Politik

Gefeuerter Parler-Chef meint, er konnte kein Verbot von Neonazi-Gruppen durchsetzen

Der Mitbegründer und CEO von Parler, John Matze, wurde vom Vorstand gefeuert. Ihm wird vorgeworfen, er habe zuviel Moderation den Contents angestrebt, während er selbst erklärte, dass er sich mit dem Konzept einer seriösen Plattform ohne Neonazi-Inhalte nicht durchsetzen konnte.

Wegen radikalen Postings hatte das rechte soziale Mediennetzwerk sein Hosting bei amazons AWS-Service verloren. Google zog Parler zwei Tage nach dem Aufstand im Capitol aus dem Android App Store und verwies auf das Versäumnis der Plattform, Beiträge zu moderieren, die explizite Drohungen oder Aufrufe zu Gewalt enthielten. Apple folgte am nächsten Tag und zog Parler aus ähnlichen Gründen aus dem iOS App Store.

Während und nach den US-Präsidentschaftswahlen im vergangenen November strömten Extremisten zu Parler, als andere Plattformen wie Reddit, Twitter und Facebook gegen das Teilen von QAnon-bezogenen Inhalten und falsche Behauptungen über das Wahlergebnis vorgingen.

Matze hoffte, Parler schnell wieder online zu bringen und es sowohl in den mobilen App-Stores von Google als auch von Apple wiederherstellen zu können. Zu diesem Zweck schlug er vor, die automatisierte Moderation von Inhalten auf der Plattform zu erweitern und Personen und Gruppen, die an bestimmte inländische Terrororganisationen gebunden sind, vollständig zu verbieten.

„Es gibt viele Neonazi-Gruppen, die unter diese Kategorie fallen würden.“

Die konservative Talkshow und Online-Persönlichkeit Dan Bongino, der in Parler investiert hat und im Vorstand ist, wies Matzes Behauptungen zurück.

„John hat beschlossen, dies öffentlich zu machen, nicht wir“, sagte Bongino in seiner Online-Talkshow. Er fügte hinzu, dass der Vorstand sich nicht dem Diktat von Amazon, Apple und Google beugen wollte. Diese Strategie kann aber nur dann aufgehen, wenn genügend Investorengeld wie etwa von Rebekah Mercer zur Verfügung steht. Selbst dann wäre man aber immer noch auf Dienstleister angewiesen, die es sich nicht unbedingt verscherzen wollen mit den Industriegiganten. Außerdem drohen Ermittlung der Strafverfolgungsbehörden, wenn Parler-User Illegales absprechen. Parler wäre gezwungen, die Benutzerdaten auszuhändigen, was beim rechten Publikum zwangsläufig als Verrat gewertet werden würde.

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