Medien

Neue, west-finanzierte „alternative“ Medien jagen Putin und dessen Familie

Das Privatleben von Wladimir Putin gilt in Russland als striktes Geheimnis, während in den USA alle möglichen Details über Präsidenten und deren Angehörige in der Presse ausgebreitet werden.

Im Jahr 2016 gab es eine Reihe von Geschichten über Katerina Tikhonova, die von verschiedenen Medien als Putins jüngere Tochter bezeichnet wurde, obwohl der Kreml ihre Identität nicht bestätigt hat. Auf solche Berichte folgten prompt Ermittlungen, Dementis und Bestrafungsaktionen.

Inzwischen taten sich zwei Websites hervor, die weiterhin solche Enthüllungen verbreiten, allerdings aus einem Sicherheitsabstand und mit westlicher Finanzierung. Russlands Medien für den Westen suchen sich regelmäßig Aufreger-Themen und „Enthüllungen“. Nun sieht es so aus, als gäne es eine Retourkutsche: proekt.media und istories.media.

Weder Proekt noch Istories haben einen wohlhabenden russischen Eigentümer oder Unterstützer. Keines der beien Projekte ist offiziell als russisches Medienunternehmen registriert. Es handelt sich um kleine Organisationen mit einer Handvoll Mitarbeitern und Unternehmen außerhalb Russlands (in Litauen im Fall von Proekt und in Lettland im Fall von Istories). Beide haben Crowdfunding-Appelle eingereicht, aber beide erhalten offenbar Unterstützung von westlichen Stiftungen.

Proekt brachte einen Bericht über eine Frau namens Svetlana Krivonogikh, die von einer Arbeit als Putzfrau zu einer Position des Reichtums und der Macht überging, unter anderem als Besitzerin von Putins Lieblingsskigebiet in der Nähe von St. Petersburg und einer Beteiligung an Bank Rossiya, an der einige enge Freunde Putins ebenfalls beteiligt sind und in der Putin selbst sein Gehaltskonto führt. In dem Bericht wird behauptet, dass Krivonogikh eine 2003 geborene Tochter hat, die Putin bemerkenswert ähnlich sieht.

Die Hochzeitsfotos von Wladimir Putins Tochter sind durchgesickert, als ein Bericht behauptet, sein Schwiegersohn habe nach seiner Heirat einen Anteil von 380 Millionen Dollar an einer russischen Petrochemiefirma für 100 Dollar gekauft. Kirill Shamalov (38) kaufte die Beteiligung an dem Petrochemieriesen Sibur zu einem massiv reduzierten Preis, nachdem er Putins jüngere Tochter Katerina Tikhonova (34) geheiratet hatte. Dies ergab die Untersuchung von iStories.

Istories berichtete über die gehackten E-Mails von Kirill Shamalov, der zwischen 2013 und Ende 2017 oder Anfang 2018 mit Katerina Tikhonova verheiratet war. Das E-Mail-Archiv enthielt alles, von Hochzeitsfotos und Rechnungen für die Einrichtung von zwei luxuriösen Häusern, eines davon in Biarritz, Frankreich, bis hin zu Einzelheiten eines Deals mit Anteilen am russischen petrochemischen Riesen Sibur, der Shamalov zu einem sofortigen Milliardär machte. Bloomberg News berichtete 2018, dass Shamalov mit dem Zerfall der Ehe auch den größten Teil seines Anteils an Sibur verlor.

Proekt legte mit einer Geschichte nach über Yury Kovalchuk, den Milliardär und engen Putin-Freund, und seine Geschäftsbeziehungen zu Tikhonova, Kabaeva, Krivonogikh und Maria Vorontsova, die von den Medien als Putins älteste Tochter identifiziert wurden.

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