Medien

Auf diese Weise trickst die Russenpropaganda mit erfundenen und falsch übersetzten Zitaten

Die russische Desinformation benutzt erfundene und falsch übersetzte Zitate aus westlichen Massenmedien, um den Eindruck zu erwecken, dass westliche Publikationen russische Narrative unterstützen würden.

So findet man z.B. den Chefredakteur des Economist, der angeblich behauptet, die UNO verfolge eine zweifelhafte Politik; The Guardian berichtet angeblich, dass 80% der Menschheit im nächsten Jahrzehnt an Covid-19 sterben könnten; Die Welt nennt die Weisshelme angeblich „Pseudo-Menschenrechtsverteidiger“ und beschuldigt sie der Veruntreuung; Aussenpolitik schlägt anscheinend verschiedene Szenarien vor, um Lukaschenka zu stürzen; Newsweek bestätigt angeblich angeblich die Existenz eines US-Putsches im Iran; Die Welt, die angeblich die von der EU organisierten Proteste in ganz Ost- und Südeuropa erklärt; und ein führender polnischer Sicherheitsexperte, der seinem Land anekdotisch erzählt, es müsse Angst vor Russlands Raketen haben (all dies sind echte Desinformationsfälle, die von EUvsDisinfo entlarvt wurden).

Erstens finden kremlfreundliche Desinformationsstellen einen Artikel in einem ausländischen Medienunternehmen, in den das gewünschte Narrativ hineingemogelt werden kann, ohne sofort Verdacht zu erregen. Zweitens schreibt die Desinformationsstelle ihr eigenes Stück auf Russisch, wobei sie vorgibt, die Originalgeschichte zu zitieren, in Wirklichkeit aber Fakes oder grobe Fehlübersetzungen einfügt.

Eine weitere häufige Technik besteht darin, einige nicht zusammenhängende Sätze so einzubringen, als ob es sich um indirekte Zitate aus dem Originalartikel handeln würde, die jedoch nie vorhanden waren. Als nächstes wird der Artikel aus dem Russischen in die Sprachen des Desinformations-Ökosystems pro Kreml übersetzt, oft in relativ marginalen Publikationen oder Blogs wie News Front. Es wird eine neue Überschrift für den Artikel gewählt, und es ist dieselbe Botschaft, die hervorgehoben werden soll.

Leider ist dieser Modus operandi schwer zu erkennen. Die Diagnose erfordert sowohl Bewusstsein als auch den Willen zur Überprüfung der Fakten, einschließlich ausreichender Beherrschung mehrerer Sprachen, um die Fälschung zu erkennen. Auch die Identifizierung dieser gefälschten Geschichten erfordert Zeit und Energie, weshalb sie von kremlprofessionellen Desinformationsstellen so häufig verwendet werden.

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