Gesundheit

Reitschuster-FAIL zur Delta-Variante: Man lässt den entscheidenden Hinweis unter den Tisch fallen und vergleicht Äpfel mit Birnen

Kommentar

Auf Reitschuster.de verheißt eine aktuelle Schlagzeile, dass anhand neuer Daten aus England die Delta-Variante von SARS-2 „mindestens 10-fach weniger gefährlich sei als frühere Varianten“. Man könnte fast meinen, der Virus sei durch ein paar Mutationen plötzlich harmlos geworden wie eine Grippe. In dem ganzen Artikel lässt man jedoch unter den Tisch fallen, dass die große Impfkampagne und die bisherigen Maßnahmen wie Masken und Abstand dafür verantwortlich sind, dass weniger Menschen mit Delta schwere Verläufe haben, im Krankenhaus landen, auf der Intensivstation oder im Grab. Da nun insbesondere in den letzten Monaten die Risikogruppen geimpft wurden, überrascht es selbstverständlich nicht, dass in England die Quote an Hospitalisierungen und Todesfälle gesunken ist. Wenn immer mehr geöffnet wird, ist die Hoffnung, dass selbst bei steigenden Fallzahlen die Hospitalisierungen und Todesfälle niedrig bleiben.

Auf Reitschuster.de wird wieder einmal so getan, als hätte man besondere Informationen und Meinungen. Hat man aber nicht. Die Delta-Variante hat wegen ihrer schnelleren Ausbreitung die alte Alpha-Variante verdrängt. Lange Zeit standen in der Pandemie keine oder nur wenige Impfstoff-Dosen zur Verfügung. Dementsprechend gab es bei einigen Infektionen auch schwere Verläufe und Todesfälle. Jetzt ist Alpha verdrängt und Delta hat sich stark verbreitet, aber inzwischen sind in England die Risikogruppen geimpft. Ergo hat man prozentual weniger Todesfälle bei Delta als bei Alpha.

Bei Reitschuster.de nimmt man die Zahlen aus England her, um herumzuposaunen, der Virus sei ein Witz und die böswillen Angstmacher, die vor Varianten warnten, seien nun vom ganz tollen Journalisten-Team widerlegt worden.

Reitschuster.de zeigt eine Tabelle aus einem offiziellen Virus-Bericht aus England (SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England), in dem die unterschiedlichen Tödlichkeitsraten von Delta und Alpha gelistet sind. Anscheinend waren neben den Leuten aus der Reitschuster-Sphäre auch weitere Leute unfähig, die Daten richtig zu verstehen und einzuordnen. In dem neuesten Report aus England wurde unter die Tabelle extra eine Anmerkung hinzugefügt, die man sich eigentlich auch so hätte dazudenken können:

Die Sterblichkeitsraten sind bei verschiedenen Varianten nicht vergleichbar, da sie [die Varianten] zu verschiedenen Zeitpunkten der Pandemie ihren Höhepunkt erreicht haben und sich daher unter anderem vor dem Hintergrund des Krankenhausdrucks, der Verfügbarkeit von Impfstoffen und der Impfraten und der Fallprofile, der Behandlungsoptionen und der Auswirkungen der Meldeverzögerung unterscheiden.

Soll heißen: Die angegebenen Sterblichkeitsraten von rund 2% bei Alpha und 0,2% bei Delta bedeuten NICHT, dass die Varianten sich genetisch inzwischen so stark voneinander unterscheiden, dass die Tödlichkeit um den Faktor 10 gesunken sei. Es bedeutet hingegen, dass durch Impfungen, Masken und Abstandsregeln die Sterbefälle im Laufe von Monaten um den Faktor 10 reduziert werden konnten.

Man soll NICHT die Tödlichkeitsraten der Varianten aus der Tabelle direkt miteinander vergleichen, aber der Autor bei Reitschuster.de macht es trotzdem. Ist der Autor bei Reitschuster zu unfähig, um die Tabelle zu verstehen trotz des deutlichen Hinweises? Oder sucht er sich die Zahlen heraus, die in seine vorgefertigte Meinung hineinpassen?

Kennen die Politiker bei uns diese Daten nicht? Oder verstehen sie sie einfach nicht? Diese Daten der englischen Gesundheitsbehörde widersprechen diametral dem, was die Politiker bei uns erzählen. Das sind nicht irgendwelche Modelle. Das sind reale Daten. Unter dem Strich: Die Delta-Variante ist die harmloseste, die bisher identifiziert wurde. Sie ist harmloser als jede Grippe.

Die Politiker kennen diese Daten und verstehen sie auch im Gegensatz zu dem Gastautor bei Reitschuster. Der Gastautor hat den Hinweis unter der Tabelle in der neuesten Version nicht gelesen oder verstanden. Eigentlich hätte es auch ohne den Hinweis klar sein sollen, denn ein wenig Logik und Kenntnisse zur Pandemie reichen dafür aus. SARS-2 in der Delta-Variante ist immer noch ein gefährlicher Virus für ungeimpfte Menschen, insbesondere wenn sie eine größere Ladung an Viren abbekommen durch einen Mitmenschen, der keine Maske trägt und keinen Abstand hält.

Das Publikum von Reitschuster ist anscheinend zu naiv und radikalisiert, um den Beitrag zu hinterfragen, den Fehler zu bemerken und den Fehler mit Hilfe des Originaldokuments zu bestätigen. Was passiert, wenn das Publikum den Unsinn glaubt? Es lässt sich nicht impfen, trägt keine/weniger Maske. Immerhin sind die Risikogruppen geimpft. Wäre es nach den Wünschen einiger Corona-Aktivisten gegangen, wäre fast niemand geimpft und fast niemand hätte Maske getragen und Abstand gehalten. Im Glauben, es handle sich nur um ein Grippchen, wären wir in ein Desaster gerauscht.

DailyExpose

Während Reitschuster.de aus den Zahlen aus England herausliest, Delta sei nur ein Zehntel so tödlich wie Alpha, meint die Webseite „DailyExpose“ anhand der England-Zahlen, dass Geimpfte eine rund 900% höhere Chance haben, an COVID zu sterben als Ungeimpfte. Nach der Logik müssten die Hospitalisierungen und Todesfälle explosionsartig gestiegen sein, was aber nicht der Fall ist. Nach dem zitierten Quellbericht gab es rund 92.000 bestätigte Delta-Fälle zwischen 1. Februar und 21. Juni.

Von den betroffenen Personen waren knapp 54.000 ungeimpft und so gut wie alle davon waren 50 Jahre oder jünger. Von den 92.000 bestätigten Delta-Infizierten waren nur 976 Personen ungeimpft und über 50 Jahre alt. Impfungen sollen primär schwere Verläufe und Todesfälle reduzieren, was auch so funktioniert und die Zahlen aus England zeigen. Auch Geimpfte können zu einem bestimmten Prozentsatz ansteckend sein. Das ist bekannt und kein Geheimnis.

Bei Krankenhausaufenthalten sind die Ungeimpften deutlich überrepräsentiert. Ab 50 Jahren sieht es in der Tabelle so aus, als sei es vorteilhafter, ungeimpft zu sein, aber der Eindruck irrt. Die ganze Tabelle zeigt nur die Daten der letzten paar Monate und auch nur bestätigte Delta-Fälle. Was fehlt, sind fast ein weiteres Jahr Daten mit den ganzen älteren Varianten. Es gibt nur noch wenige Menschen über 50 Jahren in England, die noch nicht geimpft sind und sich Delta einfangen. Man sieht in der Tabelle, dass in rund 5 Monaten von 92.000 bestätigten Delta-Fällen nur 976 Pesonen ungeimpft und über 50 Jahren sind. Bei so wenigen Leuten, die auch teils deutlich über 50 Jahre alt sind, übergewichtig usw. hast du natürlich bei manchen trotz Impfung Krankenhausaufenthalte und Todesfälle. Man kann aber nicht aus den Daten rauslesen, Geimpfte hätten eine um 885% größere Chance, an COVID zu sterben. Diese Webseite DailyExpose ist völlig inkompetent und bittet mich in einem großen Pop-Up um Spenden.

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2 comments

wir die autoren 19. Juli 2021 at 21:34

bla bla bla am ende wird eh durchgeknüppelt was oben entschieden wurde egal wie geisteskrank, schädlich, ungesund und ne zumutung es für die mitte ist lol

aber lasset uns weiter auf leute ohne lobby schimpfen
uuhh
das ist sooo durchschaubar

warum müssen sich eigentlich gez glotzende blödzeitungs zombies nicht mal dafür rechtfertigen, dass sie einfach so die regierungsmeinung übernehmen??
warum müssen sich immer nur die kritiker der politik rechtfertigen
ich bin dagegen und gut ist.
ich begründe gar nix mehr. ich bin nämlich auch ein karlheinz und hab den kanal voll
lol

Reply
Vanessa Büker 13. Juli 2021 at 20:35

Die Statistik sagt an keiner Stelle, dass Masken, Abstand und Impfung die Sterblichkeit auf 10 % gedrückt hat. Wer weg A gegangen ist (Masken, Impfen, Abstand) kann keine Rückschlüsse daraus ableiten, wie Weg B (keine Maßnahmen) ausgesehen hätte. Die Vergleiche mit Ländern mit wenigen oder ohne Maßnahmen, zeigen wenig Unterschiede.
Genauso gut könnte man Schlussfolgern, dass Masken Abstand und Impfungen für sämtliche Todesfälle verantwortlich sind….

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