemeldungen aus Orten wie Rheinbach und Swisttal in der Leitstelle nicht mehr an. So ähnlich wie im Golfkrieg 1991, als die USA Saddam Husseins Kommunikations-Infrastruktur lahmlegten, mussten die Behörden beim Hochwasser motorisierte Kundschafter mit Stift und Papier hin und herschicken. Niemand hatte anscheinend noch gewöhnliche analoge Funkgeräte herumliegen, die auf VHF und UHF senden, oder wenigstens PMR Walkie Talkies oder CB-Geräte.

Die Fluten zerstörten Basisstationen des digitalen Funknetzes, Stromleitungen und die Verbindungsleitungen zu den Vermittlungsstellen. BOSnet funktioniert ähnlich wie ein Mobilfunknetz und mietet sich teilweise sogar in die gewöhnliche Infrastruktur ein. Selbst da, wo Verbindungen noch möglich waren, gab es eine Netzüberlastung. Beim alten Analogfunk konnte man einfach die Sprechtaste drücken und Funksprüche wiederholt absetzen, bis jemand diese Funksprüche hört. Beim BOSnet scheiterte der Verbindungsaufbau und man war im Prinzip stumm.

Bei großen Hochwassern in Norddeutschland war es selbstverständlich in der Vergangenheit, dass Hobby-Funker mit ihrer oftmals erheblichen Ausrüstung mithalfen bei der Aufrechterhaltung des Analog-Funkbetriebs.

Die Stromversorgung der 5000 BOS-Basisstationen ist die entscheidende Schwachstelle, da meistens nur für wenige Stunden der Notbetrieb per Batterie möglich ist und oft keine eigenen Stromgeneratoren vorhanden sind. Diese müssten erst herbeigeschafft werden. Das normale Mobilfunknetz ist darauf ausgelegt, dass ein Bruchteil der Nutzer innerhalb einer Funkzelle telefoniert oder auf das Internet zugreift. Bei einer akuten Notsituation ist es Mobilfunknetz schnell überlastet oder fällt aus, weil keine besonders geschützten, „gehärteten“ Leitungen verwendet wurden. Leider mietete man sich desöfteren für BOSnet in die gewöhnliche Infrastruktur ein.

Besonders gespart bei BOSnet wurde im ländlichen Bereich. Für den alltäglichen Einsatz reicht es, aber anscheinend nicht für Katastrophenfälle. Was würde geschehen, wenn es bundesweite Probleme gibt, wie etwa durch Cyberattacken?

Althergebrachte Funkgeräte mit VHF/UHF können auch dann noch verwendet werden, wenn sie Jahrzehnte alt sind. Das Landesinnenministerium Sachsen-Anhalt schätzt die Nutzungsdauer für digitale Handfunkgeräte auf fünf bis sieben Jahre ein. Die Hälfte der verwendeten Handfunkgeräte stammen von der Firma Sepura aus Britannien, die aber 2017 von dem chinesischen Konzern Hytera übernommen wurde. Die Feuerwehr von Sachsen-Anhalt sitzt auf 8000 Geräten, die nicht mehr mit der neuen Software-Version des Herstellers kompatibel sind und ab 2021 quasi Elektroschrott sind.

Hytera wurde von der US-amerikanischen Federal Communications Commission am 12. März 2021 auf die „List of Equipment and Services Covered by Section 2 of The Secure Networks Act“ gesetzt. Darin heißt es, dass Telekommunikations- und Videoüberwachungsausrüstung des chinesischen Herstellers ein Sicherheitsrisiko darstellt und nicht mehr von staatlichen Stellen der USA beschafft werden darf.

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1 comment

SVEN GLAUBE 4. September 2021 at 15:45

DA war bestimmt ein Chinesischer oder/und Russischer Hacker-Cyber-Angriff im Spiel in dieser Sache DA in Folge eines Chinesischen Weltraum-Wettermanipulationsangriff’s !!!!!

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