Gesundheit

Nein, Impfungen verursachten nicht die Spanische Grippe 1918

Kommentar

Man hört es im Netz immer wieder, als sei es Fakt: Die Spanische Grippe 1918 sei durch Impfstoffe verursacht worden. Damals galt wegen dem Ersten Weltkrieg in den meisten betroffenen Ländern strikte Geheimhaltung, um den Kriegsgegnern nicht zu offenbaren, wie sehr man durch die Pandemie beeinträchtigt war. Die Forschung gestaltet sich dementsprechend schwierig, aber die selbsternannten Experten für Verschwörungen meinen natürlich, den Fall gelöst zu haben.

Es gab damals keinen Impfstoff gegen die neue Seuche. Um das Jahr 1900 herum waren auch andere Impfungen wenig verbreitet.

Es fehlt an öffentlicher Forschung zu der Frage, ob der Erreger der Spanischen Grippe etwas mit biologischer Kriegsführung zu tun hatte, aber nach über 100 Jahren und wegen der damaligen Geheimhaltung wäre solche Forschung sehr aufwändig und würde wohl im Sande verlaufen. Viel einfacher ist es, irgendwelchen Behauptungen aus dem Netz weiterzuverbreiten, u Aufmerksamkeit zu erhalten.

In dem Buch „The Great Influenza“ von John Barry erfährt man anschaulich, wie die zweite Welle der Spanischen Grippe vor rund 100 Jahren die amerikanischen Städte verwüstete und die US-Regierung den Zeitungen befohlen hatte, die Lage mit schamlosen Lügen zu verharmlosen.

Die erste Welle schien noch handhabbar. Die zweite war die Hölle, da das Virus sich durch den Mechanismus namens „Passage“ besser an den Menschen angepasst hatte, nachdem er durch zig Menschen hindurchgegangen war.

Am 10. Oktober 1918 starben 759 Tote Tote in Philadelphia. Früher hatte man 485 Tote pro Woche (alle Ursachen inklusive). Die Leichen stapelten sich oder wurden in Massengräbern verscharrt. In immer mehr Städten war es das gleiche Bild. In Camp Pike, Little Rock gab es 8000 neue Patienten in vier Tagen. Die Namen der Toten wurden nicht mehr veröffentlicht. In der Stadt meldete die Zeitung Arkansas Gazette:

„Die Spanische Influenza ist nur eine normale Grippe – das altbekannte Fieber und Schüttelfrost.“

Tausende und abertausende Zeitungen im Land brachten exakt den gleichen Talking Point, es sei nur eine gewöhnliche Grippe.

Genauso verbreiten heute Kommunisten, moskautreue Neurechte, russische Geheimdienste und zahllose Nachplapperer bei uns im Westen, bei COVID handle es sich nur um eine normale Grippe. Vor Wochen bereits wurde völlig verfrüht diese extreme Sichtweise in den Sozialen Medien herumgeblasen und zu einem regelrechten Mantra gemacht, einem „Talking Point“ der endlos kopiert und weiterverbreitet wurde. Man könne den Virus einfach ignorieren, aufhören zu testen, und man würde nichts Ungewöhnliches bemerken, vor allem keine Übersterblichkeit. Inzwischen haben wir Daten zu einer deutlichen Übersterblichkeit und darüber wie das Virus die Lungen aggressiver befallen kann als viele gewöhnliche Erreger. Die COVID-Verschwörungstheoretiker krallen sich an jede noch so schwache Studie oder Einzelmeinung, die die Gefährlichkeit der Krankheit möglichst niedrig einschätzt und irgendwie zu dem vorgestanzten Talking Point passt. Alles was nicht passt, wird ignoriert oder blitzschnell verworfen. Zeitweise nutzte man die zeitlich stark hinterherhinkenden EuroMOMO-Zahlen, wo noch keine Übersterblichkeit herauslesbar war. Inzwischen sieht man auch bei MOMO die Übersterblichkeit und die COVID-Truther suchten deshalb schleunigst woanders nach Bestätigung.

Die Verleger wurden damals bei der Spanischen Grippe bedroht von der US-Regierung: Druckt nur Konstruktives, wie etwa Empfehlungen zu Präventivmaßnahmen. Der Los Angeles public health director meinte: Es gäbe keinen Grund zum Alarm, wenn gewöhnliche Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Wascht euch einfach die Hände etc. und das reicht. 48 Stunden später ließ er panisch alle öffentlichen Veranstaltungs und Treffpunkte schließen.

Die COVID-Truther klingen heute identisch mit ihren Beteuerungen, dass man mit Händewaschen und etwas Abstand seine Pflicht getan hätte, genauso wie bei der normalen Grippe. Auch mit diesem Talking Point wird unterstellt, man hätte nie einen Lockdown machen dürfen. Die COVID-Truther hätten anscheinend, wären sie an der Macht, nur dumm zugeguckt bei der Pandemie, und auf das beste gehofft.

The Bronxville , New York, Review Press und der Reporter berichteten damals gar nichts eine lange Zeit zur Spanischen Grippe. Dann beklagte man Alarmismus. Die Angst sei das größere Problem als die Krankheit. Der Illinois superintendant of public health wollte in vertraulichem Treffen vorschlagen, alle Firmen zeitweise dichtzumachen. Er wurde rigoros abgeblockt. Angst töte mehr Leute als die Epidemie, hieß es. Im Cook County Hospital gab es eine Todesrate von rund 40% bei Influenza. Literary Digest, eine der am weitesten verbreiteten Publikationen im Land, meinte: Die Angst ist der größte Feind. Zig andere Zeitungen brachten exakt das gleiche Mantra.

Die COVID-Truther haben sich heute regelrecht in einen Wahn hineingestusst mit dem Mantra, man solle bloß keine „Panik“ haben und „Panikmache“ akzeptieren. Wenn jemand das Virus ernst nimmt und wenn Standard-Maßnahmen ergriffen werde, dann schreien sie, das wäre Panik. Gleichzeitig verbreiten die Truther Panik vor einer vermeintlichen COVID-Diktatur in Deutschland, für die aber das notwendige Personal fehltDie echte COVID-Diktatur in Russland ignorieren sie.

Viraler Stuss der US-Regierung

In den Werbeanzeigen von Vicks Vapo Rub hieß es damals, die Krankheit sei „nur die altbekannte Grippe, unter neuem Namen.“ Bürgermeister und Gouverneure ließen sich mit exakt den gleichen Statements zitieren am laufenden Band. Der Public Health Service der US-Regierung ließ gebrauchsfertige Druckerplatten herstellen mit identischer Propaganda und verschickte die Platten an zehntausende Zeitungen. Millionen Pamphlete und Poster mit dem Stuss wurden zusätzlich gedruckt mit dem Geld des Roten Kreuzes. Als Gesundheitstipps gab es Weisheiten wie „Seien Sie hygienisch. Kauen Sie ihr essen gründlich.“ Immerzu hieß es, die Situation sei unter Kontrolle.

Die COVID-Truther benutzen heute die Sozialen Medien und versuchen, den Eindruck zu erwecken, viele individuelle Meinungen abzubilden. In Wirklichkeit bringen sie immer die gleichen vorgestanzten Talking Points. Sie verdienen nicht einmal den Begriff „Verschwörungstheoretiker“, weil sie die plausiblen Verschwörungshypothesen weitgehend ignorieren und stattdessen sich eingeschossen haben auf die schwächste Verschwörungshypothese, es handle sich um einen Schwindel (englisch: „Hoax“) bei dem eine „normale Grippe unter neuem Namen“ durch „Panikmache“ aufgebauscht wurde, um einen Lockdown umzusetzen, den es gar nicht bräuchte, weil „gewöhnliche Vorbeugemaßnahmen wie Händewaschen völlig ausreichend wären“ und „Angst das größere Problem sei als das Virus“.

Das Journal der American Medical Association wusste es besser und verwarf samt und sonders die offizielle, gefährliche und fahrlässige Verharmlosungspropaganda. Die Menschen konnten sowieso mit ihren eigenen Augen beobachten, wie ihre Mitmenschen in alarmierender Zahl wegstarben. Die Verharmlosungskampagne hatte eher den gegenteiligen Effekt auf das Publikum.

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4 comments

Alexander Dietz 10. Juli 2021 at 1:24

Ach ja, noch etwas:
Die Zahlen in Portugal zeigen, daß eine Quote von 40% vollständig Geimpften, also überwiegend Risikopersonen, ausreichen kann, um die Sterberate deutlich zu senken. Wenn man die Kräfte auf die Risikopersonen und Berufstätigen im Umgang mit vielen Menschen bündelt, kann man sie auch mit Auffrischungen oder mit neuen, angepaßten Impfstoffen schneller nachimpfen. Wer außerhalb dieses Personenkreises dies in Anspruch nehmen will, muß wie bei den Erstimpfungen warten, bis erstere versorgt sind. Für weniger gefährdete Personen, die dennoch schwer erkranken, braucht es wirksame Behandlungen.

Grundsätzlich ist es wichtig, daß Großbritannien ein Zeichen setzt und mit der Aufhebung der meisten Maßnahmen ernst macht. Aber Großveranstaltungen sollten weiterhin nicht stattfinden und Auflagen für Unternehmen wie Gaststätten und Bars sollten je nach Bedarf weiterhin bestehen, wo also viele Menschen zusammenkommen. Also die Übernahme des schwedischen Weges mit ziemlicher Freiheit für den einzelnen Bürger und großer Vorsicht, wo es wichtig ist.

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Alexander Dietz 10. Juli 2021 at 0:39

Die Alternativmediem werfen der Politik und den öffentlich-rechtlichen Medien Panikmache vor. Dabei machen sie dasselbe, nur unter anderem Vorzeichen.

Dennoch finde ich das Durchimpfen der gesamten Bevölkerung, zumal unter Anwendung der mRNA-Technik, fragwürdig. Es erkrankem ganz überwiegend Risikopersonen mit mehr als einer ungünstigen Einflußgröße, schwer an Covid-19 und sterben daran.

Warum reicht es also nicht, die Risikopersonen durchzuimpfen? Wäre nicht eine Herdenimmunität teils durch Impfen, teils natürlich ein gangbarer Weg? Also daß man unter weniger gefährdeten Menschen ganz bewußt die ungebremste Ausbreitung zuläßt, wenn die Risokopersonen alle geimpft werden konnten? Wer sich als Risikoperson nicht impfen läßt, dem ist es seine eigene Verantwortung!

Meinen Sie nicht, daß die Gefahren durch Nebenwirkungen und Spätschäden der Impfung für weniger gefährdete Personen schwerer wiegen können als eine Ansteckung durch das Virus? Wie schätzen Sie die Gefahr ein, daß demnächst die Zahl der Erkrankten an Multiple Sklerose, anderen Autoimmunerkrankungem und Krebs nach oben schnellt als Spätfolge der mRNA-Impfungen? Ja, ich habe gelesen, daß die Gefahr, an MS zu erkranken, durch mRNA-Impfstoffe sehr stark ansteigt!

Ist es nicht auch vor dem Hintergrund von Fluchtvarianten sinnvoller, nur die Risikopersonen durchzuimpfen? Wer sich unbedingt impfen lassen will, soll es tun, nur daß es bei gesunden Menschen nicht gefördert wird.

Um eine neue Impftechnik gründlich zu erforschen, sollten ein paar tausend (gesunde) Freiwillige über mehrere Jahre ärztlich begleitet werden. Dafür, daß sie sich noch nicht abschätzbaren Spätfolgen aussetzen, sollten sie 100.000 € Belohnung bekommen und im Falle, daß sie aufgrund von Spätschäden nicht mehr arbeiten können eine lebenslange Rente von mindestens 1.500 €. So sieht die verantwortliche Einführung neuer Verfahren aus!

Warum sollte Covid-19 nicht eines Tages auch ohne Impfung der gesamten Bevölkerung abflauen, wenn eine riesige Welle einmal durchgelaufen ist, so wie es bei der Spanischen Grippe war?

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Phil 7. Juli 2021 at 20:42

Und genau dieser Grund verführt mich zu keiner Panik, wenn täglich mir die Zahlen um die Ohren gehauen werden, könnte, hätte, würde Aussagen von der Presse und Regierung – bekäme ich zu hören, alles sei unter Kontrolle, es gibt nichts zu befürchten – jaaaaaa dann… dann müsste man die Beine in die Hand nehmen. Resp. Notrationen. 😀
Natürlich hat sich, wie Alex recherchiert und uns in Bücher und Artikel darlegt, die Psychologie und Instrumente der Führung, resp. Wissen dazu verfeinert. Das bekommt man je nach Ansichten die man vertritt ja in den Allerwertesten gepfeffert, von Alex, zum C-Thema. 😀 haha
Auch wenn ich mit Alex Ansichten nicht übereinstimme, der Punkt wie Impfungen die Spanische Sache anfeuerten, hab ich nie verstanden. Also woher die Infos stammen (sollten).

Reply
Claus Fucking Kleber 7. Juli 2021 at 19:00

„Am 10. Oktober 1918 starben 759 Tote Tote in Philadelphia“ Krasse Scheiße, wenn selbst Tote Tote sterben, dann überzeugt mich das.

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