Politik

Zweierlei Maß: Mao-Versteher als Autor eines Corona-Papiers der Regierung und Mao-Fans in „alternativen“ Medien

Kommentar

Das COMPACT-Magazin ist entsetzt:

Es ist nicht zu fassen: Nach Recherchen der Welt am Sonntag zählte Otto Kölbl, ein Hardcore-Fan des kommunistischen Diktators Mao, im Frühjahr 2020 zu den Mitverfassern eines Corona-Papiers der Bundesregierung in Berlin.

Dieser hatte sich folgendermaßen geäußert:

Mao ist an die Macht gekommen in einem Land, in dem die hochkultivierte Intellektuellenelite vorher uneingeschränkt herrschte. Dann schickte Mao die Intellektuellen Kloputzen und das Land entwickelte sich, während es vorher der ‚Kranke Mann Asiens‛ war.

Mao war ein Guerilla-Kämpfer der von nichts außer Kampf eine Ahnung hatte und dementsprechend eine tödliche Fehlentscheidung nach der anderen verantwortete, aber immer die Bevölkerung bestrafte. Der Fortschritt in China kam schließlich zustande durch westliche Technologie und die Öffnung westlicher Märkte unter Henry Kissinger und Richard Nixon.

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Äußerung auf Elsässers Blog von 2012, in der er die Aktivitäten vom nordvietnamesischen Diktator Ho Chi Minh feiert:

“HOCH LEBE HO CHI MINH UND DAS VIETNAMESISCHE VOLK.[…] HOCH LEBE HISBOLLAH […] MÖGEN SYRIEN, IRAN, RUSSLAND, VENEZUELA, KUBA UND CHINA DAS PULVER TROCKEN HALTEN. NO PASERAN! PASAREMOS!”

Woanders heißt es:

“LANG LEBE DIE NEW MODEL ARMY DES GENOSSEN MAO TSE TUNG! EURE WEISSEN LACKSTIEFEL WERDEN DEN YANKEE-IMPERIALISMUS IN DEN STAUB DER GESCHICHTE TRETEN!

Welche Kraft und welche Anmut! Man kann über China früher denken wie man will – aber die Kommunisten haben es geschafft, aus ihrem eigenen Loch herauszukommen und ihren Staat echt zu modernisieren. Und heute ist das nominell immer noch kommunistische Land die Lokomotive der kapitalistischen Weltwirtschaft UND das stärkste Bollwerk gegen den Imperialismus in einem. Das soll man einer nachmachen!

https://juergenelsaesser.wordpress.com/2013/02/10/eine-augenweide-soldatinnen-der-chinesischen-volksbefreiungsarmee/

1996 veröffentlichte er bei konkret ein gemeinsames Buch mit Sahra Wagenknecht, die einst einen Aufsatz pro Stalin veröffentlicht hatte. Beide bejammern die deutsche Einheit, den Verlust der Ost-Bundesländer an die BRD, wo vorher noch die eiserne Herrschaft der SED war. Wagensknechts Aufsatz pro Stalin hieß “Marxismus und Opportunismus – Kämpfe in der Sozialistischen Bewegung gestern und heute”.  Darin heißt es:

NICHT ZU LEUGNEN IST, DASS STALINS POLITIK – IN IHRER AUSRICHTUNG, IHREN ZIELEN UND WOHL AUCH IN IHRER HERANGEHENSWEISE – ALS PRINZIPIENTREUE FORTFÜHRUNG DER LENINSCHEN GELTEN KANN.

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